wieder „zu Hause“

Nach einer zum Glück ereignislosen Reise bin ich am Mittwoch wieder in Deutschland angekommen. Um mir die unangenehmen Fragen, die Untersuchung meiner Koffer und die mögliche Leibesvisitation zu ersparen, bin ich über Jordanien ausgereist, wo sich die Beamten herzlich wenig für den Inhalt meines Gepäcks interessiert haben und mich auch nichts fragten. Nur der Mann, der mir den israelischen Ausreisestempel in den Pass drückte, ich solle bloß nicht glauben, ich könnte dieses Jahr nochmal ein Dreimonatsvisum kriegen, sondern ich müsse jetzt mal zur Botschaft gehen.

Mittwoch mittags landete meine Maschine und im Flughafen bekam ich gleich einen Geschmack der deutschen post-elfter-September Sicherheitskultur: Ich musste einen Riesenumweg laufen, weil jemand seine Tasche liegen gelassen hatte, und die als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. Das war ich auch aus Israel gewöhnt, wo ich erst den Bus zur Grenze verpasst hatte, weil ich mein Gepäck durchleuchten lassen musste.

Danach endeten aber auch schon die Ähnlichkeiten, kaum war ich aus dem Flughafen draußen, wurde ich erschlagen von all dem Grün um mich herum. Auf Dahers Weinberg ist seit mehreren Monaten kein Tropfen Regen gefallen und alles ist braun, gelb, bis auf die Bäume. Und dann all das Wasser! Überall Flüsse, Bäche und Seen.

Langsam taste ich mich vor in dieses Land, dass ich eigentlich kennen sollte. Ich denke, dass ist es, warum viele sagen, das Rückkehren ist schwerer als das Ankommen im fremden Land. Man kommt nämlich beide Male in einem fremden Land an – beim Rückkehren weiß man es bloß nicht.

 

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