Ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten

10. Dezember 2009

Nach zweimonatiger Blogabstinenz zwingt mich nun mal wieder die Bundeswehr hier was zu schreiben…

Vor ein paar Wochen erhielt ich einen Brief per Post. Natürlich freute ich mich – passiert heutzutage ja nicht mehr so oft, dass man einen Brief kriegt. Ein Blick auf den Absender verriet mir, dass er vom Kreiswehrersatzamt war. Na ja, gefreut hab ich mich trotzdem, ich krieg nämlich so wenig Briefe, dass ich mich sogar über Briefe von der Bank, oder eben vom Kreiswehrersatzamt freue. Und außerdem kann man sich ja erstmal anhören, was die so zu sagen haben, nicht wahr?

Anlass des Briefes war das voraussichtliche Datum meiner Musterung, die irgendwann nächsten Sommer stattfinden wird. Sie betonen zwar, es sei wichtig, das Musterung und Einziehung, die ja erst nach der Schule erfolgen kann, nahe beeinander liegen, dass ich aber erst ein Jahr nach meiner Musterung Abi mache ist ihnen aber anscheinend egal.

Dem Brief liegen “Informationen für Abiturienten” bei, in denen existentielle Fragen aufgeworfen werden:

“Sie sind qualifiziert und machen demnächst ihr Abitur oder Fachabitur?”

Ja, zumindest das letzte trifft zu.

“Sie suchen einen sicheren Arbeitsplatz mit Perspektive?”

In Zeiten der Wirtschaftskrise muss ich ja schreckliche Angst haben und suche natürlich Sicherheit und Perspektive.

“Sie wollen studieren und gleichzeitig gut verdienen?”

Wer will das nicht?

“Sie wollen Karriere machen, sich aber nicht in volle Hörsäle quetschen?”

Natürlich will ich Karriere machen, was gibt meinem Leben sonst einen Sinn und volle Hörsäle mag ich auch nicht, woher wussten sie das bloß?

“Sie wollen moderne Technologien kennen lernen?”

Moderne Technologien sind immer toll und ob sie Leute umbringen ist mir ganz egal.

“Sie wollen Abwechslung und Herausforderung bei der Arbeit?”

Man kann Karriere machen und Abwechskung und Herausforderung bei der Arbeit haben? Das muss ein toller Job sein!

Die Lösung meiner Zukunftspläne besteht wohl, da ich schließlich alle Fragen bejaht habe darin, (und jetzt kommt’s!):

Offizier der Bundeswehr

zu werden. Wer hätte das gedacht? Schließlich waren meine Ansichten doch noch vor kurzem so eindeutig, aber es scheint, ein unpersönlicher Brief der Bundeswehr und einige Suggestivfragen haben mich überzeugt.

Ich kenne einige Militärberater, vielleicht werde ich die mal fragen, wie ich da am schnellsten hinkomme…

Categories: Anekdoten.

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hingehen oder nicht?!

14. September 2009

ANTIFA-PlakatDem Plakat kann ich nur zustimmen.

Trotzdem bin ich hin und her gerissen, ob ich zu der Demo will.

Sie wird nämlich von der ANTIFA, die nicht gerade für ihre gewaltfreie Art bekannt ist, veranstaltet und auf ihrer Webseite wird auch zur Gewalt gegen Faschisten aufgerufen. Außerdem ist der Auslöser der Demo, das Nazis den Hund eines Anarchomusikers getötet haben, der Hintergrund ist natürlich, dass es einen massiven Anwuchs an Naziaktivität im Rhein-Neckar Gebiet und dem Kraichgau gibt.

Trotzdem, der Hund?!

Ich finde es vor allem deshalb seltsam, weil eben jener Künstler auf seiner Seite von seinem Veganismus erzählt und das er “antispezisistisch” ist, was wohl bedeuten will, dass er für die Gleichstellung von Mensch und Tier ist.

Warum hat(te) er dann einen Hund? Und wie ernährt(e) der sich? Veganisch?

