Auspacken & Einpacken

Gerade eben bin ich erst mit dem Auspacken meiner Koffer fertig geworden, da muss ich schon wieder den Wanderrucksack packen. Die „Survivalfreizeit“ steht an – eine Woche Überleben für Anfänger.
Ich freue mich eine Woche aus dem ungewohnten Reichtum zu fliehen und Zeit in der Natur zu haben, die ich so lange nicht gesehen habe.

Letztester Schultag

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten und letzten Schultag in Deutschland für die nächsten sechs Wochen. Ich bekam sogar ein Zeugnis und seltsamerweise einen Buchpreis „als Anerkennung meiner Leistungen im vergangenen Schuljahr“ – ich nehme das als Honorar für Blogschreiben ohne Sinn und Ende.
Es war seltsam all die Klassenkameraden zu treffen, von ihren Erlebnissen in Berlin zu hören und ihnen beim Erzählen von Paraguay Tereré anzubieten – der größtenteils abgelehnt wurde.

Zu Hause

Nach vierundzwanzig Stunden Flug und Aufenthalt in den Flughäfen von Sao Paolo und Madrid bin ich Dienstag um 11:35 Uhr in Frankfurt angekommen. Meine Eltern warteten schon auf mich, waren aber so mit ihren Handys beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkten, dass ich hinter sie ging. (Als ich wegging hatte mein Vater gerade erst verstanden wie das Wörterbuch beim Handy funktioniert…)

Auf der Fahrt sah ich erstaunt, dass deutsche Autobahnen nicht durch Dörfer führen und auch keine Fußgänger sie kreuzen. Meine Eltern gaben sich aber Mühe mich nicht zu sehr zu schocken, weshalb bei der Tankstelle ein junger Mann unsere Scheibe putzte – aber niemand wollte mir Früchte verkaufen!

Pünktlich zum Mittagessen war ich in Bammental. Weil mich alle begrüßen wollten wurde mein Essen kalt, was bei der Hitze aber nichts ausmachte.

Mit Tereré, lange entbehrtem frisch gemahlenen bosnischen Kaffee und Schwarztee schaffte ich es durch den Tag bis zur abendlichen Grillfeier zu der sogar die Pozilei erschien, weil wir angeblich zu viel Rauch verursachten. Alles Schall und Rauch.

Wegen meinem Tereré haben sie nichts gesagt…
Mittlerweile bin ich schon mehr als 72 Stunden zu Hause und habe noch einige Kulturschocks erlebt, aber es fängt an sich wie „zu Hause“ anzufühlen.

Gammeln in Asunción

Heute war ich das letzte Mal in Asunción. Meine Lieblingslinie, die 23 (es war die erste Linie mit der ich gefahren bin – wenn auch in die falsche Richtung), brachte mich ins Stadtzentrum, wo ich einige Andenken und Staubfänger kaufte.

Dann besuchte ich meinen Freund, den „rothaarigen Indianer“, ein verrückter Schachspieler, der den ganzen Tag vor der Argentinischen Bank sitzt, Schach spielt und dabei auf übelste Weise in Guaraní flucht, oder sinnlose Satzpartikel wiederholt. Ich schaute bei ein paar Spielen zu, aber da er mich nicht einlud ging ich weiter zur Kathedrale, die leider geschlossen war. So schaute ich auf die große Favela, am Flussufer hinab, Pelepincho – das Planschbecken, weil es manchmal unter Wasser steht. Rein durfte ich nicht – ein liebenswürdiger Polizist fragte mich nach Papieren und unterhielt sich sehr lange mit mir über meine berufliche Zukunft, Mennoniten und Glauben.

Schließlich ging ich ins alte Parlament – inzwischen ein Kulturzentrum – eigentlich nur um das Bad zu benutzen, aber dann schaute ich mir doch noch die Austellung eines Künstlers an, der mit viel Sarkasmus und Farbe Bilder aus paraguayischer Geschichte und Gegenwart gemalt hatte. Die Bilder über Mennoniten, waren leider gerade anderswo ausgestellt.

Zu guter letzt besuchte ich Wilma und Alfred, der mich dann noch zum „Männertreff“ der Concordia-Gemeinde einlud, wo Larry Miller und Danisa Ndlovu von der Mennonitischen Weltkonferenz über selbige sprachen – es war schön noch einmal in einer anderen Gruppe darüber nachzudenken und ich spürte auch erneut das Bemühen, der Mennisten sich mit den anderen Gruppen zu versöhnen und zusammen zu arbeiten; und das sie sich über Zeichen, wie Dietrich Panas „Ich bin ein Mennonit“ sehr freuen – genau wie ich.

