Selbst in der Krise ist Pikpa effizienter als das Migrationsregime

Nachdem der letzte Artikel die Überlastung zu Beginn der Woche dargestellt hat, sollte ich euch auf den neuesten Stand bringen.

Flüchtlinge warten darauf, photographiert und dann nach Moria gebracht zu werden.Nach dem Treffen mit dem Bürgermeister brachte die Küstenwache tatsächlich niemand mehr und die Polizei kam mehrmals täglich (und tagsüber statt mitten in der Nacht), um Leute nach Moria zu bringen. Sie überlegten sich sogar, wie sie den Prozess effektiver gestalten können und fingen an, Leute schon in Pikpa zu photographieren, um dann in Moria Ein Polizist photographiert einen Flüchtling, bevor er nach Moria gebracht wird.schneller das „white paper“ ausstellen zu können.
Wenn die Leute dann in den Bus steigen mussten, kannten die Polizisten sie schon und das ganze Rumschreien war unnötig.
(Unnötig war es natürlich vorher schon, aber diesmal brauchten nicht einmal die Polizisten es.)

 

 

Und Tee haben sie auch noch mitgebracht!

Ein Flüchtling besteigt einen Bus der Küstenwache, um nach Moria gebracht zu werden. Diese Busse werden meist total überladen.

Natürlich haben sie damit versucht sich bei den Flüchtlingen und dem Dorf Aller Zusammen gut darzustellen.
Aber sollen sie nur. Was mich wirklich stört ist, dass sie nicht vorher auf die Idee gekommen sind, ein solches Prozedere einzuführen und dass sie wahrscheinlich in ein paar Tagen wieder zur alten Methode, mitten in der Nacht zu kommen und rumzuschreien, zurückkehren werden.

Volleyball am SonntagMittlerweile sind nur noch ungefähr hundert Leute in Pikpa untergebracht, die eigentliche Maximalkapazität. Es ist deutlich ruhiger, akustisch und atmosphärisch. Heute war ich kurz da und habe Volleyball gespielt.

Wie zu erwarten, war ich der schlechteste in der Runde.

 

Politisch hat der Bürgermeister anscheinend zurückgerudert. Nach vielen Artikeln von Mitgliedern des „Dorfs Aller Gemeinsam“ und wahrscheinlich auch Gesprächen mit Beamten, die verstehen, dass Pikpa notwendig ist, hat er versichert, dass er die Flüchtlinge unterstützen will. Aber genaueres gibt es noch nicht.
Jedenfalls wird Pikpa wohl nicht geschlossen.

Vorbereitungen für die PressekonferenzAm Freitag war ich bei einer Pressekonferenz, die die Mitglieder des „Dorfs Aller Gemeinsam“ in Pikpa abhielten. Ich gab ein kurzes Statement für CPT ab, warum wir Pikpa unterstützen und versuchte ansonsten mein Gesicht unter Kontrolle zu halten.
Es ist mir nicht immer gelungen.

 

Ich möchte diesen Moment nutzen, um Bilanz zu ziehen, wie Pikpa als offenes Lager mit dieser Krise umgegangen ist:

Zur Hochzeit waren circa sechshundert Menschen in Pikpa untergebracht, aber auch schon in den Tagen davor waren es ungefähr vierhundert. Damit waren 4-6mal soviel Menschen dort, wie vorgesehen.

Die Essensausgabe dauert bis zu zwei Stunden, weil garantiert werden musste, dass niemand zweimal nimmt. Es gab zu wenig Bettzeug und die Freiwilligen mussten nachts Menschen Decken wegnehmen, um sie denen zu geben, die auf dem Boden schliefen. Irgendwann brachte UNHCR 200 Schlafsäcke, aber selbst das war nicht genug (abgesehen davon, dass auch das eine Aufgabe der Behörden ist).

Hygiene wurde zu einem Riesenproblem. Seife ist rationiert, aber auch diese Ration muss ausgegeben werden. Die Toiletten und Duschen waren schon vorher ein Problem, aber jetzt mussten 600 Menschen die sechs Toiletten benutzen, von denen zwei verstopft und die übrigen auch nicht einwandfrei funktionierten. Außerdem war der Abwassertank eigentlich schon vor der Krise voll. Er floss also über – zum Glück nur in einem bestimmten Gebiet. Das vom Caterer gelieferte Essen kommt in Einweggeschirr. Die Mülltonnen waren sofort voll und irgendwann kümmern sich Menschen, die meinen morgen weiterzureisen einfach nicht mehr um den Müll, den sie hinterlassen.

Spannungen zwischen Volksgruppen entstanden, weil sich die Afghanen gegenüber den Syrern benachteiligt fühlten und die Somalis schon seit zwei Wochen da waren und nicht klar war, ob die Polizei sie überhaupt noch abholen würde.

Kein Mangel an Problemen also. Und nur eine Handvoll Freiwilliger, und einige Langzeitbewohner von denen nur drei fließend arabisch und zwei fließend persisch können, um sich um all diese Probleme zu kümmern.

Und dennoch gab es in dieser Zeit zwei kleine Schlägereien (wurde mir erzählt, ich war bei keiner dabei), niemand wurde ernsthaft verletzt oder gar getötet. Es brach keine Epidemie aus, und die Leute lächelten immer, wenn sie uns sahen.
Der Witz der Woche war „Sie [die Küstenwache] haben noch mehr gebracht“ und jedes Mal wenn sie tatsächlich kam, applaudierten die Leute.
Abgesehen von ein paar Ausnahmen teilten die Menschen, wenn man sie daran erinnerte und halfen auch sofort mit, wenn sie nur sahen, dass ich Müll sammelte.

Im First Reception Center Moria sind rund um die Uhr fünf bewaffnete PolizistInnen, die wenn nötig Verstärkung rufen können, ein Sozialarbeiter, mehrere ÄrztInnen und Rechtsanwälte und eine Kapazität von 150 Insassen, die nicht überschritten wird, weil man Leute lieber im Hafen schlafen lässt.
Trotzdem hören wir, dass es dort und in anderen offiziellen Einrichtungen regelmäßig zu Schlägereien unter Flüchtlingen und auch zu Aufständen gegen die Wachen kommt.

Klingt fast so, als ob Leute sich besser benehmen, wenn man sie sich frei bewegen lässt und menschlich mit ihnen umgeht, als wenn man sie einsperrt und anschreit. Ohne dass sie irgendjemanden verletzt hätten, oder etwas schlechtes getan hätten, außer eine imaginäre Linie zu übertreten ohne Erlaubnis, weil es für sie keine Möglichkeit gab, die Erlaubnis zu erhalten und sie vor Krieg und Folter fliehen.

Griechenland und die gesamte EU könnte eine Menge Geld sparen, wenn man wenigstens an den Ankunftsorten in der EU, Lesbos, Lampedusa, Ceuta und Melilla, wo sowieso kaum eine/r bleiben will, offene Lager einrichtet.

Und nebenbei wäre es auch sehr viel menschlicher.

Ährenraufen nach Ladenschluss

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Als Gott Israel aus der Sklaverei in Ägypten herausführt, murrt das Volk und will zurückkehren zu den Fleischtöpfen Ägyptens.

