Warzenweltmeisterschaftswerbung

10. Juni 2010

Ich habe leider schon einige Europa- und auch Weltmeisterschaften erleben müssen. Die Idee ist mehr oder weniger immer die gleiche. 22 Männer jagen eine Lederkugel im Namen ihrer Nation, mit der sie eigentlich so gut wie nichts mehr gemeinsam haben, da sie normaler Weise in anderen Ländern wohnen und dort einer Lederkugel hinterher rennen und dafür unverschämt viel Geld kriegen arbeiten.

Das ganze scheint alle Menschen in meiner Umgebung brennend zu interessieren: Feministinnen vergessen schlagartig, dass sich Sexismus auch darin zeigt, dass Männerfußball viel mehr gefördert und wertgeschätzt wird als Frauenfußball, Antinationalisten schwenken Fahnen, als ob wir nie schlechte Erfahrungen mit dem Fiebern nach dem Endsieg gehabt hätten (es bleibt aber ein enormer Fortschritt, wenn sich 22 Männer für neunzig Minuten prügeln, als Millionen über mehrere Jahre). Die ansonsten ach so ökologisch bewussten Menschen hängen sich hundert Deutschlandflaggen ans Auto und verbrauchen damit 0,5l/100km/Fahne mehr Treibstoff und kaum verhüllter Fremdenhass gegen bessere Mannschaften (siehe Italien vor vier Jahren) wird wieder salonfähig. Was will man mehr?!

Aber es wird noch besser. Ein jede/r Bürger/in kann nun seine/ihre nationalen Stolz zeigen, indem er/sie munter McWraps vertilgt, oder sinnlos teure und unsagbar hässliche Deutschlandhüte, -brillen, oder -dreadperücken kauft. Streng logisch – schließlich braucht die Nation unseren dauernden Konsum.

Heute bin ich über eine besonders sinnlose Werbung gestolpert: Weltmeisterlich gegen Warzen. Genau das, woran ich bei der WM denke.

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Mein irisches Tagebuch

5. Mai 2010

Es ist jetzt schon zwei Wochen her, das ich heimgekehrt bin, aber jetzt komme ich endlich dazu euch einige der unzähligen Höhepunkte (es war fast ein Höhepunktgebirge) meiner Studienfahrt, die ursprünglich nur Nordirland beinhalten sollte, zu berichten.

Montag, 12.4., 6:00Uhr, Bammental: Ich muss aufstehen, und bin obwohl ich meinen Koffer schon vorher gepackt habe, bin ich zu spät. Kommen trotzdem pünktlich in Heidelberg an, ein Bus fährt uns nach Frankfurt, nicht ohne dass zuvor der erst von vielen Sprüchen wie: “Benni, ist das dein Koffer, der da noch am Straßenrand steht?” geäußert wurde. Da ich meinen Palästinenserschal vorsorglich im Koffer verstaut hatte und mein Name scheinbar noch nicht auf der “terrorverdächtig, weil mal Arabischschüler”-Liste steht, darf ich einchecken. Der Flug ist ruhig, im Dubliner Flughafen, bekomme ich auf Nachfrage einen Einreisestempel, leider ohne Wappen… Wir bekommen eine Touristeninfo über Nordirland ausgeteilt, in der viel über Belfast und das Land steht, die Troubles aber mit keinem Wort erwähnt werden – es fühlt sich seltsam an. Noch ein Bus, der uns nach Belfast fährt, der Linksverkehr irritiert mich, was noch den Rest der Studienfahrt so bleiben wird. Ankunft in Paddy’s Palace, einem zurecht billigen Hostel, sichere mir ein Hochbett, um mir nicht den Kopf anzustoßen. Der Rest des Tages ist gefüllt mit einem Stadtspaziergang und einem Pubbesuch.

Das erste Guinness ist magenbeunruhigend schwer, schließlich darf man ein Guinness erst trinken, wenn man ihn den Schaum sein Gesicht malen kann. Die Liveband im Robinson’s infiziert mich mit dem Ohrwurm der Studienfahrt: 500 miles.

Dienstag, 13.5., 8:00 Uhr (eigentlich 9:00 Uhr in Deutschland): Spätes Aufstehen – zwei Daumen hoch. Nach dem Frühstück machen wir eine Busrundfahrt und steigen an verschiedenen Plätzen aus, um die wundervollen Vorträge der anderen Studienfahrtteilnehmer anzuhören, die (teilweise)  komplett aus Wikipedia kopiert eigenständig vorbereitet waren. Während der Rundfahrt kommen wir das erste Mal durch die Belfaster Viertel, die eine weltweite traurige Berühmtheit durch die Troubles, wie die Zeit der Kämpfe zwischen loyalistischen (Leuten, die weiterhin mit Großbritannien verbunden sein wollten) und republikanischen (denjenigen, die zum Rest von Irland gehören wollten) paramilitärischen Gruppen und zeitweise der britischen Armee in den 1970ern bis 1998 genannt wird, erlangten.

Es war faszinierend und beängstigend zugleich, durch die Straßen zu fahren, wo noch vor wenig mehr als einem Jahrzehnt, Bürgerkriegsstimmung und gleichzeitig “Normalität” herrschte. Noch krasser war, dass man im Stadtkern, gar nichts von der Auseinandersetzung sah, dort gab es noch nicht mal Wahlplakate der Sinn Fein oder der Unionisten (gemäßigte Loyalisten); nur Plakate des nordirischen FDP-Äquivalent, nach Aussage eines Busfahrers: “Those people only get voted by doctors and they’re are just nonsense” – Ist es nicht überall das Gleiche?

Das zweite Guinness wird schon besser…

Mittwoch, 14.4: Heute kriegen wir eine Führung durch Falls Street, dem katholischen Arbeiterviertel Belfasts, von Seamus, der zehn Jahre für die Unabhängigkeit als IRA-Mitglied im Gefängnis saß und heute für eine von der EU-finanzierte Organisation namens Coisture arbeitet. Er erzählt mitreißend von der Unterdrückung, die die Katholiken hier in Falls und ganz Nordirland erlitten, vom Beginn der Troubles, von der “Vergewaltigung der Falls”, als die Armee das Viertel nach Waffen durchsuchte, von den Hungerstreiks, bei denen sich IRA-Aktivisten im Gefängnis zu Tode hungerten, um als politische Gefangene anerkannt zu werden, vom Towel und Dirty Strike, bei dem sie sich weigerten Sträflingsuniformen zu tragen, sich in Laken wickelten und sich nicht mehr wuschen, er rechtfertigt den gewaltsamen Widerstand gegen die britische Unterdrückung und ich verstehe ihn, auch wenn ich weiterhin glaube, dass Gewalt keine Probleme löst, wie man in Falls sehen kann.