Falls du (Michael Schade) das hier lesen solltest: Es tut mir sehr leid um deinen Hund. Ich finde nur, dass es unlogisch ist, auf der einen Seite gegen Tierversuche und generell Unterordnung von Tieren gegenüber Menschen zu sein und dann einen Hund zu “besitzen”.

Vielleicht geh ich am Samstag nach Sinsheim und frage dich wie du Gewalt gegen Tiere ablehnst und die menschlichen Tiere verprügeln kannst…

Categories: Allgemein, Argh!!!, Philosophie, Politik.

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(Wieder) eingeschult

14. September 2009

Nach dreimonatiger Generalpause und gut acht Monaten ohne deutsche Schule, ging es heute wieder los und zwar wie in der ersten Klasse.

Die Kursstufe begann zunächst einmal mit einem halbstündigen Vortrag über Fehlen im Unterricht – was sagt das über die vermutete Einstellung der Schüler seitens der Lehrer aus?

Weitere Höhepunkte des Schultages waren:

- das ich meinen Seminarkurs nicht belegen kann, den anderen nicht mag und somit ins mündliche Abitur muss

- das wir (der Lateinkurs) in Sinsheim Latein haben; was eigentlich klar war und deshalb erstmal ein paar Freistunden hatten

- vor den Fenstern des Chemiesaals slacklinen, was alle Schüler ablenkte die Lehrkraft herzlich wenig störte

- pyromanische Vorstellungsrunde im Deutschunterricht

Die Oberstufe verspricht spannend zu werden und vor allem entspannt, da ich zweimal die Woche erst zur dritten Stunde zur Schule muss und immer lange Freistunden habe. Außerdem muss ich den 13.Klässlern noch das Passwort für den Oberstufencomputer entlocken!

Categories: Anekdoten, Schule.

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“Was fällt Ihnen eigentlich ein, die Polizei in Frage zu stellen?”

26. August 2009

Das wurde mein Vater heute gefragt, als er die Vertreter der Staatsgewalt daraufhin wies, dass sie Unrecht hatten.

Aber erstmal die ganze Geschichte:

Wir liefen gerade durch Augsburg, als plötzlich ein Polizeiauto durch die Straße fuhr und ein Beamter einen ausländisch aussehenden Fahradfahrer anschnauzte: “Hier ist eine Einbahnstraße! Sie müssten eigentlich 15€ Strafe bezahlen!”

Der irritierte Mann stieg von seinem Rad ab und schob weiter. Wir liefen verwundert weiter, weil Wolfgang sich sicher war, dass die Einbahnstraße wegen Bauarbeiten zur Sackgasse geworden war und deshalb in beide Richtungen geöffnet war, und die Polizist kam ihrer “Pflicht” weiter nach und ermahnte reihenweise die Radfahrer.

Als wir das Ende der Straße – von wo das Polizeiauto gekommen war – erreichten, sahen wir folgende Schilder:

schilderdschungel

Interpretation: Die Einbahnstraße ist aufgehoben, es ist eine Sackgasse, in welche die Einfahrt verboten ist, aber Anlieger sind frei.

Lachend beschlossen wir, die Reaktion der Staatsgewalt abzuwarten, wenn sie das einstweilige Ende der Straße (die Sackgasse) entdecken würde. Doch diese war damit beschäftigt, aus ihrem Fahrzeug lässig Bürger zu belästigen, und irgendwann hielt mein Vater es nicht mehr aus, ging zu ihnen hin und machte sie darauf aufmerksam, dass aus der Richtung, aus der sie gekommen waren, das Einbahnstraßenschild durchgestrichen war.

Die Antwort steht oben.

Nun bringt mich das zum Nachdenken. Was fällt mir eigentlich ein, die Polizei in Frage zu stellen?

