Kritik der reinen Langeweile

Heute ging ich ein letztes Mal zu dem Ort, an dem ich in den letzten Monaten, die meiste meiner wachen – und ein wenig schlafende – Zeit verbracht habe: Centro Educativo Ñandejara.

Ich wollte einen Beweis für die dort verschwendete verbrachte Zeit in Form eines Dokumentes mit Unterschrift, Stempeln und wer weiß wenn ich Glück hätte auch wächsernen Siegeln.

Leider war sie noch damit beschäftigt, als ich kam, und so konnte ich ihr nur mein Abschiedsgeschenk geben: Die Kritik der reinen Langeweile. Lächelnd nahm sie diese entgegen und ich erklärte ihr die Anspielung auf Kant, um nicht von vornherein die Gunst zu verlieren.

Wir unterhielten uns dann noch ein bisschen über die Probleme an der Schule, was ich hier gelernt habe, meine Haare, und einen Streit, der in meiner Ex-Klasse tobt.

Meinen Beweis bekam ich aber nicht und so muss ich in der nächsten Zeit dann nochmal kommen, um das Kapitel Ñandejara zu schließen.

Gebt mir die Zeit zurück!

Heute hat mir meine Schule sechs Stunden Lebenszeit geraubt.

Die ersten drei Schulstunden kam die Fachlehrerin nicht. Dann hatten wir eine Stunde Reliunterricht, was aus zwei Versen und einem Monolog über selbige bestand. Danach eine Stunde Bibliothek, was ein Synomym für „Wir wissen nicht, wie wir euch beschäfigen sollen, aber ihr müsst trotzdem in der Schule sein“ ist und schließlich drei Stunden Physik/Chemie, die so genutzt wurden, dass alle Hefte eingesammelt wurden und die Lehrerin sie alle begutachtete und unterschrieb – 120 Minuten lang!

Ich versuchte Gespräche zu führen, aber es gelang nicht. Ich wollte die Sekunden zählen, die vergingen, aber bei 124 gab ich auf. Ich versuchte es zu genießen, da ich mich lange nicht mehr so sehr langweilen werde können, aber ich konnte dem nichts Positives abgewinnen. Schlafen konnte ich nicht, weil es zu laut war und wachen wollte ich nicht, weil ich dann die schreckliche Wirklichkeit betrachten müsste:

Ich war der einzige Nichtfatalist im Raum und verzweifelte an meinem Schicksal.

Dummheit und Bosheit

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.“ – Dietrich Bonhoeffer.

Da hat er Recht, der Dieter. Ich hoffe meinen Feind, den Lehrer, von dem ihr schon so viel gehört habt, weiter zu lieben, auch wenn er dumm, wie Bohnenstroh ist und aufgrund eben dieser Dummheit noch nicht mal merkt, wieviel Schaden er anrichtet.

Der ganze Text findet sich hier. Ich muss Bonhöffer aber natürlich bei der Stelle,

… es (das Böse) läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern …

widersprechen. Den Gewalt ist ebenso nur das Mittel des Bösen, der es erkennt und dennoch tut, oder des Dummen, der es nicht erkennt, dass Gewalt böse ist.

Seit wann sind grüne Affen gute Nachrichten?!

noch dazu, wenn diese die Genverstümmelung die ihnen angetan wurde auch noch weitervererben?!

Die Zeit berichtet halbwegs neutral über die Veröffentlichung einer Arbeit japanischer Forscher, die erstmals Affengene so manipuliert haben, dass diese die Veränderung (in diesem Falle, dass sie unter UV-Belichtung grün leuchten), die ihnen angetan wurde, an ihre Nachkommen weiterverben!

Das „könnte die Erforschung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer revolutionieren“. Na toll! (Danke an die Zeit, für das „könnte“)

Wer könnte schon etwas dagegen haben, das Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer weiter erforscht werden und man vielleicht eine Heilung findet?!

Aber, dass es möglicherweise falsch ist eine unvorhersehbare Manipulation des Erbgutes jetzt auch noch für die Zukunft weiterzuverben, darüber haben die Forscher wohl nicht allzu viele Gedanken verschwendet!

Die ganze Gentechnikdiskussion kann auf keine Langzeitversuche verweisen, also können wir die Chancen eines solchen Versuches gar nicht absehen. Dasselbe gilt für Genmais auf Felder zu pflanzen.

