War ja gar nicht so schlimm

Heute abend, als ich gerade mal wieder diese Seite hier auffrischen wollte, weinte Ana plötzlich.

Das ist an sich nichts besonderes, sie weint wegen vielen Dingen, außerdem streiten Joel, Martin und Ana sich fortwährend, weshalb eigentlich immer einer von ihnen flennt. Deswegen ging ich auch nicht nachsehen, vor allem, weil Robert und Leoni ja auch da waren und es ja eigentlich deren Verantwortung ist nachzusehen, was jetzt schon wieder passiert ist.

Das taten sie dann auch und irgendwann hörte ich mit einem Ohr den Halbsatz: „Dann muss Benni halt auf euch aufpassen“ und jetzt musste ich mal schauen, was eigentlich los war, und weshalb Ana immer noch heulte.

Ich fand eine blutüberströmte Ana auf Leonis Schoß vor, einen heulenden, verstörten Joel, einen leicht besorgt blickenden Martin und Robert und Leoni, die ziemlich ruhig waren und erkärten, jetzt müsse man halt ins Krankenhaus fahren. Was sie dann auch taten. Wir Jungs blieben daheim und beteten erstmal für Ana, dankten Gott, dass sie nicht ihr Auge verletzt hatte (die Platzwunde war auf denBrauen, knapp neben dem Auge) und baten ihn, dass alles gut wird. Ich wusste immer noch nicht, wie das eigentlich passiert war, also erzählte mir der etwas ruhiger gewordene Joel, dass Ana draußen auf eine Kante gefallen war.

Um die Kinder abzulenken, räumten wir das Wohnzimmer auf und spielten dann Carcasonne, bei dem ich verlor(!) und Martin zweiter wurde ohne zu heulen(!!!). Als die beiden schließlich geduscht hatten, kamen die anderen schon wieder und erzählten uns, dass die Ärztin die Wunde mit Alleskleber zusammengeklebt hatte!!! Das war übrigens kein Witz. Aber anscheinend funktioniert das ganz gut. Und hier ein Bild von der da schon wieder lachenden Ana, die im Moment gerade wieder weint. Es ist also alles wieder normal…

Ana mit Pflaster, Blutflecken und Lächeln

Stopschild

Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt ist, mein Blog noch nicht zensiert worden, das Stopschild ist nur als eine Warnung an uns alle gedacht, wie sehr unsere machtgeilen um unser Wohl besorgten Politiker unsere „Sicherheit“ über unsere Freiheit stellen.

Doch wie sagten schon mein Namensvetter Benjamin Franklin „Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.“

Ich würde mich freuen, wenn ihr alle die Petition unterzeichnen würdet. Ich habe es schon gemacht.

Zu näheren Infos über die Petition, mein Artikel hier

Das Schild wurde von meinem Bruder installiert, da ich nicht die nötige Muße hatte, mir das alles anzuschauen, wie es geht. Den Quelltext findet ihr hier, falls ihr es auf eurer Seite auch einbauen wollt – fragt mich aber bitte nicht, wie es geht. Ich habe, wie oben schon erwähnt, keine Ahnung!

Nasser Pass

Letztes Wochenende hat es sehr geregnet. Eigentlich hat es so arg geschifft und so plötzlich angefangen, dass es mich an Forrest Gump erinnert hat.

Es regnete zwar nicht ununterbrochen aber eine Pause dort höchstens zehn Minuten. In Paraguay ist es normal, dass bei starken (wobei die Definition von „stark“ eine sehr persönliche Sache ist) Regen alle öffentlichen Treffen ausfallen. Deswegen bin ich dann auch nicht zur Jugendstunde gegangen, sondern habe mit Wiensens Ice Age 2 geschaut. Anscheinend fand sie aber doch statt.