Wie wäre es damit:

-Es ist das Recht eines jedes Bürgers, Widerstand zu leisten, wenn er vom Staat unterdrückt wird (so ungefähr in Art.20§4 des Grundgesetzes(GG))

- In Deutschland herrscht laut Art.5 des GG Meinungsfreiheit

- Die Polizisten haben in diesem Fall unsinnig gehandelt und damit Steuergeld verschwendet, als Steuerzahler ist es unser Recht und Pflicht, auf solche Verschwendung aufmerksam zu machen und sie zu unterbinden

All meine Vorurteile gegenüber der Polizei wurden mal wieder bestätigt – sind es am Ende gar keine?

Anlieger freiabsteigen, aber man darf durch

Hier der Schilderdschungel von der anderen Seite, der es deutlich macht, dass man als Fahrradfahrer zwar zwischendurch absteigen müsste, aber passieren dürfte. Die Stelle, wo man absteigen sollte, war vom Standpunkt des Polizeiautos gar nicht einsehbar, also konnten sie gar nicht nachweisen, dass ein Vergehen vorliegt. Der Verkehrsfluss verlief die ganze Zeit ohne Probleme und entlastete eine andere Straße, so dass Radfahrer sicher fahren konnten..

Categories: Anekdoten, Argh!!!, Politik, Überwachungsstaat.

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In der israelitischen Kultusgemeinde

25. August 2009

Heute war ich zum ersten Mal in einer Synagoge.

Davor sah ich mir die Dauerausstellung über die jüdische Geschichte im Raum Augsburg und die Wechselausstellung “(M)Ein gewisses jüdisches Etwas” an. Zu jener hatte das Kulturmuseum einfach dazu aufgerufen etwas, was für die Besucher typisch jüdisch ewar mitzubringen und die Geschichte dazu aufzuschreiben.

Am bewegendsten fand ich die Geschichte einer jungen Frau, die das Nachthemd ihres Großvaters gebracht hatte. Die Geschichte dahinter war die folgende:

Der Großvater war immer sehr distanziert und die Enkel konnten nie richtig in Kontakt mit ihm treten, obwohl er sie auf Reisen einlud. Er zeigte sich auch immer nur im Anzug und gab ihnen förmlich die Hand. Selbst vor seinem alten Haus in Augsburg, dass er wegen der Verfolgung durch die Nazis Richtung USA verlassen musste konnte der gehemmte Mann nichts aus seiner Vergangenheit erzählen.

Dann erkrankte er an Demenz, vergaß seine Gehemmtheit und sprudelte nur so vor Geschichten und umarmte seine Enkelkinder.

Die junge Frau war sehr dankbar dafür, dass sie so richtig mit ihrem Großvater in Kontakt treten konnte.

Die Synagoge durfte ich nur mit Kopfbedeckung betreten. Zum Glück gab es Papierkippas, die ich gleich mitgenommen habe.ich mit Kippa und Schläfenlocken

Die Synagoge war trotz der schwarzen Steine hell und ich fühlte mich mit meinen geistlichen Vorfahren verbunden. Ob die Synagogen, in denen Jesus predigten aussahen wie diese hier?

Das Bild vom Inneren habe ich nicht selbst gemacht, photographieren ist im gesamten Bereich leider verboten.

Als wir noch einen Cappuccino im Cafe der Kultusgemeinde tranken und überlegten, ob wir koschere Gummibärchen kaufen sollten, hörten wir einem Gespräch zu, in dem zwei Kinder eines im 3. Reich aus Augsburg vertriebenen Juden, von ihrem Vater berichteten und eine Frau vom Museum protokollierte es und versuchte mehr über ihn zu erfahren. Eine der ersten Fragen: “War er ein säkularisierte Jude, oder ein orthodoxer?”

Antwort: “Er spendete der Synagoge Geld.”

Frau vom Museum: “Also säkularisiert.”

Eine kurze Bemerkung zum Titel: “Israelitische Kultusgemeinde” steht am Eingang. Die Synagoge ist nur der Gottesdienstraum, der Rest nicht.

Zum Staat Israel gab es keine Aussage.

Categories: Anekdoten, Gott & die Welt, Politik.

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Beim Bund ist alles doof.

19. August 2009

Unterwegs in Augsburg sah ich auf einem Mülleimer diesen Sticker. Genial!

