Die schlimmste Gotteslästerung bis jetzt

Zufällig ist mir heute eine Ausgabe von „Israel heute“, einem Magazin messianischer Juden, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, „auch das zu bringen, was andere weglassen“, unter die Nase gekommen.

Die Artikel sind – wenig überraschend – zionistisch, und strengen sich an, eine theologische Rechtfertigung der israelischen Politik zu sein.

Da Theologie mich interessiert und ich die Perspektive der „anderen“ kennen will, blaettere ich also darin herum und stoße auf einen kurzen Artikel mit dem Titel „Wie sah Jeschua aus“. Eine Reflektion über das Aussehen des „echten“ Jesus und wie er heutzutage dargestellt wird. Die Grundthese unterstütze ich erstaunlicherweise: Jesus war nicht nett, sondern revolutionär und erschütterte das politische und religiöse System in den Grundfesten. Von dort aus nimmt der Artikel aber einige fatale Wendungen. Ich habe versucht den Artikel im Internet zu finden, aber man muss Abonnent sein. Hier also einige Zitate (meine Gedanken in fetten Buchstaben):

Doch die Evangelien beschreiben die irdische Person Jesu eher rustikal, was zu seinem revolutionären Auftreten passt … (Ich mag wohin dies geht) Seine Jünger waren Partisanen .. So ist es nicht verwunderlich, dass seine Jünger Zeloten (stimmt) … waren … und Petrus bei der Festnahme zum Schwert griff (aber Jesus verbot es ihm und heilte den Wachmann, der ihn fest nahm!)

Der Artikel endet schliesslich mit den Worten:

In Wahrheit aber passt er [Jesus] mehr in Haganah (zionistische paramilitärische Untergrundorganisation) als in den Vatikan. (Ich schmeiße die Zeitschrift auf den Boden und trample auf ihr rum)

WOW! Ich kann gar nicht sagen, wie wütend ich bin! Jesus in eine Terrorgruppe zu stecken. Hat Jesus nicht gesagt: „Liebet eure Feinde?“ Wie liebte die Haganah denn ihre Feinde? Indem sie Brücken in die Luft jagte?

Notiz: Bei den Nachforschungen habe ich festgestellt, dass die ich die Haganah mit Irgun verwechselt habe. Während Irgun die Massaker verübte, war die Haganah eher die Mainstreamterrorgruppe der vor-israelischen Zionisten. Sie verübten aber ebenfalls Anschläge und töteten Palästinenser. Sie wurde zusammen mit Irgun in die israelische Armee überführt. Die israelische Armee heißt bis heute auf Hebräisch „Tzva Haganah le-Yisraʾel“.

wo man mich zur Zeit lesen kann

Leider hatte ich bis jetzt noch nicht die Gelegenheit, euch von dem Leben und Arbeiten auf dem Weinberg zu erzählen, wo doch so viele spannende Dinge dort geschehen. Denn es waren ja gerade diese Dinge, die mich daran hinderten euch von ihnen selbst zu berichten. Diese Selbstreferenz finde ich immer wieder verwirrend und ich haben auch nicht die Zeit, näher auf diese Dialektik der Notwendigkeit spannende Dinge zu erleben, damit man sie aufschreiben kann, und der Unmöglichkeit sie aufzuschreiben, weil man dabei wertvolle Zeit verliert, in der man sie erleben könnte, einzugehen.

Stattdessen wollte ich euch nur mitteilen, dass ihr hier ganz ohne Passwort von dem lesen könnt, was ich die nächsten 2 Wochen tue. Nicht alle Artikel sind von mir, aber ganz sicher sind alle lesenswert.

Nochmal die Adresse: http://cptreise2011.wordpress.com

Erzählt allen von diesem Blog, postet ihn auf Facebook und hängt Fahnen aus dem Fenster auf dem die Adresse steht! (Nein, ehrlich, wir freuen uns über jede Leserin und jeden Leser, besonders auch wenn wir Feedback zu unseren Artikeln bekommen.

Mein erster Artikel in einer renommierten Zeitschrift!

Nachdem mein letzter Artikel ein Bericht in der Schülerzeitung über die Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Jubiläum Baden-Würtembergs in meiner Grundschule war, ist nun endlich mein erster Artikel in der „Brücke“ erschienen, der „Täuferisch-Mennonitischen Gemeindezeitschrift“.

Es ist eine sehr schöne Ausgabe und ich bin zuversichtlich, dass der neue Redakteur Benji Wiebe das hohe Niveau, mit dem er da losgelegt hat, halten wird. Mein Artikel ist natürlich nicht der Höhepunkt der Ausgabe, aber für egozentrische Lorbeeren habe ich ja diesen Blog.

Ein kleiner Fehler hat sich bei der Zensur (nur ein Witz, Benji 😛 ) Korrektur des Redakteurs eingeschlichen, aber ich bin zuversichtlich, dass der noch behoben wird. Falls sich unter meinen Lesern auch Lektoren der Brücke befinden, möchte ich jetzt schon mal darauf hinweisen, dass ich für meinen Aufenthalt in Paraguay nicht

„wieder „Fleischeslust“ entwickeln und meinen Vegetarismus aufgeben“

musste.

Der Satz muss lauten: „Ebenso musste ich wieder „Fleischeslust“ entwickeln, sprich meinen Vegetarismus aufgeben.

Ich hoffe, dass damit etwaige Missverständnisse ausgeräumt sind 😀 .