Ich sah heute so viele schöne Motive für ein Foto – nur leider hatte ich keine Batterien und so konnte ich kein einziges schießen.

Abschied nehmen

Ich habe endlich ein offizielles Dokument, dass ich in der Schule war, es existiert schon seit über einem Monat aber der immergierige Schlund der Bürokratie hatte es verschluckt und erst gestern wieder hervorgewürgt.
Gestern feierten wir auch in einem Restaurant meinen Abschied und ich musste zum Abschied verschiedene Innereien probieren, womit ich das Gefühl habe, dass ich jetzt, wo ich alles probiert habe, ohne Zögern wieder Vegetarier werden kann.
Heute habe ich angefangen meinen Koffer zu packen und ich werde ihn nicht vollkriegen, weil Micky, Barbara und Cornelia schon so viel von mir mitgenommen haben.
Außerdem war ich heute in Asunción, um Andenken zu erstehen und noch einmal durch die Altstadt zu laufen.

Doch trotz all dieser Abschiedsprozesse finde ich es immer noch unbegreiflich, dass ich in fünfundfünfzig Stunden das Flugzeug nach Sao Paolo besteige, und dann bald in Deutschland ankomme – wie sieht Deutschland eigentlich aus?
Es war soviel los und selbst ohne all das Getöse; ich kann mir nicht vorstellen, wie ich in Deutschland lebe. Es erscheint mir unwirklich, dass man noch anders leben kann als so, wie ich gerade lebe; das es im Haus bedeutend wärmer sein kann als draußen (hier ist es gerade eiskalt: 4°C – ohne Heizung!)

Auch will ich einfach nicht gehen. Es ist nicht etwa so, dass ich nicht gerne zurückkäme – ich will nur nicht gehen und die paar Freunde, die ich gefunden habe, zurücklassen.

Morgen werde ich mich mit den Jugendlichen von der Gemeinde treffen und vorher meinen Flug bestätigen lassen – es wird seltsam sein mit ihnen zu reden und zu wissen, dass ich sie vielleicht nie wieder sehe.

Als ich Deutschland verließ war ich frohen Mutes und nicht sehr traurig zu gehen – höchstens wegen meinen Haaren -, aber das lag daran, dass ich wusste ich komme zurück; dies ist kein ewiger Abschied.

Hier bin ich mir da nicht so sicher.

Tempus fugit

Gerade eben habe ich Micky zum Flughafen gebracht, wo wir noch einige andere Leute von der Weltkonferenz getroffen haben.

Jetzt sitze ich zu Hause und merke, das ich selbst nur noch sechs Tage in Paraguay habe!

Es ist so viel passiert in der ganzen Zeit, dass mir manches viel weiter wegscheint, als es eigentlich ist – vor 29 Tagen war ich noch in der Schule!

Ich hoffe die verbleibende Woche noch nutzen zu können, um mich nochmal mit meinen Freunden treffen zu können – und nicht zu viel Zeit in Neu-Bammental zu verbringen. Jetzt ist Barbara da und morgen kommt noch Cornelia an; dass sind schon 4% der Bammentaler Mennogemeinde!

Eindrücke von der Weltkonferenz

Die Weltkonferenz ist zu Ende und ich hatte weder Zeit, noch Lust, noch Möglichkeit euch aktuell auf dem Laufenden zu halten weswegen ich nun nur noch Geschichten erzählen will, die mich bewegt haben und einen guten Eindruck von der Vielfalt und Widersprüchlichkeit der 15. Versammlung der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) vermitteln:

Am Dienstag kam ich mittags beim Centro Familiar de Adoración an, mogelte mich mit meiner Teilnehmerkarte von Jugendgipfel durch die Menschenschlange an den „Dienern des Friedens“, Schüler, die freiwillig die ganze Konferenz hindurch schufteten, um uns einen schönen Kongress zu ermöglichen und teilweise keinen einzigen Gottesdienst mitbekamen.