Wenn der Magen knurrt, wird die Sehnsucht nach Freiheit vom Hunger überwältigt und selbst die frische Erinnerung an die Unterdrückung verblasst gegenüber der Fata Morgana der Fleischtöpfe. Doch Gott versorgt sein Volk, nicht durch die Fleischtöpfe vorindustrieller Massentierhaltung, sondern Tag für Tag durch seine Schöpfung. Jeden Abend sendet er ihnen einen Schwarm Wachteln und am Morgen Manna, eine mythische Speise, die stets nur genau einen Tag genießbar ist.
Täglich neu sollen die befreiten Sklaven sich auf ihren Gott verlassen und lernen, dass er sie besser versorgt als das „Sklavenhaus Ägypten“.

In der Bibel finden wir viele Geschichten, die von Nahrungsmangel und der wundersamen Versorgung durch Gott handeln: Elia wird in der Wüste von Raben versorgt, sein Schüler Elischa versorgt eine arme Witwe durch ein wenig Öl und Mehl, die jeden Tag neu da sind. Jesus speist Tausende mit der kleinen Gabe eines Jungen.

Dazu gehören auch die Geschichten, die von der Versuchung handeln, sich für die Versorgung auf Weltreiche zu verlassen, die sich selbst vergötzen. Daniel und seine Freunde ernähren sich am babylonischen Hof vegetarisch, um nichts zu essen, das den imperialen Göttern geweiht ist. Jesus schlägt die Möglichkeit aus, Steine in Brot zu verwandeln und damit zu einem Imperator nach römischem Vorbild zu werden, der sich bei den Massen mit „Brot und Spielen“ beliebt macht. Stattdessen ermutigt er die Nachfolgegemeinschaft, von den Vögeln zu lernen, die nicht sähen und nicht pflügen und doch vom Schöpfergott ernährt werden.

Diese Geschichten genauer zu betrachten lohnt sich, wir können aber schon jetzt an ihnen ablesen: An unserem Essen entscheidet sich, auf welchen Gott wir vertrauen, oder anders gesagt: an was wir glauben. Vertrauen wir auf die Götzen der Weltreiche, ob sie nun Ägypten, Babylon oder Rom heißen oder Wall Street und DAX, die uns Sicherheit und Fleischtöpfe versprechen, in Wirklichkeit aber Menschen und Schöpfung vergiften und töten, oderaber auf den Schöpfergott, der uns täglich neu versorgt und genug für alle bereitstellt?

Die immer neue Entscheidung für das Vertrauen auf Gott kommt sowohl in der Bitte des Vaterunsers „Unser tägliches Brot gib uns heute“ wie auch im Teilen des Brots beim Abendmahl zum Ausdruck, die beide die Mitte des Gottesdienstes bilden.

 Nun hat sich seit den biblischen Zeiten einiges geändert, Traktoren haben in vielen Teilen der Welt Pflug und Ochsen ersetzt und in Europa streut kaum einer mehr Samen kreuz und quer über sein Feld. Dünger und gezüchtetes Saatgut bringen unglaubliche Erträge und haben dazu beigetragen, den Hunger durch Unterproduktion zu beenden. Doch an seine Stelle ist der Hunger trotz Überproduktion getreten. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen gab 2013 wieder einmal bekannt, dass allein die weggeworfenen Lebensmittel der westlichen Welt ausreichen, um alle Hungernden zu speisen.

Durch die Zwänge der Globalisierung produzieren viele Länder des globalen Südens vor allem lukrative Produkte wie Kaffee, Bananen oder Soja (zur Viehhaltung) in Monokulturen, die mit den dafür notwendigen Pestiziden Land und Leute vergiften. Die Gewinne aus diesen Exporten kommen nur wenigen zu Gute und, da kaum eigentliche Lebensmittel produziert werden, sind die Menschen auf Lebensmittelimporte angewiesen, auf die auf dem Weltmarkt spekuliert wird, was die Preise in den letzten Jahren vervielfacht hat.
Auch in Deutschland gibt es Hunger, nach Angaben des Verbands deutscher Kinder- und Jugendärzte leiden eine halbe Million Kinder regelmäßig Hunger und erhalten nicht alle Nährstoffe, die sie benötigen.

Wie kann das sein, wo es im Supermarkt doch soviel Essen gibt?
Hier zeigt sich, dass der Kapitalismus im Überfluss künstlich Mangel erzeugen muss, um sich am Leben zu erhalten. Der Supermarkt führt Lebensmittel aus aller Welt mit dem Versprechen, dass es bei immer längeren Öffnungszeiten dennoch immer alles geben muss. In makellosem Zustand selbstredend.
Um dieses große Angebot mit den von der Wirklichkeit abgekoppelten ästhetischen Erwartungen der Kunden vereinbaren zu können, wird in jedem Schritt der Lieferkette vom Bauern über den Großhändler bis zum Laden stets aussortiert. Der Apfel mit den Druckstellen, die krumme Gurke, die Palette Orangen mit einer schimmligen Frucht.
Zu Hause geht dieses Verhalten weiter. Mindesthaltbarkeitsdaten, die keinerlei Bezug zum echten Verfallsdatum haben, bringen Menschen dazu, den gekauften Joghurt wegzuschmeißen und gleich zwei neue zu kaufen.

Das Wegwerfverhalten der Kunden bringt Lebensmittelherstellern und Supermärkten also Gewinne, während die Mehrkosten für die weggeworfenen Lebensmittel einfach auf den Preis eingerechnet werden. Je nach Lebensmittel beträgt dieser Anteil 30-50%. Jede weggeworfene Banane bleibt natürlich auch Teil der Nachfrage und hat schon zur Zerstörung der Erde beigetragen. Das Wegwerfverhalten steht nicht nur in der Verantwortung der Konsumenten, sondern ist erstens durch Werbung erlernt, und zweitens ist Mangel für den Kapitalismus überlebensnotwendig. Würde man all die übrig gebliebenen Lebensmittel verschenken, so würde ja niemand mehr einkaufen.
Es will scheinen, dass die Ethik des Kapitalismus der biblischen diametral entgegensteht. Wo das Gesetz des Mose Mundraub ausdrücklich erlaubt (Deut 23,25f) und die Nachlese verbietet, damit sozial ausgegrenzte Gruppen sich versorgen können (Deut 24,19ff), ist es in Deutschland illegal, Lebensmittel aus dem Müll zu retten. Im Neuen Testament streiten sich die Pharisäer mit Jesus darüber, an welchen Tagen man Ähren aus dem Feld abreißen darf – die Frage, ob es sich um Diebstahl handelt, war dabei undenkbar.

Erst im Kapitalismus sind Besitzverhältnisse so eindeutig heiliger geworden als Menschen.

