Bloß zwei Fälle von rassistisch motivierter Gewalt gegen Palästinenser an einem Tag

Kaum bin ich wieder zurück, passieren einige schlimme Dinge an den Orten, die ich regelmäßig passierte.

Am Freitag hat ein Mob jüdischer Jugendlicher in Westjerusalem drei palästinensische Jugendliche zusammengeschlagen. Hier die Worte einer Augenzeugin:

Es ist spät am Abend und ich kann nicht schlafen. Meine Augen sind seit einigen Stunden voller Tränen und mein Magen dreht sich während ich denke, dass wir die Menschlichkeit verloren haben, das Angesicht Gottes in der Menschheit, und ich kann diesen Verlust nicht akzeptieren. Aber heute habe ich mit meinen eigenen Augen eine Lynchung gesehen, auf dem Zionplatz, im Zentrum Jerusalems. Ich kam mit den anderen Leuten von „Elem“ (Einer NGO die mit Risikokindern arbeitet) zum Zionsplatz, wie wir es immer zu dieser Uhrzeit tun, und knapp eine halbe Stunde später hörte ich wie Leute riefen „Ein Jude ist eine gute Seele, und ein Araber ist ein Hurensohn.“ und dutzende (!!) Jugendliche auf drei arabische Jugendliche, die ruhig auf der Ben Yehuda Straße liefen,  zurannten und sie anfingen zu Tode zu prügeln.

Als einer der Palästinenser zu Boden fiel, prügelten die Jugendlichen weiter auf seinen Kopf ein, er verlor das Bewusstsein, seine Augen rollten, sein Kopf lag schräg und begann zu zucken, und dann flohen die, die ihn gekickt hatten und die anderen bildeten einen Kreis [um die Palästinenser], und einige schrien immer noch mit Hass in ihren Augen…

 

Als zwei unserer Freiwilligen in den Kreis gingen und versuchten, ihn wiederzubeleben, sagten die Jugendlichen aufgebracht, dass wir einen Araber wiederbeleben würden, und als sie in unsere Nähe kamen und sahen, dass die anderen Freiwilligen alle geschockt waren, fragten sie warum wir so geschockt wären, „Er ist ein Araber“.

 

Als wir später wieder an die Stelle zurückkamen, war sie als Mordschauplatz markiert, und die Polizei war vor Ort mit einem Cousin des Opfers, der versuchte das Vorgefallene nachzuspielen, es standen auch zwei Jugendliche da, die nicht verstanden, warum wir dem Cousin des Opfers eine Flasche Wasser geben wollte, „Er ist ein Araber, die müssen doch nicht hier im Stadtzentrum rumlaufen, und sie verdienen das, so werden sie endlich Angst vor uns haben.“

15-18 jährige Kinder bringen ein Kind ihres eigenen Alters mit ihren eigenen Händen um. Mit ihren eigenen Händen. Kinder, deren Herzen unbewegt waren, als sie einen Jungen ihres eigenen Alters erschlugen, der sich auf dem Boden krümmte. Das Bild steht mir noch vor den Augen und ich kann ihre Stimmen immer noch hören und das Gefühl der Hilflosigkeit spüren, und die Frage: Was ist mit uns geschehen und was geschieht mit unseren Kindern? Und das Wichtigste: Können wir es noch ändern und wie?

 

Der junge Palästinenser ist immer noch in kritischem Zustand, während mittlerweile ein Jugendlicher im Zusammenhang mit dem Lynchmob verhaftet wurde. Nachdem es Spekulationen gab, die Palästinenser hätten die Jugendlichen in irgendeiner Form provoziert, oder angefangen hätten, lies die Zeugen verlauten:

“Ich sah mit meinen eigenen Augen, dass sie niemanden angriffen und hörte mit meinen eigenen Ohren, wie die Jugendlichen sagten sie suchten einen Araber zum Verprügeln”

 

Außerdem wurde ein palästinensisches Taxi auf dem Weg von Hebron nach Bethlehem ganz in der Nähe unserer Kreuzung von Siedler mit Molotovcocktails beworfen. Die Insassen, eine Familie aus Nahalin, dem Dorf neben Zelt der Völker, erlitt Brandwunden ersten bis dritten Grades. Sie wird in einem israelischen Krankenhaus behandelt.

Premierminister Netanyahu hat diesen Anschlag persönlich in einem Brief an Abbas verurteilt, wo er bei früheren Vorfällen von rassistisch motivierten Siedlerangriffen auf Palästinensische Leben und Besitz nur eine verurteilende Stellungnahme veröffentlichte, oder sie gar nicht kommentierte. Der Vizepremierminister nannte es immerhin einen „Terroranschlag“ Die Polizei ist auch zu der Siedlung aus der die Täter mutmaßlich kamen gefahren und hat den Jugendlichen gesagt, dass sie „beobachtet werden“. Wirklich harte Konsequenzen, die da gezogen werden für einen potentiell tödlichen Angriff, der sechs Menschen immerhin ins Krankenhaus gebracht hat.