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Categories: Anekdoten, Bilder, Frieden, Politik.

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Gigantische Gartenzwerge

19. August 2009

Gestern war unser erster Tag des Familienurlaubs in Augsburg. Beim Spaziergang betraten wir den Bischofsgarten, in dem nun auch der gemeine Pöbel wandeln darf und auf den Bänken oder gar im Gras mit einem Buch aus dem öffentlichen Bücherschrank dort entspannen darf. Ein Relikt aus den Zeiten, als dort nur der Bischof von Augsburg spazieren durfte, sind diese sechs Zwerge, die es ihm angetan hatten:

Zwerg #1Zwerg #2

Zwerg #3Zwerg #4

Zwerg #5Zwerg #6

Categories: Anekdoten, Bilder.

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Kulturschöcke

15. August 2009

Was ist die Mehrzahl von Schock? Ich hatte nämlich mehrere, die für euch unbeteiligte Zuschauer, lustig erscheinen mögen, doch für mich sehr traumatisch waren.

Letztens wollte ich mit dem Bus fahren und als er an mir vorbeifuhr streckte ich den Daumen raus – wie man es in Paraguay macht. Seltsamerweise hielt der Bus aber nicht an und ich erinnerte mich, dass man in Deutschland an Bushaltestellen muss, um mit dem Bus zu fahren. Also rannte ich zur nächsten Bushaltestelle und bekam den Bus gerade so noch. Dieser war ungewohnt sauber und ich musste die ganze Zeit nicht stehen. Es kam auch niemand, um mir Kaugummis, Bonbons, frische Maiskuchen, Erdnusstafeln, oder Socken, Nagelscheren und ähnliche nützliche Haushaltsgegenstände, die ich immer so erstanden habe, zu verkaufen. Niemand sang mir ein Ständchen auf einer schlecht gestimmten Gitarre und kein Knd kam, um zu betteln. Während der ganzen Fahrt sprach mich niemand an, wo ich Blonder denn hin wolle und, dass das ein sehr gefährliches Viertel wäre.

Ich fühlte mich geradezu einsam…

Jedes Mal wenn ich auf dem Klo sitze muss ich mir überlegen, wo jetzt der Mülleimer für das Klopapier steht – bis mir einfällt, dass es in Deutschland einfach in die Röhre geschmissen wird.

In der Gemeinde und auch sonst geben mir die Leute nicht die Hand und wundern sich dann, wenn ich ihnen die meine reiche – im gefühlskalten Deutschland gibt man nicht die Hand.

Es gibt einige Dinge, die ich jetzt schon an Paraguay vermisse und in meiner romantisch-verklärenden Art, werden bestimmt noch einige hinzukommen.

Categories: Anekdoten, Paraguay.

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Survival überlebt!

13. August 2009

Am 1. August trafen sich sechzehn saubere Menschenkinder, um im Verlauf einer Woche immer dreckiger zu werden – und um eine Woche lang ohne Strom, fließend Wasser und den ganzen Schickschnack zu leben.

Das raue Überleben begannen wir mit Brötchen, Marmelade und Trinkjogurt auf der Neu-Dahner Burgruine. Danach wurden erstmal Verpflegung, Kochutensilien und ähnliche Zivilisationsübereste auf alle Gruppenmitglieder verteilt. Da ich unbewusst auf Besteck und anderes verzichtet hatte, konnte ich unter anderem drei Kilogramm Reis aufnehmen – hätte ich etwas nachgedacht hätte ich 750 Gramm Milchpulver genommen, was dasselbe Volumen hatte. Dazu kam dann noch der ZEHN Liter Wassersack; warum nahm ich den, wo es doch auch VIER Liter Wassersäcke gegeben hätte?

Nachdem alles verteilt war, ging die Wanderung los. An einem Aussichtspunkt stimmten wir uns ein und dann liefen wir durch den Pfälzer Wald und liefen weiter durch den Pfälzer Wald und weiter…

Das Tolle an der Natur ist, das alles gleich und verschieden zur selben Zeit ist: Ein Baum sieht aus, wie der andere und dennoch sind alle unterschiedlich. Erst nach einer Weile gewöhnten sich meine Augen daran, dass nichts mit grellen Farben ihre Aufmerksamkeit heicht. Ich erkannte verschiedene Grünschattierungen und Blattformen.

