Das nenne ich mal eine wirklichkeitsnahe Textaufgabe!!

30. Mai 2009

“Ein Mann lässt sich vom Zahnarzt 20 Zähne reparieren. Für den ersten bezahlt er 1$, für den zweiten 2$, für den dritten 4$ und so weiter. Wie hoch ist die Rechnung?”

So gestellt im Matheunterricht, hier in Paraguay. Der Mann bezahlt also für jeden Zahn doppelt soviel wie für den vorher.

Damit ist die Rechnung: 1+2+4+8+16+32+64+128+…+524.288 = 1.048.575$ !!!

Realistisches Ergebnis einer realistischen Aufgabe. Ich meine, wer geht nicht zu seinem Zahnarzt und sagt “Ich geb dir für jeden Zahn doppelt so viel Geld, wie für den Zahn davor.” ?!

Dabei wäre es doch so einfach eine Zinsaufgabe zu machen, das ist nämlich genau die Sache für die Potenzrechnung benutzt wird!!!

für Nichtmatheliebhaber: die Zahlen sind alle Potenzen von 2. Man könnte auch sagen der x-te Zahn kostet 1 (also den Anfangswert) mal 2 (weil es sich immer verdoppelt) hoch x. Bei der Zinsrechnung wäre der Anfangswert mein eingezahltes oder geliehenes Geld. Diesen nimmt man mit 1+die Verzinsung (der bisherige Betrag + was dazu kommt) hoch Jahre (oder wie oft zinsen fällig werden) mal.

Also wäre eine passende Aufgabe: Eine Frau (um mal abzuwechseln) legt 100 $ (sehr einfache Zahl) auf einem Konto mit 3% Verzinsung an. 30 Jahre später erinnert sie sich an das Konto, dass sie nach der Einzahlung völlig unberührt ließ. Wie viel Geld ist auf dem Konto?

Gegeben: Einzahlung: 100$, Verzinsung: 3%= 0,03 (prozent=hundertstel) Zeit: 30 Jahre

Rechnung: 100$ + 1,03^30=242,726248  //  “^”  soll hoch heißen

Abtwort: Es befinden sich 242,73$ auf dem Konto.

Wir sehen also, dass Geld hat sich verdoppelt, was heißt, dass irgendjemand einen Realwert dafür erarbeiten muss, von dem er nichts hat, weil er Schulden abzahlen muss. Geld arbeitet nicht. Menschen arbeiten für den Mammon.

Aber wenigstens hätten die Schüler dann eine sinnvolle Aufgabe gerechnet…

Categories: Anekdoten, Argh!!!, Paraguay.

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Pädokriminelle sind jugendliche Straftäter!

30. Mai 2009

Die Wortschöpfung Zensursula von der Leyens geistert durch die Blogosphäre, die sich entgeistert darüber aufregt, wie die Pädokriminellen nach dem Willen der Obermutter bekämpft werden sollen. Anscheinend wird das Netz aber nicht von Philologen bewohnt, denn es scheint noch niemandem aufgefallen zu sein, dass “Pädo” – “Knabe” heißt, weshalb pädokriminell eigentlich eine griechisch-lateinische Mischung ist, die eher “jugendlicher Straftäter” bedeutet, dem Staatsfeind Nummer 2.

Jugendliche sind sowieso alle Straftäter, sie begehren immerhin gegen die Ordnung auf, sofern die Schule sie noch nicht zurechtgebogen hat, und die Ordnung gehört zum Recht – schließlich heißt es Recht&Ordnung – also brechen alle Jugendlichen das Gesetz.

Desweiteren hören sie laute Musik, werden durch Computerspielen zu Zombies und sind ungemein frech. Als Personen, die mit den neuen Techniken aufwachsen, sind sie allesamt versierte Internetnutzer und somit Gefährder.

Und – wenn Minderjährige Minderjährige lieben – ist das Zensursula nicht vielleicht auch suspekt?!

Also, Frau von der Leyen: Die deutsche Sprache besitzt bereits ein Wort für Pädophile, es lautet Pädophile und wenn sie ein stärkeres brauchen, dann sagen sie doch bitte Kinderschänder und erfinden nicht irgendwelche Schwachsinnswörter!

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Tiny Art Director (kleine Kunstkritikerin)

30. Mai 2009

Über einen Artikel auf YAR fand ich einen neuen Blog, der mir außerordentlich gefällt.

Ein Künstler, der sich von seiner inzwischen vier Jahre alten Tochter sagen lässt, was er malen soll, und danach gibt sie dann ihren Kommentar darüber ab. Zum Totlachen.

Hier ein Beispiel (Übersetzung von mir):

Der Auftrag: Ich werde dir sagen, was du malen sollst. Mal einen Drachen, der sich an ein Mädchen anschleicht. Sie pflückt Blumen.
Die Kritik: Papi, so soll es nicht sein! Er hat Hundebeine! Ich bin so sauer auf dich! Ich werde diese Beine wegradieren! Papi, warum hast du diese Beine gemacht??? (Bricht in Tränen aus)
Auftragstand: Abgelehnt

Der Künstler betont, dass seine Tochter eigentlich ein sehr höfliches, nettes Mädchen ist.