Nur mal zum Vergleich, will ich darstellen, was mit einem palästinensischen Kind (Person unter 18 Jahren) passieren würde, die dasselbe getan hätte:

Innerhalb weniger Stunden wäre die Armee in das Dorf gekommen, und hätte zahllose Häuser umstellt und gestürmt. Durch ein Netzwerk an Informanten wüsste die Armee sofort, wer verantwortlich ist. Alle Personen, die auch nur irgendwie mit dem Verbrechen in Verbindung stünden, würden verhaftet, auf dem Weg ins Gefängnis höchstwahrscheinlich misshandelt, und im Gefängnis Praktiken wie Schlafentzug und Lärmbeschallung ausgesetzt, die international als Folter klassifiziert sind. Das Wohnhaus der Täter würde abgerissen, kein Mitglied der Familie erhielte mehr Arbeitsgenehmigungen für Israel, oder illegale Siedlungen, die die Haupteinkommensquelle der palästinensischen Bevölkerung darstellen.

Israelische Jugendliche werden verwarnt.

Und ich werde als Antisemit bezeichnet, wenn ich sage, dass ist Apartheid, zwei verschiedene Rechtssysteme und Anwendung für verschiedene Personengruppen im selben Territorium.

Was das wirkliche gruselige an diesen Ereignissen ist, ist dass sie weder Einzelfälle sind, noch von (nur verrückten) Einzelgängern begangen werden. Die Siedlerbewegung hat seit einigen Jahren die Praxis der „Preiszettel“ (price tag) entwickelt, was bedeutet, dass für jede vom israelischen Militär durchgeführte Räumung einer illegalen Siedlung, oder die Androhung einer solchen Operation, palästinensischer Besitz zerstört wird. Dies reichte bis jetzt von der Zerstörung von Olivenhainen bis zur Brandstiftung einer Moschee.

Wie auch in anderen Gesellschaften werden solche extremen Fälle von rassistisch motivierter Gewalt öffentlich verurteilt und es wird schnell versucht, die Täter als „extrem“, „geisteskrank“, oder „Einzeltäter“ darzustellen. Eine andere Taktik ist es, den Vorfällen keine große Presse zu geben. Während die meisten israelischen Zeitungen beispielsweise über den Lynchmob berichteten, setzte es nur die linksgerichtete Haaretz auf die Titelseite, während die Jerusalem Post auch noch die klar einseitige Gewalt als „Schlägerei zwischen arabischen und jüdischen Jugendlichen“ bezeichnet.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass es in Israel in vielen Kreisen erlaubt ist, sehr rassistische Dinge über Palästinenser zu sagen. Rassistisch motivierte Gewalt ist kein Einzelfall in Israel und in den besetzten Gebieten ist sie komplett institutionalisiert, was der wahre Grund ist, warum nur „extreme“ Siedlergruppen selbst zu Gewalt greifen. Die Menschen, die sich gegen Rassismus und für ein friedliches Zusammenleben mit gleichen Rechten einsetzen sind leider sehr wenige.

Natürlich ist auch unter Palästinensern offener Rassismus gegenüber Juden nicht selten, und die Stimmen, die ihn verdammen sind viel zu wenige, der Punkt auf den ich aber hinaus will, ist dieser:

Durch die vollendete Institutionalisierung des Rassismus in Israel und das groteske Machtungleichgewicht zwischen dem Staat Israel, mit seinen Militärsubventionen aus den USA und den Palästinensern, die dank des Friedensprozess nun auch noch einen von westlichen Geldern finanzierten „Polizei-Nichtstaat“ in Form der palästinensischen Autonomiebehörde gegen sich haben, täglich unter Besatzung leben und mehr und mehr Land an Siedlungen und junge Männer an die israelischen Gefängnisse verlieren, haben israelische Rassisten kaum etwas zu befürchten, wenn sie ihre Ansichten in die Tat umsetzen, während ein palästinensisches Kind ins Gefängnis kommt für die Anschuldigung einen Stein zu schmeißen.

Dieses Ungleichgewicht wird durch das desinteressierte Schweigen der westlichen Medien und die fortlaufende finanzielle und moralische Unterstützung Israels durch westliche Staaten, trotz leiser Proteste, nur befördert.

In diesem Klima des institutionalisierten Rassismus, Bewaffnung und weitgehender Straffreiheit der Siedler, zusammen mit täglicher scharfer Repression des legitimen palästinensischen Widerstands, sind solche widerlichen Akte rassistischer Gewalt kein Wunder und das eigentliche Wunder ist die weitgehende Friedfertigkeit der palästinensischen Bevölkerung.