Nach einer Ewigkeit kamen wir an den Hohlen Felsen an, einer Gesteinsformation mit großen Überhängen, die unser Nachtlager bildeten. Das beste Gefühl war den Rucksack abzusetzen und ihm Laub einzuschlafen.

Doch es ging weiter, wir mussten Feuerholz sammeln, kochen und unsere Lagerstätte herrichten. Ein vorzügliches Essen später wollten wir eine Anbetungszeit haben, aber seltsame Käfer-Fliegen-Monster, die keinerlei Respekt vor unserer Privatsphäre hatten flogen uns in Ohren, Augen, unter Kleidung und auf der Haut herum.

So legten wir uns auf unsere Matten, um morgens mit seltsamen wässrigen Blasen zu erwachen. Was das war ist immer noch unklar, wahrscheinlich eine Naturallergie (eine unglaubwürdige Theorie spricht von reizenden Raupenhaaren). Wir mussten weiter und so ähnlich verliefen alle Tage – manchmal wuschen wir uns in Bächen und Seen, oder spielten ein Gruppenspiel, das wir gut meisterten, da wir gut zusammen konnten.

Es war eine existenzielle Erfahrung für mich, alles selbst zu tragen und so von dem Rest der Gruppe abzuhängen. Ständig dachte ich darüber nach, was ich hätte zu Hause lassen können und freute mich, wenn es “mein” Essen gab, also das, was ich im Rucksack trug.

Die Themen waren sehr ansprechend und ich fühlte mich zum ersten Mal auf einer juwe-Freizeit geistig herausgefordert weiter über Dinge wie “einfaches Leben”, “Verzicht”, “Naturschutz”, “Frieden stiften” nachzudenken.

Großartige Gespräche ergaben sich beim Wandern, aber wir konnten auch in Stille die Schöpfung genießen, oder singend durch die Wälder streifen. Zusammen sangen wir “Viele kleine Leute” und dachten über den bedeutsamen Text nach.

Gegen Ende der Freizeit übernachteten wir nur noch auf Burgen, wo uns auffiel, dass Burgen ein Instrument der Gewalt und Unterdrückung waren – fern ab von der romantischen Perspektive Prinz Eisenherzes. Doch sie haben die Zeit nicht überdauert und Gottes Schöpfung erobert sie zurück und sprengt die Festen durch die langsame Kraft von Graswurzeln und der Sprengkraft von Eis.

Eine Nacht schlief ich in einem selbstgebauten “Laubschlafsack”, es fehlte aber Laub, weshalb ich den größten Teil der Nacht zitternd da lag und ungewollt die Schönheit einer Nacht im Wald erfuhr.

Am Samstag den achten schließlich beendeten wir das Überleben schrittweise auf zwei Burgen, zuletzt auf Burg Fleckenstein, wo wir ein üppiges Frühstück aßen, ich aß gefühlt soviel wie die ganze Woche.

Jetzt bin ich schon eine halbe Woche zu Hause und brauchte so lange diesen Artikel zu schreiben; ich hätte gerne länger überlebt.

Categories: Anekdoten, Frieden, Gott & die Welt.

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Auspacken & Einpacken

31. Juli 2009

Gerade eben bin ich erst mit dem Auspacken meiner Koffer fertig geworden, da muss ich schon wieder den Wanderrucksack packen. Die „Survivalfreizeit“ steht an – eine Woche Überleben für Anfänger.
Ich freue mich eine Woche aus dem ungewohnten Reichtum zu fliehen und Zeit in der Natur zu haben, die ich so lange nicht gesehen habe.

Categories: Allgemein.