Aber mal ehrlich, wenn jemand dir als Antwort auf die Frage: „Werden wir bei diesem Regen Jugendstunde haben?“ schreibt: „Neiiiin s fällt aus.“ (man schreibt hier, um Platz zu sparen, in Abkürzungen, z.B. in einem Wort dienen manchmal die einzelnen Buchstaben als Laut „s“-„es“) denkt man doch, dass 1. die Platzeinsparung ziemlich sinnlos ist, wenn man dann so viele Extrazeichen beim „Neiiiin“ benutzt und dass 2. das lange „Neiiiin“ das Komma ersetzen soll. So interpretierte ich die Nachricht als „Nein, es fällt aus“, statt „Es fällt nicht aus“ (Anmerkung: der Originaltext war: „Noooo c suspnd x lluvia“ – so was soll ich dann verstehen!).

Da ich mittlerweile wusste, dass das Dach über meinem Zimmer nicht allzu dicht ist, räumte ich alle Sachen vom Boden auf wasserfeste erhöhte Orte. (später werden wir noch sehen, dass ich nicht alles weggeräumt hatte – der Titel kündigt es schon an).

Am Sonntag wollte mich Robert nicht aufwecken und so musste ich dann als ich zehn Sekunden, nachdem sie weggefahren aufstand, mit dem Bus, auf den ich eine halbe Stunde wartete nach Limpio fahren, es regnete immer noch und neben der Straße war alles überflutet, auch ganze Wohnviertel standen unter Wasser. Ich war so mit fotographieren beschäftigt, dass ich vergaß auszusteigen, weshalb ich dann noch mal mit einem Bus einen Kilometer zurückfahren musste, weil ich bei dem Nieselregen (es hatte sich schon ein bisschen gelichtet) nicht laufen wollte…

Als ich endlich zur Kirche kam, waren dort nur eine Hand voll Leute, die statt Gottesdienst einfach beteten. Ich setzte mich dazu und ein wenig später waren wir schon fertig… Hatte sich nicht so wirklich gelohnt. 🙁 , aber es war auch ein Abenteuer 🙂 .

Nachmittags brachten wir einem alten Nachbarn Essen, der in einem verlassenen Haus wohnt und der momentan irgendein Geschwür am Fuß hat, weswegen er nicht so gut laufen kann. Die Hütte war nochmal eine neue Klasse in niedriger Lebensqualität…

Nachts regnete es nicht mehr, aber das Wasser stand noch in meinem Zimmer, da ich mir bei Steinfließen nicht die Mühe gemacht habe es wegzuwischen, es ist warm genug, dass es verdunsten wird…

Heute morgen bemerkte ich dann, dass mein Pass die ganze Zeit noch unter dem Bett gelegen hatte, wenigstens nicht in einer allzu tiefen Pfütze, er trocknet noch, aber ich bin zuversichtlich, dass er bis ich das nächste Mal ausreise trocken ist.

Wasserfleck statt Wassersiegel

Petition unterzeichnen!

In letzter Zeit habe ich mich in der Blogospähre ein wenig über die Quasi-Zensur, die durch die Gesetzesänderung des Telemediengesetzes vom 22.4.09 möglich ist, informiert.

Unter dem Vorwand des Sperrens von Kinderpornoseiten wollen Frau Ursula von der Leyen (bei Bloggern liebevoll Zensursula genannt) und der übliche Verdächtige Herr Schäuble Internetseiten vom BKA indizieren und sperren lassen, wobei zum einen die Kriterien im Gesetzestext klar definiert werden, zum zweiten ist es schwachsinnig eine Seite mit offensichtlich kriminellem Inhalt zu sperren, statt sie zu löschen. Kinderpornographische Inhalte sind in Deutschland und JEDEM ANDEREN LAND DER WELT verboten, Deutschland steht auf vierter (!!!) Stelle auf der Liste der Länder, in denen die meisten Server mit kinderpronographischen Inhalten stehen, wie soll also bitte das Sperren einer Seite, die danach mit einfachsten Mitteln immer noch zugänglich ist besser helfen als das konsequente Löschen und rechtliche Verfolgung der Betreiber?!

