Siedlerangriff?

Vorgestern ist hier etwas sehr seltsames passiert, das mir einige interessante Dinge über die Lage hier offenbart hat. Leider war ich nicht selbst dabei und kann euch die Geschichte nur weitererzählen, wie ich sie gehört habe, aber es ist wirklich so passiert:

Zwei weibliche Freiwillige pflückten am Rand des Grundstücks seltsame Zwergäpfel als sie einen Mann mit einem Esel sahen, der auf den Olivenbäumen des Nachbarn herumsprang, an ihnen zerrte und sein Bestes gab, sie zu zerstören. Bei genauerem Hinsehen erkannten sie, dass sein Gesicht grün angemalt war.

Sie riefen ihm zu er solle aufhören und kamen auf ihn zu. Plötzlich hatte er einen Stein in der Hand rief: „What?! What do you want?“ Und dann noch einiges auf arabisch.Nach einer Weile ging er aber weg.

Sie riefen Daher, meinen Chef, und ich musste die Pferde von der Weide holen, damit sie nicht geklaut werden können.

Zum Verständnis der Situation sollte man noch wissen, dass es schon mehrmals vorgekommen ist, dass Siedler hier bei uns und in der ganzen Westbank Olivenbäume zerstört haben, die für viele palästinensische Familien die wirtschaftliche Grundlage sind und teilweise hunderte Jahre alt sind.

Als wir also beim Mittagessen und die Geschichte erzählt wird, lautet sie schon so: „Ein Siedler hat Olivenbäume zerstört. Das Gesicht hat er sich grün angemalt, um nicht erkannt zu werden, und das Arabisch war wahrscheinlich hebräisch (kann ja eh keiner unterscheiden), oder schon arabisch, aber Schimpfwörter.

Später kommt der Mann wieder (ohne Esel) und beschuldigt uns, wir hätten seinen Esel geklaut. Daher wird gerufen und unterhält sich auf arabisch mit dem Mann (erstaunlich für einen Siedler so gut arabisch zu können). Er macht ihm klar, dass wir den Esel nicht haben und ruft den Besitzer des Nachbargrundstücks an, um ihn zu informieren, was bei ihm eigentlich los ist.

Der Besitzer klärt uns auf. Der Mann ist Palästinenser und der Exmann der Tochter des Nachbarn. Er war anscheinend wütend auf die Familie seiner Exfrau und hat das ganze deswegen gemacht.

Keine Politik, nur eine Familientragödie.

Ich frage mich, wie oft das hier so ist. Das etwas wegen der Besatzung sofort als politisch motiviert verstanden werden. Im März wurde eine Siedlerfamilie in ihrem Haus ermordet. Wahrscheinlich war es ein Palästinenser, aber palästinensische Medien berichteten, es wäre ein Thailänder gewesen, der für die Familie gearbeitet hat und dem sie noch einiges Geld schuldete.

Egal, wer es war, niemand hat sich zu der Tat bekannt, warum ist es also so sicher, dass es eine politische Motivation war? In anderen Ländern bringen sich Leute auch grausam um und da sind es nur Verrückte, hier sind es alles gleich politisch motivierte Leute.

Ich will nicht behaupten, dass alle Siedlerangriffe und Terroranschläge nur die Taten von Geisteskranken sind. Sie haben klare politische Ziele, und der Konflikt gibt gerade gewaltbereiten Menschen eine Rechtfertigung für ihr Verhalten. Psychisch gestörte Menschen werden durch den Hassdiskurs auch instrumentalisiert, wie zum Beispiel in diesem Fall die Al Quds Brigade gesagt hat, sie wären es zwar nicht gewesen, aber es wäre trotzdem richtig.

Vielleicht gibt es hier in Palästina und Israel auch ganz viel Normalität, die trotz des Konflikts existiert und vom Konflikt beeinflusst wird.

Wo bin ich hier eigentlich?

Anmerkung: Dieser Artikel ist eine Einführung. Ich hoffe noch detaillierte Erklärungen und Bemerkungen zu den einzelnen Aspekten der Arbeit zu verfassen und hier zu verlinken.