Mal ganz abgesehen von dem christlichen Standpunkt einer guten Schöpfung des Schöpfers, die der Mensch als Geschöpf nicht verbessern kann.

metalinguistische Reflexionen – übersprachliche Betrachtungen

Eine Sache, die mich an der Schule besonders aufregt, ist, sind Definitionen und der ständige Gebrauch von einsprachigen Wörterbüchern. Den größten Teil des tatsächlichen Unterrichts schreiben wir einfachste Erklärungen von Begriffen ab und  bei jedem Text benutzen meine Klassenkameraden Wörterbücher, um die komplizierteren Begriffe zu verstehen. Das hört sich jetzt sehr arrogant an: Ben regt es auf, dass andere nicht alles sofort verstehen. Aber so meine ich das gar nicht.

Meine Kritik bezieht sich auf zwei Punkte. Erstens finde ich die Schule müsste Kindern beibringen einen Text zu verstehen, auch wenn man nicht alle Wörter kennt und diese aus dem Zusammenhang erschließen. Zweitens hatte ich an die Abschlussklasse irgendwie höhere Erwartungen.

Als ich weiter über das Problem nachdachte stellte ich eine weitere Schwierigkeit fest:

Spanisch ist eine romanische Sprache und daher sehr vom Latein geprägt. Als Lateinschüler merke ich dies und es hilft mir enorm beim Verstehen von Texten; dazu kommt noch, dass die Fachbegriffe diesselben wie im Deutschen sind, nur mit spanischen Endungen. Sie kommen aus Latein, Griechisch (und Hebräisch), den klassischen Sprachen des Abendlandes.

Die Alltagssprache jedoch ist weniger romanisch und hat viele iberische Wörter, hier in Paraguay auch noch Guaranieinflüsse.

Außerdem hat ihnen niemand gezeigt Wortteile, die eine immer gleichbleibende Bedeutung haben zu erkennen und sich daraus den Sinn eines Wortes zu erschließen.

Der wichtigste Punkt allerdings ist, dass es im Deutschen zu fast jedem (klassischen) Fremdwort ein „deutsches“ Synomyn gibt, das an sich den Begriff schon erklärt. So zum Beispiel Präsenz-Gegenwart, realisieren-verwirklichen, Ministerium-Dienst, Moment-Augenblick (in Ordnung, da hat sich die Bedeutung leider ein wenig verändert), Quantität-Menge, Qualität-Güte, die Liste kann man ewig weiterführen.

Dieses umfangreiche Vokabular-Wortschatz an Synomymen-Zwillingswörtern haben wir den Sprachgesellschaften zu verdanken, die während der Aufklärung überall gegründet wurden, zu verdanken. Diese machten es sich zur Aufgabe, die teutsche (wie man es damals noch nannte) Sprache vor allem von lateinischen, griechischen und französischen Begriffen zu reinigen, wobei sie es manchmal ein wenig übertrieben, beziehungsweise keine guten neuen Wörter fanden: Tageleuchter für Fenster, Jungfernzwinger für Nonnenkloster, Zitterweh für Fieber, Löschhorn für Nase, Meuchelpuffer für Pistole. Meistens übersetzten sie das Wort aber einfach nur ins Deutsche

Manchmal haben die Fremdwörter aber auch eine andere Konnotation-Beiklang, wie zum Beispiel in Kollaborateur und Mitarbeiter

So viel zur Vergangenheit. Heutzutage haben wir dank Internet(-Zwischennetz?), Rock-(Fels?) und Rap- (Vergewaltigung??!!)Musik viele Anglizismen wie cool, und Homepage, die wir alle benutzen.

Ist auch nicht schlimm, bloß was wird aus unserer Muttersprache?

Dazu kommt noch eine viel bedenklichere Sache: Große Zeitungen, wie die ZEIT und Süddeutsche nennen in ihrer Netzausgabe die Übersetzung des Begriffes Homepage in Heimatseite beim Netzauftritt der NPD „krampfhaft“ (ich finde den Artikel leider nicht mehr – habe also keinen Beleg dafür, kann mich aber genau dran erinnern). Bin ich jetzt ein Nazi, weil ich die deutsche Sprache erhalten will?!