Neben unzähligen anderen Aktionen gibt es auch eine Petition beim Deutschen Bundestag, die man hier unterzeichnen kann.

Hier der Text der Petition für alle, die (noch) zu faul sind den Link zu betätigen:
Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die „Sperrlisten“ weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Die ersten Postkarten sind dort!

Soeben erreicht mich die Kunde, dass die ersten sechs Motivkartone die Reise über den großen Teich überlebt haben und bei ihren Empfängern angekommen sind… Damit sind zwar noch keine 10% der Karten dort wo sie hinsollen, aber sie sind ja auch erst zweieinhalb Wochen unterwegs…

Ich bitte erneut darum die Ankuft einer Karte hier zu kommentieren!

metalinguistische Reflexionen – übersprachliche Betrachtungen

Eine Sache, die mich an der Schule besonders aufregt, ist, sind Definitionen und der ständige Gebrauch von einsprachigen Wörterbüchern. Den größten Teil des tatsächlichen Unterrichts schreiben wir einfachste Erklärungen von Begriffen ab und  bei jedem Text benutzen meine Klassenkameraden Wörterbücher, um die komplizierteren Begriffe zu verstehen. Das hört sich jetzt sehr arrogant an: Ben regt es auf, dass andere nicht alles sofort verstehen. Aber so meine ich das gar nicht.

Meine Kritik bezieht sich auf zwei Punkte. Erstens finde ich die Schule müsste Kindern beibringen einen Text zu verstehen, auch wenn man nicht alle Wörter kennt und diese aus dem Zusammenhang erschließen. Zweitens hatte ich an die Abschlussklasse irgendwie höhere Erwartungen.

Als ich weiter über das Problem nachdachte stellte ich eine weitere Schwierigkeit fest:

Spanisch ist eine romanische Sprache und daher sehr vom Latein geprägt. Als Lateinschüler merke ich dies und es hilft mir enorm beim Verstehen von Texten; dazu kommt noch, dass die Fachbegriffe diesselben wie im Deutschen sind, nur mit spanischen Endungen. Sie kommen aus Latein, Griechisch (und Hebräisch), den klassischen Sprachen des Abendlandes.

Die Alltagssprache jedoch ist weniger romanisch und hat viele iberische Wörter, hier in Paraguay auch noch Guaranieinflüsse.

Außerdem hat ihnen niemand gezeigt Wortteile, die eine immer gleichbleibende Bedeutung haben zu erkennen und sich daraus den Sinn eines Wortes zu erschließen.

Der wichtigste Punkt allerdings ist, dass es im Deutschen zu fast jedem (klassischen) Fremdwort ein „deutsches“ Synomyn gibt, das an sich den Begriff schon erklärt. So zum Beispiel Präsenz-Gegenwart, realisieren-verwirklichen, Ministerium-Dienst, Moment-Augenblick (in Ordnung, da hat sich die Bedeutung leider ein wenig verändert), Quantität-Menge, Qualität-Güte, die Liste kann man ewig weiterführen.

Dieses umfangreiche Vokabular-Wortschatz an Synomymen-Zwillingswörtern haben wir den Sprachgesellschaften zu verdanken, die während der Aufklärung überall gegründet wurden, zu verdanken. Diese machten es sich zur Aufgabe, die teutsche (wie man es damals noch nannte) Sprache vor allem von lateinischen, griechischen und französischen Begriffen zu reinigen, wobei sie es manchmal ein wenig übertrieben, beziehungsweise keine guten neuen Wörter fanden: Tageleuchter für Fenster, Jungfernzwinger für Nonnenkloster, Zitterweh für Fieber, Löschhorn für Nase, Meuchelpuffer für Pistole. Meistens übersetzten sie das Wort aber einfach nur ins Deutsche

Manchmal haben die Fremdwörter aber auch eine andere Konnotation-Beiklang, wie zum Beispiel in Kollaborateur und Mitarbeiter

So viel zur Vergangenheit. Heutzutage haben wir dank Internet(-Zwischennetz?), Rock-(Fels?) und Rap- (Vergewaltigung??!!)Musik viele Anglizismen wie cool, und Homepage, die wir alle benutzen.