Anmerkung: Ich habe um Erlaubnis gefragt, bevor ich den Post veröffentlicht habe (wegen dem Bild)

Categories: Internet.

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Chaco

30. Mai 2009

Vor zwei Wochen war ich im Chaco. Ich komm nicht wirklich dazu einen Artikel darüber zu schreiben, also lest es einfach auf DieWiensens.

Categories: Paraguay.

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aus der Luft gegriffene Meinungen unterrichten?!

30. Mai 2009

Ich habe ja schon oft Verschwörungstheorien gehört, aber nie aus dem Mund eines Lehrers.
Kurze Zusammenfassung:    Wir haben im Unterricht gerade Sexualkunde – was auf einer christlichen Schule per se sehr interessant ist. Nachdem wir uns über die Verhütungsmethoden kundig gemacht hatten, entwickelte sich eine Diskussion über das (als ob es nur eine gäbe!) beste Verhütungsmittel. Der Lehrer, den ihr übrigens schon von dem Quecksilbervorfall kennt, sagte er und seine Frau benutzten nur die Kalendermethode, aber niemals Kondome. „Und warum nicht?”, fragte ich, auf eine evangelikale Antwort gefasst, aber er stellte mir eine Gegenfrage.
- „Weißt du woher AIDS kommt?”
„Ja, es war eine Krankheit unter Affen in Afrika, die sich irgendwie auf die Menschen ausgeweitet hat.”
- „Nein, es war eine Krankheit unter Homosexuellen in USA und als es bekannt wurde, hat man es dort erforscht, in Kondome gepackt und nach Afrika exportiert, um die Bevölkerungszahlen zu kontrollieren.”

Wer mich kennt, kann sich meine Wut annäherungsweise vorstellen. Bevor ich richtig loslegen konnte, unterbrach er mich und sage, dass sei seine Meinung.
Seine Meinung?!?! Er hatte das schon öfter als Argument benutzt und ich hatte ihm nie erklärt, dass das keines sei, weswegen es jetzt noch stärker aus mir hervorbrach: „Sie können nicht ihre Meinung unterrichten, sondern Fakten. Wenn man unbedingt diskutieren will, kann man sich nach den Fakten eine Meinung bilden und über diese diskutieren!”
Was er mit der Aussage ablehnte, Fakten kämen aus Studien, die durch Meinungen geprägt würden (was allzu oft stimmt, hier aber nicht!). Dann wurde er noch pseudo-philosophisch und sagte, man müsse (vor den Fakten) kritisieren und, dass deswegen die Philosophie gut sei (?!).
Ich begann mein Plädoyer für Kondome, und erklärte, es sei (nach Enthaltsamkeit) das beste Mittel gegen ungewollte Schwangerschaft und AIDS und habe eine fast 100%ige Sicherheit, wenn man es richtig benutzt.
„Aha, ein Kondom kann also kaputtgehen, man muss es richtig benutzen und Enthaltsamkeit ist besser”, folgerten plötzlich einige Mädchen. „Ja zu eins, richtig benutzen kann man lernen und zu drei, wer von euch wird schon enthaltsam sein?!” Falsche Frage. Ich bin in einer christlichen Schule. Die meisten sind evangelikal oder in soweit katholisch, dass sie wissen, dass Verhütung schlecht ist.
Also habe ich jetzt alle gegen mich. „Ich werde enthaltsam sein”, erklärt mir eine Freundin. „Das finde ich toll, aber die meisten anderen nicht”, antworte ich. „Die HI-Viren sind so klein, dass sie durch die Poren im Kondom kommen. Frag die Profesora Mercedes, die hat darüber geforscht!”, sagt ein Klassenkamerad. Dass das eine Lüge ist, scheint nicht auf fruchtbaren Boden zu fallen. Der Lehrer „erklärt” „In  Europa sind die Leute halt so. Eine Schülerin von hier war in Spanien auf einem Kongress, wo sie sich mit Name, Heimatland und „Ich bin noch Jungfrau” vorgestellt hat – und alle haben sie ausgelacht!” Als ich daraufhin dasselbe machte, lachte mich zwar auch jeder aus, aber den Sinn dahinter bekommt niemand mit.
Ich versuchte das Thema wieder auf Kondome zurück zu führen und klarzumachen, dass man sich durch Kondome vor AIDS schützt und es nicht dadurch kriegt, aber der Lehrer unterbrach mich jedes Mal mit Anekdoten wie, dass die Mennofrauen im Chaco früher an ihren fruchtbaren Tagen Zöpfe, und an den unfruchtbaren offenes Haar getragen hätten, um den Männern zu zeigen wann sie könnten – was sehr unrealistisch ist, da die Kalendermethode Aufklärung und Kenntnis des eigenen Körpers erfordert, wofür Mennos vor 50 Jahren nicht wirklich das Musterbeispiel waren -, oder, dass die Türken Tierdärme als Kondome nutzten, seiner Meinung nach besser – in Wirklichkeit hält das gar nichts auf! – oder, dass USA nur so mächtig sei, weil sie sich Geld von Israel geliehen hätte – und bei anderer Gelegenheit „die Deutschen” als antisemitisch bezeichnen!!!
Jede einzelne dieser Geschichten begann mit der Frage an mich, ob ich wüsste, wie das und das passiert sei. Nachdem ich verzweifelt versuchte die Ablenkung zu ignorieren, sage ich „Nein, weiß ich nicht”, oder gebe eine kurze Erklärung, die er verwirft und allen die offensichtliche Wahrheit erklärt. Ich bin der unwissende Deutsche, der einfach nur meckert, und er der weise, alte Mann.
Schließlich wurde ich von Schülern gefragt, warum ich seine Meinung nicht stehen lassen könne und meine Meinung allen aufdrücken wolle. Es geht hier doch nicht darum, welche Eissorte die beste ist! Das habe ich leider nicht gesagt, stattdessen versuchte ich zu erklären, dass 1. ein Lehrer nicht seine Meinung unterrichten soll, 2. das keine Meinung sei, sondern eine Falschaussage, da wissenschaftlich klar erwiesen ist, dass HIV von einer Affenkrankheit aus Afrika abstammt und Kondome nach Enthaltsamkeit am besten davor schützen!
Daraufhin sagte meine beste Freundin hier: „Vielleicht habt ihr deshalb so viele Kriege.” Ich war erst mal sprachlos. Dann bat ich sie um eine Erklärung. „Na ja, ihr könnt die Meinung von anderen nicht akzeptieren.”
„Verdammt, ich liebe und respektiere ihn doch! Nur seine Meinung nicht!”

