Weihnachtsauslese

Bei Weihnachten geht es ja gar nicht um die Geschenke, ich weiß. ABER TROTZDEM freue ich mich über Geschenke, die ich dieses Jahr bekommen habe:

Theodor W. Adornos gesammelte Werke

Meine Lektüre für die nächsten paar Stunden, Theodor W. Adornos gesammelte Werke. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, die Seiten zu zählen, schätze aber es sind an die zehntausend Seiten. Ich habe die Sammlung bei einem antiquarischen Buchverkauf in einem Kloster entdeckt und hatte wegen des Preises gezögert und als ich mich selbst zum Kauf überredet hatte, erklärten mir die Mönche es sei schon an jemand anderen verkauft!

Irgendwie hat es meine Mutter also geschafft, einen Meter Bücher an mir vorbei ins Auto zu schmuggeln und die Benediktinermönche zum Lügen zu überreden!

Auf jeden Fall werde ich viel Freude an diesen Büchern haben – vielleicht ein Wink des Himmels, dass ich doch Philosophie studieren sollte?

ich und mein DominionVon meinem Onkel und meiner Tante habe ein wahrlich ausgezeichnetes Geschenk bekommen, Dominion, das Spiel des Jahres 2009.

Nachdem wir die sehr seltsame Spielanleitung endlich verstanden hatten, hat mich dieses Spiel gepackt und ich nerve anscheinend schon sämtliche Familienmitglieder damit, aber die Banausen haben es ja noch gar nicht gespielt! Ich dagegen spiele es schon im Internet!

Die Weihnachtszeit, oder besser Nachweihnachtszeit ist bei uns immer ein Gelage sondergleichen und die Spielhöllen werden sich erst wenn die Schulzeit wieder ihre Schatten vorauswirft schließen.

Ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten

Nach zweimonatiger Blogabstinenz zwingt mich nun mal wieder die Bundeswehr hier was zu schreiben…

Vor ein paar Wochen erhielt ich einen Brief per Post. Natürlich freute ich mich – passiert heutzutage ja nicht mehr so oft, dass man einen Brief kriegt. Ein Blick auf den Absender verriet mir, dass er vom Kreiswehrersatzamt war. Na ja, gefreut hab ich mich trotzdem, ich krieg nämlich so wenig Briefe, dass ich mich sogar über Briefe von der Bank, oder eben vom Kreiswehrersatzamt freue. Und außerdem kann man sich ja erstmal anhören, was die so zu sagen haben, nicht wahr?

Anlass des Briefes war das voraussichtliche Datum meiner Musterung, die irgendwann nächsten Sommer stattfinden wird. Sie betonen zwar, es sei wichtig, das Musterung und Einziehung, die ja erst nach der Schule erfolgen kann, nahe beeinander liegen, dass ich aber erst ein Jahr nach meiner Musterung Abi mache ist ihnen aber anscheinend egal.

Dem Brief liegen „Informationen für Abiturienten“ bei, in denen existentielle Fragen aufgeworfen werden:

„Sie sind qualifiziert und machen demnächst ihr Abitur oder Fachabitur?“

Ja, zumindest das letzte trifft zu.

„Sie suchen einen sicheren Arbeitsplatz mit Perspektive?“

In Zeiten der Wirtschaftskrise muss ich ja schreckliche Angst haben und suche natürlich Sicherheit und Perspektive.

„Sie wollen studieren und gleichzeitig gut verdienen?“

Wer will das nicht?

„Sie wollen Karriere machen, sich aber nicht in volle Hörsäle quetschen?“

Natürlich will ich Karriere machen, was gibt meinem Leben sonst einen Sinn und volle Hörsäle mag ich auch nicht, woher wussten sie das bloß?

„Sie wollen moderne Technologien kennen lernen?“

Moderne Technologien sind immer toll und ob sie Leute umbringen ist mir ganz egal.

„Sie wollen Abwechslung und Herausforderung bei der Arbeit?“

Man kann Karriere machen und Abwechskung und Herausforderung bei der Arbeit haben? Das muss ein toller Job sein!

Die Lösung meiner Zukunftspläne besteht wohl, da ich schließlich alle Fragen bejaht habe darin, (und jetzt kommt’s!):

Offizier der Bundeswehr

zu werden. Wer hätte das gedacht? Schließlich waren meine Ansichten doch noch vor kurzem so eindeutig, aber es scheint, ein unpersönlicher Brief der Bundeswehr und einige Suggestivfragen haben mich überzeugt.

Ich kenne einige Militärberater, vielleicht werde ich die mal fragen, wie ich da am schnellsten hinkomme…