Die Wegbeschreibung zum Zelt der Völker von Jerusalem aus lautet so:

Nimm den Bus nach Bethlehem bis zu einem Punkt namens Bab Askhak. Dort steigst du in ein Sammeltaxi (servis) nach Hebron und sagst, dass du bei „Kilo sabatasch“ aussteigen willst.

Kilo sabatasch ist aber nicht die arabische Version von Zelt der Völker; es heißt „Kilometer siebzehn“ und gemeint ist der Meilenstein 17 zwischen Bethlehem und Hebron. Man könnte auch Newe Daniel sagen, der Name der größten Siedlung neben uns, aber dann würde man wahrscheinlich nicht mitgenommen werden.

Dort angekommen musst du den Erdpfad entlang laufen, über den Steinhaufen, den das israelische Militär als Straßensperre aufgeschüttet hat und weiter, bis du zu einem großen Tor kommst. Dann rufst du Daher an und er macht dir auf.

Was also ist dieser Ort, der so schwer zu erreichen ist?

Ein Hügel im Westjordanland, 17 Kilometer von Bethlehem entfernt, nahe dem palästinensischen Dorf Nahalin, bewirtschaftet von einer palästinensisch-christlichen Familie, die das Land, dass ihr Vorfahr Daher Nassar Anfang des 20. Jahrhunderts unter den Osmanen gekauft hat, nicht verlieren wollen.

Auf den umliegenden Hügeln gibt es vier nach dem Völkerrecht illegale israelische Siedlungen: Newe Daniel, El’azar, Rosh Tsurim und Beitar Ilit, die alle zum Siedlungsblock Gush Etzion gehören. Da diese Siedlungen gerne noch größer wären und keine Palästinenser als Nachbarn haben wollen, wurde das Land der Nassars 1991 zu Staatsland Israels erklärt, obwohl sie legitime Besitzurkunden aus der Zeit der osmanischen, englischen, jordanischen und sogar israelischen Besatzung hatten. Seit dem führen sie einen Rechtstreit mit dem israelischen Militär, der nun schon ein paar Jahre beim obersten israelischen Gericht stockt und bereits 140.000$ gekostet hat.

Aber die Nassars nicht nur wollen nicht nur ihr Land behalten, sie wollen, dass es Teil der Lösung des Konflikts wird, zu einem Ort, wo Menschen den Frieden lernen und nicht den Krieg.

Daher gründeten sie im Jahr 2000 das Projekt „Zelt der Völker“, und luden internationale Freiwillige ein, um ihnen beim Ernten zu helfen, sowie bei einer Kinderfreizeit für palästinensische Kinder, hauptsächlich aus Bethlehem, wo der größte Teil der Familie hauptsächlich lebt. Jedes Jahr gibt es mehrere Erntecamps und eine Kinderfreizeit.

Das Land ist immer noch mit einer Räumung bedroht, außer zwei Häusern, die vor dem Beginn der Besatzung 1967 gebaut wurden, sind alle Strukturen wie die Klohäuschen, die Zisternen, die ausgebauten Höhlen und sogar die Zelte, in denen Gäste schlafen illegal und haben teilweise schon Abrissbefehle erhalten, die aber im Moment durch eine einstweilige Verfügung ausgesetzt sind.

Währenddessen werden weiterhin neue Häuser in den Siedlungen gebaut und damit Fakten geschaffen. Und deshalb schaffen die Nassars mit Unterstützung von Freiwilligen wie mir ebenfalls Fakten, indem sie Bäume pflanzen, Zisternen ausheben und das Land so gut wie möglich nutzen.

Wir haben keinen Anschluss ans Wasser- und Stromnetz. Unser Wasser kommt von den Zisternen, oder wird gekauft. Früher gab es hier nur einige Stunden am Tag durch einen Generator Strom, aber letztes Jahr haben die Grünhelme hier eine Solaranlage eingerichtet, die 5 Megawatt produziert, den Ventilator in unserer Höhle betreibt und dafür sorgt, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, meinen freien Tag mit bloggen zu verbringen.

Gleichzeitig versuchen wir die Umwelt zu schonen und dieses Bewusstsein auch in der palästinensischen Gesellschaft zu stärken, wo normalerweise Müll verbrannt wird, oder vor unserer Haustür abgelagert wird. In der Gesellschaft wird die Umweltfrage mit dem Hinweis auf die Besatzung wie auch viele andere dringende Probleme hinten angestellt, aber wir glauben, dass dies nicht so einfach geht und Widerstand gegen die Besatzung auch heißt, sich nicht komplett von ihr bestimmen zu lassen in seinem Engagement.