Am Übergang zur Shankill Road, dem protestantischen Arbeiterviertel, das von Falls durch meterhohe “peace lines getrennt ist, treffen wir unseren protestantischen Führer, der zehn Jahre für die Ulster Volunter Force im Gefängnis saß. Er und Seamus geben sich kurz die Hand, dann verschwindet Seamus so schnell er kann wieder nach Falls, ihm ist es immer noch deutlich unangenehm in Shankill zu sein. Unser neuer Führer redet viel davon, dass es ihnen ja auch nicht gut gegangen ist und wenn man die alten Häuser sieht, merkt man, dass hier schlicht und einfach zwei arme Schichten aufeinander gehetzt wurden. Davon, das Nordirland und Irland ja jetzt in der EU wären und man vorwärts sehen müsse. Er schafft es nicht uns seine Sicht der Dinge so nah wie Seamus zu bringen, dass ich seinen Namen vergessen habe, sagt auch schon genug aus.

Der Tag, reich an Eindrücken, endet mit einem von meinen Zimmergenossen gekochten Colcannon und dazu Guinness oder wahlweise Cider.

Donnerstag, 15.4.: Einen ganz Tag (fast) nichts politisches, sondern einfach nur die Landschaft genießen. Wir überqueren eine Brücke in schwindelerregender Höhe, sehen den Giant’s Causeway, eine einst von Riesen erbaute Landbrücke zwischen Schottland und Irland, die leider auch von Riesen zerstört wurde. Das Zertifikat fürs Überqueren der Brücke werde ich in meinen Lebenslauf einfügen und auch, dass ich im Atlantischen Ozean geschwommen bin, wodurch mein Herz den Rest des Tages seltsam schnell geschlagen hat. Die irische Landschaft ist unglaublich schön und es tut gut einen Tag lang ein einfacher Tourist zu sein und die ganzen politischen Zusammenhänge zu ignorieren.

Mittlerweile beschäftigen uns in der Gruppe auch ganz andere Dinge. Der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen ist ausgebrochen und wie es aussieht kommen wir nicht mehr nach Hause. Während wir Schüler sich freuen über die verlängerte Studienfahrt, versuchen unsere Lehrer herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt, doch noch irgendwie nach Hause zu kommen.

Guinness schmeckt mittlerweile richtig gut.

Freitag, 16.4: Der Bus fährt uns nach Stroke City – die Schrägstrich-Stadt. Dieser Name wurde von Journalisten geprägt, die den Vorwurf der Einseitigkeit umgehen wollten. Denn eigentlich heißt sie je nach politischer Gesinnung Derry oder Londonderry. Hier verschlossen einst die Apprentice Boys den katholischen Zurückeroberern das Stadttor, sodass Nordirland protestantisch blieb, und hier fand am 30. Januar 1972 ein gewaltfreier Bürgerrechtsmarsch sein blutiges Ende als britische Paratroopers, eine Art Elitesoldaten, das Feuer auf die Demonstranten eröffnete und 13 Menschen erschossen, die meisten davon in den Rücken, als sie gerade flüchteten.

Hier, im katholischen Arbeiterviertel, Bogside, treffen wir Bob Kelly, der hier schon sein ganzes Leben lang wohnt und als Kind und Jugendlicher die Troubles und Bloody Sunday erlebt hat. Er und zwei Freunde haben diese Erlebnisse in Gemälden verarbeitet, Gemälde, die auf Häuserwände gemalt wurden. Derry ist für diese Murals mittlerweile weltberühmt, aber Bob und seine Freunde kriegen keine Unterstützung von der Stadt oder von der Regierung nur von den Leuten von Bogside kriegen sie ein wenig Geld für die Farben. Die drei nennen sich die Bogside Artists und sind während der Sommermonate eigentlich immer in ihre Gallerie zu finden, die für alle offen ist.

Bob führt uns durch die Bogside und erzählt von Bloody Sunday, von den täglichen Kämpfen, die sich zwischen Polizei und republikanischen Jugendlichen entwickelten und so zur Regel wurden, dass man zur Teatime pausierte. Er erklärt die Geschichten der Bilder, die Farbwahl, die persönlichen Randnotizen.

Er erzählt, das jedes Haus in der Bogside mindestens zweimal durchsucht wurde, wobei alles zerschlagen wurde. Erzählt wie Freunde von ihm unbeteiligt am Konflikt waren, aber irgendwie zwischen die Fronten gerieten und dafür mit dem Leben bezahlten. Immer wieder deutet er auf Gesichter in den Bildern und erklärt, woher er diese Menschen kannte. Beim Bild Petrol Bomber erzählt er uns von den Kindern, die Molotowcocktails bauten und dachten, sie könnten sich mit kaputten Gasmasken aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Tränengas schützen, die die Wirkung in Wirklichkeit nur erhöht haben.

Dann erzählt er uns von Free Derry, dem Viertel, das die Armee nicht mehr wagte zu betreten, weil sich die Katholiken organisiert hatten und von der Frau, die sie organisiert hatte: Bernadette Devlin McAliskey, die daraufhin jüngstes Parlamentsmitglied in der Geschichte wurde. Heute setzt sie sich für Immigranten ein.  Der Tod der Unschuld, wahrscheinlich mein Lieblingsbild. Es hat einige Veränderungen durch gemacht, früher war der Schmetterling nicht ausgemalt, das Kreuz dunkler und das Gewehr (nicht gut zu erkennen) noch ganz. Durch den Friedensprozess haben die Künstler diese Dinge dann in den heutigen Stand verändert.