Als die Stunde vorbei war, ging ich noch zum Lehrer hin, gab ihm die Hand und wünschte uns beiden Gottes Weisheit. Dann fiel mir in der Freistunde ein, dass der HI-Virus ohne Wirt nicht lange überleben kann, wodurch die ganze Virus-in-Kondome-packen-und nach-Afrika-schicken-Theorie in sich zusammenfällt. Dieses Wissen teilte ich meinen Klassenkameraden mit, die mich genervt anschauten, aber immerhin konnte ich einige überzeugen sich wenigstens selbst eine Meinung zu bilden, indem sie im Internet nachforschen, was immer noch besser als die Indokrination des Lehrers ist.
Als ich dann dem Lehrer den Untergang seines Schwachsinns verkündete, wusste er nicht um die kurze Lebensdauer des Virus außerhalb des Körpers, also sagte er, dass sei meine Meinung und es sei schön, dass ich diese Meinung habe und es mache ihm Spaß mit mir zu diskutieren.
Ich bin ihm nicht ins Gesicht gesprungen, was ich immer noch für eine große Leistung halte. Nimm mich als Gegenüber wahr, du … Kind Gottes!
Es fällt mir echt schwer ihn zu lieben…

Nachtrag 1: Als ich gerade alles in mein Notizbuch geschrieben hatte, zur Aufbewahrung des ersten Eindrucks, traf ich die Vertrauenslehrerin (es ist nicht wirklich diese Position, aber sie kümmert sich um die Probleme der Schüler untereinander und mit Lehrern). Sie fragte mich, was in Biologie passiert sei, worauf ich den Verlauf der Diskussion so gut ich konnte zu schildern. Sie schickte mich zurück in meine Klasse und kurz darauf holte sie mich nochmal ab, ich musste der Schulleiterin auf deutsch die Geschichte erzählen, die sie dann für die Lehrerin übersetzte. Am Ende bestärkten mich beide in meinem Handeln, baten mich so weiter zu machen, erklärten, dass fehle der paraguayischen Kultur (finde ich auch!) und die Lehrerin, die auch meine Religionslehrerin ist, sagte sie werde mich vermissen, weil ich immer kontra gäbe! Man muss vielleicht dazu sagen, dass es beides Argentinierinnen sind.
Ich bin sehr glücklich über das Gespräch, weil es mich zum Einen bestärkt hat, zum Anderen hat es mich von der Frage, ob ich das der Schulleiterin erzählen soll erlöst, ich konnte ja gar nicht anders!

Nachtrag 2: Robert hat mir gerade gesagt, dass es ein Riesenerfolg ist, dass sich die Direktorin und die Lehrerin auf meine Seite geschlagen haben, weil es in Paraguay üblich wäre, mich wegen Respektlosigkeit zu tadeln und den Lehrer zu verteidigen, selbst wenn man meiner Ansicht wäre und der Lehrer später zurechtgewiesen würde.

Categories: Argh!!!, Paraguay, Schule.

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Seit wann sind grüne Affen gute Nachrichten?!

27. Mai 2009

noch dazu, wenn diese die Genverstümmelung die ihnen angetan wurde auch noch weitervererben?!

Die Zeit berichtet halbwegs neutral über die Veröffentlichung einer Arbeit japanischer Forscher, die erstmals Affengene so manipuliert haben, dass diese die Veränderung (in diesem Falle, dass sie unter UV-Belichtung grün leuchten), die ihnen angetan wurde, an ihre Nachkommen weiterverben!

Das “könnte die Erforschung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer revolutionieren”. Na toll! (Danke an die Zeit, für das “könnte”)

Wer könnte schon etwas dagegen haben, das Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer weiter erforscht werden und man vielleicht eine Heilung findet?!