Nachtrag: Sarah Thompson, die während meiner Zeit ein Jahr bei Sabeel arbeitete und im „Verwaltungsrat“ von Christian Peacemaker Teams sitzt hat eine Email rumgeschickt in der sie schreibt:

Nachdem ich ein Jahr in Ostjerusalem gelebt habe, glaube ich, dass in der zur Zeit derart politisch angespannten Situation und den Dynamiken in den jugendlichen Subkulturen in Israel/Palästina, Vorfälle wie die „Jerusalem Lynchung“ die in dem [Haaretz] Artikel [der in der Mail verlinkt war] beschrieben werden, öfter passieren würden, wenn die Christlichen Friedensstifter Teams (CPT) und andere Beobachtungsgruppen nicht in der Region wären. Eine Spende für CPTs Arbeit ist eine wertvolle und sinnvolle Reaktion auf dieses schreckliche Ereignis. CPTs unbewaffnete Präsenz verringt die tödliche Gewalt, sodass Friedensorganisationen und Gemeinschaften, die sich für gewaltfreien gesellschaftlichen Wandel einsetzen, mehr Zeit und Raum haben an den Graswurzeln hin zu einer gemeinsamen, und gesunden Zukunft zu arbeiten.

Vor zweieinhalb Wochen war noch alles ruhig…

Noch vor zweieinhalb Wochen war ich auf dem Tahrirplatz und in der besetzten Straße vor dem Kabinett. Die Stimmung war ruhig und fröhlich, Menschen saßen, sangen, und diskutierten. Kunst wurde erstellt, der Platz quillt über vor Graffiti, die von der lebendigen Subkultur Kairos zeugen.

Ein Freund, den ich aus Deutschland kenne, stellte mich einigen Aktivisten vor und sie erzählten mir davon, wie sie anfingen zum Tahrirplatz zu gehen, wie das erste Mal Tränengas und Gummigeschosse geschossen wurden, wie erleichtert sie waren, als das Militär sich auf ihre Seite schlug und von der Enttäuschung, als es das Feuer auf sie eröffnete.
Ein Aktivist erzählte mir, dass er schon lange vor der Revolution involviert war und einige Tage vor den ersten Massendemos den Glauben an den Wandel verloren hatte. Er erwartete nichts mehr von Demos und Aktionen.
Jetzt ist er wieder erfüllt von Hoffnung, ohne die Probleme außer Acht zu lassen. Er sah drei Feinde der Revolution:
Das Militär zusammen mit der alten Elite, die Islamisten und die neue bürgerliche Elite der liberalen Aktivisten.
Während ich in Kairo war, wurde die erste Runde der Parlamentswahlen abgehalten. Die vorläufigen Ergebnisse brachten die Moslembrüder, die für einen konservativen Islam mit fundamentalistischem Einschlag stehen, auf den ersten Platz, zweite waren die wirklich schaurigen Salafis und die liberalen waren auf dem dritten Platz.

 

 

Jetzt schießt das Militär wieder auf Demonstranten vor dem Kabinett und auf dem Tahrirplatz. Zehn Menschen sind bis jetzt anscheinend gestorben und zahlreiche verletzt. Das Militär hat sogar Doktoren verhaftet und Arzneien in einem der mobilen Krankenhäuser nahe des Platzes verbrannt.

Meinen Freunden geht es anscheinend gut.

Viel ist noch unklar in Ägypten, Mubarak ist weg, aber ob das Volk sich wieder versklaven, oder zwischen Christen und Moslems, reichen und armen, Männern und Frauen spalten lässt, das lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen.
Die Menschen, denen ich in Kairo begegnet bin, lassen mich hoffen, auf ein Ägypten, in dem kein Pharao mehr über ein Land von Sklaven herrscht.

nächtlicher Begleitspaziergang

Auch in Deutschland musste ich in der Dunkelheit schon manche Dame zum nächsten öffentlichen Verkehrsmittel eskortieren, weil das eben höflich ist und man ja nicht weiß, was auf dem Weg alles lauern könnte.

Aber eigentlich weiß man schon, was da lauern könnte. Oder zumindest, was nicht da lauern könnte. Es wäre zum Beispiel höchst unwahrscheinlich, einem vollgepanzerten Armeejeep zu begegnen, mit schwer bewaffneten Soldaten drin, die sich die ganze Nacht da einen abfrieren, weil sie keine Möglichkeit hatten, legal den Kriegsdienst zu verweigern und ihr Staat es zulässt und fördert, dass seine Staatsbürger Kolonien in besetztem Gebiet errichten, die sie als Soldaten jetzt schützen müssen – was bedeutet, dass sie in diesem Jeep sitzen und Leuten Angst einjagen müssen.