Bob inspirierte mich sehr, da er für mich ein Zeugnis ist, wie man um Erinnerung bemüht sein kann, die die geschichtliche Wahrheit der Unterdrückung und Ungerechtigkeit benennt, und trotzdem die Hand ausstreckt zur Versöhnung. Ganz anders ist da das Museum of Free Derry, das von einem Angehörigen eines der Opfer von Bloody Sunday geleitet wird und der Ungerechtigkeit gedenkt, aber jeder Hoffnungsschimmer erstickt in dem muffigen Gebäude in dem die ganze Zeit der Livemitschnitt von der Demonstration läuft, wie am Anfang gesungen wird, und die Stimmung plötzlich umschlägt…

Wir sprechen in unserer Zimmergemeinschaft über unsere Gedanken zur Führung und dem Museum. Meine Kamera funktioniert plötzlich nicht mehr.

Am Abend feiern wir unseren “letzten” Abend mit den Lehrern – über eine halbe Stunde länger als ursprünglich erlaubt :D ..

Samstag, 17.4.: Wir fahren mit dem Bus nach Dublin und singen Karaoke. Wir haben mit Glück ein Hostel einer anderen Studienfahrt, die im Gegensatz zu uns, die wir nicht von Irland runterkommen, nicht reinkommen, erhalten. Das ist sehr viel schöner als Paddy’s Palace, aber dafür verwinkelter (Treppe hoch, laufen, Treppe runter, Treppe hoch…) und teurer.

Meine Zimmergenossen und ich sehen uns Dublin an, das viel schöner, aber dafür langweiliger ist als Belfast. Der Lonely Planet ist unser Reiseführer.. Ob wir nach Hause kommen ist unsicher

Sonntag, 18.4.: Ich besuche mit einem Mädchen aus meinem Lateinkurs die lateinische Messe in der Dubliner Pro-Cathedral, die Stimmung ist so feierlich und der Weihrauch riecht gut. Der Chor singt wunderschön und wir verstehen die lateinischen Teile besser als die englischen. Mal ist der Luftraum offen, Mal nicht…

Montag, 19.4.: Wir entwerfen in Gruppen Stadtrallys und lösen dann die einer anderen Gruppe. Teilweise fehlen ganze Hinweise, aber irgendwie kriegen wir es doch hin und haben dazwischen riesig viel Spaß. Wir werden Dienstag unsere Odyssee nach Hause beginnen und feiern noch Mal unseren letzten Tag, jetzt aber wirklich.

Dienstag, 20.4.: Viel zu früh stehen wir auf und besteigen die erste Fähre nach Holyhead, Wales. Es gibt ein riesiges Gerangel bei der Ankunft bis wir endlich unser Gepäck haben. Dann durch Wales und England nach Hull, wo wir die Nachtfähre nach Zebrugge nehmen. Auf der Fähre erleben wir überteuertes Essen, räuberische Wechselkurse, Playback-Livekünstler, und Glück und Pech im Spiel. Wir werden in den Schlaf geschaukelt.

Mittwoch, 21.4.: Mein Frühstück fällt den Schwankungen auf hoher See zum Opfer, aber zum Glück gibt es an Bord ja ein Buffet. Als wir in Belgien ankommen fahren wir sofort mit dem Bus weiter und kommen abends endlich in Bammental an. Wobei wir von mir aus auch noch ein paar Wochen auf der grünen Insel hätten bleiben können…

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umgangsprachlich

8. April 2010

Aus der Titanic:

Die deutsche Regierung macht sich auch immer lächerlicher…

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Weihnachtsauslese

25. Dezember 2009

Bei Weihnachten geht es ja gar nicht um die Geschenke, ich weiß. ABER TROTZDEM freue ich mich über Geschenke, die ich dieses Jahr bekommen habe:

Theodor W. Adornos gesammelte Werke

Meine Lektüre für die nächsten paar Stunden, Theodor W. Adornos gesammelte Werke. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, die Seiten zu zählen, schätze aber es sind an die zehntausend Seiten. Ich habe die Sammlung bei einem antiquarischen Buchverkauf in einem Kloster entdeckt und hatte wegen des Preises gezögert und als ich mich selbst zum Kauf überredet hatte, erklärten mir die Mönche es sei schon an jemand anderen verkauft!

Irgendwie hat es meine Mutter also geschafft, einen Meter Bücher an mir vorbei ins Auto zu schmuggeln und die Benediktinermönche zum Lügen zu überreden!

Auf jeden Fall werde ich viel Freude an diesen Büchern haben – vielleicht ein Wink des Himmels, dass ich doch Philosophie studieren sollte?

ich und mein DominionVon meinem Onkel und meiner Tante habe ein wahrlich ausgezeichnetes Geschenk bekommen, Dominion, das Spiel des Jahres 2009.

Nachdem wir die sehr seltsame Spielanleitung endlich verstanden hatten, hat mich dieses Spiel gepackt und ich nerve anscheinend schon sämtliche Familienmitglieder damit, aber die Banausen haben es ja noch gar nicht gespielt! Ich dagegen spiele es schon im Internet!

Die Weihnachtszeit, oder besser Nachweihnachtszeit ist bei uns immer ein Gelage sondergleichen und die Spielhöllen werden sich erst wenn die Schulzeit wieder ihre Schatten vorauswirft schließen.

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Flashmob-Flashback

21. September 2009

Meine erste selbstorganisierte “Demo” lief für den kurzen Vorlauf von drei Tagen (einem Schultag und Wochenende) ganz gut.

Fast hundert Leute bildeten eine menschliche Uhr auf der es “fünf vor zwölf” war gegen den Klimawandel etwas zu tun.

Die Bilder sind schon an Avaaz geschickt, auf der ganzen Welt gab es über 2200 Veranstaltungen!

Der politische Effekt bleibt abzuwarten, Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

fünf vor zwölf! Wecker!!!

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Anarchistischer Apfelsaft

14. September 2009

Letztens saß ich mit unserem theologischen Mitarbeiter Tereré trinkend unter dem Apfelbaum, als ein Apfel herunterfiel.