Ist auch nicht schlimm, bloß was wird aus unserer Muttersprache?

Dazu kommt noch eine viel bedenklichere Sache: Große Zeitungen, wie die ZEIT und Süddeutsche nennen in ihrer Netzausgabe die Übersetzung des Begriffes Homepage in Heimatseite beim Netzauftritt der NPD „krampfhaft“ (ich finde den Artikel leider nicht mehr – habe also keinen Beleg dafür, kann mich aber genau dran erinnern). Bin ich jetzt ein Nazi, weil ich die deutsche Sprache erhalten will?!

Nein, bin ich nicht. Erstens lege ich Wert auf deutsche Sprache, nicht auf Nationalstaat, oder Ariertum, was weder die aktuellen Skinheads – dann müssten sie sich nämlich Hautköpfe nennen -, noch ihr großes Vorbild Adolf tun. Dieser wurde nämlich vom Allgemeinen Deutschen Sprachverein (ansonsten leider große Verehrer des Deutschtums) wegen seinem exzessiven-ausschweifenden Gebrauch von Fremdwörtern kritisiert-gerügt, worauf dieser sie durch einen Erlass quasi-sozusagen verbot.

Also was haben wir gelernt? Fremdwörter sind gut, wenn man will, dass einen niemand versteht, aber manchmal sollte man auch verständliche Wörter benutzen, damit wir unsere Zeit nicht mit Definitionen abschreiben verschwenden.

Ein Schuss in den virtuellen Ofen

Durch einen Freund habe ich gerade einen Artikel in der Onlineausgabe der ZEIT gefunden zu einer Parodie des Netzauftrittes des Bundesinnenministeriums.

Kurze Zusammenfassung: Ein Blogger hatte die Seite des Bundesinnenministeriums (BMI) parodiert, was aber gar nicht so bekannt wurde. DANN hat das Ministerium sie entdeckt und auf Bitte des Bundesverwaltungsamtes (BVA) sperrte der Provider (das ist die Firma, der der Server auf der die Seite ist) die Seite, wozu er NICHT gezwungen war!!! Kommentar des Schöpfers (der Seite) dazu: „(Es ist verwunderlich, dass) es Sperrlisten und neue Gesetze braucht, um unbestreitbar schwerstkriminelle Inhalte unzugänglich zu machen, wenn es ein paar Minuten dauert, harmlose Satireseiten mit wenigen Klicks am Tag vom Netz zu nehmen“… Da kann ich nur zustimmen…

Inzwischen hat er die Seite umgebaut und hat auf die Verwendung hoheitlicher Symbole verzichtet, was der angebliche Grund für die Sperrung war.

Durch die ganze Geschichte ist die Parodie viel bekannter geworden als vorher, wozu ich hiermit auch meinen kleinen Beitrag leiste…

Habe die Seite und seinen Blog verlinkt; in diesem Artikel und auch permanent an der Seitenleiste. Manche Artikel sind SEHR böse… aber an sich mag ich die Seite.

Der Kampf gegen den Überwachungsstaat geht weiter!

Mit diesen pathetischen Worten beende ich diesen Artikel. Ach nein jetzt sind es ja diese Worte, die den Artikel beenden, Mist 😉 .

undankbare Sehnsucht

Noch genau ein Monat. Dann werde ich meine Schule in Paraguay verlassen; vier Tage später wird meine Schwester in Asunción ankommen und wir werden zusammen drei Wochen lang rumreisen und schließlich am Jugendgipfel und anschließend zur mennonitschen Weltkonferenz gehen… Eine Woche später fliege ich zurück nach Deutschland.