Bei allem, was sich verändert hat, ist einiges gleich geblieben. Auch heute müssen alle Menschen essen. Und weiterhin entscheidet sich an unserem Essen, welchem Gott wir dienen. Wie könnte in dieser vermarkteten Welt ein Konsumverhalten aussehen, das im Sinne der biblischen Tradition Gemeinschaft stärkt, die Schöpfung bewahrt und sich täglich neu auf den Schöpfergott verlässt?
Die Unterstützung von fair und nachhaltig hergestellten Produkten ist in diesem Kontext sicherlich nützlich, noch wichtiger ist die Vermeidung langer Transportwege, eine ortsnahe Herkunft der Lebensmittel und eine den Jahreszeiten entsprechende Ernährung. Diese Ansätze beginnen bei der Wurzel des Problems und versuchen Lösungen zu schaffen. Aber sie haben einen großen Nachteil: Sie sind teuer und nicht jede/r kann es sich leisten, sein Gewissen rein zu kaufen, was sowieso nicht das Ziel sein kann.
Ich fange daher beim Ende der Produktionskette an, und biete keine Lösung, sondern versuche es mit einer prophetischen Praxis: Mülltauchen, Essen retten, Containern oder Dumpstern.

Nach Ladenschluss begeben wir uns auf Fahrrädern mit Seitentaschen und Taschenlampen zum Supermarkt und streben den Hintereingang an. Dort finden wir das, was kurz zuvor noch auf dem Tresen lag: Äpfel, Orangen, Karotten (in Bioqualität), Blumen, die in ein paar Tagen anfangen zu welken und Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen vorgestern und übermorgen liegt. Wir nehmen uns soviel wir brauchen und hinterlassen den Hof sauberer als zuvor. Zuhause wird das Obst gewaschen und verteilt, vielleicht kochen wir spontan etwas, oder verabreden uns für den nächsten Tag zum gemeinsamen Essen.

Was ist Mülltauchen mehr als ein bisschen Abenteuer und eine Möglichkeit, Geld zu sparen? Eine Lösung für die Probleme der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung sicher nicht.
Aber es führt uns immer wieder das schiere Ausmaß an Verschwendung und die Künstlichkeit des Mangels vor Augen. Es senkt einerseits die Nachfrage, da ich alles, was ich ertaucht habe, nicht mehr kaufen muss und gibt mir gleichzeitig die Möglichkeit, mit dem gesparten Geld in faire, nachhaltige und regionale Produkte zu investieren, die ich mir sonst nicht leisten könnte.

Anders als im Ausüben einer herablassenden Wohltätigkeit, armen Menschen Essen zu geben, das ich selbst nicht essen möchte, essen MülltaucherInnen selbst das Ertauchte und solidarisieren sich mit denen, die keine anderen Möglichkeiten haben. Die schiere Masse an weggeworfenem Essen, das man retten könnte, zwingt zum Teilen, da es in Analogie zum biblischen Manna bald aufgebraucht werden muss. Immer neue, unvorhersehbare Kombinationen an Fundgemüse fördern kreative Rezepte und Gemeinschaft mit allen, die sich einladen lassen. In manchen Städten werden in „Volxküchen“ leckere vegane Mahlzeiten aus gerettetem Essen an öffentlichen Plätzen an alle verteilt, die kommen, egal ob reich, arm, nüchtern oder betrunken. Diese Aktionen sind ein prophetisches Zeugnis gegen die Wirtschaft des Todes und für eine andere Welt, die hereinbricht, wo wir teilen und uns darauf verlassen, dass der Schöpfergott uns versorgen wird.

Hier wird für mich auch der geistliche Aspekt des Mülltauchens deutlich:

Die Auseinandersetzung mit dem weggeschmissenen Essen führt mich gleichzeitig in den Dank und die Klage. Dank für das Essen, das ich finde, Klage darüber, dass es ungerecht produziert wurde und nun Menschen vorenthalten wird, die es mehr bräuchten als ich.
Die biblischen Geschichten überlagen sich: Im Müll der Konsumwüste finde ich täglich mehr als genug Manna. Gleichzeitig versuche ich, nicht vor dem babylonischen Supermarkt niederzufallen.

Dieser Artikel von mir wurde in der Ausgabe 2/14 mennonitischen Zeitschrift „Die Brücke“ veröffentlicht. Da ich nicht zum Schreiben komme, poste ich ihn hier, um den Blog zu beleben.

Bananen als analytisches Instrument der Volkswirtschaft

Ich gehe in einen der drei Supermärkte in meinem Dorf. Regale voller Lebensmittel formen den Markt zu einem Konsumlabyrinth, aus dem ich nur dann den Ausweg finde, wenn ich mehr, als ich wollte eingekauft habe. In der Obst- und Gemüseabteilung sehe ich Berge von Tomaten, Salaten, Gurken. Alle perfekt normiert, gerade Gurken, runde Tomaten, alles ohne Druckstellen und jeden Makel. Aus Afrika, Asien und auch aus Südamerika kann ich Bananen kaufen, kann wählen, ob ich mit dem „Bio“-Siegel versehenes Obst kaufen will, oder das „Normale“. Das ist Freiheit im Supermarkt, wählen zu können, zwischen all diesen gleichaussehenden Bananen – von allem sind Berge vorhanden.

Während ich sie mir ansehe, einige in die Hand nehme um zu fühlen, wie reif sie sind, fällt mir auf, dass einige bräunlich werden haben. Ich sage es dem Verkäufer (in der Hoffnung einen Rabatt zu bekommen), er schmeißt sie weg. Man will ja nicht, dass es heißt, in dem Laden werde schlechte Ware verkauft.

 

Nachts bin ich wieder bei dem Supermarkt. Die Lichter sind schon lange ausgegangen, weshalb ich eine Taschenlampe mitgenommen habe. Ein Freund ist auch dabei, zusammen wollen wir herausfinden, was aus der Banane geworden ist.

In einer braunen Tonne finden wir sie wieder, zusammen mit all den anderen, die aus irgendwelchen Gründen aussortiert wurden:

Haufenweise Tomaten, die leichte Druckstellen haben

Säcke mit Orangen, von denen eine einzige angefangen hat zu schimmeln, Salatköpfe, bei denen einzelne Blätter bräunlich sind, Gurken, Rettiche, und vor allem: Bananen.

Bananen, für die Regenwäler gerodet wurden, die in riesigen Monokulturplantagen gewachsen sind auf denen Pestizide gesprüht wurden, die auch Menschen vergiften. Bananen, die grün geerntet wurden, damit sie auf dem Transportweg nachreifen und dieses Gelb annehmen, das wir als „reif“ wahrnehmen.

Bananen, die endlich reif sind und braune Flecken entwickeln.

Vielleicht sind Bananen ein verkanntes analytisches Mittel um Widersprüche im wirtschaftlichen System aufzuzeigen:

Bildeten sich in der Planwirtschaft der DDR endlose Schlangen vor den Läden, wenn es denn endlich mal Bananen gab, so landen sie im real existierenden Konsumkapitalismus ohne großes Zucken in den Müll, um Platz für vermeintliche frischere zu machen.

Manna, internationale „Hilfe“ und die ewige Besatzung

Vor einigen Tagen habe ich eine Dokumentation gesehen, die mich daran erinnert hat, dass ich schon länger einen Artikel über internationale Entwicklungshilfe in Palästina schreiben wollte.

Wer sich all die Schilder an neuen Gebäuden in der Westbank anschaut, könnte den Eindruck gewinnen, die gesamte Welt wäre einseitig auf der Seite der Palästinenser. Von den zu erwartenden arabischen Ländern über Deutschland und andere EU-Länder finanziert sogar die USA Infrastrukturprojekte und NGOs in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten.

