Komposttoiletten

„Die Briten brachten noch eine neue Erfindung – die Spültoilette. Sie behaupten, sie sei fortschrittlich, in Wirklichkeit ist sie ein Disaster. Besonders an einem Ort wie Palästina, stiehlt uns die Spültoilette unser Wasser, unsere Erde und unser Geld.“ Munir Fasheh

In einem deutschen Haushalt ist die Toilette verantwortlich für den meisten Wasserverbrauch. Und sie spült mit Trinkwasser.

Toiletten mit Wasserspülung sind auch in Palästina üblich, obwohl es jedes Jahr im Sommer wochenlang kein fließendes Wasser gibt, weil Israel den Hahn zu dreht. Das Geruch in dieser Zeit kann man sich vorstellen. Dazu kommt, dass es kein Abwassersystem gibt, das Dreckwasser läuft einfach in die Täler und vergiftet dort Bäume und die kleinen Bäche, die noch fließen. Hier auf dem Zelt der Völker sind wir noch abgeschnittener, da wir außer dem gesammelten Regenwasser gar kein Wasser haben.

Es ist also offensichtlich, dass es eine Alternative braucht.

Deshalb haben wir hier Komposttoiletten. Sie sind sind aus Sperrholz, Glasflaschen und selbstgemachten Erdziegeln gebaut.

Diese funktionieren wie ein Plumpsklo, bloß macht man in eine Mülltonne, die unter dem Toilettensitz ist und jede Woche geleert wird. Nachdem man sein Geschäft erledigt hat, schüttet man noch ein paar Blätter, Asche, oder Sägespäne hinterher, die Feuchtigkeit aufsaugen und als zusätzliche organische Masse den Kompostierungsprozess verbessern.

Für den Kompost haben wir ein Dreikammernsystem, in das wir die Mülltonnen entleeren. Erst wird die erste Kammer voll, dann die zweite und dann die dritte. Bis die dritte voll ist, ist in der ersten Kammer nur noch wohlriechender, schwarzer Humus, den wir um die Bäume schütten können.

Mit dieser Technik verbrauchen wir außer zum Ausspülen der Tonne nach dem Leeren keinerlei Wasser, und generieren wertvollen, organischen Dünger.

Wie meine Freunding Sarah sagt: „Die Person, die als erstes vorschlug, in sauberes Wasser zu kacken, war offensichtlich verrückt.“

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