Aber, dass es möglicherweise falsch ist eine unvorhersehbare Manipulation des Erbgutes jetzt auch noch für die Zukunft weiterzuverben, darüber haben die Forscher wohl nicht allzu viele Gedanken verschwendet!

Die ganze Gentechnikdiskussion kann auf keine Langzeitversuche verweisen, also können wir die Chancen eines solchen Versuches gar nicht absehen. Dasselbe gilt für Genmais auf Felder zu pflanzen.

Mal ganz abgesehen von dem christlichen Standpunkt einer guten Schöpfung des Schöpfers, die der Mensch als Geschöpf nicht verbessern kann.

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Licht im Dunkel

27. Mai 2009

Jedes Mal, wenn sich meine Abneigung gegen die Schule in neue Höhen steigert und ich entgegen meinen Grundsätzen anfange Menschen statt der Institution zu verachten, passiert irgendetwas, dass mich daran erinnert, dass sie nicht abgrundtief böse sind und es gut meinen – auch wenn das manchmal das Gegenteil von “gut sein” ist…

So zum Beispiel gestern, als ich höchst frustriert die (deutsche) Schulleiterin traf. Ich war fertig, weil wir im Ununterricht (das ist kein Tippfehler) wieder mal nur rumsaßen in Anwesenheit der Fachlehrerin! Das war aber eigentlich sogar eine Steigerung der Unterrichtsqualität; vorher hatten wir wegen Stromausfall kein Spanisch, weil die Lehrerin ja nicht ohne Licht unterrichten konnte.

Das man hätte die Vorhänge wegschieben können, oder wie andere Klassen draußen unterrichten könnte, fiel ihr irgendwie nicht ein…

Aber zurück zu meiner Begegnung mit der Schulleiterin.

Ich traf also die Schulleiterin und sie fragte mich (auf Deutsch) wie es mir ginge und, dass es ja nicht mehr lange wäre, bis ich die Schule verlasse und ob ich mich darauf freue. Da sie mir so viele Fragen auf einmal stellte, konnte ich ohne das Colegio zu verurteilen sagen, ich freue mich darauf mit meiner Schwester zu reisen. Und dann sagte sie etwas, was mich komplett umhaute. Sie bat mich, ihr eine Bewertung der Schule zu schreiben.

Das wollte ich die ganze Zeit schon machen!!! Ich habe während den Stunden der Langeweile mich selbst gemartet, indem ich mir vorstellte, wie ich alles besser machen könnte, dass es aber niemanden interessiere!

Gut, wir werden ja sehen, wie viel man wirklich besser machen kann. Ich weiß leider nicht, inwieweit Dinge vom Ministerium festgelegt sind und wieviel Macht die Schule hat.

Aber trotzdem sehe ich es als große Möglichkeit, vor allem, weil ich oft das Gefühl hatte, dass die Schulleitung nicht wirklich weiß, wie der Schulalltag eigentlich aussieht: Rumsitzen und nichts tun.

Werktitel: Kritik der reinen Langeweile. Wird aber höchstwahrscheinlich noch geändert, um die Leserschaft nicht vor den Kopf zu stoßen. :P

Ich bin auf jeden Fall dankbar für dieses Gespräch und dafür, dass die Directora mich so auf überrascht hat.

Categories: Paraguay, Schule.

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Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

26. Mai 2009

In Zeiten von geplanter Massenzensur und durchgeführtem Generalverdacht habe ich beschlossen, mal wieder ein bisschen Gegenkultur zu leben und habe die Kommentare auf diesem Blog komplett freigeschaltet.

Man muss jetzt nur noch seinen Namen, oder ein Pseudonym und seine Emailadresse, die allerdings nicht veröffentlicht wird, angeben.

Ich erhoffe mir dadurch, dass vielleicht mehr Leute kommentieren, da man mir von Scharen von Menschen berichtet hat, die ihr Passwort vergessen haben ^^, oder nicht noch einen Benutzer erstellen wollen.

Und wenn mir eure Kommentare nicht gefallen, kann ich sie ja immer noch löschen!!! (Sinistres Lachen)

Nachtrag (31.5.2009): Ruhelose Spamprogramme haben am Sonntag gearbeitet und über 200 (!!) Kommentare gepostet, allesamt im Artikel “Ich kann ja ganz gut Spanisch, nur die anderen nicht!” damit wir alle bitte ihr Viagra kaufen. Da ich glaube, dass der Großteil meiner Leser dies nicht braucht und der andere Teil es sich aus seriöseren Quellen beschaffen kann, habe ich einige immer wiederkehrende Worte auf die schwarze Liste gesetzt, sie sollten jetzt eigentlich sofort als SPAM markiert werden.

Categories: Internet.

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Mein erster Artikel in einer renommierten Zeitschrift!

26. Mai 2009

Nachdem mein letzter Artikel ein Bericht in der Schülerzeitung über die Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Jubiläum Baden-Würtembergs in meiner Grundschule war, ist nun endlich mein erster Artikel in der “Brücke” erschienen, der “Täuferisch-Mennonitischen Gemeindezeitschrift”.

Es ist eine sehr schöne Ausgabe und ich bin zuversichtlich, dass der neue Redakteur Benji Wiebe das hohe Niveau, mit dem er da losgelegt hat, halten wird. Mein Artikel ist natürlich nicht der Höhepunkt der Ausgabe, aber für egozentrische Lorbeeren habe ich ja diesen Blog.