Zurück zur Geschichte: Heute hatten wir zum ersten Mal eine Arabischstunde mit unserer palästinensischen Lehrerin Ann (Name geändert). Nach der Stunde wollte sie das Service nach Bethlehem erwischen um dann nach Jerusalem zu fahren. Es war schon dunkel. Das war ein Problem, weil ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann, wie oft mir die Geschichte erzählt wurde, wie ein Volontär mal nachts auf dem Weg zur Straße fast von den Soldaten über den Haufen geschossen wurde, weil sie ihn nicht als Ausländer erkannt hatten.

Aber die Dame musste nach Hause und es gab wohl keinen anderen Weg, als dass wir drei Jungs mit hellen Taschenlampen sie zur Bushaltestelle zu begleiten.

Wird schon nichts passieren, nicht jeden Tag ist da ein Jeep.

Nicht jeden Tag – aber heute. Und ich hab keinen Ausweis dabei.

Einfach ruhig weiterlaufen. Ann ist sich nicht ganz sicher, ob sie zur Haltestelle will, entscheidet sich dann aber doch, dass wir weiterlaufen sollen. Wir diskutieren, ob helle Taschenlampen schlecht (sie sehen uns) oder gut (aber sie sehen, dass wir keine Waffen haben, oder palästinensische Jugendlichen sind) sind. Entscheiden uns, dass sie gut sind und lassen sie an. Mittlerweile haben die Soldaten die Leuchtsirene ihres Wagens ausgeschaltet und auf einmal auch die Lichter.

Wir passieren den Steinhaufen, den das Militär „aus Sicherheitsgründen“ aufgeschüttet hat und wegen dem hier keine Autos mehr fahren. Der Jeep kommt langsam auf uns zu. Das Fenster wird runter gelassen.

Soldat: Was macht ihr hier?
Ich: Wir kommen von Zelt der Völker da oben und bringen diese Frau zur Haltestelle.
Ann: Ich bin aus Jerusalem und die anderen aus Deutschland.
Soldat: Was macht ihr da auf dem Berg.
Ich: Wir arbeiten da.
Soldat (verwirrt): Ok.
Ich: Bis dann, wir gehen weiter.

Wir gehen tatsächlich weiter, und sie haben noch nicht mal unsere Ausweise sehen wollen! Wir bringen Ann zur Haltestelle, es gibt noch Services, sogar noch eins als sie das erste verpasst, weil sie sich so herzlich von uns verabschiedet. Sie scheint echt erleichtert zu sein, dass wir sie begleitet haben.

Der Rückweg ist ohne Probleme. Ich drehe mich noch einmal zu den Soldaten um und habe Mitleid. Mir ist auch kalt, aber ich gehe gleich in meine Höhle und mach den Ofen an. Die müssen noch weiter da sitzen und frieren, und wenn ein Palästinenser vorbeikommt, wer weiß, ob sie dann auch so freundlich sind, wie zu uns Ausländern.

Wo bin ich hier eigentlich?

Anmerkung: Dieser Artikel ist eine Einführung. Ich hoffe noch detaillierte Erklärungen und Bemerkungen zu den einzelnen Aspekten der Arbeit zu verfassen und hier zu verlinken.

Die Wegbeschreibung zum Zelt der Völker von Jerusalem aus lautet so:

Nimm den Bus nach Bethlehem bis zu einem Punkt namens Bab Askhak. Dort steigst du in ein Sammeltaxi (servis) nach Hebron und sagst, dass du bei „Kilo sabatasch“ aussteigen willst.

Kilo sabatasch ist aber nicht die arabische Version von Zelt der Völker; es heißt „Kilometer siebzehn“ und gemeint ist der Meilenstein 17 zwischen Bethlehem und Hebron. Man könnte auch Newe Daniel sagen, der Name der größten Siedlung neben uns, aber dann würde man wahrscheinlich nicht mitgenommen werden.

Dort angekommen musst du den Erdpfad entlang laufen, über den Steinhaufen, den das israelische Militär als Straßensperre aufgeschüttet hat und weiter, bis du zu einem großen Tor kommst. Dann rufst du Daher an und er macht dir auf.

Was also ist dieser Ort, der so schwer zu erreichen ist?

Ein Hügel im Westjordanland, 17 Kilometer von Bethlehem entfernt, nahe dem palästinensischen Dorf Nahalin, bewirtschaftet von einer palästinensisch-christlichen Familie, die das Land, dass ihr Vorfahr Daher Nassar Anfang des 20. Jahrhunderts unter den Osmanen gekauft hat, nicht verlieren wollen.

Auf den umliegenden Hügeln gibt es vier nach dem Völkerrecht illegale israelische Siedlungen: Newe Daniel, El’azar, Rosh Tsurim und Beitar Ilit, die alle zum Siedlungsblock Gush Etzion gehören. Da diese Siedlungen gerne noch größer wären und keine Palästinenser als Nachbarn haben wollen, wurde das Land der Nassars 1991 zu Staatsland Israels erklärt, obwohl sie legitime Besitzurkunden aus der Zeit der osmanischen, englischen, jordanischen und sogar israelischen Besatzung hatten. Seit dem führen sie einen Rechtstreit mit dem israelischen Militär, der nun schon ein paar Jahre beim obersten israelischen Gericht stockt und bereits 140.000$ gekostet hat.

