Licht im Dunkel

Jedes Mal, wenn sich meine Abneigung gegen die Schule in neue Höhen steigert und ich entgegen meinen Grundsätzen anfange Menschen statt der Institution zu verachten, passiert irgendetwas, dass mich daran erinnert, dass sie nicht abgrundtief böse sind und es gut meinen – auch wenn das manchmal das Gegenteil von „gut sein“ ist…

So zum Beispiel gestern, als ich höchst frustriert die (deutsche) Schulleiterin traf. Ich war fertig, weil wir im Ununterricht (das ist kein Tippfehler) wieder mal nur rumsaßen in Anwesenheit der Fachlehrerin! Das war aber eigentlich sogar eine Steigerung der Unterrichtsqualität; vorher hatten wir wegen Stromausfall kein Spanisch, weil die Lehrerin ja nicht ohne Licht unterrichten konnte.

Das man hätte die Vorhänge wegschieben können, oder wie andere Klassen draußen unterrichten könnte, fiel ihr irgendwie nicht ein…

Aber zurück zu meiner Begegnung mit der Schulleiterin.

Ich traf also die Schulleiterin und sie fragte mich (auf Deutsch) wie es mir ginge und, dass es ja nicht mehr lange wäre, bis ich die Schule verlasse und ob ich mich darauf freue. Da sie mir so viele Fragen auf einmal stellte, konnte ich ohne das Colegio zu verurteilen sagen, ich freue mich darauf mit meiner Schwester zu reisen. Und dann sagte sie etwas, was mich komplett umhaute. Sie bat mich, ihr eine Bewertung der Schule zu schreiben.

Das wollte ich die ganze Zeit schon machen!!! Ich habe während den Stunden der Langeweile mich selbst gemartet, indem ich mir vorstellte, wie ich alles besser machen könnte, dass es aber niemanden interessiere!

Gut, wir werden ja sehen, wie viel man wirklich besser machen kann. Ich weiß leider nicht, inwieweit Dinge vom Ministerium festgelegt sind und wieviel Macht die Schule hat.

Aber trotzdem sehe ich es als große Möglichkeit, vor allem, weil ich oft das Gefühl hatte, dass die Schulleitung nicht wirklich weiß, wie der Schulalltag eigentlich aussieht: Rumsitzen und nichts tun.

Werktitel: Kritik der reinen Langeweile. Wird aber höchstwahrscheinlich noch geändert, um die Leserschaft nicht vor den Kopf zu stoßen. 😛

Ich bin auf jeden Fall dankbar für dieses Gespräch und dafür, dass die Directora mich so auf überrascht hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*