Einige Betrachtungen, um die Zeit totzuschlagen (in pazifistischer Manier) I

Während ich gerade im sich endlos ausdehnenden Raum des Zwischennetzes viele kleine Himmelskörper, auch Seiten genannt, und da man sich von einem jeden solchen fast ohne Zeitverlust auf andere teleportieren kann – sollte man über die Fähigkeit verfügen sogenannte Tabs erzeugen zu können, kann dies sogar geschehen, ohne den Ursprungsort zu verlassen und somit das eigene Selbst aufzuspalten – parallel auf vielen Welten existieren kann, stelle ich fest, dass unzählige Leute sich ihren eigenen Planeten erschaffen haben, mithilfe von Gruppen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den zuvor Erwähnten ihren Wunsch zu erfüllen, ganz ähnlich den Bewohner von Magrathea (Hitchhiker’s Guide To The Galaxy – ihr Unwissenden!).
Viele dieser Wesen, die sich als Homo bloggus bezeichnen (vulgo: Blogger) verfügen über außerordentliche Schreibstile, erzählen Alltägliches neu und spannend (oder auch alltäglich und langweilig), erstatten Reiseberichte ähnlich dem meinen, die sie mit Metallicatiteln benennen, oder erfinden für ihre Namen neue Bedeutungen. Leider habe ich bis jetzt noch keinen gefunden, der längere Sätze schreibt als ich 😉 .

Nun frage ich mich schon seit einiger Zeit, genauer seit ich mir überlegte selbst einen solchen Planeten zu kolonisieren und ihn in all meiner Arroganz nach mir zu benennen, was anscheinend in der Gemeinschaft der elitäre Blogger Usus ist (dass damit die Rechte der indogenen Bytes fundamental verletzt werden, ist euch hoffentlich allen klar – Wahrscheinlich werde ich einen SorryDay in ferner Zukunft planen, bei der ich einen Eintrag darüber schreibe wie leid es mir tut, die Sache damit für erledigt ansehen und die Indobytes weiter in ihren Reservaten gespeichert lassen), woran eigentlich mein Interesse (und das der vielen Anderen) besteht mich in solch exhibitionistischer Art darzustellen (ihr habt euch das wahrscheinlich auch gefragt, spätestens bei dem Windelwechselnartikel).

Dazu ist zunächst zu sagen, dass ich bei weitem nicht ALLES Peinliche hier veröffentliche (zum Beispiel meine Schwierigkeiten, mich daran zu gewöhnen, dass man das Klopapier hier, aufgrund kleinerer Rohre, nicht mit den Fäkalien herunterspült, sondern in den Mülleimer schmeißt – was weniger stinkt als ich dachte – und meine daraus resultierenden MEHRFACHEN Griffe ins Klo, aus Angst eine Verstopfung zu verursachen. MIST! Jetzt habe ich es doch geschrieben) und, dass ich damit meinem Narzissmus genüge tue.
Dieses Geltungsbedürfnis erfasst anscheinend immer mehr Menschen, die ihre Gedanken aller Welt offenbaren, oder wenn sie über größere Weisheit als ich verfügen, nur einer relativ kleinen über eine Einladung verfügenden Minderheit.
Ich könnte nun weiter darüber nachdenken, WOHER dieses Geltungsbedürfnis kommt: aus mangelnden Selbstbewusstsein oder aus dem Überfluss daran? Liegt es in der Erziehung und hat nicht letzlich die Alphabetisierung des Pöbels dazu geführt, dass er Blogs schreibt? Aber blaues Blut führt nicht unbedingt zur Befähigung zum Schreiben, obwohl wir ja leider immer mehr zur Gesellschaft verkommen in der Bildung Reichtum und Reichtum Bildung bringt.
Aber eigentlich wollte ich ja jetzt aufhören zu schreiben, eine Schachpartie nachspielen und darüber nachdenken wie ich so ein exhibitionisitischer pseudo-intellektueller, Wörter-die-man-zusammen-oder-Sätze-die-man-getrennt-schreibt-mit-Bindestrichen-verbindender, Snob geworden bin 😀

4 Gedanken zu „Einige Betrachtungen, um die Zeit totzuschlagen (in pazifistischer Manier) I

  1. Das hatte ich sowieso schon fragen wollen, wie das inzwischen mit dem Klopapier funktioniert, nachdem wir damals vor fast einem Jahrzehnt auch diese seltsame Erfahrungen machen durften, wobei du übrigens selbst dabei warst, woran, du dich womöglich erinnern wirst. Bert Brecht meint ja sehr treffend: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Ich möchte das paraphrasierend modifizieren in: „Erst kommt das Sch…, dann die Philosophie.“ Oder um Freud zu bemühen, bei so mancher hermetischen Philosophie mag es sich um die Sublimierung permanenter Obstipation handeln. Wie sich das mit den zwischennetzlichen Umlaufbahnen diverser Körper und Ureinwohnern verhält, wird noch spekulativ zu erforschen sein.

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