Beim Anblick dieses riesigen zehntausend Leute fassenden Betonklotz war mein erster Gedanke: „Wie schön meine Gemeinde in Bammental doch ist; mit ihren vierzig Gliedern“ – andere dachten; „Was haben wir falsch gemacht, dass unsere Gemeinden nicht so groß sind?“

Das Gebäude sollte zwar schon lange fertig sein ist es aber nicht, weshalb wir Mennos sozusagen die Megachurch der Pfingstler eingeweiht haben. *strike!*

Von Anfang an legten die Veranstalter viel Wert auf Seuchenschutz: Es gab kostenlose Maulkörbe und wir wurden angehalten uns mit dem „japanischen Gruß“ (also eine Verbeugung, ohne Hände schütteln, oder ähnliche Freudenfeste für Bazillen und Viren) zu grüßen, was wir in gut mennonitsch-anarchistischer Manier ignorierten und unsere Geschwister herzlichst umarmten. Später erfuhren wir über mehrere Ecken, dass die Regierung den Kongress fast abgesagt hätte, weil sechstausend Mennos aus allen Ecken der Erde, die sich einen Dreck um Vorkehrungen sorgen für eine Woche auf einem Haufen sind und danach wieder in ihren Winkel der Erde ziehen, für Epidemologen ein Albtraum sind, aber die Organisatoren versprachen alles zu tun und wir Teilnehmer beteten und vertrauten auf den Herrn, der uns die Gemeinschaft so bestimmt nicht vermiesen wollen würde – worauf dann ja auch nichts passierte.

Die ersten drei Bibelarbeiten/Predigten wurden von Frauen gehalten, was einige Leute zum Verlassen der Konferenz anregte, oder zu der Furcht die Emanzen würden hier alles übernehmen; glücklicherweise gab es aber auch einige Lateinamerikaner, die das gar nicht störte – der große Sturm der Empörung blieb bis jetzt aus; es gibt Hoffnung.

Der Werkstätten (Workshops) waren derer so mannigfaltig, dass ich mir oft wünschte, der Herr möge die Sonne nicht untergehen lassen, auf dass ich mehr besuchen könnte.

Ricardo Esquivia

Am Mittwoch forderten mich Ricardo Esquivia, Gründer von Justa Paz in Kolumbien und danach die Church Communities International, vormals bekannt als Bruderhof, mit ihrer noch radikaleren Hingabe zu Gütergemeinschaft, als wir in der Hausgemeinschaft.

Nzuzi Mukawas Predigt am Mittwochabend, darüber, dass der Weg Jesu ein Weg ist, der Gerechtigkeit schafft, hat mich beeindruckt und zum Handeln animiert, weil sie so klar die Ungerechtigkeit in der Welt und in der mennonitischen Kirche aufgezeigt hat und sogar vor sexueller Gewalt, internationalen Schulden, und Sexismus nicht Halt gemacht hat, – andere hat sie aufgeregt, weil sie ein Rundumschlag gegen alles Ungerechte war und keine Hoffnung vermittelt hat.

Donnerstagmorgen führten uns die mennonitischen Ojibway und Cheyenne in ein Dankgebet für die Natur in Stein, Pflanzen, Bäumen und Tieren und für die verschiedenen „Menschenrassen“, mit ihren verschiedenen Begabungen.

Während der Morgenandacht war es plötzlich stockfinster – Stromausfall. Zunächst waren alle ganz still, dann fingen Leute an mit Blitzlich die Dunkelheit zu fotographieren und ich fürchtete epileptische Anfälle, oder Panik, aber dann kam das Musikteam auf die Bühne und wir sangen mit Klavierbegleitung, das man auch ohne Strom hören konnte und es war so schön, dass ich ein wenig traurig war als das Licht wieder anging und der Gottesdienst fortfuhr. Video hier.

Ricardo Esquivia interessierte mich derart, dass ich gleich nochmal zu einem seiner Vorträge ging und Unglaubliches über die Erfolge und Schwierigkeiten in einem Projekt mit Gangmitgliedern in Honduras erfuhr – was alles passieren kann, wenn man die „Bösen“ als Menschen wahrnimmt.

Die Predigt von Donnerstagabend hatte ich schon lange erwartet: Dietrich Pana, ein Indigena aus dem Chaco mit deutschklingendem Namen – die Indigenas haben einige Namen von den mennonitischen Einwanderern übernommen; „Pana“ ist die phonetische Schreibweise von „Penner“ (typischer Menno-Name) in plattdeutscher Aussprache – predigte über Apostelgeschichte 2, 46-47, dass die erste Gemeinde sich täglich im Tempel und in Häusern traf und täglich wuchs; ein Vers vorher kommt die Gütergemeinschaft vor.

Den Kopf voll der latent, oder offen rassistischen Aussagen, die ich von allen Seiten unter den Mennoniten übereinander hier gehört habe, und der himmelschreienden Ungleichheit zwischen Indianermennoniten, Mestizen-Mennoniten Mennisten (plattdeutsch für die deutschsprechenden Einwanderer in den Kolonien – ein tolles Wort mit langer Geschichte, die Papa bestimmt in einem Kommentar erklären will, das ich in Zukunft verwende) erwartete ich eine anklagende Predigt über die Ungerechtigkeit und Vernachlässigung ihrer Geschwister seitens der Mennisten.