Vor fünfhundert Jahren beobachtete Isaac Newton der Sage nach denselben Vorfall und entwickelte danach seine Theorie der Schwerkraft. Da er das schon getan hatte, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen und so kam ich auf die Idee, Apfelsaft zu machen. Von einem netten Herrn bekam ich eine Saftpresse ausgeliehen und noch drei Säcke Äpfel sowie den Rat die Äpfel zunächst zu häckseln…

keine Angst - die Hände sind noch dran

freundliche Unterstützung eines Klassenkameraden

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 27 Liter Apfelsaft, habe ich bis jetzt produziert, bin Apfelsaftselbstversorger geworden und mich somit einstweilen vom kapitalistischen Apfelsaftmarkt losgesagt^^.

Ich war hin und her gerissen, ob ich meinen Apfelsaft der “Front Deutscher Äpfel” widme, aber habe mich dann doch für den  pfelsaft entschieden. :D

Zunächst hatte ich vor einiges gären zu lassen und dann als Most zu trinken, aber der Ansturm ist so groß, dass daraus wohl nichts wird.

Komm doch auf ein Glas Apfelsaft vorbei!prosit!

Categories: Allgemein, Anekdoten, Philosophie.

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Beim Bund ist alles doof.

19. August 2009

Unterwegs in Augsburg sah ich auf einem Mülleimer diesen Sticker. Genial!

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Categories: Anekdoten, Bilder, Frieden, Politik.

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Gigantische Gartenzwerge

19. August 2009

Gestern war unser erster Tag des Familienurlaubs in Augsburg. Beim Spaziergang betraten wir den Bischofsgarten, in dem nun auch der gemeine Pöbel wandeln darf und auf den Bänken oder gar im Gras mit einem Buch aus dem öffentlichen Bücherschrank dort entspannen darf. Ein Relikt aus den Zeiten, als dort nur der Bischof von Augsburg spazieren durfte, sind diese sechs Zwerge, die es ihm angetan hatten:

Zwerg #1Zwerg #2

Zwerg #3Zwerg #4

Zwerg #5Zwerg #6

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Eindrücke von der Weltkonferenz

21. Juli 2009

Die Weltkonferenz ist zu Ende und ich hatte weder Zeit, noch Lust, noch Möglichkeit euch aktuell auf dem Laufenden zu halten weswegen ich nun nur noch Geschichten erzählen will, die mich bewegt haben und einen guten Eindruck von der Vielfalt und Widersprüchlichkeit der 15. Versammlung der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) vermitteln:

Am Dienstag kam ich mittags beim Centro Familiar de Adoración an, mogelte mich mit meiner Teilnehmerkarte von Jugendgipfel durch die Menschenschlange an den „Dienern des Friedens“, Schüler, die freiwillig die ganze Konferenz hindurch schufteten, um uns einen schönen Kongress zu ermöglichen und teilweise keinen einzigen Gottesdienst mitbekamen.

Beim Anblick dieses riesigen zehntausend Leute fassenden Betonklotz war mein erster Gedanke: „Wie schön meine Gemeinde in Bammental doch ist; mit ihren vierzig Gliedern“ – andere dachten; „Was haben wir falsch gemacht, dass unsere Gemeinden nicht so groß sind?“

Das Gebäude sollte zwar schon lange fertig sein ist es aber nicht, weshalb wir Mennos sozusagen die Megachurch der Pfingstler eingeweiht haben. *strike!*

Von Anfang an legten die Veranstalter viel Wert auf Seuchenschutz: Es gab kostenlose Maulkörbe und wir wurden angehalten uns mit dem „japanischen Gruß“ (also eine Verbeugung, ohne Hände schütteln, oder ähnliche Freudenfeste für Bazillen und Viren) zu grüßen, was wir in gut mennonitsch-anarchistischer Manier ignorierten und unsere Geschwister herzlichst umarmten. Später erfuhren wir über mehrere Ecken, dass die Regierung den Kongress fast abgesagt hätte, weil sechstausend Mennos aus allen Ecken der Erde, die sich einen Dreck um Vorkehrungen sorgen für eine Woche auf einem Haufen sind und danach wieder in ihren Winkel der Erde ziehen, für Epidemologen ein Albtraum sind, aber die Organisatoren versprachen alles zu tun und wir Teilnehmer beteten und vertrauten auf den Herrn, der uns die Gemeinschaft so bestimmt nicht vermiesen wollen würde – worauf dann ja auch nichts passierte.

Die ersten drei Bibelarbeiten/Predigten wurden von Frauen gehalten, was einige Leute zum Verlassen der Konferenz anregte, oder zu der Furcht die Emanzen würden hier alles übernehmen; glücklicherweise gab es aber auch einige Lateinamerikaner, die das gar nicht störte – der große Sturm der Empörung blieb bis jetzt aus; es gibt Hoffnung.

Der Werkstätten (Workshops) waren derer so mannigfaltig, dass ich mir oft wünschte, der Herr möge die Sonne nicht untergehen lassen, auf dass ich mehr besuchen könnte.

Ricardo Esquivia

Am Mittwoch forderten mich Ricardo Esquivia, Gründer von Justa Paz in Kolumbien und danach die Church Communities International, vormals bekannt als Bruderhof, mit ihrer noch radikaleren Hingabe zu Gütergemeinschaft, als wir in der Hausgemeinschaft.

Nzuzi Mukawas Predigt am Mittwochabend, darüber, dass der Weg Jesu ein Weg ist, der Gerechtigkeit schafft, hat mich beeindruckt und zum Handeln animiert, weil sie so klar die Ungerechtigkeit in der Welt und in der mennonitischen Kirche aufgezeigt hat und sogar vor sexueller Gewalt, internationalen Schulden, und Sexismus nicht Halt gemacht hat, – andere hat sie aufgeregt, weil sie ein Rundumschlag gegen alles Ungerechte war und keine Hoffnung vermittelt hat.

Donnerstagmorgen führten uns die mennonitischen Ojibway und Cheyenne in ein Dankgebet für die Natur in Stein, Pflanzen, Bäumen und Tieren und für die verschiedenen „Menschenrassen“, mit ihren verschiedenen Begabungen.

Während der Morgenandacht war es plötzlich stockfinster – Stromausfall. Zunächst waren alle ganz still, dann fingen Leute an mit Blitzlich die Dunkelheit zu fotographieren und ich fürchtete epileptische Anfälle, oder Panik, aber dann kam das Musikteam auf die Bühne und wir sangen mit Klavierbegleitung, das man auch ohne Strom hören konnte und es war so schön, dass ich ein wenig traurig war als das Licht wieder anging und der Gottesdienst fortfuhr. Video hier.