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Letztester Schultag

31. Juli 2009

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten und letzten Schultag in Deutschland für die nächsten sechs Wochen. Ich bekam sogar ein Zeugnis und seltsamerweise einen Buchpreis „als Anerkennung meiner Leistungen im vergangenen Schuljahr“ – ich nehme das als Honorar für Blogschreiben ohne Sinn und Ende.
Es war seltsam all die Klassenkameraden zu treffen, von ihren Erlebnissen in Berlin zu hören und ihnen beim Erzählen von Paraguay Tereré anzubieten – der größtenteils abgelehnt wurde.

Categories: Allgemein.

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Zu Hause

31. Juli 2009

Nach vierundzwanzig Stunden Flug und Aufenthalt in den Flughäfen von Sao Paolo und Madrid bin ich Dienstag um 11:35 Uhr in Frankfurt angekommen. Meine Eltern warteten schon auf mich, waren aber so mit ihren Handys beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkten, dass ich hinter sie ging. (Als ich wegging hatte mein Vater gerade erst verstanden wie das Wörterbuch beim Handy funktioniert…)

Auf der Fahrt sah ich erstaunt, dass deutsche Autobahnen nicht durch Dörfer führen und auch keine Fußgänger sie kreuzen. Meine Eltern gaben sich aber Mühe mich nicht zu sehr zu schocken, weshalb bei der Tankstelle ein junger Mann unsere Scheibe putzte – aber niemand wollte mir Früchte verkaufen!

Pünktlich zum Mittagessen war ich in Bammental. Weil mich alle begrüßen wollten wurde mein Essen kalt, was bei der Hitze aber nichts ausmachte.

Mit Tereré, lange entbehrtem frisch gemahlenen bosnischen Kaffee und Schwarztee schaffte ich es durch den Tag bis zur abendlichen Grillfeier zu der sogar die Pozilei erschien, weil wir angeblich zu viel Rauch verursachten. Alles Schall und Rauch.

Wegen meinem Tereré haben sie nichts gesagt…
Mittlerweile bin ich schon mehr als 72 Stunden zu Hause und habe noch einige Kulturschocks erlebt, aber es fängt an sich wie „zu Hause“ anzufühlen.

Categories: Allgemein.

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Die HEIDe ist FREI!

14. Juli 2009

Siebzehn Jahre lang dauerte der Kampf der Bürgerinitiative “FREIeHEIDe” gegen das Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg.

Am 9.7.2009 hat “Verteidigungsminister” Jung endlich die Pläne aufgegeben und die HEIDe kann FREI werden.

Eine Freundin meiner Eltern hatte sich sehr aktiv dafür eingesetzt und ihr und allen anderen Aktivist für die FREIeHEIDe gilt mein verspäteter Dank an dieser Stelle.

Trotz meinem sonstigen Zynismus siegt die FREIeHEIDe manchmal doch.

Der Protest begann als ich ein halbes Jahr alt war und jetzt hat er Recht bekommen.

Categories: Anekdoten, Frieden, Politik.

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Erwachsen sein

10. Februar 2009

Ab heute bin ich mündig, obwohl ich doch schon achtzehn Jahre lang einen Mund besessen habe.

Ich kann euch sagen, alles ist anders.

Ich sehe die Welt so, wie sie ist, und habe mir das Träumen abgewöhnt, treffe reife Entscheidungen, wie es ja auch alle Erwachsene tun. Alle Kindlichkeit ist von mir abgefallen und ich denke ganz anders als ich es noch vor 24 Stunden tat. Jetzt darf ich mich ungehemt verschulden, weshalb mir meine Bank schon einen Brief geschrieben hat, wie ich das am Besten schaffe. Ich darf einen Führerschein machen und Autounfälle bauen, oder heiraten, aber da gibt es ja noch ein paar andere Faktoren, die entscheidend sind, wie zum Beispiel eine Partnerin…

Jetzt kann ich mir meine eigenen Entschuldigungen schreiben, mir selbst meine Zukunft zerstören und noch nicht mal irgendjemand anderem die Schuld dafür geben!

Aber das System ist im Endeffekt trotzdem an Allem schuld.

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