Was mache ich hier eigentlich den lieben langen Tag?

Nach fast einem Monat kann ich vielleicht ein bisschen besser sagen, was ich hier eigentlich mache.

Meine romantische Vorstellung von einem grünen Hügel und einer Herde von Ziegen, die friedlich grasen musste ich mittlerweile ein wenig anpassen. Übrig geblieben ist das: ein grüner Hügel und einer Herde von Ziegen, die friedlich grasen.

Als Spezialbeauftragter für die Animal Farm kümmere ich mich um die schon erwähnten drei Ziegen, die sechs Hunde, die zwei Pferde, sowie die ungezählten Hühner und Tauben. Ich muss also morgens früher aufstehen, die Pferde und Ziegen aus ihrer Höhle rauslassen und alle Tiere füttern und tränken. Später werden die Pferde auf die Weide geführt und ich mache mich daran, auszumisten, Ziegenfutter aufzutreiben, oder etwas zu bauen.

Seit ich hier bin, habe ich einen Unterstand für die Pferde gebaut, eine Tür repariert, und eine Hundehütte  fast fertig gestellt. Außerdem sortiere ich meine Werkzeuge in einem kaputten blauen VW-Bus und versuche insgesamt ein wenig Ordnung in mein Areal zu bekommen.

Ansonsten helfe ich natürlich auch bei anderen Tätigkeiten mit, wie ernten, bewässern, putzen, etc.

Ein Kurzzeitfreiwilliger hat eine provisorische Kläranlage gebaut, die ich noch ausbauen will. Um Fachwissen wird gebeten..

Der erste Regen

In der Nacht von gestern auf heute gab es den ersten Regen der Saison. Zirka fünf Minuten leichter Nieselregen.

Woher ich das so genau weiß?

Ich schlafe zur Zeit auf dem Dach eines Hauses, weil es nie regnet und meine Höhle noch etwas feucht ist. Fünf Minuten waren genug, dass ich vom Regen aufwachen, mein Bett ins Büro räumen und ein zweites Mal aufs Dach gehen konnte, um zu sehen, dass ich nichts vergessen hatte, und stattdessen zu bemerken, dass der Regen bereits aufgehört hatte.

Zur Sicherheit habe ich dann weiterhin im Büro geschlafen; die Höhle war zu weit weg. Den Tag über hat es noch ein paar Mal minutenweise geregnet und aber zumindest habe ich meine Regenjacke eingeweiht.

Windesbotschaften

Der ständige Wind hier auf dem Weinberg spendet nicht nur angenehme Kühle bei Tag und unangenehme Kühle bei Nacht, sondern trägt auch viele Geräusche ans Ohr:

Das Bellen der Hunde, die ihre Rangordnung neu regeln. Das Gitarrenspiel einer anderen Freiwilligen. Polizeisirenen. Diskomusik aus einer der umliegenden Siedlungen. Alle paar Stunden der Gesang des Muezzins aus dem naheliegenden palästinensischen Dorf Nachalin.

Gestern haben wir nach Abbas‘ Rede vor den Vereinten Nationen kurz von dort ein Feuerwerk gehört.

Mengenangaben

Heute mal keine hohe Politik, sondern ein kurzer Bericht, was ich alles herum geschleppt, ausgeräumt und ausgerissen habe:

  • 5 Schubkarren voll Taubenmist (der Taubenstall wurde nach unbestimmter Zeit zum ersten Mal ausgemistet. Das Brecheisen, das den getrockneten Hühnerschiss gestern entfernte, brauchte ich heute aber nicht)
  • 3 Schubkarren anderer Mist (2 Pferde und 3 Ziegen, produzieren täglich einiges an Mist)
  • 1 Schubkarre von den Ziegen abgenagte Äste
  • 1 Schubkarre neues Ziegenfutter (Weinblätter und Unkraut)
  • 1 VW-Bus voller Werkzeuge und Krimskrams
  • darunter: 1 Schubkarre kaputter Hacken, die ich dann irgendwann reparieren darf
  • 8 5-Liter Eimer für die Pferde (das andere Wasser zähle ich nicht)

Sündigt aber dein Bruder an dir…

Bei den Vereinten Nationen hat Obama heute seinen Kommentar zum palästinensischen zur Aufnahme in die Reihe der Staaten abgeben: Die Palästinenser sollen weiter direkt mit Israel verhandeln und nicht die internationale Bühne benutzen.