Ricardo Esquivia interessierte mich derart, dass ich gleich nochmal zu einem seiner Vorträge ging und Unglaubliches über die Erfolge und Schwierigkeiten in einem Projekt mit Gangmitgliedern in Honduras erfuhr – was alles passieren kann, wenn man die „Bösen“ als Menschen wahrnimmt.

Die Predigt von Donnerstagabend hatte ich schon lange erwartet: Dietrich Pana, ein Indigena aus dem Chaco mit deutschklingendem Namen – die Indigenas haben einige Namen von den mennonitischen Einwanderern übernommen; „Pana“ ist die phonetische Schreibweise von „Penner“ (typischer Menno-Name) in plattdeutscher Aussprache – predigte über Apostelgeschichte 2, 46-47, dass die erste Gemeinde sich täglich im Tempel und in Häusern traf und täglich wuchs; ein Vers vorher kommt die Gütergemeinschaft vor.

Den Kopf voll der latent, oder offen rassistischen Aussagen, die ich von allen Seiten unter den Mennoniten übereinander hier gehört habe, und der himmelschreienden Ungleichheit zwischen Indianermennoniten, Mestizen-Mennoniten Mennisten (plattdeutsch für die deutschsprechenden Einwanderer in den Kolonien – ein tolles Wort mit langer Geschichte, die Papa bestimmt in einem Kommentar erklären will, das ich in Zukunft verwende) erwartete ich eine anklagende Predigt über die Ungerechtigkeit und Vernachlässigung ihrer Geschwister seitens der Mennisten.

Aber Bruder Pana ging nicht wie so viele andere Redner auf Konfrontationskurs, sondern betonte die Gemeinschaft unter den Gläubigen und erzählte wie in vor dem Gebäude ein Polizist gefragt habe, ob er (als Indigena) auch „menonita“ sei, was sich in Paraguay eigentlich nur auf die Mennisten bezieht, und er antwortete „mit der Kraft des Heiligen Geistes: JA, ICH BIN MENNONIT“ – ich schmunzelte und freute mich über dieses Symbol, Alfred Neufeld, der in meiner Nähe saß, lachte so laut los, dass einige Europäer ihn sehr verwundert ansahen und jeder Paraguayer hatte es kapiert: Mennonit sein hat nichts mit der Hautfarbe, oder der Sprache zu tun. Es ist der Glaube an Jesum Christum und der Wille sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen.

Die meisten anderen hatten es leider nicht verstanden und waren von der ansonsten etwas simplen Predigt enttäuscht.

Die weiteren Predigten waren auch gut, aber keine hatte mich so bewegt und ist mir so in Erinnerung geblieben, wie Dietrich Panas einfache Verkündigung, dass auch er Mennonit sei.

Am Samstagnachmittag war ich in meines Schwesters Workshop, den sie zusammen mit Barbara Kärcher hielt: „Arm und Reich in der Familie des Glaubens“ – aufgrund starker Nachfrage beim ersten Mal (hundert Leute, in einem winzigen Raum und Leute, die weggeschickt werden mussten) wiederholt. Was sie sagten war sehr gut, nur war meine Kleingruppe sehr frustrierend, weil die Reichen nicht zu den Armen durchdrangen und umgekehrt. Wenigstens war ich nicht in Leonis (meine Gastmutter) Gruppe, wo eine Frau aus dem Chaco behauptete Arme seien nur zu faul zum Arbeiten, und vor sonstigen Vorurteilen nur so strotzte. Wie Leoni die Ruhe bewahrte so gelassen ihr Weltbild zu sprengen, weiß ich nicht – wahrscheinlich, weil Leute aus Costa Azul (unserer Gemeinde hier) da waren.

Der Samstagabendgottesdienst war der eigentliche Abschlussgottesdienst, mit einer sehr guten Predigt von Danisa Ndlovu, dem neuen Präsident der MWK und einem bewegenden Abendmahl, bei dem wir uns als ein Leib fühlten, gebrochen für die Welt.

Und als Lied danach „Wir werden auferstehen“!

Die Lieder waren sowieso genial; manchmal vielleicht schlecht zum Zusammenhang (nach der niederschmetternden Predigt aus dem Kongo, ein fröhliches Lied – nur, weil es auch dort her kommt) aber vom Text her genial, wie „Die Engel wurden nicht geschickt die Welt zu ändern, das ist Aufgabe der Menschen“ und die Musikgruppe stimmte sich durch die Instrumentenwahl und die Art des Singens unglaublich gut auf die Kultur, aus der das Lied kam ein.

Der offizielle Anschlussgottesdienst hat mich eher enttäuscht, auch wenn ich verstand warum man es so gemacht hat, wie es dann war:

Die paraguayischen Gemeinden hatten diesen Gottesdienst organisiert, weshalb sie ihre Lieder sangen und nicht die Weltkonferenzlieder, die mir so gefallen hatten. Deshalb waren es auch andere Moderatoren, die mir zu viel Show machten.

Die „Geste des Friedens“ zwischen einem Mennisten, dessen Bruder beim Missionsversuch vor mehr als fünfzig Jahren (?) von einer kriegerischen Indigenagruppe ermordet wurde, und einem Indigena aus dieser Gruppe fand ich sehr gestellt und empörend: zum einen, weil der Moderator zweimal (!) den Indigena als „Indio“ bezeichnet hat – was ungefähr mit einem Farbigen in den USA „nigger“ zu nennen. Zum anderen sagte der Indigena die ganze Zeremonie kein Wort und er übergab dem Mennisten einen Speer, was für mich ein Symbol der Machtübergabe war – hätten sie den Speer doch zerbrochen, oder eine Sichel d‘raus gemacht!

Alfreds Predigt war ziemlich gut, nur hätte sie nicht von Liedern unterbrochen werden müssen, deren Texte zwar schön waren, was den nicht Spanischverstehenden aber nichts brachte.

Ein klein wenig stolz bin ich auch berichten zu dürfen, dass ich mir nur ein einziges Mal Übersetzung holte – bei Dietrich Panas Predigt -, diese aber gar nicht benutzte, weil der Empfang so schlecht war.