Zum Beispiel die Straße von Bethlehem nach Nahalin. Da die Israelis mit Felsen den Weg von Nahalin zur Route 60, die Hauptverbindung zwischen Jerusalem, Bethlehem und Hebron, blockiert haben, konnte man Nahalin (und Dahers Weinberg) nur noch zu Fuß erreichen, oder man arrangierte, dass auf der anderen Seite des Roadblocks ein zweites Auto stand, das einen mitnahm.

Die italienische und US-amerikanische Regierung haben nun in all ihrer Güte beschlossen, eine neue Straße von Bethlehem über Al Khader und Hussan (zwei andere palästinensische Dörfer) zu bauen. Diese führt an einer Stelle in einem Tunnel unter der Route 60 hindurch, ist bis jetzt nur eine Erdstraße und nimmt einen gewaltigen Umweg, sodass man nun viel länger nach Bethlehem braucht, als vorher. Die Straße wurde von palästinensischen Bauarbeitern unter Anleitung italienischer und amerikanischer Ingenieure gebaut, wodurch ein Teil des Geldes wieder in die Ursprungsländer geflossen ist. Der wichtigste Punkt ist allerdings dieser: Statt ihren Einfluss auf Israel auszunutzen und zu verlangen, dass der Roadblock entfernt und die alte Straße wieder freigegeben wird, haben sie sich zu Komplizen der Besatzung gemacht, indem sie ein Apartheidssystem von getrennten Straßen propagierten. Die neue Straße wird als Rechtfertigung seitens Israels benutzt, dass Palästinenser in Zukunft vielleicht gar nicht mehr auf der Route 60 fahren dürfen. Gleichzeitig können sich Italien und USA damit rühmen, nicht einseitig auf der Seite Israels zu stehen, da sie ja auch Projekte innerhalb der besetzten Gebiete finanzieren, die für eine etwaige Staatsgründung wichtig sind.

Tatsächlich machen sie die Zweistaatenlösung unmöglich, weil so die Apartheidspolitik ungehemmt weitergehen kann. (Außerdem sind die Gelder an die Palästiner lächerlich im Vergleich zu der Unterstützung der USA an Israel)

Ein zweites Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Zu Beginn meiner Zeit auf Dahers Weinberg gab mir Daher kleine verschweißte Packungen mit Reis und komischen braunen Brocken, die ich den Tauben verfüttern sollte. Auf den Packungen war ein Etikett: Manna Pack von der Organisation Feed my Starving Children. Diese wohltätige christliche Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, „Gottes Kinder die körperlich und geistlich hungrig sind, mit Nahrung zu versorgen. Zunächst einmal grenzt der Name „Manna Pack“ meiner Meinung nach an Blasphemie, da das Manna den Israeliten in der Wüste von Gott gegeben wurde und nicht von wohlmeinenden Christen, die von der Situation der verhungernden Kinder, denen sie helfen wollen, profitieren. Desweiteren denke ich, dass, auch wenn ich Tauben im Sinne Franz von Assisis als Geschwister und daher als Kinder Gottes bezeichnen würde, die Verfütterung von Manna Packs an Tauben den Zweck verfehlt. Das ich die Manna Packs den Tauben verfüttern sollte, sagt mir weiterhin, dass sie im Westjordanland von Menschen nicht benötigt werden, und billiger sind als Körner, die ich den Tauben sonst füttere. Es ist die ökonomisch sinnvollste Option.

So wird die palästinensische Wirtschaft zerstört, da es sich lohnt, internationale Hilfsgüter als Tierfutter zu nutzen, statt lokale Produkte. Ich möchte betonen, dass dies nicht die Schuld der Palästinenser ist, es ist die Schuld wohlmeinender Organisationen, die Notfallhilfe in Gebieten betreiben, wo diese nicht benötigt wird.

Solche Hilfe ist nicht Hilfe zur Selbsthilfe, sondern zerstört lokale Märkte, macht abhängig und ist damit Teil des Systems, dass die Besatzung aufrecht erhält. Würde die Besatzung enden, würde auch die internationale Hilfe enden, womit viele Menschen ihrer Einkommen, z.B. als NGO-Mitarbeiter, beraubt wären.

Ein weiterer Aspekt dieser Gelder ist auch, dass sie den Widerstand kontrollieren. Entscheiden sich die Palästinenser für einen Weg, der den Spendern nicht passt, so wird der Geldhahn zugedreht. Das beste Beispiel hierfür sind die demokratischen Wahlen im Gazastreifen, die die Hamas an die Macht brachten. Obwohl diese Wahlen von unabhängigen Beobachtern für zulässig erklärt wurden, stoppte die internationale  Gemeinschaft die Gelder und bestrafte die Bewohner des Gazastreifens für das Ausüben ihrer demokratischen Grundrechte.

Die vorhin erwähnte Dokumentation hat meine Bedenken gegen internationale Hilfe bestätigt und noch vergrößert. Sie geht in mehreren eindrücklichen Beispielen mit Aussagen palästinensischer WissenschaftlerInnen und Unternehmer auf die Rolle von internationalen Geldern in der Besatzung ein.
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Was heißt das für meinen Dienst hier? Ich nehme im Grunde genommen ebenfalls einem Palästinenser Arbeit weg. Meine unbezahlte Arbeit hier ermöglicht es, dass Zelt der Völker nicht rentabler werden muss, sondern weiterhin die Arbeitskraft abenteuerlustiger Deutscher ausbeuten kann. Das hört sich sehr hart an, und ich kriege hier ja auch einiges zurück an Atmosphäre und so, aber wirtschaftlich gesehen sind all diese Faktoren uninteressant. Was zählt ist Arbeitskraft und Bezahlung und das Verhältnis ist bei Freiwilligenarbeit einfach traumhaft. Fast so gut, wie Sklavenarbeit.

Andererseits denke ich, dass diese Analyse eher auf andere Projekte zutrifft, die tatsächlich die finanziellen Möglichkeiten hätte, jemanden anzustellen und zu bezahlen. Aber bei all den Freiwilligen, die es hier gibt, im Vergleich zu den Arbeitslosenzahlen, wundere ich mich, dass die Palästinenser uns immer noch so freundlich empfangen.

Canaan Fair Trade

Vor einigen Wochen schon war das Olivenerntefest in Bethlehem, bei dem verschiedene Bauernkooperativen und Kulturvereine auf dem Nativity Square ihre Arbeit ausgestellt haben.

Besonders beeindruckt hat mich hierbei der Stand von Canaan Fair Trade, einer palästinensischen Firma aus Jenin, die seit einigen Jahren palästinensische Produkte, vor allem Olivenöl basierte, zu fairen Bedingungen komplett in der Westbank herstellt und ins Ausland verkauft.

Hauptmärkte sind hierbei USA und Europa. Auf Nachfrage konnte ich leider nicht herausfinden, bei welchen FairTrade Geschäften man in Deutschland ihre Produkte kaufen kann, aber sie laut ihrer Webseite werden sie im Februar auf einer Nahrungsmesse in Nürnberg sein.