Nein, bin ich nicht. Erstens lege ich Wert auf deutsche Sprache, nicht auf Nationalstaat, oder Ariertum, was weder die aktuellen Skinheads – dann müssten sie sich nämlich Hautköpfe nennen -, noch ihr großes Vorbild Adolf tun. Dieser wurde nämlich vom Allgemeinen Deutschen Sprachverein (ansonsten leider große Verehrer des Deutschtums) wegen seinem exzessiven-ausschweifenden Gebrauch von Fremdwörtern kritisiert-gerügt, worauf dieser sie durch einen Erlass quasi-sozusagen verbot.

Also was haben wir gelernt? Fremdwörter sind gut, wenn man will, dass einen niemand versteht, aber manchmal sollte man auch verständliche Wörter benutzen, damit wir unsere Zeit nicht mit Definitionen abschreiben verschwenden.

Wo ist das Mitleid geblieben?

Vielleicht bin ich einfach zu sensibel, vielleicht kann ich meine Werte nicht einfach auf andere übertragen und von ihnen erwarten so zu denken wie ich. Aber was ich heute erlebt habe, hat mich so schockiert, dass ich immer noch darüber nachdenken muss.

In der Schule zeigte mir ein Klassenkamerad auf seinem Handy zwei Filme: Beim ersten handelt sich um eine Kastration eines Mannes durch einen wütenden Mob, was ich zuerst gar nicht begriff, erst als der Cumpañero es mir erklärte. Mir war schon ziemlich schlecht, aber gleich danach kam ein Film, in dem zwei vermummte einem dritten den Hals aufschnitten, bei dem ich wegging, als ich bemerkte verstand, das das Blut war, was da aus ihm rauslief! Währenddessen sagte mir der andere was ich leider schon wusste, dass die Filme echt waren und traurigerweise nicht gestellt.

Wegging ist eigentlich eine Untertreibung, ich stürzte zum Fenster, weil ich frische Luft brauchte, um nicht zu kotzen. Der Klassenkamerad lachte sich fast kaputt. Als ich beruhigt hatte, fragte ich ihn, ob er es lustig finde, das der eine jetzt keinen Penis mehr hatte (dieser spezielle Klassenkamerad ergibt sich immer in den Beschreibungen des Geschlechtsverkehrs, den er mit seiner Exfreundin hatte) und der andere gar nicht mehr lebte. Aber er lachte einfach weiter!

Das zweite Video hatte ein Mädchen aus unserer Klasse mitangesehen und sie redete weiter auf ihn ein, als die Lehrerin kam. Diese fragte dann natürlich gleich über welche Filme wir redeten. Ich wollte nichts sagen, weil Handys in der Schule verboten sind, aber die Klassenkameradin erklärte, dass wir über Videos, in denen echte Menschen umgebracht werden sprachen – schlauerweise ohne zu erwähnen, dass wir diese gerade gesehen hatten. Die Lehrerin redete erstmal über irgendeinen Ort in Bolivien, wo reiche Leute ihre Sex- und Gewaltphantasien verwirklichen, was sich für mich ein bisschen wie direkt aus dem Film „Hostel“ übernommen anhörte, aber von irgendwo müssen die ja auch ihre Ideen kriegen.

Schließlich klärte sie der Junge selbst darüber auf, was eigentlich gemeint war – er wurde seltsamerweise weder für das Handy noch für den Besitz der Filme bestraft; aber die Lehrerin sah sich die Filme auch nicht an – und wir stiegen in die Diskussion über den eigentlichen Punkt der Sache ein: Warum amüsiert es jemanden zuzusehen wie Menschen gequält und getötet werden? Als ich die Frage ziemlich direkt an ihn stellte, sagte er es wäre gar nicht der Film gewesen über den er gelacht hatte, sondern meine Reaktion. Was im Film passiere brächte keine Reaktion, weder Freude noch Trauer, in ihm hervor. So was passiere halt. Doch diese Antwort wirft doch nur zwei neue Fragen auf: Warum hat er die Filme dann auf seinem Handy, wenn sie ihm gar nicht gefallen? und Warum findet er es lustig (vielleicht sogar lächerlich), dass jemand noch genug Mitleid hat, dass er von Hinrichtungen und Kastrationen angewidert ist?

