Außerhalb des Kleiderschranks

In meinen Gesprächen mit alten Freunden und wenn ich zu all den alten Orten gehe fühle ich mich, als sei hier keine Zeit vergangen. Viele meiner früheren Klassenkameraden studieren jetzt, oder arbeiten, und doch mir kommt es so vor als hätten sie sich nicht verändert.

 

Ich bin aus Narnia durch den Wandschrank wieder in die echte Welt getreten und während dort ein Jahr verging, ich zahllose Abenteuer erlebte und in der Zeit gealtert bin, sind hier nur ein paar Augenblicke vergangen. Die Erinnerungen bleiben bei mir, aber wie Lucy, die in Narnia zur Frau wurde, bin ich hier doch nur ein Kind und falle sofort in alte Verhaltensmuster zurück, weil die Menschen um mich herum sich exakt wie früher verhalten.

Wenn Palästina mein Narnia war und hier alles gleich geblieben ist, waren meine Erfahrungen überhaupt wirklich? Wenn ich von dem erzähle, was ich gesehen und getan habe, habe ich das Gefühl, dass die Leute zögern mir zu glauben. Sie vertrauen mir, aber meine Worte scheinen einfach zu unglaublich. Wird meine Geschichte dadurch nicht in gewisser Weise zum Märchen? Ist das nicht das, was ein Märchen zum Märchen macht? Geschichten, die wir nicht wagen, zu glauben? Wir würden es nicht aushalten, in einer Welt zu leben, in der es Hexen gibt und sprechende Wölfe, die unsere Großmütter fressen. Aber es gibt Eltern in unserer Welt, die ihre Kinder in den Wald schicken und hoffen, dass sie niemals wieder kommen, sei es, weil sie sie nicht versorgen können, oder weil sie die Liebe für sie nicht aufbringen können.

Und ist es nicht schlimmer in einer Welt zu leben, in der es zwar keine Hexen gibt, dafür aber immer noch Apartheid, Atombomben und Bulldozer, die Häuser zerstören?

Vielleicht fragen mich die Menschen deshalb nicht, und vielleicht will ich deshalb nicht erzählen, wenn sie fragen. Frag nichts und erzähl nicht. Don’t ask, don’t tell. Was in der US-Armee funktioniert hat, funktioniert auch für mich. Ich möchte deine Feier nicht zerstören, wenn ich dir von all den schrecklichen Dingen erzähle, die ich gesehen habe. Und noch weniger möchte ich sehen, wie du weiter lächelst, wenn ich dir davon erzähle.

stillos


Die FAZ hat es bestätigt und so kann ich nun eindeutig sagen, ich schreibe wie der große Psychoanalytiker, Sigmund Freud. Ich habe sogar ein Zertifikat erhalten: seht her und seid stumm geschlagen, von dessen Tabu.

Doch die Psychologie ist mittlerweile sehr empirisch geworden, daher  werde ich besser noch einen Text analysieren lassen. Heraus kommt:

Häh? Wer? Erstmal auf Wikipedia nachlesen… Aha. Die meistverkaufteste deutsche Literatin der Gegenwart, schreibt über moderne Frauen. Noch nie von ihr gehört… Vielleicht liefert ein weiterer Text eine eindeutigere Antwort.

Hab ich schon mal gehört. Ich bin beeindruckt von meinem eigenen Schreibtalent, nur große Schriftsteller werden mit mir verglichen..

Aber letztendlich behaupte ich, mein Schreibstil ähnelt am ehesten dem von

Wozu öffentliche Bibliotheken führen können

Robs hat einen neuen Artikel geschrieben, eine Anekdote aus der Gemeinde über Autonomie und einfaches Leben, und über ein Buch, das in ihrer Gemeindebibliothek vorhanden sein wird. Er schreibt auch, dass ihn dieser Blogeintrag über Andrew Carnegie“ nochmal bestätigt hat in der Idee die Gemeindebibliothek zu gründen.

Mal nachsehen, vom wem „dieser Blogeintragist. Ah, Kerstin, von ihr habe ich schon länger nichts mehr gelesen, schön was schreibt sie denn so über Andrew Carnegie, den zweitreichsten Mann der Welt, nach John Rockefeller?

„Vor fast 200 Jahren tat sich ein Weber in Schottland mit einigen anderen Männern zusammen. Sie stellten die fünf (!!!) Bücher, die sie besaßen, der Allgemeinheit zur Verfügung, eröffneten eine Leihbibliothek. Als dampfbetriebene Webstühle aufkamen und die Handweber mit der Konkurrenz nicht mithalten konnten, verarmte die Familie und wanderte nach Amerika aus.
Sein Sohn Andrew
[Carnegie] profitierte davon, dass ein reicher Bürger Philadelphias, seine private Bibliothek für interessierte Arbeiterjungs öffnete – man konnte sich jede Woche ein Buch ausleihen. Andrew bildete sich so gut er konnte und er hatte die Fähigkeit, Trends zu erkennen“

Da hat Robert also die Bestätigung für die Gemeindebibliothek her. Schön, dass Andrew trotz dem wirtschaftlichen Ruin seiner Eltern durch die industrielle Revolution eine zweite Chance bekommen hat. Hoffentlich behält er in Erinnerung was er erfahren und nutzt seine Fähigkeit, Trends zu erkennen“ dazu, den beginnenden Großkapitalismus zu erkennen und etwas für die zu tun, die ein ebenso hartes, oder härteres Schicksal hatten wie er.