Die Vertreterin beim Olivenerntefest war ebenfalls eine deutsche Freiwillige. Wir informierten uns ausführlich über ihre Organisation, die mit über 1700 Bauern zusammenarbeitet. Fair Trade Ansätze als Alternative zum Grashüpferkapitalismus haben schon in verschiedenen Kontexten sehr positive Effekte erzielt, ich hoffe, dass viele Menschen, die sich mit den PalästinenserInnen solidarisch erklären, ihre Solidarität auch mit dem Geldbeutel zeigen. Vielleicht wäre das auch ein Ansatz für die BDS-Kampagne – nicht nur keine israelischen Produkte (insbesondere solche, die im Zusammenhang mit der Besatzung stehen), sondern stattdessen palästinensische zu kaufen.

Hier kann man noch ein Interview mit dem Gründer von Canaan Fair Trade lesen.

Die Freiwillige hat uns dann auf dem Weinberg noch besucht hat und uns ein Glas Olivenhonigbrotaufstrich da gelassen. Das Glas hat nicht sehr lange gehalten..

 

Gnade gegen Spende

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Letzte Woche war ich auf Freakstock, dem jährlichen Festival der Jesus Freaks. Es war eine großartige Erfahrung und ich frage mich, warum mich niemand vorher dahin geschleppt hat… Genau diese Gemeinschaft an alternativen, fröhlichen Christ_innen habe ich lange gesucht und nun vielleicht endlich ein paar davon getroffen.

Es gab dort viel Schönes und Inspirierendes, aber das spannendste waren die Volksküche und die Band Psalters. Bei der Volxküche wurde tagsüber gekocht, sodass abends zusammen gegessen werden konnte. Eingeladen waren alle, zum Essen, wie auch zum Schnibbeln, Würzen und Spülen. Außerdem war das Vokü-Zelt ein Ort der Begegnung, am dem ich einen großen Teil der Zeit während des Festivals verbrachte und spannende Menschen kennenlernte.

Die Psalters sind eine Band aus Philadelphia, USA Turtle Island, die liturgische Texte mit Punk-Folkmusik mischen und sich als Nomaden verstehen. Ich kannte sie vor Freakstock nicht und bin immer noch sehr begeistert von dieser Musik, den Musiker_innen und ihren Konzerten (sie haben von vier Tagen 3(!) mal gespielt).

Was mich aber an diesen zweien am meisten überzeugt hat, war, dass beide einzig und allein auf Spendenbasis funktionierten. Bei der Vokü stand eine Kasse und man warf hinein, was man wollte. Der Stand der Psalters war immer besetzt und man konnte sich an Alben und Patches nehmen, was man wollte, gegen eine Spende beliebiger Größe. Es gab keine festen Preise und man gab so viel, wie man konnte und das Projekt unterstützen wollte. Man konnte auch gar nichts geben.

Diese Praxis hat mich zum Nachdenken gebracht und schließlich kam ich im Gespräch mit Freunden auf diese These: „Gnade gegen Spenden“ (Der Satz ist ein leider Anglizismus, „grace for donations“ und ich freue mich über bessere Übersetzungsvorschläge).

Was bringt mich zu diesem Gedanken? Gnade ist ein Wort mit dem viele Leute etwas vollkommen Unverdientes verstehen und auch zu recht. Die Gnade, die Gott uns anbietet können wir durch nichts verdienen. Egal, wie fromm unsere Lebensführung wäre, oder wie viel Frieden wir stiften würden; nichts kann die Gnade erkaufen – abgesehen davon, dass wir diese Dinge wohl kaum ohne Gott tun könnten. Das Konzept von der unverdienten Gnade erlöst uns aus dem Zwang „Gutes“ zu tun, der allzu schnell für einen höheren Zweck die Mittel heiligt. Es erlöst uns von Schuldgefühlen und zeigt uns, dass wir so angenommen sind, wie wir sind. Das ist die Predigt, die Rev. Vince Anderson uns in seinem Konzert über Gottes all-inklusive Liebe hielt.

Aber. Es gibt immer ein aber. Die Stärken eines Konzepts werden zu Schwächen, wenn sie ihr subversives Element verlieren, Allgemeinplätze werden und andere Wahrheiten verdrängen.

So ist es auch hier. Ich bin kirchenhistorisch nicht bewandert genug, um die genauen Ursachen für diesen Umschwung zu sehen, aber sagen wir einfach, die Tradition der Gnade hat die Tradition der Werkgerechtigkeit besiegt, und mit ihr auch alles verdächtig gemacht, was nach Werken aussieht. Wer auf die Notwendigkeit christlicher Werke hinweist und Zweifel daran hegt, dass alles, was Christ_innen nach ihrer Bekehrung tun sollen, lobpreisen und anbeten und keinen Sex vor der Ehe haben ist,  gilt bei manchen schon fast als Ketzer.

Da so aber auch schon die Propheten genannt wurde, lasse ich mich nicht stören.

Ich denke, Werke sind wichtig, vielleicht sogar essentiell – gleichzeitig kann man sich die Gnade nicht verdienen. Wie also soll man diese Dialektik auflösen?

Hier kommen die Spenden ins Spiel.

„Gnade gegen Spenden“ heißt, jede nimmt sich was sie braucht und gibt was sie kann. Manche brauchen mehr und geben scheinbar nichts, manche können wenig annehmen, meinen aber viel geben zu müssen. Manche geben anders, so wie bei der Vokü manche Essensspenden mitbrachten, oder Gemüse schnibbelten, während andere „nur“ einen 5€-Schein in die Kasse legten. Durch das Annehmen der Gnade kann man diese weitergeben und auch so etwas zurückgeben, wie manche begeistert von den Psalters erzählten und so Leute zu ihrem Konzert brachten, die später viel Geld für CDs gaben.

Diejenige(n), die die Kosten tragen und sich auf ein solches Konzept einlassen (sei es die Vokü auf einem bescheidenen Niveau, oder die Psalters, die tatsächlich mehr oder weniger von Spenden für ihre Musik leben, oder letztlich Gott, der sich und den Kosmos der Menschheit komplett ausgeliefert hat) brauchen ein gewaltiges Maß an Vertrauen gegenüber den zunächst bloßen Konsumenten.

Aber gerade durch dieses Vertrauen fühlen sich die Konsumierenden wahrgenommen und haben die Möglichkeit dieses Vertrauen zu bestätigen und Teil der Bewegung zu werden, die durch die Gnade ausgelöst wurde. Manchmal wird das Vertrauen auch enttäuscht, so wie als die Vokü 100€ im Minus war (ich hoffe es hat sich noch ausgeglichen), aber dadurch werden sich die Begnadigten erst ihrer Verantwortung bewusst und können sie wahrnehmen.

Eine letzte und spannende Gemeinsamkeit zwischen Gnade und dem Konzept der Schenkökonomie (zu der man das „gegen Spenden“ Prinzip zählen kann) ist, dass es vielen Menschen unglaublich schwer fällt, beides anzunehmen. Wir sind so gewohnt, dass alles einen festen Austauschpreis hat, dass man alles messen kann, dass Pflichten erfüllt werden können und müssen, dass es uns unmöglich und unerträglich erscheint, dass es etwas anderes gibt. Die Gnade erschreckt den gefallenen Menschen, weil er alles einteilen will, genau messen und ordnen will.

