Theme geändert

Ich habe schon öfter schockierte Fragen erhalten aufgrund des Stoppschildes, das bis vor kurzem noch scheinbar den Zugang zur Seite blockiert hatte, wie zum Beispiel: „Bist du ein Kinderpornostar?“ oder „Warum wirst du jetzt zensiert?“.

Mein Onkel besucht die Seite gar nicht mehr, weil er nicht auf einer Sperrliste gegen „Hämophile“ landen will.

Es scheint, dass niemand sich die Zeit nahm, um den Text des Schildes zu lesen, um zu sehen, dass es eine Satire war, mit dem Ziel Leute zur Unterzeichnung einer Petition gegen ein unter fadenscheiniger Rechtfertigung (Wer könnte für Kinderpornos sein?) nun schließlich doch erlassenes Gesetz zu animieren.

Dieses Gesetz wurde zwar schon vor seiner Erlassung heftigst kritisiert und mehr als hunderttausend unterzeichneten besagte Petition, aber das scheint die Bundesregierung nicht zu interessieren.

Da es nun sowieso veraltet ist und bei meinen Lesern zumindest nicht auf Verständnis gestoßen ist, habe ich nun das Stoppschild deaktiviert und ein anderes Theme installiert. Die Fotos rechts oben möchte ich noch ändern, habe aber noch nicht herausgefunden, wie das geht.

Wieder zurück

Auf unserer eineindhalbwöchigen Reise habe ich mal wieder das fundamentale Problem eines jeden Abenteurers, der seine eigene Chronik schreibt, bemerkt:

Je mehr man erlebt, desto schwieriger wird es alles aufzuschreiben.

Deshalb werde ich auf einen umfassenden Reisebericht verzichten und stattdessen allen raten, selbst nach Salta zu fahren und dort mindestens eine Woche zu verbringen; die Gegend am Fuß der Anden ist wie eine fleischgewordene steingewordene Naturkundestunde: Wir sahen Erosion und Sedimentation am Werk, fuhren durch atemberaubende Schluchten und gleißend weiße Salzebenen auf 3000 Meter Höhe.

Eigentlich wollten wir ja noch in die Sumpfregion Esteros del Iberá, aber da wir uns auf der Reise sowieso an die wenigsten unserer Pläne hielten blieben wir länger in Salta, um ihre Schönheit zu bewundern.

Am Samstag fuhren wir schließlich zu den Jesuitenreduktionen bei der „Fleischwerdung“ (Encarnación), wo die Gesellschaft Jesu mit den Guaraníindianern hundert Jahre lang einen christlichen Sozialismus lebten – und sie so vor den brasilianischen Sklavenjägern schützten – bis aufgrund von Ränkeschmieden „Gottes Reich am Parana“ seiner Führer beraubt wurde und, da die Jesuiten die Guaraní nicht zur Selbstständigkeit erzogen hatten, das „Heilige Experiment“ unterging.

Es war ein sonderbares Gefühl durch die Ruinen dieser Kommunen zu laufen und zu versuchen in diese Epoche einzutauchen.

Montag nacht kamen wir mit dem Bus wieder zurück und trafen eine Austauschschülerin aus Encarnación, die auf dem Weg nach Deutschland war.

Da eine Freundin aus unserem Haus gerade am Flughafen ankam, fuhren wir spontan mit ihr mit und so saßen wir zu sechst (sie, ihre Gastschwester, ihr bester Freund, der Fahrer, Micky und ich) mit zu viel Gepäck im Taxi – Micky musste immer auf den Kofferraum schauen, ob noch alles drin war.

Gestern fühlte ich mich ziemlich schlecht und ließ mir das Essen nochmal durch den Kopf gehen und hoffe nun bis morgen, Donnerstag, gesund zu sein – ich will ja nicht die Teilnehmer des Weltjugendgipfels mit der Schweinegrippe anstecken. 😉