Erste Gedanken aus Lesbos

Heute bin ich auf Lesbos angekommen.
Die nächsten drei Wochen arbeite ich dort im Mittelmeerprojekt der christlichen Friedensstifter Teams mit. Auf Lesbos kommen zur Zeit viele Menschen v.a. aus Syrien und Afghanistan an, die sich auf den Weg gemacht haben, weil dort Krieg herrscht und sie sich in Europa ein besseres Leben erhoffen.
Nach EU-Recht haben sie das Recht einen Asylantrag zu stellen, und haben kein Verbrechen begangen. Trotzdem werden sie in Lagern eingesperrt und wie Kriminelle behandelt.
Das „Willkommenszentrum“ in Moria koennen wir nicht einfach so betreten, aber die Geschichten, die wir von dort hoeren sind schrecklich.
Aber es geht auch anders. Unser Team arbeitet mit der griechischen NGO „Village of all Together“ (Das Dorf aller gemeinsam) zusammen, die in einem verlassenen Freizeitheim ein offenes WIllkommenszentrum gegruendet haben, das seinen Namen auch verdient.
Heute abend gehen wir dort hin, danach kann ich mehr erzaehlen.

Das CPT-Team ist aus mehreren europäischen Treffen von CPTerInnen und SympathisantInnen und dem dem Wunsch heraus entstanden, CPT nicht nur in Europa bekannter zu machen, sondern auch in den Konflikten in Europa lokale FriedensstifterInnen zu begleiten und für eine Welt, in der alle willkommen sind, zu arbeiten.
Im Fruehjahr gab es zwei erkundende Reisen und schliesslich begann im Juli unsere Praesenz hier, die mit wechselnder Besetzung noch bis Mitte Oktober andauert.

Ich werde die Zeit ueber hier und auf http://cptmediterranean.wordpress.com/ (englisch).
Ueber unsere Arbeit hier, einzelne Aspekte des Migrationsregimes so weit ich sie hier kennenlerne, aber auch ein paar schoene Bilder – immerhin ist die Insel Lesbos UNESCO Weltnaturerbe.

Schon komisch: Manche fliegen hierher um Urlaub zu machen und andere fliehen hierher vor Krieg und Terror. Aber weil sie nicht den richtigen Pass haben, koennen sie nicht einfach fliegen und muessen in seeuntauglichen Booten kommen.
Nicht alle schaffen es und die, die es schaffen werden nicht in schoenen Hotels versorgt, sondern kommen in Lager und sollen so schnell wie moeglich zurueck oder wenigstens weiter..
Zwei Arten von Gaesten, zwei Arten des Umgangs.

Schaut ab und zu hier vorbei, ich versuche regelmaessig zu schreiben, weil sich die Eindruecke ja auch schnell zum Alltag entwickeln.

Ihr koennt unsere Arbeit durch eure Gebete unterstuetzen und durch Spenden an das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee:
http://www.dmfk.de/spenden.html

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