Ein solches Maß an Reich Gottes ist für das System höchst erschreckend. Zu Recht.

 

Wozu öffentliche Bibliotheken führen können

Robs hat einen neuen Artikel geschrieben, eine Anekdote aus der Gemeinde über Autonomie und einfaches Leben, und über ein Buch, das in ihrer Gemeindebibliothek vorhanden sein wird. Er schreibt auch, dass ihn dieser Blogeintrag über Andrew Carnegie“ nochmal bestätigt hat in der Idee die Gemeindebibliothek zu gründen.

Mal nachsehen, vom wem „dieser Blogeintragist. Ah, Kerstin, von ihr habe ich schon länger nichts mehr gelesen, schön was schreibt sie denn so über Andrew Carnegie, den zweitreichsten Mann der Welt, nach John Rockefeller?

„Vor fast 200 Jahren tat sich ein Weber in Schottland mit einigen anderen Männern zusammen. Sie stellten die fünf (!!!) Bücher, die sie besaßen, der Allgemeinheit zur Verfügung, eröffneten eine Leihbibliothek. Als dampfbetriebene Webstühle aufkamen und die Handweber mit der Konkurrenz nicht mithalten konnten, verarmte die Familie und wanderte nach Amerika aus.
Sein Sohn Andrew
[Carnegie] profitierte davon, dass ein reicher Bürger Philadelphias, seine private Bibliothek für interessierte Arbeiterjungs öffnete – man konnte sich jede Woche ein Buch ausleihen. Andrew bildete sich so gut er konnte und er hatte die Fähigkeit, Trends zu erkennen“

Da hat Robert also die Bestätigung für die Gemeindebibliothek her. Schön, dass Andrew trotz dem wirtschaftlichen Ruin seiner Eltern durch die industrielle Revolution eine zweite Chance bekommen hat. Hoffentlich behält er in Erinnerung was er erfahren und nutzt seine Fähigkeit, Trends zu erkennen“ dazu, den beginnenden Großkapitalismus zu erkennen und etwas für die zu tun, die ein ebenso hartes, oder härteres Schicksal hatten wie er.

Ich lese weiter:

„In seinem Essay “The Gospel of Wealth” schrieb er einige seiner Überzeugungen nieder. Für ihn war der Glaube an den Fortschritt und die Weiterentwicklung der Menschheit Antrieb und Motivation. Er war überzeugt davon, dass begabte Menschen den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt der Menschheit entscheidend voranbringen würden. Dass sie in dem Prozess auch reich würden, war für ihn selbstverständlich.“

Da Carnegie sich nicht als Christ bezeichnete, werde ich nicht auf den seltsamen Begriff des „Evangelium des Reichtums“ und den Widerspruch zum Evangelium Christi eingehen. Das könnt ihr selber tun, ich empfehle Matthäus 19,24.

Begabte Menschen bringen die Menschheit technisch und wirtschaftlich in der Tat weiter. Aber auf diesen Fortschritt kommt es doch gar nicht an. Es kommt darauf an, dass wir wissen, was wir mit den neuen Techniken anfangen sollen, ob diese uns hilft bessere Menschen zu sein. Gleiches gilt für die Wirtschaft.

Aber das tun sie beide gerade nicht, Technik macht uns abhängiger von der Wirtschaft, weil wir nicht länger wissen, wie wir ohne die Technik, die auf komplizierter Arbeitsteilung aufgebaut ist, leben sollen und die Wirtschaft redet uns ein, wir müssten immer mehr Technik kaufen. Um diese Technik herzustellen wird ein Großteil der Hersteller (der echten Hersteller!) ausgebeutet, muss in unwürdigen und giftigen Bedingung arbeiten, stirbt in Folge dessen früher und ihre Kinder haben keine Bildung – außer natürlich wenn wie bei dem jungen Carnegie ein netter reicher Mann die Bibliothek öffnet.

Das man reich wird, wenn man die Arbeitskraft derer ausnutzt, die ungebildet sind, deshalb keine andere Arbeit finden können und ihnen dann weniger zahlt, als das, was sie produzieren, wert ist, ist irgendwie selbstverständlich.“ .

Aber, „Er hielt es für eine Schande, wenn ein Mensch reich sterben würde.“

Mist, da hat er jetzt das ganze Geld, wohin nur damit? Der Artikel verrät uns wie Carnegie darüber dachte:

„- Geld zu vererben betrachtete er als Gefahr für den Charakter der Erben, die möglicherweise nicht gut mit dem Reichtum umgehen würden.
– Geld zu verteilen hielt er für unsinnig, da seiner Meinung nach viele Menschen es nur für Konsum, nicht jedoch für persönliche Weiterentwicklung verwenden würden. Nachvollziehbar. Als ich im Flugzeug über die Spenden las, sagte mein Sitznachbar: “Die sollten mir was von dem Geld geben.” Auf meine Frage, was er denn mit dem Geld tun würde, antwortete er “Going to the beach and party…and have some drinks.” Aha.
– Geld dem Staat zu vererben hielt er für unsinnig, da damit nicht sichergestellt wäre, dass das Vermögen auf eine gute Art und Weise und im Sinn des Spenders verwendet würde.
Damit blieb für ihn nur die Option
– Geld während der eigenen Lebenszeit in Projekte und Dinge zu investieren, die dem Wohl und dem Fortschritt der Menschheit dienen.
Andrew Carnegie, lebte gemäß seiner eigenen Überzeugungen. Für ihn war der Zugang zu Bildung sehr wichtig und so finanzierte er unter anderem den Bau und die Ausstattung von mehr als Tausend Bibliotheken. Auch die Carnegie Hall in New York wurde von ihm finanziert. Insgesamt spendete er zu seinen Lebzeiten mehr als 90 % seines enormen Vermögens für Bildung und andere soziale Zwecke.“

Ich muss Carnegie recht geben, die drei ersten Optionen sind Schwachsinn und würden wahrscheinlich großen Schaden anrichten, weil Menschen mit so viel Geld eben nichts anfangen können.

Und seine Lösung ist doch genial, der Mann finanziert nachhaltige Institutionen, die vielen Menschen geholfen haben.

Bleibt nur die Frage, wie vielen Menschen er auf dem Weg dorthin geschadet hat.

Wie viele sind wegen ihm verarmt und brauchten deshalb erst seine Hilfe?

Ich hoffe, dass die Gemeindebibliothek in Costa Azul keine Carnegies hervorbringt. Die Welt hat schon genug wohlmeinende Kapitalisten. Ich hoffe, dass die Gemeindebibliothek Aktivisten, Rechtsanwälte, Bauern, Pastoren und Politiker hervorbringt, die die Unterdrückung, die uns Technik und Wirtschaft gebracht haben beenden. In Paraguay, Südamerika und der ganzen Welt. Und wenn ich mir die Bücher ansehe, von denen ich weiß, dass sie dort stehen werden, bin ich guter Hoffnung.


Neue Single von Irie Revoltés!

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hab es mal wieder ein bisschen spät gemerkt, aber Irié Revoltés hat eine neue Single namens „Travailler“ (-arbeiten) herausgebracht, die man auf ihrer Webseite kostenlos herunterladen kann.