Die Weltkonferenz war auf jeden Fall ein einschneidendes Erlebnis für mich, denn ich habe viele junge und alte Geschwister kennengelernt, die Jesus nachfolgen, wohin er sie führt und mit denen ich in Kontakt zu bleiben hoffe. Ich habe viele Denkanstöße und Ermutigungen bekommen, die mein Gehirn immer noch nicht zur Ruhe kommen lassen und mich hoffentlich noch lange beschäftigen.

Natürlich war es auch ein Ort die erweiterte Familie zu treffen, sowohl biologisch, als auch hausgemeinschaftlich:

ein Teil der Hausgemeinschaftsfamilie: Wiensens, Elizabeth(!), Micky und ich

Leider müssen wir noch mindestens sechs Jahre auf die nächste Konferenz warten – ich hoffe dich dort zu sehen!

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GYS vorbei

14. Juli 2009

Der zweite Weltjugendgipfel der Mennos war ein super Wochenende!

Ich habe super Leute kennen gelernt und es war ein toller Anfang für die Weltkonferenz, die heute beginnen wird.

Ein paar Bilder kann man hier finden, es waren laut ein paar Leuten, mit denen ich sprach 700 Teilnehmer!

Das Motto “Dienen: Lebe den Unterschied!” hatte mich sehr gereizt, aber er kam in den kleinen Gesprächen besser raus als im offiziellen Programm, wobei die Delegierten in ihrem Programm vielleicht mehr darüber machten.

Morgens und abends leitete jeweils ein Kontinent den Gottesdienst. Am eindrücklichsten war für mich der nordamerikanische Gottesdienst, in dem die Delegierten aus Kanada  und USA für die Politik ihrer Länder und die teils arrogante Art wie ihre Kirche bis jetzt aufgefasst hat für Vergebung bat.

Mein Mund brauchte eine ganze Weile bis er sich wieder schließen konnte. So viel Einsicht hätte ich nicht von ihnen erwartet und ich vergab ihnen von ganzem Herzen – auch wenn ich weniger Anlaß dazu hatte als die südlichen Kontinente… Da aber niemand öffentlich reagierte ging Micky dann auf die Bühne und sagte, wie sehr es sie bewegt hatte und vergab ihnen – in kleineren Gespärchen ist glaube ich noch viel passiert.

Ich traf viele junge Menschen, die eine andere Hautfarbe, Kultur und Sprache haben als ich und dennoch meine Überzeugungen teilten, die Jesu Joch auf sich nehmen und ihm folgen wollen, woher er geht. Und ich traf leider auch einige, die meine Hautfarbe hatten, in meiner (oder einer ähnlichen) Kultur lebten und meine Sprache sprachen, für die es nur eine Gelegenheit war ein paar ihrer Freunde zu treffen, die wie sie waren.

Dank meiner Sprachkenntnisse konnte ich oft im interkulturellen Dialog helfen und spanisch-deutsch, oder spanisch-englisch (selten auch englisch-deutsch) dolmetschen

Ich traf viele bekannte Gesichter, aber ich fand nicht die Zeit mich mit ihnen zu unterhalten, weil ich immer irgendjemand traf, den ich nicht kannte und der eine interessante Geschichte hatte.

Am letzten Tag wurden uns die Ergebnisse der Delegierten vorgestellt, woraus sich noch eine interessante Diskussion über Frieden und Military Counseling Network ergab – es scheint das MCN in den USA noch ein wenig unbekannt ist… Daran nahmen aber wenige Teilnehmer teil, weil es zeitgleich mit dem Essen war, wie unterschiedlich doch manche Prioritäten sind.

Als der GYS schließlich war, kamen Freiwillige von einer anderen Organisation, um die Bühne anzubauen, außer mir wollte niemand ihnen helfen und die Theorie des Gipfels in die Praxis verwandeln.

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22. Juni 2009

christlicher Busfahrer Eine Stellenanzeige für Busfahrer – natürlich im Bus. Voraussetzungen: 25-35Jahre alt sein, Führerschein, Geburtsurkunde, etc besitzen, Fahrerfahrung und ein guter Christ sein.

So viel zu Religionsfreiheit im Berufsleben.

Auf der anderen Seite sind hier alle “Christen”: Sie leben zwar nicht danach, aber sie sind “Christen”, von daher hat nur der ehrliche Atheist, Muslim, Buddhist, Jude, oder was man auch sonst sein mag ein Problem.

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Schweinegrippeüberlebender

15. Juni 2009

*Ironie an*

Überlebender der Schweinegrippe

Neueste Erkenntnisse zeigen: diejenigen, die die Schweinegrippe überleben tragen schwere Nachwirkungen davon.

Einige offizielle Stellen warnen vor der Schweinegrippe und bitten die Infizierten nie mehr das Haus zu verlassen.

*Ironie aus*

Ist das angesichts von Toten aufgrund dieser Krankheit jetzt unlustig? Pietätlos? Makaber?

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Tiny Art Director (kleine Kunstkritikerin)

30. Mai 2009

Über einen Artikel auf YAR fand ich einen neuen Blog, der mir außerordentlich gefällt.

Ein Künstler, der sich von seiner inzwischen vier Jahre alten Tochter sagen lässt, was er malen soll, und danach gibt sie dann ihren Kommentar darüber ab. Zum Totlachen.

Hier ein Beispiel (Übersetzung von mir):

Der Auftrag: Ich werde dir sagen, was du malen sollst. Mal einen Drachen, der sich an ein Mädchen anschleicht. Sie pflückt Blumen.
Die Kritik: Papi, so soll es nicht sein! Er hat Hundebeine! Ich bin so sauer auf dich! Ich werde diese Beine wegradieren! Papi, warum hast du diese Beine gemacht??? (Bricht in Tränen aus)
Auftragstand: Abgelehnt

Der Künstler betont, dass seine Tochter eigentlich ein sehr höfliches, nettes Mädchen ist.

Anmerkung: Ich habe um Erlaubnis gefragt, bevor ich den Post veröffentlicht habe (wegen dem Bild)

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Große Wasser -Teil II

13. Mai 2009

Ich war zwar mit der Gesamtsituation unzufrieden, aber aufgeben wollte ich noch nicht. Wir sollten zumindest VERSUCHEN ohne Ausweis über die Grenze zu kommen – immerhin sind wir hier in Südamerika und ich glaube ja eh nicht an Staaten und Landesgrenzen.