Ich lese weiter:

„In seinem Essay “The Gospel of Wealth” schrieb er einige seiner Überzeugungen nieder. Für ihn war der Glaube an den Fortschritt und die Weiterentwicklung der Menschheit Antrieb und Motivation. Er war überzeugt davon, dass begabte Menschen den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt der Menschheit entscheidend voranbringen würden. Dass sie in dem Prozess auch reich würden, war für ihn selbstverständlich.“

Da Carnegie sich nicht als Christ bezeichnete, werde ich nicht auf den seltsamen Begriff des „Evangelium des Reichtums“ und den Widerspruch zum Evangelium Christi eingehen. Das könnt ihr selber tun, ich empfehle Matthäus 19,24.

Begabte Menschen bringen die Menschheit technisch und wirtschaftlich in der Tat weiter. Aber auf diesen Fortschritt kommt es doch gar nicht an. Es kommt darauf an, dass wir wissen, was wir mit den neuen Techniken anfangen sollen, ob diese uns hilft bessere Menschen zu sein. Gleiches gilt für die Wirtschaft.

Aber das tun sie beide gerade nicht, Technik macht uns abhängiger von der Wirtschaft, weil wir nicht länger wissen, wie wir ohne die Technik, die auf komplizierter Arbeitsteilung aufgebaut ist, leben sollen und die Wirtschaft redet uns ein, wir müssten immer mehr Technik kaufen. Um diese Technik herzustellen wird ein Großteil der Hersteller (der echten Hersteller!) ausgebeutet, muss in unwürdigen und giftigen Bedingung arbeiten, stirbt in Folge dessen früher und ihre Kinder haben keine Bildung – außer natürlich wenn wie bei dem jungen Carnegie ein netter reicher Mann die Bibliothek öffnet.

Das man reich wird, wenn man die Arbeitskraft derer ausnutzt, die ungebildet sind, deshalb keine andere Arbeit finden können und ihnen dann weniger zahlt, als das, was sie produzieren, wert ist, ist irgendwie selbstverständlich.“ .

Aber, „Er hielt es für eine Schande, wenn ein Mensch reich sterben würde.“

Mist, da hat er jetzt das ganze Geld, wohin nur damit? Der Artikel verrät uns wie Carnegie darüber dachte:

„- Geld zu vererben betrachtete er als Gefahr für den Charakter der Erben, die möglicherweise nicht gut mit dem Reichtum umgehen würden.
– Geld zu verteilen hielt er für unsinnig, da seiner Meinung nach viele Menschen es nur für Konsum, nicht jedoch für persönliche Weiterentwicklung verwenden würden. Nachvollziehbar. Als ich im Flugzeug über die Spenden las, sagte mein Sitznachbar: “Die sollten mir was von dem Geld geben.” Auf meine Frage, was er denn mit dem Geld tun würde, antwortete er “Going to the beach and party…and have some drinks.” Aha.
– Geld dem Staat zu vererben hielt er für unsinnig, da damit nicht sichergestellt wäre, dass das Vermögen auf eine gute Art und Weise und im Sinn des Spenders verwendet würde.
Damit blieb für ihn nur die Option
– Geld während der eigenen Lebenszeit in Projekte und Dinge zu investieren, die dem Wohl und dem Fortschritt der Menschheit dienen.
Andrew Carnegie, lebte gemäß seiner eigenen Überzeugungen. Für ihn war der Zugang zu Bildung sehr wichtig und so finanzierte er unter anderem den Bau und die Ausstattung von mehr als Tausend Bibliotheken. Auch die Carnegie Hall in New York wurde von ihm finanziert. Insgesamt spendete er zu seinen Lebzeiten mehr als 90 % seines enormen Vermögens für Bildung und andere soziale Zwecke.“

Ich muss Carnegie recht geben, die drei ersten Optionen sind Schwachsinn und würden wahrscheinlich großen Schaden anrichten, weil Menschen mit so viel Geld eben nichts anfangen können.

Und seine Lösung ist doch genial, der Mann finanziert nachhaltige Institutionen, die vielen Menschen geholfen haben.

Bleibt nur die Frage, wie vielen Menschen er auf dem Weg dorthin geschadet hat.

Wie viele sind wegen ihm verarmt und brauchten deshalb erst seine Hilfe?

Ich hoffe, dass die Gemeindebibliothek in Costa Azul keine Carnegies hervorbringt. Die Welt hat schon genug wohlmeinende Kapitalisten. Ich hoffe, dass die Gemeindebibliothek Aktivisten, Rechtsanwälte, Bauern, Pastoren und Politiker hervorbringt, die die Unterdrückung, die uns Technik und Wirtschaft gebracht haben beenden. In Paraguay, Südamerika und der ganzen Welt. Und wenn ich mir die Bücher ansehe, von denen ich weiß, dass sie dort stehen werden, bin ich guter Hoffnung.