Das Lied setzt sich kritisch mit dem Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft auseinander und der Ausgrenzung, die die erfahren, welche sich dagegen wehren, oder einfach keine Anstellung finden.

Leider finde ich den Text noch nirgends, aber die Fetzen, die ich mit meinem gebrochenen Französisch aus dem schnell gesungenen Text verstehe, hören sich super an….

„Travailler, travailler, travailler pour en fin avoir de la valeur dans la société!“

„Arbeiten, arbeiten, arbeiten, um endlich Wert in der Gesellschaft zu haben!“

Weiter so Irie!

Das nenne ich mal eine wirklichkeitsnahe Textaufgabe!!

„Ein Mann lässt sich vom Zahnarzt 20 Zähne reparieren. Für den ersten bezahlt er 1$, für den zweiten 2$, für den dritten 4$ und so weiter. Wie hoch ist die Rechnung?“

So gestellt im Matheunterricht, hier in Paraguay. Der Mann bezahlt also für jeden Zahn doppelt soviel wie für den vorher.

Damit ist die Rechnung: 1+2+4+8+16+32+64+128+…+524.288 = 1.048.575$ !!!

Realistisches Ergebnis einer realistischen Aufgabe. Ich meine, wer geht nicht zu seinem Zahnarzt und sagt „Ich geb dir für jeden Zahn doppelt so viel Geld, wie für den Zahn davor.“ ?!

Dabei wäre es doch so einfach eine Zinsaufgabe zu machen, das ist nämlich genau die Sache für die Potenzrechnung benutzt wird!!!

für Nichtmatheliebhaber: die Zahlen sind alle Potenzen von 2. Man könnte auch sagen der x-te Zahn kostet 1 (also den Anfangswert) mal 2 (weil es sich immer verdoppelt) hoch x. Bei der Zinsrechnung wäre der Anfangswert mein eingezahltes oder geliehenes Geld. Diesen nimmt man mit 1+die Verzinsung (der bisherige Betrag + was dazu kommt) hoch Jahre (oder wie oft zinsen fällig werden) mal.

Also wäre eine passende Aufgabe: Eine Frau (um mal abzuwechseln) legt 100 $ (sehr einfache Zahl) auf einem Konto mit 3% Verzinsung an. 30 Jahre später erinnert sie sich an das Konto, dass sie nach der Einzahlung völlig unberührt ließ. Wie viel Geld ist auf dem Konto?

Gegeben: Einzahlung: 100$, Verzinsung: 3%= 0,03 (prozent=hundertstel) Zeit: 30 Jahre

Rechnung: 100$ + 1,03^30=242,726248  //  „^“  soll hoch heißen

Abtwort: Es befinden sich 242,73$ auf dem Konto.

Wir sehen also, dass Geld hat sich verdoppelt, was heißt, dass irgendjemand einen Realwert dafür erarbeiten muss, von dem er nichts hat, weil er Schulden abzahlen muss. Geld arbeitet nicht. Menschen arbeiten für den Mammon.

Aber wenigstens hätten die Schüler dann eine sinnvolle Aufgabe gerechnet…

Große Wasser -Teil II

Ich war zwar mit der Gesamtsituation unzufrieden, aber aufgeben wollte ich noch nicht. Wir sollten zumindest VERSUCHEN ohne Ausweis über die Grenze zu kommen – immerhin sind wir hier in Südamerika und ich glaube ja eh nicht an Staaten und Landesgrenzen.

Da wir aber schon gefühlte Siebenmeilen ohne die dazugehörigen Stiefel gelaufen waren, schlug ich vor ein Taxi bis zur Jugendherberge in Foz de Iguazu zu nehmen. Was sich als der größte Fehler der ganzen Reise erwies…

Zunächst einmal schlug der Taxifahrer vor zuerst zum binationalen Wasserkraftwerk Itaipu zu fahren. Das stand zwar auf unserer Liste, aber eigentlich wollte ich nur bis zur Jugendherberge und dann mit Bussen weiter fahren. Ehe ich mich versah waren wir in Itaipu, das heute bestreikt wurde – als ob der Taxifahrer das nicht gewusst hatte! JETZT fahren wir aber zur Jugendherberge dachte (und sagte ich), aber nachdem wir die Grenze passiert hatten, wobei ich meinen Ausreisestempel erhielt und Carlos unbehelligt blieb, weil er gerade meinen Paß anschaute als der Grenzbeamte vorbeilief, spukte mir der Automat nach einiger Überzeugungsarbeit 400 Reales aus und wir fuhren in Richtung der brasilianischen Wasserfälle – mal wieder konnte ich mich nicht gegen den Sirenengesang des zweiäugigen Fahrers wehren, hätte ich doch meine Oropax benutzt!

Dort angekommen gingen wir zuerst in den Vogelpark, der direkt neben dem Wasserfallpark liegt. Die Eintrittspreise hauten mich ein bisschen aus den Socken, aber es ist ja schließlich ein beliebtes Touristengebiet… Der Taxifahrer begleitete uns, da er in Begleitung zahlender Gäste kostenlos reinkam. Weil er alles schon kannte lief er ziemlich wovon wir uns leider beeinflussen liefen und uns nicht die Zeit nahmen alles in Ruhe anzusehen. Viel zu schnell waren wir im Touriladen des Parkes angelangt, wo ich in weiser Voraussicht Postkarten kaufte. Nach meiner Schätzung waren wir nach höchstens einer Stunde schon wieder aus dem Park draußen! 20€ in einer halben Stunde ausgegeben, na super.

Als nächstes ging es zur eigentlichen Hauptattraktion: der brasilianischen Seite der Wasserfälle. Wir mussten erstaunlich kurz anstehen und ich musste für Carlos den europäischen Eintrittspreis bezahlen, weil er ja keinen Ausweis hatte, um zu beweisen, dass er Paraguayer war! Wieder begleitete uns der selbsternannte Führer.

Mit einem Bus fuhren wir bis zum Anfang des Wanderweges, wobei Carlos und Polyphem (ähmm der Taxifahrer ) wieder sehr vorauseilten… Ich versuchte mir so viel Zeit zu nehmen wie ich wollte und blieb auch länger stehen um die Wasserfälle, die Pflanzen, die Nasenbären und alles andere zu beobachten, aber irgendwie war ich doch auch schneller als ich wollte.

Schließlich standen wir vor der Teufelsrachen, zum Glück standen wir auf einer Plattform und wurden nicht wie die Leute in den Schlauchbooten von Skylla und Charibdis fast verschlungen…

Es war unbeschreiblich. Obwohl wegen der enormen Trockenheit viel weniger Wasser floß, rauschte es vor unseren Augen mit atemberaubender Geschwindigkeit zur Erde, um Platz für neues Wasser zu machen. Und es kam immer neues Wasser! Die Schöpfung hat mich glaube ich noch nie so sehr dazu gebracht dem Schöpfer zu danken.