Da wir aber schon gefühlte Siebenmeilen ohne die dazugehörigen Stiefel gelaufen waren, schlug ich vor ein Taxi bis zur Jugendherberge in Foz de Iguazu zu nehmen. Was sich als der größte Fehler der ganzen Reise erwies…

Zunächst einmal schlug der Taxifahrer vor zuerst zum binationalen Wasserkraftwerk Itaipu zu fahren. Das stand zwar auf unserer Liste, aber eigentlich wollte ich nur bis zur Jugendherberge und dann mit Bussen weiter fahren. Ehe ich mich versah waren wir in Itaipu, das heute bestreikt wurde – als ob der Taxifahrer das nicht gewusst hatte! JETZT fahren wir aber zur Jugendherberge dachte (und sagte ich), aber nachdem wir die Grenze passiert hatten, wobei ich meinen Ausreisestempel erhielt und Carlos unbehelligt blieb, weil er gerade meinen Paß anschaute als der Grenzbeamte vorbeilief, spukte mir der Automat nach einiger Überzeugungsarbeit 400 Reales aus und wir fuhren in Richtung der brasilianischen Wasserfälle – mal wieder konnte ich mich nicht gegen den Sirenengesang des zweiäugigen Fahrers wehren, hätte ich doch meine Oropax benutzt!

Dort angekommen gingen wir zuerst in den Vogelpark, der direkt neben dem Wasserfallpark liegt. Die Eintrittspreise hauten mich ein bisschen aus den Socken, aber es ist ja schließlich ein beliebtes Touristengebiet… Der Taxifahrer begleitete uns, da er in Begleitung zahlender Gäste kostenlos reinkam. Weil er alles schon kannte lief er ziemlich wovon wir uns leider beeinflussen liefen und uns nicht die Zeit nahmen alles in Ruhe anzusehen. Viel zu schnell waren wir im Touriladen des Parkes angelangt, wo ich in weiser Voraussicht Postkarten kaufte. Nach meiner Schätzung waren wir nach höchstens einer Stunde schon wieder aus dem Park draußen! 20€ in einer halben Stunde ausgegeben, na super.

Als nächstes ging es zur eigentlichen Hauptattraktion: der brasilianischen Seite der Wasserfälle. Wir mussten erstaunlich kurz anstehen und ich musste für Carlos den europäischen Eintrittspreis bezahlen, weil er ja keinen Ausweis hatte, um zu beweisen, dass er Paraguayer war! Wieder begleitete uns der selbsternannte Führer.

Mit einem Bus fuhren wir bis zum Anfang des Wanderweges, wobei Carlos und Polyphem (ähmm der Taxifahrer ) wieder sehr vorauseilten… Ich versuchte mir so viel Zeit zu nehmen wie ich wollte und blieb auch länger stehen um die Wasserfälle, die Pflanzen, die Nasenbären und alles andere zu beobachten, aber irgendwie war ich doch auch schneller als ich wollte.

Schließlich standen wir vor der Teufelsrachen, zum Glück standen wir auf einer Plattform und wurden nicht wie die Leute in den Schlauchbooten von Skylla und Charibdis fast verschlungen…

Es war unbeschreiblich. Obwohl wegen der enormen Trockenheit viel weniger Wasser floß, rauschte es vor unseren Augen mit atemberaubender Geschwindigkeit zur Erde, um Platz für neues Wasser zu machen. Und es kam immer neues Wasser! Die Schöpfung hat mich glaube ich noch nie so sehr dazu gebracht dem Schöpfer zu danken.

Ich versuchte die ganzen nervigen, fotoschießenden Touristen zu vergessen und schoß so viele Fotos wie ich konnte, dann war meine Speicherkarte für die Kamera voll und ich genoß den Anblick ohne ihn weiter digital festzuhalten. Nach einer LANGEN Zeit, war ich bereit mit den anderen weiterzugehen. Erstmal zu einem Stand, wo ich wieder viel blechen musste, um die Photos auf eine CD brennen zu lassen. Dann mit einem Aufzug auf die Höhe der Wasserfälle, wo wir noch ein bisschen standen und dann weiterliefen.

Zu meinem Erstaunen war der Weg damit zu Ende und es standen schon wieder die Shuttlebusse bereit uns zum Eingang zu fahren. In einem Akt der Verzweiflung schlug ich vor den ganzen Weg zurückzulaufen, aber meine Gefährten hatten dafür kein Verständnis und irgendetwas hielt mich davon ab, einfach alleine zu gehen.

So waren wir gegen drei Uhr nachmittags schon mit allen Aktivitäten fertig und ENDLICH fuhr uns der Taxifahrer zur Jugendherberge, wo wir feststellten, dass alles voll war, weil wir nicht morgens gekommen waren – in meiner Naivität hatte ich natürlich nicht vorbestellt – was eigentlich ja auch nicht nötig gewesen wäre, wenn alles nach Plan geklappt hätte!!

Der Verwalter meinte noch draußen vor der Stadt wäre auch eine Jugendherberge (an der wir schon vorbeigefahren waren) und die hätten wahrscheinlich noch Plätze frei, aber ich war einfach zu gefrustet und wusste außerdem auch nicht, was wir denn am nächsten Tag noch machen sollten. Die argentinische Seite war Carlos versperrt und ich wollte nicht alleine dort hingehen, es war nicht klar, ob die Arbeiter in Itaipu morgen nicht auch noch streiken würden – und wenn wir außerhalb wären, wäre es auch fraglich, ob wir ohne den mir mittlerweile schon fast verhassten Taxifahrer irgendwohin kämen.