Aber die Nassars nicht nur wollen nicht nur ihr Land behalten, sie wollen, dass es Teil der Lösung des Konflikts wird, zu einem Ort, wo Menschen den Frieden lernen und nicht den Krieg.

Daher gründeten sie im Jahr 2000 das Projekt „Zelt der Völker“, und luden internationale Freiwillige ein, um ihnen beim Ernten zu helfen, sowie bei einer Kinderfreizeit für palästinensische Kinder, hauptsächlich aus Bethlehem, wo der größte Teil der Familie hauptsächlich lebt. Jedes Jahr gibt es mehrere Erntecamps und eine Kinderfreizeit.

Das Land ist immer noch mit einer Räumung bedroht, außer zwei Häusern, die vor dem Beginn der Besatzung 1967 gebaut wurden, sind alle Strukturen wie die Klohäuschen, die Zisternen, die ausgebauten Höhlen und sogar die Zelte, in denen Gäste schlafen illegal und haben teilweise schon Abrissbefehle erhalten, die aber im Moment durch eine einstweilige Verfügung ausgesetzt sind.

Währenddessen werden weiterhin neue Häuser in den Siedlungen gebaut und damit Fakten geschaffen. Und deshalb schaffen die Nassars mit Unterstützung von Freiwilligen wie mir ebenfalls Fakten, indem sie Bäume pflanzen, Zisternen ausheben und das Land so gut wie möglich nutzen.

Wir haben keinen Anschluss ans Wasser- und Stromnetz. Unser Wasser kommt von den Zisternen, oder wird gekauft. Früher gab es hier nur einige Stunden am Tag durch einen Generator Strom, aber letztes Jahr haben die Grünhelme hier eine Solaranlage eingerichtet, die 5 Megawatt produziert, den Ventilator in unserer Höhle betreibt und dafür sorgt, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, meinen freien Tag mit bloggen zu verbringen.

Gleichzeitig versuchen wir die Umwelt zu schonen und dieses Bewusstsein auch in der palästinensischen Gesellschaft zu stärken, wo normalerweise Müll verbrannt wird, oder vor unserer Haustür abgelagert wird. In der Gesellschaft wird die Umweltfrage mit dem Hinweis auf die Besatzung wie auch viele andere dringende Probleme hinten angestellt, aber wir glauben, dass dies nicht so einfach geht und Widerstand gegen die Besatzung auch heißt, sich nicht komplett von ihr bestimmen zu lassen in seinem Engagement.

Ungewissheit

Die Inforeise der Christlichen Friedensstifterteams, an der ich die letzten zwei Wochen teilgenommen habe ist nun vorbei und ich habe heute ich wieder mit der Arbeit angefangen.

Eigentlich wurde ich erst morgen erwartet, aber da die Reise zu Ende ist habe ich mich entschieden jetzt schon zurück zu kommen, weil ich keine Lust hatte mein Hostel selbst bezahlen zu müssen und ich endlich anfangen wollte auf dem Weinberg zu arbeiten.

Ein weiterer Grund aber ist, dass niemand sicher weiß, ob ich morgen noch in das Westjordanland hinein gekommen wäre.

Heute hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen begonnen und eines der Hauptthemen, neben vielen anderen spannenden Themen, ist der Antrag der palästinensischen Autonomieverwaltung auf die Aufnahme als volles Mitglied, was der internationalen Anerkennung als Staat entspricht.

Während der größte Teil der Welt Palästina bereits anerkannt hat, sind Israel, die USA und die EU, sowie die einige der von Ihnen abhängigen Staaten dagegen.

Die Abstimmung findet wahrscheinlich am Freitag statt, aber ob sie Erfolg hat, und was ein eventueller (Miss)Erfolg für Folgen hat, ist ungewiss.

Auf der Reise kamen fast alle unsere Gesprächspartner auf die Abstimmung zu sprechen. Die meisten pessimistisch, wenige optimistisch. Es kursieren allerlei Gerüchte, Israel werde das Westjordanland annexieren, bewaffnete Siedler planten Märsche auf palästinensische Städte, zahlreiche palästinensische Anschläge wären geplant. All dies gibt wenig Anlass zur Hoffnung.

Ich selbst, weiß auch nicht, was ich hoffen soll:

Dass die Abstimmung Erfolg hat, und wir hier Angriffe von mit Maschinengewehren bewaffneten Siedlern fürchten müssen, die Angst haben, dass sie „ihr“ Land verlassen müssen?

Oder ein komplett abgeriegeltes Westjordanland, sowie Gaza?