Ein kleiner Fehler hat sich bei der Zensur (nur ein Witz, Benji :P ) Korrektur des Redakteurs eingeschlichen, aber ich bin zuversichtlich, dass der noch behoben wird. Falls sich unter meinen Lesern auch Lektoren der Brücke befinden, möchte ich jetzt schon mal darauf hinweisen, dass ich für meinen Aufenthalt in Paraguay nicht

“wieder „Fleischeslust“ entwickeln und meinen Vegetarismus aufgeben”

musste.

Der Satz muss lauten: “Ebenso musste ich wieder „Fleischeslust“ entwickeln, sprich meinen Vegetarismus aufgeben.

Ich hoffe, dass damit etwaige Missverständnisse ausgeräumt sind :D .

Categories: Paraguay.

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Tollwut & Gelbfieber

26. Mai 2009

Heute wurde der Kater Findus gegen Tollwut geimpft.

Bei derselben Gelegenheit wurde ich als Vorbereitung für meine Reise nach Argentinien dann noch gegen Gelbfieber geimpft.

Allerdings nicht beim Tierarzt, sondern bei einer offiziellen Stelle.

Diese Impfung ist für kostenlos. Tolle Sache, in Deutschland kosten

“Impfstoff und Impfung kosten zusammen etwa 23,00 €.”

wie diese Seite mir verraten hat…

Die Impfung währt 10 Jahre, also muss ich mich für etwaige Ausflüge nach Afrika bis ins Jahr 2019 wohl nicht mehr impfen lassen, zumindest nicht dagegen…

Categories: Paraguay.

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War ja gar nicht so schlimm

25. Mai 2009

Heute abend, als ich gerade mal wieder diese Seite hier auffrischen wollte, weinte Ana plötzlich.

Das ist an sich nichts besonderes, sie weint wegen vielen Dingen, außerdem streiten Joel, Martin und Ana sich fortwährend, weshalb eigentlich immer einer von ihnen flennt. Deswegen ging ich auch nicht nachsehen, vor allem, weil Robert und Leoni ja auch da waren und es ja eigentlich deren Verantwortung ist nachzusehen, was jetzt schon wieder passiert ist.

Das taten sie dann auch und irgendwann hörte ich mit einem Ohr den Halbsatz: “Dann muss Benni halt auf euch aufpassen” und jetzt musste ich mal schauen, was eigentlich los war, und weshalb Ana immer noch heulte.

Ich fand eine blutüberströmte Ana auf Leonis Schoß vor, einen heulenden, verstörten Joel, einen leicht besorgt blickenden Martin und Robert und Leoni, die ziemlich ruhig waren und erkärten, jetzt müsse man halt ins Krankenhaus fahren. Was sie dann auch taten. Wir Jungs blieben daheim und beteten erstmal für Ana, dankten Gott, dass sie nicht ihr Auge verletzt hatte (die Platzwunde war auf denBrauen, knapp neben dem Auge) und baten ihn, dass alles gut wird. Ich wusste immer noch nicht, wie das eigentlich passiert war, also erzählte mir der etwas ruhiger gewordene Joel, dass Ana draußen auf eine Kante gefallen war.

Um die Kinder abzulenken, räumten wir das Wohnzimmer auf und spielten dann Carcasonne, bei dem ich verlor(!) und Martin zweiter wurde ohne zu heulen(!!!). Als die beiden schließlich geduscht hatten, kamen die anderen schon wieder und erzählten uns, dass die Ärztin die Wunde mit Alleskleber zusammengeklebt hatte!!! Das war übrigens kein Witz. Aber anscheinend funktioniert das ganz gut. Und hier ein Bild von der da schon wieder lachenden Ana, die im Moment gerade wieder weint. Es ist also alles wieder normal…

Ana mit Pflaster, Blutflecken und Lächeln

Categories: Anekdoten, Paraguay.

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Stopschild

25. Mai 2009

Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt ist, mein Blog noch nicht zensiert worden, das Stopschild ist nur als eine Warnung an uns alle gedacht, wie sehr unsere machtgeilen um unser Wohl besorgten Politiker unsere “Sicherheit” über unsere Freiheit stellen.

Doch wie sagten schon mein Namensvetter Benjamin Franklin “Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.”

Ich würde mich freuen, wenn ihr alle die Petition unterzeichnen würdet. Ich habe es schon gemacht.

Zu näheren Infos über die Petition, mein Artikel hier

Das Schild wurde von meinem Bruder installiert, da ich nicht die nötige Muße hatte, mir das alles anzuschauen, wie es geht. Den Quelltext findet ihr hier, falls ihr es auf eurer Seite auch einbauen wollt – fragt mich aber bitte nicht, wie es geht. Ich habe, wie oben schon erwähnt, keine Ahnung!

Categories: Argh!!!, Internet, Politik, Überwachungsstaat.

Nasser Pass

25. Mai 2009

Letztes Wochenende hat es sehr geregnet. Eigentlich hat es so arg geschifft und so plötzlich angefangen, dass es mich an Forrest Gump erinnert hat.