Also teilte ich Carlos meine Gedanken so gut es ging mit und er stimmte mir zu, weswegen wir den Taxifahrer in Reales bezahlten. Dabei benutzten wir eine falsche Umrechnungszahl UND ich gab ihm Trinkgeld, das er eigentlich ÜBERHAUPT NICHT verdient hatte, weshalb er ungefähr 10€ mehr kriegte, als wir ausmachten. Ich bat ihn, uns in ein Restaurant zu fahren damit wir ENDLICH was essen könnten. Dazu lud ich ihn dann auch noch ein! Es war ein Buffetrestaurant und schmeckte unglaublich gut -vielleicht auch größtenteils, weil ich so hungrig war…

Nach dem Essen hatten wir noch 21 Reales und ich hatte die fixe Idee nur das 1 Real Stück, das einer Euromünze sehr ähnlich ist mitzunehmen, weswegen wir von einem argentinischen Straßenhändler mit dem wir uns noch unterhielten drei Ringe und zwei Armbänder für 10 Reales kauften. Der Typ war ziemlich lustig drauf… halt so ein typischer Austeiger und Vagabunde :D hatte einen kleinen Dread, die anderen hatte er vor Kurzem abgeschnitten…

Wir fuhren über die Grenze und zuerst wunderten sich die brasilianischen Grenzbeamten, dass ich am selben Tag wieder ausreisen wollte, aber sie machten keine Probleme… auf der paraguayischen Seite jedoch sagten sie: “Ja, wissen Sie, dass geht eigentlich nicht… Sie müssen 72(!) Stunden im Ausland gewesen sein, damit sie ihren Einreisestempel (was mein neues Visum für 90 Tage ist) kriegen… Oder sie müssen eine Gebühr zahlen, schauen Sie mal auf der Liste da…” Ich erklärte ihnen, dass ich eigentlich gaplant hatte, dass ganze Wochenende in Brasilien zu sein, aber mein Hotel sei voll und ich könne mir kein anderes leisten, was immerhin die halbe Wahrheit war  – ich konnte ja nicht sagen: “Ja, mein Freund Carlos da draußen hat keinen Ausweis, weswegen wir nicht nach Argentinien kommen”. Aber die Grenzbeamten hatten kein Erbarmen mit mir und ich machte mich bereit die 220.000 Guaranis (ca.35€) zu zahlen, aber der Beamte kam zu mir und sagte mit leiser Stimme: “Hast du gesehen, wie viel es da auf der Liste kostet?” Als ich bejahte, sagte er es koste 200.000 Guaranis ( ca 32€) – was ‘ne Ersparnis, aber da ich zu blöd war zu feilschen, bezahlte ich ihm das Geld, das er höchstwahrscheinlich ganz in seine Tasche steckte, sonst hätte ich ja keinen Rabatt gekriegt…

Endlich waren wir am Busbahnhof, gaben dem unverschämten Taxifahrer noch unsere letzten 10 Reales und 20.000 Guaranis (insgesamt 6,60€) und rannten, weil wir sofort einen Bus nehmen konnten.

Im Bus konnte ich weder schlafen, noch Tagebuch, noch Postkarten schreiben, weil es zu laut, wackelig und dunkel war…

Um zehn Uhr nachts kamen wir an – Wiensens konnten uns nicht abholen, weil sie in der Gemeinde ein Programm machten, also stellten wir uns an die Straße, wo nach Aussage eines Straßenverkäufers die 44 vorbeikommen sollte. An besagter Ecke stand auch ein Bus dieser Linie, nur ohne Fahrer. Außerdem standen dort einige Taxis mit zugehörigen Fahrern, die sich natürlich erboten uns nach Hause zu fahren – aber ich hatte eine derartige Aversion gegen diesen Berufsstand entwickelt, dass ich jetzt nicht mit ihnen fahren wollte.

So warteten wir. Eine halbe Stunde verging und es erschien weder der Fahrer des Busses, noch fuhr ein anderer Bus, der im entferntesten in unsere Richtung ging, vorbei – während der ganzen Zeit kam nur ein einziger Bus, der auch noch zum anderen Ende Asuncións fuhr, vorbei.

Ich war so verzweifelt, müde, genervt, wütend und sogar ein bisschen ängstlich, wenn ich an all die Ratschläge NIE bei Dunkelheit Bus zu fahren dachte, dass ich begann mit dem Taxifahrer zu verhandeln. Wir hatten uns gerade auf 90.000 (13€) geeinigt und ich hatte das Geld schon in der Hand, als der 44er, der immer noch da stand den Motor startete. Wie der Blitz stiegen wir ein und kamen unbescholten nach Hause; ich musste die ganze Busfahrt daran denken, dass wir jetzt doch noch ein Wunder erlebt hatten…

Abgesehen vom Wunder der Wasserfälle natürlich…

Jetzt ist das ganze fast zwei Wochen her und meine Auffassung davon hat sich bei jedem Bericht verändert, von Wut über den Taxifahrer und das alles andere auch schief gegangen ist, über Freude wenigstens die Wasserfälle gesehen zu haben, bis schließlich zur typischen Bloggeransicht, dass es eine tolle Anekdote ist und deshalb gut.

Mal sehen, vielleicht komme ich ja nochmal dahin, vielleicht alleine, oder mit jemandem, der sich ähnlich viel Zeit dafür nehmen will… bis dahin habe ich die Fotos und die Bilder in meinem Kopf.

 

Categories: Anekdoten, Gott & die Welt, Paraguay.

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Ich werde wie mein Vater, NEIN!!!!!!!!!!

23. Februar 2009

Immer stärker merke ich, dass ich meinem Vater doch in mehr Punkten ähnlich bin als ich dachte: ich habe einen seltsamen Humor, den niemand versteht, verbessere andere andauernd und, die neueste schreckliche Entwicklung, ich mache unendlich viele Fotos!!! Um endlich von gewissen Leuten (du weißt, dass du gemeint bist!!!) in Ruhe gelassen zu werden, werde ich nun das Zwischennetz ohne Gnade und Gewissensbisse hemmungslos überlasten:

Meine biologische Familie und ich am Flughafen FrankfurtAna Eleonoramein SchattenGlasscherben als Einbruchssicherung und DengebrutstätteMartin JosuéMartin's GesichtSchwimmen!!!Ein Tucan auf dem Arm eines Mannes, der (außer seinem Arm) nicht fotographiert werden wollteAna wartetFindusSchach!!!Die KircheGraffity bei der Kirchedie Jungs beim Kirchen pflückenMartin im Bumstarker JoelAna benutzt die Rutsche falschBiker-Joel

PS: Papa, du hast auch gute Eigenschaften, die sind bloß nicht so witzig. :D

Categories: Argh!!!, Paraguay.

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