Eine dritte Intifada? Mit Steine werfenden palästinensischen Kindern und scharf schießenden israelischen Soldaten? Selbstmordattentaten und Vergeltungsbombardements?

Oder soll ich beten, dass alles ruhig bleibt?

Nein, ich will, dass die Besatzung endlich aufhört und die beiden Völker ernsthaft am Frieden arbeiten können.

Auf meiner Reise habe ich viele PalästinenserInnen getroffen, die entschieden sind, ihre Freiheit und Würde zu erkämpfen. Durch gewaltfreien Widerstand und in der Überzeugung, dass die Geschichte ihnen recht geben wird.

Ich bete, dass die Abstimmung bei der UNO, egal was ihr Ergebnis sein wird, die PalästinenserInnen nicht entmutigt, sondern darin bestärkt ihre Rechte einzufordern. Ich bete, dass die Israelis einsehen, dass die Besatzung Unrecht ist und sie mit ihren Nachbarn in Frieden und Gerechtigkeit leben können.

Während ich dies bete, bleibt die Ungewissheit.

Nachtrag: Wer den Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützen will, unterschreibe hier.

Mein Schutzheiliger

Heute ist St. Martin und im ganz Deutschland ziehen Kinder mit Laternen durch ihr Dorf, singen „Ich geh mit meiner Laterne“ und essen Martinsmännchen.

So lange ich mich erinnern kann, mochte ich diesen Tag. Der Umzug kommt direkt an unserem Haus vorbei und einige Minuten vorher hört man schon die Blaskapelle vorbeiziehen. Draußen ist es schon dunkel und die Laternen leuchten bunt, in die Dunkelheit hinein. Kinder rennen rum, werden auf dem Rücken getragen, werden immer wieder nutzlos ermahnt, ihre Laternen nicht so hin und her zu wackeln. Nie sieht man in Bammental so viele Kinder fröhlich singen und der unheimlichen Dunkelheit trotzen.

Es ist zumindest in B’tal auch Tradition, dass Grundschüler die berühmte Geschichte aufführen, in der Martin mitten im Winter seinen Offiziersmantel mit seinem Schwert teilt, um die Hälfte einem Obdachlosen zu geben, der nicht in die Stadt eingelassen wird. Bestimmt kennt ihr die Geschichte.

Ich glaube, dass der Sprengstoff dieser Geschichte gar nicht mehr richtig zur Explosion kommt, da wir sie schon so oft gehört haben, dasselbe Problem wie bei Weihnachten, oder Ostern.

Martin, der kleine Mars, entstammt einer militärischen Familie, der Vater ist Offizier und hat seinen Sohn gleich mal dem römischen Kriegsgott geweiht. Als Jugendlicher wird Martin Christ, ist aber schon im Militär. Die Kirche ist noch immer auf ihrem „radikal-pazifistischen“ Standpunkt, dass man seine Feinde nicht lieben kann, wenn man sie umbringt, weshalb Martin in der Armee bleibt, aber nicht kämpfen darf. Die Provinz Gallien, wo er stationiert ist, ist aber auch schon länger befriedet und er geht nicht auf Konfrontationskurs mit dem Militär. Voll der Mitläufer also.

Denkste. Der Mantel, den Martin teilt ist nicht sein eigener. Er ist Teil der Uniform und damit Staatseigentum. Ein Herrschaftssymbol. Und Martin zerschneidet es, um einem dreckigen Bettler Wärme zu spenden. Er zerstört Eigentum des Staates, weil dieser sich einen Dreck um die Ausgegrenzten schert. Das ist der erste Schritt von Martins Ungehorsam. Er sah in dem Bettler Christus und kleidete ihn.

Als der Kaiser die Truppen ein wenig später vor einer Offensive gegen die Barbaren versammelt, um ihren Kampfgeist zu stärken, verweigert Martin öffentlich dem Kaiser den Gehorsam, da er einem anderen Herrn dient, Jesus Christus, der ihm gebietet seine Feinde zu lieben. Um zu beweisen, dass er kein Feigling ist, bietet er an, nur mit einem Kreuz in der Hand, den Barbaren entgegenzutreten. Der Kaiser lässt ihn ins Gefängnis werfen. (Die Barbaren ergaben sich später ohne Kampf).

Auch später kritisiert Martin noch oft die Mächtigen, wird von der Volksmenge gegen seinen Willen gedrängt Bischof zu werden, und verteidigt vergeblich die Priscillianer vor Verfolgung zu schützen, obwohl er sie selbst für Ketzer hält.

Nach seinem Tod wurde er bald heilig gesprochen und sein Mantel (lat. cappa) als Reliquie verehrt. Die französischen Könige erwarteten davon Schutz und nahmen in mit in Schlachten, wo ein Priester, den Mantel trug (cappelani), daraus entwickelte sich der Begriff der Kapelle und des Kaplans. Die Militärseelsorger in der US-Armee heißen auch chaplains.