Darauf bekam ich keine Antwort von ihm, nur die Standartantwort der Lehrerin, das die Leute durch das FERNSEHEN, die FILME, die MUSIK und vor allem die COMPUTERSPIELE so an Gewalt gewöhnt seien, dass sie es als normal ansehen würden und das auch genau wie in der Offenbarung sei, wo stehe, das eine Zeit kommen werde, wo das Schlechte von der Welt als Gut angesehen würde. Die übliche Masche unpolitischer Christen – die Welt ist so schlecht, aber wir machen nichts, weil es Gottes Wille ist, dass diese Welt untergeht. Wie mich das aufregt!

Ich bin zwar ziemlich überzeugt, dass das womit wir auseinandersetzen uns prägt aber auf der anderen Seite müsste ich nach dieser einfachen Erklärung diese Filme auch toll finden. Der Unterschied zwischen Horrorfilmen, Musik und Computerspielen (oder auch Pen&Paper Rollenspielen) auf der einen Seite und einem solchen Film oder auch den Nachrichten auf der anderen ist für mich nur eine Sache: das eine ist Phantasie, das andere die Realität.

Auch wenn ich in einem Computerspiel gegen Banditen kämpfe ist das was ganz anderes als echte Schmerzen und Leid zu sehen. Weswegen ich auch immer versuche die Bilder aus den Nachrichten oder das tägliche Leid der Leute an mich heranzulassen, aber es scheint, dass mein Klassenkamerad das nicht so sah.

Ich fragte ihn noch, ob er, wenn er den Mord an einem Freund sehen würde auch denken würde: „Ach ja das passiert halt“. War aber wohl zu zynisch, weil die ganze Klasse lachte und ich keine Antwort erhielt.

Nach der Stunde kamen vier Schüler zu ihm und schauten sich den Film an, über den „der Deutsche“ sich so aufgeregt hatte – was so ziemlich das Gegenteil von dem war, was ich erreichen wollte.

Ich hoffe immer noch, dass ich hier noch soviel erlebe, dass ich diese Bilder vergessen kann, oder vielleicht sollte ich sie niemals vergessen?!

Ich habe dies unter Kulturschock gepostet, aber wenn man sich vor Augen hält, dass es in Deutschland dieselben Problem gibt, ist es vielleicht eher ein Kulturschock mit der Welt.

Einige Betrachtungen, um die Zeit totzuschlagen (in pazifistischer Manier) I

Während ich gerade im sich endlos ausdehnenden Raum des Zwischennetzes viele kleine Himmelskörper, auch Seiten genannt, und da man sich von einem jeden solchen fast ohne Zeitverlust auf andere teleportieren kann – sollte man über die Fähigkeit verfügen sogenannte Tabs erzeugen zu können, kann dies sogar geschehen, ohne den Ursprungsort zu verlassen und somit das eigene Selbst aufzuspalten – parallel auf vielen Welten existieren kann, stelle ich fest, dass unzählige Leute sich ihren eigenen Planeten erschaffen haben, mithilfe von Gruppen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den zuvor Erwähnten ihren Wunsch zu erfüllen, ganz ähnlich den Bewohner von Magrathea (Hitchhiker’s Guide To The Galaxy – ihr Unwissenden!).
Viele dieser Wesen, die sich als Homo bloggus bezeichnen (vulgo: Blogger) verfügen über außerordentliche Schreibstile, erzählen Alltägliches neu und spannend (oder auch alltäglich und langweilig), erstatten Reiseberichte ähnlich dem meinen, die sie mit Metallicatiteln benennen, oder erfinden für ihre Namen neue Bedeutungen. Leider habe ich bis jetzt noch keinen gefunden, der längere Sätze schreibt als ich 😉 .

Nun frage ich mich schon seit einiger Zeit, genauer seit ich mir überlegte selbst einen solchen Planeten zu kolonisieren und ihn in all meiner Arroganz nach mir zu benennen, was anscheinend in der Gemeinschaft der elitäre Blogger Usus ist (dass damit die Rechte der indogenen Bytes fundamental verletzt werden, ist euch hoffentlich allen klar – Wahrscheinlich werde ich einen SorryDay in ferner Zukunft planen, bei der ich einen Eintrag darüber schreibe wie leid es mir tut, die Sache damit für erledigt ansehen und die Indobytes weiter in ihren Reservaten gespeichert lassen), woran eigentlich mein Interesse (und das der vielen Anderen) besteht mich in solch exhibitionistischer Art darzustellen (ihr habt euch das wahrscheinlich auch gefragt, spätestens bei dem Windelwechselnartikel).