Das erinnert mich an den Besuch bei Sabeel, einem palästinensischen Zentrum für ökumenische Befreiungstheologie, während der CPT-Inforeise. Nach einem Vortrag nahmen wir dort an einer Abendmahlsfeier statt. Die arabische Liturgie, die wir auf englisch mitlesen konnten, war lebendig und feierlich.Statt einer klassischen Predigt führte der Pastor kurz in den Text ein und eröffnete dann das Gespräch über den Text an dem alle Anwesenden Teil haben konnten.

Die Lesung war: Matthäus 18,15-19

15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Hört er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund.17 Hört er die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Zöllner oder Heiden.18 Wahrlich ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.
   19 Weiter sage ich euch: wo zwei unter euch eins werden, warum es ist, daß sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Ein Teilnehmer stellte eine interessante Gemeinsamkeit mit der Besatzung fest: Zunächst haben die Palästinenser direkte Verhandlungen probiert, dann haben sie mit den USA einen Vermittler gehabt, und diese beiden Methoden haben immer noch keine Verbesserung gebracht (sondern nur mehr Siedlungen, die Apartheidsmauer und weitere Zerstückelung des Gebiet eines eventuellen palästinensischen Staates).

Jetzt bringen sie den Fall vor die UNO.

Doch was passiert wenn die „Gemeinde“ den Fall nicht lösen will kann? Sollen die PalästinenserInnen Israel dann wie einen „Zöllner oder Heiden“ behandeln?

Und was heißt das? Ein Generalstreik unter den in Israel und den Siedlungen arbeitenden Palästinensern? Boykott, Divestment und Sanktionen (BDS)?

Hier kommt man nicht umhin zu bemerken, wie Theologie und Politik ineinander übergehen. Ich bin gespannt zu beobachten, was hier passiert, auch wenn ich das Gefühl habe, hier auf dem Weinberg kriegt man nicht wirklich viel mit.

Sabeel werde ich noch öfter besuchen.

Ungewissheit

Die Inforeise der Christlichen Friedensstifterteams, an der ich die letzten zwei Wochen teilgenommen habe ist nun vorbei und ich habe heute ich wieder mit der Arbeit angefangen.

Eigentlich wurde ich erst morgen erwartet, aber da die Reise zu Ende ist habe ich mich entschieden jetzt schon zurück zu kommen, weil ich keine Lust hatte mein Hostel selbst bezahlen zu müssen und ich endlich anfangen wollte auf dem Weinberg zu arbeiten.

Ein weiterer Grund aber ist, dass niemand sicher weiß, ob ich morgen noch in das Westjordanland hinein gekommen wäre.

Heute hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen begonnen und eines der Hauptthemen, neben vielen anderen spannenden Themen, ist der Antrag der palästinensischen Autonomieverwaltung auf die Aufnahme als volles Mitglied, was der internationalen Anerkennung als Staat entspricht.

Während der größte Teil der Welt Palästina bereits anerkannt hat, sind Israel, die USA und die EU, sowie die einige der von Ihnen abhängigen Staaten dagegen.

Die Abstimmung findet wahrscheinlich am Freitag statt, aber ob sie Erfolg hat, und was ein eventueller (Miss)Erfolg für Folgen hat, ist ungewiss.

Auf der Reise kamen fast alle unsere Gesprächspartner auf die Abstimmung zu sprechen. Die meisten pessimistisch, wenige optimistisch. Es kursieren allerlei Gerüchte, Israel werde das Westjordanland annexieren, bewaffnete Siedler planten Märsche auf palästinensische Städte, zahlreiche palästinensische Anschläge wären geplant. All dies gibt wenig Anlass zur Hoffnung.

Ich selbst, weiß auch nicht, was ich hoffen soll:

Dass die Abstimmung Erfolg hat, und wir hier Angriffe von mit Maschinengewehren bewaffneten Siedlern fürchten müssen, die Angst haben, dass sie „ihr“ Land verlassen müssen?