Heute ist St. Martin unter anderem Patron der Soldaten. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr die Kirche sich von ihren Wurzeln entfernt hat.

Mittlerweile nehmen die Kinder aus dem Anspiel beim Martinsumzug mit, dass Soldaten auch nette Menschen sind. Diese subversive Erzählung ist von der militaristischen Propaganda, die uns geprägt hat, usurpiert worden und hat ihre ursprüngliche Bedeutung verloren.

Ich schlage deshalb ein Moratorium auf diese Geschichte vor und denke wir sollten andere Geschichten aus Martins Leben dort spielen. Seine Verweigerung vor dem Kaiser zum Beispiel. Oder der Versuch die Ketzer vor Verfolgung zu retten.

Für mich ist St. Martin der Patron der Kriegsdienstverweigerer. Der Patron Franz Jägerstätters, der im Dritten Reich den Kriegsdienst verweigerte und dafür hingerichtet wurde, der Patron Phillipp Pereiras, einem Totalverweigerer aus der Umgebung Heilbronn, und mir, einem normalen Kriegsdienstverweigerer.

Es ist Zeit, dass diese Geschichten wieder erzählt werden, auf Martinsumzügen, in Predigten und Kindergottesdiensten.

Nachtrag: Ein wenig verspätet, aber jetzt trotzdem: Am Sonntag nach St. Martin habe ich mit den Kindern unserer Gemeinde im Kindergottesdienst über St. Martin gesprochen und wir haben Martinsmännchen und zerbrochene Gewehre gebacken.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_von_Tours.htm

SoundOff, Dezember 2009, Volume 6, Issue 4

Bilder: http://www.sankt-martin-pfalz.de/extras/martinus/legenda.html

KDV + Bild!

Begründung zur Kriegsdienstverweigerung

Eigentlich bin ich der Meinung, dass ich meine Weigerung, Kriegsdienst zu leisten, nicht begründen muss – ganz im Gegenteil – der Staat sollte mir beweisen, warum ich bereit sein sollte, eine Waffe in die Hand zu nehmen, andere Menschen zu verletzen und zu töten und selbst an Seele und Körper lebenslange Narben zu erhalten.

Da das Ganze so aber nicht läuft, werde ich im Folgenden meine Gründe liefern, warum ich dem Staat hier nicht zu Diensten sein kann und will.

Meine Eltern haben mir von klein auf gezeigt, dass Hass und Gewalt niemals zur dauerhaften Lösung eines Konflikts betragen, da nur Versöhnung und eine Herstellung gerechter Beziehungen dies bewerkstelligen können. Mein Vater war fünfundzwanzig Jahre im Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee tätig und arbeitete in den Kriegsgebieten des Jugoslawienkriegs in Flüchtlingslagern, wohin er uns oft mitnahm, wodurch ich die Zerstörung durch Panzer, Gewehre und Bomber mit eigenen Augen sah, während wir in die menschenleeren Touristengebiete fuhren. Meine Mutter hat ein großes Herz für sozialbenachteiligte Menschen, die teilweise Opfer von Gewalt wurden, und auch strukturelle Gewalt seitens des Staates durch entwürdigende Sozialhilfeprozeduren und rassistische Asylgesetze erfahren haben.

In der Gemeinschaft, in der ich mit meinen Eltern lebe, nehmen wir oft Gäste aus aller Herren Länder auf, die meinen Erfahrungshorizont enorm erweitert haben und es mir unmöglich machen, in fremden Menschen meine Feinde zu sehen.

Ich bin als Christ aufgewachsen und habe mich mit vierzehn Jahren entschieden, dass Jesus Christus meine einzige Autorität sein soll, woraufhin ich mich habe taufen lassen. In der gesamten Bibel wird von Gott als einem Gott der Befreiung, der auf der Seite der Armen und Unterdrückten steht, erzählt; einem Gott, der die rebellische Menschheit, die meint, selbst herrschen zu können und dabei sich selbst ermordet, trotz allem liebt und sich bemüht sie zurück zu gewinnen.

Im Neuen Testament wagt Gott den ultimativen Schritt, wird selbst Mensch und liefert sich unserer Gewalt aus, er, unser Schöpfer. Die Berichte von Jesu Leben sollten Christen ein Beispiel sein, wie sie leben sollen, am deutlichsten wird dies in der Bergpredigt (Matthäus 5-7), in der Jesus die Ausgegrenzten und Schwachen selig preist, und das Gesetz, das Mose von Gott erhalten hatte, zu Ende denkt.

Heißt es dort: „Du sollst nicht töten“ (2.Mose,20,13) – was für eine Kriegsdienstverweigerung schon ausreichen würde – so sagt Jesus „Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus, 5,9) und „Liebet eure Feinde“ (Matthäus, 6, 44) – was mir die Grundausbildung, in der die Befähigung zum Mord zentral ist, unmöglich macht.