Ich zähle schon die Tage…

Aber eigentlich nicht bis zu meinem Flug, sondern bis zum 19.Juni. Der Tag, an dem ich endlich nicht mehr zur Schule gehen muss und kurz danach ein neues, wahrscheinlich sehr volles Kapitel in dieser Abenteuergeschichte aufgeschlagen wird, die seit längerem eher dahindümpelt.

Irgendwie schaffe ich es einfach nicht, der Schule etwas Positives abzugewinnen, außer, dass ich durch die spanischsprachige Umgebung mein Spanisch sehr verbessert habe und ich mich jetzt sogar wieder auf die deutsche Schule freue. – Gut, dass waren jetzt schon zwei starke Argumente, aber die bringen mir ziemlich wenig, wenn ich im „Unterricht“ sitze und mich zu Tode langweile, weil der Lehrer gar nicht da ist, oder in einer Ecke sitzt und uns weder Aufgaben gibt, noch irgendetwas erklärt und wenn ich dann in der Pause merke, dass ich keinen einzigen Freund in meiner Klasse habe und ich mit den beiden, mit denen ich mich noch am Besten verstehe, keine Gespräche führen kann, weil sie jedes Mal wenn ich irgendeine Frage stelle diese beantworten und es dann irgendwie nicht weiter geht.

Dazu kommt noch meine Erkenntnis, dass ich unfähig bin den guten Ratschlag einiger Leute umzusetzen, zu versuchen zu verstehen warum die Paraquayer (wenn ich diese Verallgemeinerung jetzt mal so benutzen darf) so sind, anstatt es zu beurteilen.

Letztens, als ich mal wieder solchen Gedanken nachhing kam mir die Idee, dass ich eigentlich ziemlich undankbar bin! Immerhin bringen meine Eltern große Opfer, damit ich hier sein kann und alles was ich mache ist mir zu wünschen, dass ich die Schule verlassen und ich wieder mehr mit Leuten, die ich kenne (z.B. meine Schwester, Wiensens) zu tun habe, auch wenn ich mir nicht unbedingt wünsche jetzt sofort wieder nach Deutschland zu kommen – weil ich ja noch ein wenig Tourismus betreiben will. Deswegen habe ich den Artikel auch nicht „undankbares Heimweh“ genannt..

Ich bin aber doch hierher gekommen, um die Sprache und Kultur kennen zu lernen… Und jetzt stelle ich fest, dass ich die Sprache immer noch nicht so gut beherrsche, wie ich gerne wollte und die Kultur, der ich in der Schule begegne, nicht aushalte…

Leider bringt mir diese Erleuchtung so rein gar nichts außer Wut und Enttäuschung über mich selbst, weil mein Gehirn anscheinend doch nicht die Kraft hat meine Gefühle mit Argumenten zu besiegen…

Sintflut stoppt paramilitärische Übungen

Nachdem ich mich gestern schon mit dem Gedanken angefreundet hatte, heute auf der Hauptstraße Limpios zu Ehren der Unabhängigkeit Paraguays zu marschieren, die zwar ohne Blutvergießen erfolgte, aber durch eine militärische Drohung durchgesetzt wurde, setzte der starke Regen dem geplanten Marsch doch einen Riegel vor und der Tag wurde stattdessen zu einem Segen für die Erde und die Leute, die jetzt nicht mehr so unter der Hitze leiden…

In wenigen Minuten werden wir in den Chaco aufbrechen, wo wir bei der Marcación (Brandmarkung) der Rinder auf der Estancia von Roberts Eltern helfen werden… Für mich als Vegetarier auf kultureller Auszeit eine Probe, wie sehr mein Wille zu kultureller Anpassung mich tragen wird…

Ach ja, jetzt regnet es gar nicht mehr, falls ihr euch Sorgen macht, dass wir untergehen würden 😛