Ich versuchte die ganzen nervigen, fotoschießenden Touristen zu vergessen und schoß so viele Fotos wie ich konnte, dann war meine Speicherkarte für die Kamera voll und ich genoß den Anblick ohne ihn weiter digital festzuhalten. Nach einer LANGEN Zeit, war ich bereit mit den anderen weiterzugehen. Erstmal zu einem Stand, wo ich wieder viel blechen musste, um die Photos auf eine CD brennen zu lassen. Dann mit einem Aufzug auf die Höhe der Wasserfälle, wo wir noch ein bisschen standen und dann weiterliefen.

Zu meinem Erstaunen war der Weg damit zu Ende und es standen schon wieder die Shuttlebusse bereit uns zum Eingang zu fahren. In einem Akt der Verzweiflung schlug ich vor den ganzen Weg zurückzulaufen, aber meine Gefährten hatten dafür kein Verständnis und irgendetwas hielt mich davon ab, einfach alleine zu gehen.

So waren wir gegen drei Uhr nachmittags schon mit allen Aktivitäten fertig und ENDLICH fuhr uns der Taxifahrer zur Jugendherberge, wo wir feststellten, dass alles voll war, weil wir nicht morgens gekommen waren – in meiner Naivität hatte ich natürlich nicht vorbestellt – was eigentlich ja auch nicht nötig gewesen wäre, wenn alles nach Plan geklappt hätte!!

Der Verwalter meinte noch draußen vor der Stadt wäre auch eine Jugendherberge (an der wir schon vorbeigefahren waren) und die hätten wahrscheinlich noch Plätze frei, aber ich war einfach zu gefrustet und wusste außerdem auch nicht, was wir denn am nächsten Tag noch machen sollten. Die argentinische Seite war Carlos versperrt und ich wollte nicht alleine dort hingehen, es war nicht klar, ob die Arbeiter in Itaipu morgen nicht auch noch streiken würden – und wenn wir außerhalb wären, wäre es auch fraglich, ob wir ohne den mir mittlerweile schon fast verhassten Taxifahrer irgendwohin kämen.

Also teilte ich Carlos meine Gedanken so gut es ging mit und er stimmte mir zu, weswegen wir den Taxifahrer in Reales bezahlten. Dabei benutzten wir eine falsche Umrechnungszahl UND ich gab ihm Trinkgeld, das er eigentlich ÜBERHAUPT NICHT verdient hatte, weshalb er ungefähr 10€ mehr kriegte, als wir ausmachten. Ich bat ihn, uns in ein Restaurant zu fahren damit wir ENDLICH was essen könnten. Dazu lud ich ihn dann auch noch ein! Es war ein Buffetrestaurant und schmeckte unglaublich gut -vielleicht auch größtenteils, weil ich so hungrig war…

Nach dem Essen hatten wir noch 21 Reales und ich hatte die fixe Idee nur das 1 Real Stück, das einer Euromünze sehr ähnlich ist mitzunehmen, weswegen wir von einem argentinischen Straßenhändler mit dem wir uns noch unterhielten drei Ringe und zwei Armbänder für 10 Reales kauften. Der Typ war ziemlich lustig drauf… halt so ein typischer Austeiger und Vagabunde 😀 hatte einen kleinen Dread, die anderen hatte er vor Kurzem abgeschnitten…

Wir fuhren über die Grenze und zuerst wunderten sich die brasilianischen Grenzbeamten, dass ich am selben Tag wieder ausreisen wollte, aber sie machten keine Probleme… auf der paraguayischen Seite jedoch sagten sie: „Ja, wissen Sie, dass geht eigentlich nicht… Sie müssen 72(!) Stunden im Ausland gewesen sein, damit sie ihren Einreisestempel (was mein neues Visum für 90 Tage ist) kriegen… Oder sie müssen eine Gebühr zahlen, schauen Sie mal auf der Liste da…“ Ich erklärte ihnen, dass ich eigentlich gaplant hatte, dass ganze Wochenende in Brasilien zu sein, aber mein Hotel sei voll und ich könne mir kein anderes leisten, was immerhin die halbe Wahrheit war  – ich konnte ja nicht sagen: „Ja, mein Freund Carlos da draußen hat keinen Ausweis, weswegen wir nicht nach Argentinien kommen“. Aber die Grenzbeamten hatten kein Erbarmen mit mir und ich machte mich bereit die 220.000 Guaranis (ca.35€) zu zahlen, aber der Beamte kam zu mir und sagte mit leiser Stimme: „Hast du gesehen, wie viel es da auf der Liste kostet?“ Als ich bejahte, sagte er es koste 200.000 Guaranis ( ca 32€) – was ’ne Ersparnis, aber da ich zu blöd war zu feilschen, bezahlte ich ihm das Geld, das er höchstwahrscheinlich ganz in seine Tasche steckte, sonst hätte ich ja keinen Rabatt gekriegt…

Endlich waren wir am Busbahnhof, gaben dem unverschämten Taxifahrer noch unsere letzten 10 Reales und 20.000 Guaranis (insgesamt 6,60€) und rannten, weil wir sofort einen Bus nehmen konnten.

Im Bus konnte ich weder schlafen, noch Tagebuch, noch Postkarten schreiben, weil es zu laut, wackelig und dunkel war…

Um zehn Uhr nachts kamen wir an – Wiensens konnten uns nicht abholen, weil sie in der Gemeinde ein Programm machten, also stellten wir uns an die Straße, wo nach Aussage eines Straßenverkäufers die 44 vorbeikommen sollte. An besagter Ecke stand auch ein Bus dieser Linie, nur ohne Fahrer. Außerdem standen dort einige Taxis mit zugehörigen Fahrern, die sich natürlich erboten uns nach Hause zu fahren – aber ich hatte eine derartige Aversion gegen diesen Berufsstand entwickelt, dass ich jetzt nicht mit ihnen fahren wollte.

So warteten wir. Eine halbe Stunde verging und es erschien weder der Fahrer des Busses, noch fuhr ein anderer Bus, der im entferntesten in unsere Richtung ging, vorbei – während der ganzen Zeit kam nur ein einziger Bus, der auch noch zum anderen Ende Asuncións fuhr, vorbei.

Ich war so verzweifelt, müde, genervt, wütend und sogar ein bisschen ängstlich, wenn ich an all die Ratschläge NIE bei Dunkelheit Bus zu fahren dachte, dass ich begann mit dem Taxifahrer zu verhandeln. Wir hatten uns gerade auf 90.000 (13€) geeinigt und ich hatte das Geld schon in der Hand, als der 44er, der immer noch da stand den Motor startete. Wie der Blitz stiegen wir ein und kamen unbescholten nach Hause; ich musste die ganze Busfahrt daran denken, dass wir jetzt doch noch ein Wunder erlebt hatten…

Abgesehen vom Wunder der Wasserfälle natürlich…

Jetzt ist das ganze fast zwei Wochen her und meine Auffassung davon hat sich bei jedem Bericht verändert, von Wut über den Taxifahrer und das alles andere auch schief gegangen ist, über Freude wenigstens die Wasserfälle gesehen zu haben, bis schließlich zur typischen Bloggeransicht, dass es eine tolle Anekdote ist und deshalb gut.

Mal sehen, vielleicht komme ich ja nochmal dahin, vielleicht alleine, oder mit jemandem, der sich ähnlich viel Zeit dafür nehmen will… bis dahin habe ich die Fotos und die Bilder in meinem Kopf.