Es regnete zwar nicht ununterbrochen aber eine Pause dort höchstens zehn Minuten. In Paraguay ist es normal, dass bei starken (wobei die Definition von “stark” eine sehr persönliche Sache ist) Regen alle öffentlichen Treffen ausfallen. Deswegen bin ich dann auch nicht zur Jugendstunde gegangen, sondern habe mit Wiensens Ice Age 2 geschaut. Anscheinend fand sie aber doch statt.

Aber mal ehrlich, wenn jemand dir als Antwort auf die Frage: “Werden wir bei diesem Regen Jugendstunde haben?” schreibt: “Neiiiin s fällt aus.” (man schreibt hier, um Platz zu sparen, in Abkürzungen, z.B. in einem Wort dienen manchmal die einzelnen Buchstaben als Laut “s”-”es”) denkt man doch, dass 1. die Platzeinsparung ziemlich sinnlos ist, wenn man dann so viele Extrazeichen beim “Neiiiin” benutzt und dass 2. das lange “Neiiiin” das Komma ersetzen soll. So interpretierte ich die Nachricht als “Nein, es fällt aus”, statt “Es fällt nicht aus” (Anmerkung: der Originaltext war: “Noooo c suspnd x lluvia” – so was soll ich dann verstehen!).

Da ich mittlerweile wusste, dass das Dach über meinem Zimmer nicht allzu dicht ist, räumte ich alle Sachen vom Boden auf wasserfeste erhöhte Orte. (später werden wir noch sehen, dass ich nicht alles weggeräumt hatte – der Titel kündigt es schon an).

Am Sonntag wollte mich Robert nicht aufwecken und so musste ich dann als ich zehn Sekunden, nachdem sie weggefahren aufstand, mit dem Bus, auf den ich eine halbe Stunde wartete nach Limpio fahren, es regnete immer noch und neben der Straße war alles überflutet, auch ganze Wohnviertel standen unter Wasser. Ich war so mit fotographieren beschäftigt, dass ich vergaß auszusteigen, weshalb ich dann noch mal mit einem Bus einen Kilometer zurückfahren musste, weil ich bei dem Nieselregen (es hatte sich schon ein bisschen gelichtet) nicht laufen wollte…

Als ich endlich zur Kirche kam, waren dort nur eine Hand voll Leute, die statt Gottesdienst einfach beteten. Ich setzte mich dazu und ein wenig später waren wir schon fertig… Hatte sich nicht so wirklich gelohnt. :( , aber es war auch ein Abenteuer :) .

Nachmittags brachten wir einem alten Nachbarn Essen, der in einem verlassenen Haus wohnt und der momentan irgendein Geschwür am Fuß hat, weswegen er nicht so gut laufen kann. Die Hütte war nochmal eine neue Klasse in niedriger Lebensqualität…

Nachts regnete es nicht mehr, aber das Wasser stand noch in meinem Zimmer, da ich mir bei Steinfließen nicht die Mühe gemacht habe es wegzuwischen, es ist warm genug, dass es verdunsten wird…

Heute morgen bemerkte ich dann, dass mein Pass die ganze Zeit noch unter dem Bett gelegen hatte, wenigstens nicht in einer allzu tiefen Pfütze, er trocknet noch, aber ich bin zuversichtlich, dass er bis ich das nächste Mal ausreise trocken ist.

Wasserfleck statt Wassersiegel

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Petition unterzeichnen!

25. Mai 2009

In letzter Zeit habe ich mich in der Blogospähre ein wenig über die Quasi-Zensur, die durch die Gesetzesänderung des Telemediengesetzes vom 22.4.09 möglich ist, informiert.

Unter dem Vorwand des Sperrens von Kinderpornoseiten wollen Frau Ursula von der Leyen (bei Bloggern liebevoll Zensursula genannt) und der übliche Verdächtige Herr Schäuble Internetseiten vom BKA indizieren und sperren lassen, wobei zum einen die Kriterien im Gesetzestext klar definiert werden, zum zweiten ist es schwachsinnig eine Seite mit offensichtlich kriminellem Inhalt zu sperren, statt sie zu löschen. Kinderpornographische Inhalte sind in Deutschland und JEDEM ANDEREN LAND DER WELT verboten, Deutschland steht auf vierter (!!!) Stelle auf der Liste der Länder, in denen die meisten Server mit kinderpronographischen Inhalten stehen, wie soll also bitte das Sperren einer Seite, die danach mit einfachsten Mitteln immer noch zugänglich ist besser helfen als das konsequente Löschen und rechtliche Verfolgung der Betreiber?!

Neben unzähligen anderen Aktionen gibt es auch eine Petition beim Deutschen Bundestag, die man hier unterzeichnen kann.

Hier der Text der Petition für alle, die (noch) zu faul sind den Link zu betätigen:
Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Categories: Argh!!!, Internet, Politik, Überwachungsstaat.

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Die ersten Postkarten sind dort!

23. Mai 2009

Soeben erreicht mich die Kunde, dass die ersten sechs Motivkartone die Reise über den großen Teich überlebt haben und bei ihren Empfängern angekommen sind… Damit sind zwar noch keine 10% der Karten dort wo sie hinsollen, aber sie sind ja auch erst zweieinhalb Wochen unterwegs…

Ich bitte erneut darum die Ankuft einer Karte hier zu kommentieren!