Oder ein komplett abgeriegeltes Westjordanland, sowie Gaza?

Eine dritte Intifada? Mit Steine werfenden palästinensischen Kindern und scharf schießenden israelischen Soldaten? Selbstmordattentaten und Vergeltungsbombardements?

Oder soll ich beten, dass alles ruhig bleibt?

Nein, ich will, dass die Besatzung endlich aufhört und die beiden Völker ernsthaft am Frieden arbeiten können.

Auf meiner Reise habe ich viele PalästinenserInnen getroffen, die entschieden sind, ihre Freiheit und Würde zu erkämpfen. Durch gewaltfreien Widerstand und in der Überzeugung, dass die Geschichte ihnen recht geben wird.

Ich bete, dass die Abstimmung bei der UNO, egal was ihr Ergebnis sein wird, die PalästinenserInnen nicht entmutigt, sondern darin bestärkt ihre Rechte einzufordern. Ich bete, dass die Israelis einsehen, dass die Besatzung Unrecht ist und sie mit ihren Nachbarn in Frieden und Gerechtigkeit leben können.

Während ich dies bete, bleibt die Ungewissheit.

Nachtrag: Wer den Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützen will, unterschreibe hier.

wo man mich zur Zeit lesen kann

Leider hatte ich bis jetzt noch nicht die Gelegenheit, euch von dem Leben und Arbeiten auf dem Weinberg zu erzählen, wo doch so viele spannende Dinge dort geschehen. Denn es waren ja gerade diese Dinge, die mich daran hinderten euch von ihnen selbst zu berichten. Diese Selbstreferenz finde ich immer wieder verwirrend und ich haben auch nicht die Zeit, näher auf diese Dialektik der Notwendigkeit spannende Dinge zu erleben, damit man sie aufschreiben kann, und der Unmöglichkeit sie aufzuschreiben, weil man dabei wertvolle Zeit verliert, in der man sie erleben könnte, einzugehen.

Stattdessen wollte ich euch nur mitteilen, dass ihr hier ganz ohne Passwort von dem lesen könnt, was ich die nächsten 2 Wochen tue. Nicht alle Artikel sind von mir, aber ganz sicher sind alle lesenswert.

Nochmal die Adresse: http://cptreise2011.wordpress.com

Erzählt allen von diesem Blog, postet ihn auf Facebook und hängt Fahnen aus dem Fenster auf dem die Adresse steht! (Nein, ehrlich, wir freuen uns über jede Leserin und jeden Leser, besonders auch wenn wir Feedback zu unseren Artikeln bekommen.

Arabengdeutsch

Auf dem Weinberg sind frei nach Jesaja 2,2 viele Nationen vertreten, die alle ihre Sprache sprechen. Da sind zum einen die Nassargroßfamilie, die zum Teil auf dem Berg wohnt und natürlich arabisch spricht und manche auch englisch. Dazu kommen noch die Kurz- und Langzeitfreiwilligen Zur Zeit sind wir 9 Freiwillige, 4 Deutsche, 2 Italiener, 2 Franzosen und ein Grieche. Unsere Verkehrssprache ist Englisch, was seltsame Situationen hervorruft, da keine/r von uns MuttersprachlerIn ist.

Die meisten Freiwilligen sind noch vom Weinlesecamp da und werden nächste Woche abreisen. Ich selbst bin dann ja auch auf der CPT-Inforeise. Wo wir auch wieder dieses Arabengdeutsch sprechen werden.

„Yalla!“ ruft Daher. „Yalla“ ist ein Universalwort, wie , „Vamos“ (spanisch), „Yaha“ (guarani), oder „Pack‘ mer’s!“ (bayerisch). Es bedeutet alles zwischen, „gehen wir“, „fang an“ und „beeil dich“.

„schwaie, schwaie“ ist das Gegenteil und entspricht dem paraguayischen „tranquilo“ ziemlich genau. Oder dem tilheinschen „Lieb sein, lieb sein“

Ansonsten ist mein Arabischvokabular nicht existent noch sehr eingeschränkt.

Aber mit meinem Arabengdeutsch komme ich wohl vorerst zurecht.