Aber Bruder Pana ging nicht wie so viele andere Redner auf Konfrontationskurs, sondern betonte die Gemeinschaft unter den Gläubigen und erzählte wie in vor dem Gebäude ein Polizist gefragt habe, ob er (als Indigena) auch „menonita“ sei, was sich in Paraguay eigentlich nur auf die Mennisten bezieht, und er antwortete „mit der Kraft des Heiligen Geistes: JA, ICH BIN MENNONIT“ – ich schmunzelte und freute mich über dieses Symbol, Alfred Neufeld, der in meiner Nähe saß, lachte so laut los, dass einige Europäer ihn sehr verwundert ansahen und jeder Paraguayer hatte es kapiert: Mennonit sein hat nichts mit der Hautfarbe, oder der Sprache zu tun. Es ist der Glaube an Jesum Christum und der Wille sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen.

Die meisten anderen hatten es leider nicht verstanden und waren von der ansonsten etwas simplen Predigt enttäuscht.

Die weiteren Predigten waren auch gut, aber keine hatte mich so bewegt und ist mir so in Erinnerung geblieben, wie Dietrich Panas einfache Verkündigung, dass auch er Mennonit sei.

Am Samstagnachmittag war ich in meines Schwesters Workshop, den sie zusammen mit Barbara Kärcher hielt: „Arm und Reich in der Familie des Glaubens“ – aufgrund starker Nachfrage beim ersten Mal (hundert Leute, in einem winzigen Raum und Leute, die weggeschickt werden mussten) wiederholt. Was sie sagten war sehr gut, nur war meine Kleingruppe sehr frustrierend, weil die Reichen nicht zu den Armen durchdrangen und umgekehrt. Wenigstens war ich nicht in Leonis (meine Gastmutter) Gruppe, wo eine Frau aus dem Chaco behauptete Arme seien nur zu faul zum Arbeiten, und vor sonstigen Vorurteilen nur so strotzte. Wie Leoni die Ruhe bewahrte so gelassen ihr Weltbild zu sprengen, weiß ich nicht – wahrscheinlich, weil Leute aus Costa Azul (unserer Gemeinde hier) da waren.

Der Samstagabendgottesdienst war der eigentliche Abschlussgottesdienst, mit einer sehr guten Predigt von Danisa Ndlovu, dem neuen Präsident der MWK und einem bewegenden Abendmahl, bei dem wir uns als ein Leib fühlten, gebrochen für die Welt.

Und als Lied danach „Wir werden auferstehen“!

Die Lieder waren sowieso genial; manchmal vielleicht schlecht zum Zusammenhang (nach der niederschmetternden Predigt aus dem Kongo, ein fröhliches Lied – nur, weil es auch dort her kommt) aber vom Text her genial, wie „Die Engel wurden nicht geschickt die Welt zu ändern, das ist Aufgabe der Menschen“ und die Musikgruppe stimmte sich durch die Instrumentenwahl und die Art des Singens unglaublich gut auf die Kultur, aus der das Lied kam ein.

Der offizielle Anschlussgottesdienst hat mich eher enttäuscht, auch wenn ich verstand warum man es so gemacht hat, wie es dann war:

Die paraguayischen Gemeinden hatten diesen Gottesdienst organisiert, weshalb sie ihre Lieder sangen und nicht die Weltkonferenzlieder, die mir so gefallen hatten. Deshalb waren es auch andere Moderatoren, die mir zu viel Show machten.

Die „Geste des Friedens“ zwischen einem Mennisten, dessen Bruder beim Missionsversuch vor mehr als fünfzig Jahren (?) von einer kriegerischen Indigenagruppe ermordet wurde, und einem Indigena aus dieser Gruppe fand ich sehr gestellt und empörend: zum einen, weil der Moderator zweimal (!) den Indigena als „Indio“ bezeichnet hat – was ungefähr mit einem Farbigen in den USA „nigger“ zu nennen. Zum anderen sagte der Indigena die ganze Zeremonie kein Wort und er übergab dem Mennisten einen Speer, was für mich ein Symbol der Machtübergabe war – hätten sie den Speer doch zerbrochen, oder eine Sichel d‘raus gemacht!

Alfreds Predigt war ziemlich gut, nur hätte sie nicht von Liedern unterbrochen werden müssen, deren Texte zwar schön waren, was den nicht Spanischverstehenden aber nichts brachte.

Ein klein wenig stolz bin ich auch berichten zu dürfen, dass ich mir nur ein einziges Mal Übersetzung holte – bei Dietrich Panas Predigt -, diese aber gar nicht benutzte, weil der Empfang so schlecht war.