Categories: Paraguay.

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metalinguistische Reflexionen – übersprachliche Betrachtungen

23. Mai 2009

Eine Sache, die mich an der Schule besonders aufregt, ist, sind Definitionen und der ständige Gebrauch von einsprachigen Wörterbüchern. Den größten Teil des tatsächlichen Unterrichts schreiben wir einfachste Erklärungen von Begriffen ab und  bei jedem Text benutzen meine Klassenkameraden Wörterbücher, um die komplizierteren Begriffe zu verstehen. Das hört sich jetzt sehr arrogant an: Ben regt es auf, dass andere nicht alles sofort verstehen. Aber so meine ich das gar nicht.

Meine Kritik bezieht sich auf zwei Punkte. Erstens finde ich die Schule müsste Kindern beibringen einen Text zu verstehen, auch wenn man nicht alle Wörter kennt und diese aus dem Zusammenhang erschließen. Zweitens hatte ich an die Abschlussklasse irgendwie höhere Erwartungen.

Als ich weiter über das Problem nachdachte stellte ich eine weitere Schwierigkeit fest:

Spanisch ist eine romanische Sprache und daher sehr vom Latein geprägt. Als Lateinschüler merke ich dies und es hilft mir enorm beim Verstehen von Texten; dazu kommt noch, dass die Fachbegriffe diesselben wie im Deutschen sind, nur mit spanischen Endungen. Sie kommen aus Latein, Griechisch (und Hebräisch), den klassischen Sprachen des Abendlandes.

Die Alltagssprache jedoch ist weniger romanisch und hat viele iberische Wörter, hier in Paraguay auch noch Guaranieinflüsse.

Außerdem hat ihnen niemand gezeigt Wortteile, die eine immer gleichbleibende Bedeutung haben zu erkennen und sich daraus den Sinn eines Wortes zu erschließen.

Der wichtigste Punkt allerdings ist, dass es im Deutschen zu fast jedem (klassischen) Fremdwort ein “deutsches” Synomyn gibt, das an sich den Begriff schon erklärt. So zum Beispiel Präsenz-Gegenwart, realisieren-verwirklichen, Ministerium-Dienst, Moment-Augenblick (in Ordnung, da hat sich die Bedeutung leider ein wenig verändert), Quantität-Menge, Qualität-Güte, die Liste kann man ewig weiterführen.

Dieses umfangreiche Vokabular-Wortschatz an Synomymen-Zwillingswörtern haben wir den Sprachgesellschaften zu verdanken, die während der Aufklärung überall gegründet wurden, zu verdanken. Diese machten es sich zur Aufgabe, die teutsche (wie man es damals noch nannte) Sprache vor allem von lateinischen, griechischen und französischen Begriffen zu reinigen, wobei sie es manchmal ein wenig übertrieben, beziehungsweise keine guten neuen Wörter fanden: Tageleuchter für Fenster, Jungfernzwinger für Nonnenkloster, Zitterweh für Fieber, Löschhorn für Nase, Meuchelpuffer für Pistole. Meistens übersetzten sie das Wort aber einfach nur ins Deutsche

Manchmal haben die Fremdwörter aber auch eine andere Konnotation-Beiklang, wie zum Beispiel in Kollaborateur und Mitarbeiter

So viel zur Vergangenheit. Heutzutage haben wir dank Internet(-Zwischennetz?), Rock-(Fels?) und Rap- (Vergewaltigung??!!)Musik viele Anglizismen wie cool, und Homepage, die wir alle benutzen.

Ist auch nicht schlimm, bloß was wird aus unserer Muttersprache?

Dazu kommt noch eine viel bedenklichere Sache: Große Zeitungen, wie die ZEIT und Süddeutsche nennen in ihrer Netzausgabe die Übersetzung des Begriffes Homepage in Heimatseite beim Netzauftritt der NPD “krampfhaft” (ich finde den Artikel leider nicht mehr – habe also keinen Beleg dafür, kann mich aber genau dran erinnern). Bin ich jetzt ein Nazi, weil ich die deutsche Sprache erhalten will?!

Nein, bin ich nicht. Erstens lege ich Wert auf deutsche Sprache, nicht auf Nationalstaat, oder Ariertum, was weder die aktuellen Skinheads – dann müssten sie sich nämlich Hautköpfe nennen -, noch ihr großes Vorbild Adolf tun. Dieser wurde nämlich vom Allgemeinen Deutschen Sprachverein (ansonsten leider große Verehrer des Deutschtums) wegen seinem exzessiven-ausschweifenden Gebrauch von Fremdwörtern kritisiert-gerügt, worauf dieser sie durch einen Erlass quasi-sozusagen verbot.

Also was haben wir gelernt? Fremdwörter sind gut, wenn man will, dass einen niemand versteht, aber manchmal sollte man auch verständliche Wörter benutzen, damit wir unsere Zeit nicht mit Definitionen abschreiben verschwenden.

Categories: Argh!!!.

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“So machen wir das mit Terroristen”

20. Mai 2009

Diesen Artikel habe ich gerade in der Internetausgabe der Süddeutschen gefunden…

krass kann ich dazu nur sagen…

Categories: Politik.