Dazu ist zunächst zu sagen, dass ich bei weitem nicht ALLES Peinliche hier veröffentliche (zum Beispiel meine Schwierigkeiten, mich daran zu gewöhnen, dass man das Klopapier hier, aufgrund kleinerer Rohre, nicht mit den Fäkalien herunterspült, sondern in den Mülleimer schmeißt – was weniger stinkt als ich dachte – und meine daraus resultierenden MEHRFACHEN Griffe ins Klo, aus Angst eine Verstopfung zu verursachen. MIST! Jetzt habe ich es doch geschrieben) und, dass ich damit meinem Narzissmus genüge tue.
Dieses Geltungsbedürfnis erfasst anscheinend immer mehr Menschen, die ihre Gedanken aller Welt offenbaren, oder wenn sie über größere Weisheit als ich verfügen, nur einer relativ kleinen über eine Einladung verfügenden Minderheit.
Ich könnte nun weiter darüber nachdenken, WOHER dieses Geltungsbedürfnis kommt: aus mangelnden Selbstbewusstsein oder aus dem Überfluss daran? Liegt es in der Erziehung und hat nicht letzlich die Alphabetisierung des Pöbels dazu geführt, dass er Blogs schreibt? Aber blaues Blut führt nicht unbedingt zur Befähigung zum Schreiben, obwohl wir ja leider immer mehr zur Gesellschaft verkommen in der Bildung Reichtum und Reichtum Bildung bringt.
Aber eigentlich wollte ich ja jetzt aufhören zu schreiben, eine Schachpartie nachspielen und darüber nachdenken wie ich so ein exhibitionisitischer pseudo-intellektueller, Wörter-die-man-zusammen-oder-Sätze-die-man-getrennt-schreibt-mit-Bindestrichen-verbindender, Snob geworden bin 😀

Philosophie, oder die Frage nach dem Wieso

CowboyJoOhn‘s Kommentar „…hast du dir jemals die frage nach dem „wieso“ gestellt?…“, hat mich tief inspiriert, na ja nicht wirklich ich wollte vorher schon einen solchen Artikel schreiben und diese neue Rubrik eröffnen, aber zumindest hat er mich angeregt jetzt endlich diesen Artikel zu schreiben. Tatsächlich stelle ich mir die ganze Zeit diese Frage: „WIESO, schreibe ich diesen Artikel, wo ich doch eigentlich etwas sinnvolles tun wollte?“, oder „WIESO ist mein Blut anscheinend das Trendgetränk der Mosquitos in Paraguay?“ (siehe mein Artikel „Ich bin Blutspender!“), oder wie wäre es mit „WIESO fragt mich CowboyJoOhn, ob ich mir „ jemals die frage nach dem ‚wieso‘ gestellt“ habe, anstatt sie selbst zu stellen?“, all diese Fragen schwirren mir durch den Kopf und die Antworten darauf sind seltsamer als man zunächst denkt, denn das Fragepartikel „wieso“ stellt die Frage nach einem Grund, doch in einer – für uns Menschen – irrationalen Welt, wie der in der wir das Pech, bzw. Glück, je nach Situation, haben zu leben, kann man schwer dauerhaft von einem Grund in der Bedeutung eines rationalen Fundamentes (=Grund in der wörtlichen Bedeutung, wie in dem Satz „Es gibt keinen Grund außer dem der gelegt ist, welcherJesus Christus“ (1.Korinther 3,11, war Menno Simons Lieblingsspruch, glaube ich)), sondern höchstens von einer Ursache, deren Ursache es wieder zu suchen gilt, will man den „Grund“ finden.
(Das Wort „Ursache“ ist auch so ein Wort, es geht um die „Ur-sache“, also die erste Sache, also irgendwie doch ein Grund?)
Und was ist jetzt die erste „Ur-sache“, das Fundament, der Grund? Ich habe es in dem Zitat oben schon angedeutet, es ist Jesus Christus, sprich Gott. Als Schöpfer des Universums ist er Urheber und Ursache aller Wechselwirkungen welcher Natur auch immer. Die guten, wie die schlechten Dinge sind letzlich Effekte von Gottes Schöpfung und unseres freien Willens.
Das war jetzt vielleicht eine schnelle Überleitung und ich bin ein bisschen sehr ernst geworden, aber vielleicht antwortet mir ja jemand, oder ich kann noch ein bisschen nachdenken und mehr schreiben.