Fernschach ist nicht so einfach, wie es sich anhört

Nachdem ich eine Woche lang täglich gegen Joel und Martin gespielt hatte,

ein weiteres Schachspiel mit Joel

war ich heute auf der Suche nach einer echten Herausforderung. Finden sollte ich sie in einem kanadischen Großmeister. Da dieser in seinem Heimatland nur Bären töten oder Schach spielen konnte und er unter Chaimaphobie (Angst vor Kälte) leidet, blieb ihm nur das Spiel der Könige. So vom Schicksal gebeutelt wurde er ein exzellenter Schachspieler, der einmal sogar ein Remis gegen einen maltesischen Meisterspieler errang – wobei ihn vor allem verwunderte, warum dieser Schach spielte, da es in dessen Heimat ja nicht kalt war. Über viele Umwege kam der Mann aus der Kälte in die im Vergleich tropische Pfalz, wo er die Liebe zur Weisheit (Philosophie) studierte. Aufgrund der Möglichkeit zumindest zwei Monate im Jahr (Juli und August) mit fünf Schichten Kleidung am Körper das Haus verlassen zu können, sank sein Interesse am besten Spiel der Welt und er wandte sich der Errichtung eines gewaltigen Alkohovorrat, den er als „Weinkeller“ bezeichnet, zu. So spielte er jahrelang nicht und sollte erst durch seine Niederlage gegen mich, den jungen Schachnovizen, aus seiner Abstinenz (Schach gegenüber) aufgeweckt werden. Da sein Stolz verletzt war, trainierte er hart, während seines Aufenthalt in Afrika wohin er die Zugvögel imitierend vor der Kälte geflohen war, und war schließlich bei seiner Rückkehr wieder gut genug in Form um mich zur Revanche zu fordern, die er dann auch gewann, wenn ich mich richtig errinere.

Heute sollte es also zu unserem vierten (wir spielten nach seiner Rückkehr zweimal) Aufeinandertreffen auf dem stilisierten Schlachtfeld kommen. Da ich die, zumindest früher, bei skype verfügbare kostenlose Schachapplikation nicht fand, entschlossen wir uns das Duell auf altmodische Art durchzuführen: ein jeder nahm ein Schachbrett zur Hand und wir schickten einander unsere Züge zu.

"Schach-computer"

Dies sollte sich als komplizierter herausstellen, als wir zunächst dachten (wie im Titel angedeutet). Zunächst musste ich seperat die Felder markieren (für Laien: bei Schach ist jedes Feld durch einen Buchstaben und eine Zahl definiert. Die Zahlen befinden sich an der einen Kante (von der weißen Seite (1) zur schwarzen (8)). Die Buchstaben ziehen sich von Turm(a) zu Turm (h). Dadurch wird definiert, dass die weiße Dame beispielsweise auf d1 steht und die schwarze auf d8, so kann man Schachpartien notieren, um sie später nachspielen zu können, oder wie in diesem Fall Fernschach zu spielen), da dies bei meinem Feld nicht gekennzeichnet war. Dann gab es natürlich oft Verwechslungen, besonders von meiner Seite, da ich wie es scheint nicht lesen kann. So bewegte ich oft die falschen Figuren und konnte dadurch geniale Züge erreichen mit deinen mein Gegner nie gerechnet hätte 😉 . Schließlich schafften wir es dennoch drei Spiele zu spielen, wobei ich das erste gewann, das zweite wurde aufgrund von Tollpatschigkeit (ich stieß aus Versehen das Brett um, es war aber noch unentschieden, es wäre also törricht zu mutmaßen ich hätte dies absichtlich getan, wie böse Zungen bestimmt an dieser Stelle denken werden) abgebrochen und das dritte schließlich, wurde nach langem Ringen schließlich von meinem Gegenüber gewonnen.

Trotz dieses untentschieden Ausgangs bin ich von der Methode des Fernschach fasziniert und würde mich freuen noch viele solcher Spiele auch mit anderen zu spielen (auch du Brutus, ich meine Jonas).

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