Die Weltkonferenz war auf jeden Fall ein einschneidendes Erlebnis für mich, denn ich habe viele junge und alte Geschwister kennengelernt, die Jesus nachfolgen, wohin er sie führt und mit denen ich in Kontakt zu bleiben hoffe. Ich habe viele Denkanstöße und Ermutigungen bekommen, die mein Gehirn immer noch nicht zur Ruhe kommen lassen und mich hoffentlich noch lange beschäftigen.

Natürlich war es auch ein Ort die erweiterte Familie zu treffen, sowohl biologisch, als auch hausgemeinschaftlich:

ein Teil der Hausgemeinschaftsfamilie: Wiensens, Elizabeth(!), Micky und ich

Leider müssen wir noch mindestens sechs Jahre auf die nächste Konferenz warten – ich hoffe dich dort zu sehen!

GYS vorbei

Der zweite Weltjugendgipfel der Mennos war ein super Wochenende!

Ich habe super Leute kennen gelernt und es war ein toller Anfang für die Weltkonferenz, die heute beginnen wird.

Ein paar Bilder kann man hier finden, es waren laut ein paar Leuten, mit denen ich sprach 700 Teilnehmer!

Das Motto „Dienen: Lebe den Unterschied!“ hatte mich sehr gereizt, aber er kam in den kleinen Gesprächen besser raus als im offiziellen Programm, wobei die Delegierten in ihrem Programm vielleicht mehr darüber machten.

Morgens und abends leitete jeweils ein Kontinent den Gottesdienst. Am eindrücklichsten war für mich der nordamerikanische Gottesdienst, in dem die Delegierten aus Kanada  und USA für die Politik ihrer Länder und die teils arrogante Art wie ihre Kirche bis jetzt aufgefasst hat für Vergebung bat.

Mein Mund brauchte eine ganze Weile bis er sich wieder schließen konnte. So viel Einsicht hätte ich nicht von ihnen erwartet und ich vergab ihnen von ganzem Herzen – auch wenn ich weniger Anlaß dazu hatte als die südlichen Kontinente… Da aber niemand öffentlich reagierte ging Micky dann auf die Bühne und sagte, wie sehr es sie bewegt hatte und vergab ihnen – in kleineren Gespärchen ist glaube ich noch viel passiert.

Ich traf viele junge Menschen, die eine andere Hautfarbe, Kultur und Sprache haben als ich und dennoch meine Überzeugungen teilten, die Jesu Joch auf sich nehmen und ihm folgen wollen, woher er geht. Und ich traf leider auch einige, die meine Hautfarbe hatten, in meiner (oder einer ähnlichen) Kultur lebten und meine Sprache sprachen, für die es nur eine Gelegenheit war ein paar ihrer Freunde zu treffen, die wie sie waren.

Dank meiner Sprachkenntnisse konnte ich oft im interkulturellen Dialog helfen und spanisch-deutsch, oder spanisch-englisch (selten auch englisch-deutsch) dolmetschen

Ich traf viele bekannte Gesichter, aber ich fand nicht die Zeit mich mit ihnen zu unterhalten, weil ich immer irgendjemand traf, den ich nicht kannte und der eine interessante Geschichte hatte.

Am letzten Tag wurden uns die Ergebnisse der Delegierten vorgestellt, woraus sich noch eine interessante Diskussion über Frieden und Military Counseling Network ergab – es scheint das MCN in den USA noch ein wenig unbekannt ist… Daran nahmen aber wenige Teilnehmer teil, weil es zeitgleich mit dem Essen war, wie unterschiedlich doch manche Prioritäten sind.

Als der GYS schließlich war, kamen Freiwillige von einer anderen Organisation, um die Bühne anzubauen, außer mir wollte niemand ihnen helfen und die Theorie des Gipfels in die Praxis verwandeln.

Die HEIDe ist FREI!

Siebzehn Jahre lang dauerte der Kampf der Bürgerinitiative „FREIeHEIDe“ gegen das Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg.

Am 9.7.2009 hat „Verteidigungsminister“ Jung endlich die Pläne aufgegeben und die HEIDe kann FREI werden.

Eine Freundin meiner Eltern hatte sich sehr aktiv dafür eingesetzt und ihr und allen anderen Aktivist für die FREIeHEIDe gilt mein verspäteter Dank an dieser Stelle.

Trotz meinem sonstigen Zynismus siegt die FREIeHEIDe manchmal doch.

Der Protest begann als ich ein halbes Jahr alt war und jetzt hat er Recht bekommen.