Des Weiteren glaube ich, dass Gott der einzige Herr über Leben und Tod ist und selbst die Gewalt am Kreuz bezwungen hat. Somit kann ich dem Ruf zu den Waffen nur mit Ablehnung begegnen; stattdessen will ich versuchen, mich in Konflikten auf der ganzen Welt gewaltfrei auf die Seite der Ohnmächtigen zu stellen und mit meiner Liebe, die nur ein schwacher Abglanz der Liebe Gottes ist, Tätern und Opfern zu helfen versuchen, in eine gute Beziehung zurückzukehren.

Mit Schrecken stelle ich fest, dass die Bundesrepublik Deutschland, die 1949 unter dem Eindruck der Gräueltaten der Shoa und des verbrecherischen zweiten Weltkriegs gegründet wurde, und „Nie wieder Krieg“ gelobte, diesen Vorsatz über den NATO-Doppelpakt, die Wiedereinsetzung der Bundeswehr, samt Wehrpflicht, den Einsatz im Kosovo und nun in Einsätzen in aller Welt, ob am Horn von Afrika oder in Afghanistan, komplett fallengelassen hat, und namhafte Politiker wieder Angst machen vor Pazifisten und offen über das Erreichen wirtschaftspolitischer Ziele durch Militäreinsätze sprechen.

Ich muss vielleicht gar nicht mehr verweigern, da die Wehrpflicht bald ausgesetzt wird und die Bundeswehr damit eine Berufsarmee wird, die losgelöst vom Volk, schlagkräftig und effizient in aller Welt in umgangssprachlichen Kriegen umgangssprachlich töten und sterben kann. Dennoch will ich verweigern, da ich somit meine grundsätzliche Ablehnung des Militärs ausdrücke und gegen eine plötzliche Wiedereinführung der Wehrpflicht gewappnet bin.

Mit den Worten Martin von Tours, des Patrons der Soldaten und Kriegsdienstverweigerer: „Ich kann nicht für den Kaiser kämpfen, denn ich bin ein Soldat Christi.“

Ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten

Nach zweimonatiger Blogabstinenz zwingt mich nun mal wieder die Bundeswehr hier was zu schreiben…

Vor ein paar Wochen erhielt ich einen Brief per Post. Natürlich freute ich mich – passiert heutzutage ja nicht mehr so oft, dass man einen Brief kriegt. Ein Blick auf den Absender verriet mir, dass er vom Kreiswehrersatzamt war. Na ja, gefreut hab ich mich trotzdem, ich krieg nämlich so wenig Briefe, dass ich mich sogar über Briefe von der Bank, oder eben vom Kreiswehrersatzamt freue. Und außerdem kann man sich ja erstmal anhören, was die so zu sagen haben, nicht wahr?

Anlass des Briefes war das voraussichtliche Datum meiner Musterung, die irgendwann nächsten Sommer stattfinden wird. Sie betonen zwar, es sei wichtig, das Musterung und Einziehung, die ja erst nach der Schule erfolgen kann, nahe beeinander liegen, dass ich aber erst ein Jahr nach meiner Musterung Abi mache ist ihnen aber anscheinend egal.

Dem Brief liegen „Informationen für Abiturienten“ bei, in denen existentielle Fragen aufgeworfen werden:

„Sie sind qualifiziert und machen demnächst ihr Abitur oder Fachabitur?“

Ja, zumindest das letzte trifft zu.

„Sie suchen einen sicheren Arbeitsplatz mit Perspektive?“

In Zeiten der Wirtschaftskrise muss ich ja schreckliche Angst haben und suche natürlich Sicherheit und Perspektive.

„Sie wollen studieren und gleichzeitig gut verdienen?“

Wer will das nicht?

„Sie wollen Karriere machen, sich aber nicht in volle Hörsäle quetschen?“

Natürlich will ich Karriere machen, was gibt meinem Leben sonst einen Sinn und volle Hörsäle mag ich auch nicht, woher wussten sie das bloß?

„Sie wollen moderne Technologien kennen lernen?“

Moderne Technologien sind immer toll und ob sie Leute umbringen ist mir ganz egal.

„Sie wollen Abwechslung und Herausforderung bei der Arbeit?“

Man kann Karriere machen und Abwechskung und Herausforderung bei der Arbeit haben? Das muss ein toller Job sein!

Die Lösung meiner Zukunftspläne besteht wohl, da ich schließlich alle Fragen bejaht habe darin, (und jetzt kommt’s!):

Offizier der Bundeswehr

zu werden. Wer hätte das gedacht? Schließlich waren meine Ansichten doch noch vor kurzem so eindeutig, aber es scheint, ein unpersönlicher Brief der Bundeswehr und einige Suggestivfragen haben mich überzeugt.

Ich kenne einige Militärberater, vielleicht werde ich die mal fragen, wie ich da am schnellsten hinkomme…