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Ein Schuss in den virtuellen Ofen

20. Mai 2009

Durch einen Freund habe ich gerade einen Artikel in der Onlineausgabe der ZEIT gefunden zu einer Parodie des Netzauftrittes des Bundesinnenministeriums.

Kurze Zusammenfassung: Ein Blogger hatte die Seite des Bundesinnenministeriums (BMI) parodiert, was aber gar nicht so bekannt wurde. DANN hat das Ministerium sie entdeckt und auf Bitte des Bundesverwaltungsamtes (BVA) sperrte der Provider (das ist die Firma, der der Server auf der die Seite ist) die Seite, wozu er NICHT gezwungen war!!! Kommentar des Schöpfers (der Seite) dazu: “(Es ist verwunderlich, dass) es Sperrlisten und neue Gesetze braucht, um unbestreitbar schwerstkriminelle Inhalte unzugänglich zu machen, wenn es ein paar Minuten dauert, harmlose Satireseiten mit wenigen Klicks am Tag vom Netz zu nehmen”… Da kann ich nur zustimmen…

Inzwischen hat er die Seite umgebaut und hat auf die Verwendung hoheitlicher Symbole verzichtet, was der angebliche Grund für die Sperrung war.

Durch die ganze Geschichte ist die Parodie viel bekannter geworden als vorher, wozu ich hiermit auch meinen kleinen Beitrag leiste…

Habe die Seite und seinen Blog verlinkt; in diesem Artikel und auch permanent an der Seitenleiste. Manche Artikel sind SEHR böse… aber an sich mag ich die Seite.

Der Kampf gegen den Überwachungsstaat geht weiter!

Mit diesen pathetischen Worten beende ich diesen Artikel. Ach nein jetzt sind es ja diese Worte, die den Artikel beenden, Mist ;) .

Categories: Argh!!!, Internet.

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undankbare Sehnsucht

19. Mai 2009

Noch genau ein Monat. Dann werde ich meine Schule in Paraguay verlassen; vier Tage später wird meine Schwester in Asunción ankommen und wir werden zusammen drei Wochen lang rumreisen und schließlich am Jugendgipfel und anschließend zur mennonitschen Weltkonferenz gehen… Eine Woche später fliege ich zurück nach Deutschland.

Ich zähle schon die Tage…

Aber eigentlich nicht bis zu meinem Flug, sondern bis zum 19.Juni. Der Tag, an dem ich endlich nicht mehr zur Schule gehen muss und kurz danach ein neues, wahrscheinlich sehr volles Kapitel in dieser Abenteuergeschichte aufgeschlagen wird, die seit längerem eher dahindümpelt.

Irgendwie schaffe ich es einfach nicht, der Schule etwas Positives abzugewinnen, außer, dass ich durch die spanischsprachige Umgebung mein Spanisch sehr verbessert habe und ich mich jetzt sogar wieder auf die deutsche Schule freue. – Gut, dass waren jetzt schon zwei starke Argumente, aber die bringen mir ziemlich wenig, wenn ich im “Unterricht” sitze und mich zu Tode langweile, weil der Lehrer gar nicht da ist, oder in einer Ecke sitzt und uns weder Aufgaben gibt, noch irgendetwas erklärt und wenn ich dann in der Pause merke, dass ich keinen einzigen Freund in meiner Klasse habe und ich mit den beiden, mit denen ich mich noch am Besten verstehe, keine Gespräche führen kann, weil sie jedes Mal wenn ich irgendeine Frage stelle diese beantworten und es dann irgendwie nicht weiter geht.

Dazu kommt noch meine Erkenntnis, dass ich unfähig bin den guten Ratschlag einiger Leute umzusetzen, zu versuchen zu verstehen warum die Paraquayer (wenn ich diese Verallgemeinerung jetzt mal so benutzen darf) so sind, anstatt es zu beurteilen.

Letztens, als ich mal wieder solchen Gedanken nachhing kam mir die Idee, dass ich eigentlich ziemlich undankbar bin! Immerhin bringen meine Eltern große Opfer, damit ich hier sein kann und alles was ich mache ist mir zu wünschen, dass ich die Schule verlassen und ich wieder mehr mit Leuten, die ich kenne (z.B. meine Schwester, Wiensens) zu tun habe, auch wenn ich mir nicht unbedingt wünsche jetzt sofort wieder nach Deutschland zu kommen – weil ich ja noch ein wenig Tourismus betreiben will. Deswegen habe ich den Artikel auch nicht “undankbares Heimweh” genannt..

Ich bin aber doch hierher gekommen, um die Sprache und Kultur kennen zu lernen… Und jetzt stelle ich fest, dass ich die Sprache immer noch nicht so gut beherrsche, wie ich gerne wollte und die Kultur, der ich in der Schule begegne, nicht aushalte…

Leider bringt mir diese Erleuchtung so rein gar nichts außer Wut und Enttäuschung über mich selbst, weil mein Gehirn anscheinend doch nicht die Kraft hat meine Gefühle mit Argumenten zu besiegen…

Categories: Argh!!!, Paraguay, Schule.

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Sintflut stoppt paramilitärische Übungen

14. Mai 2009

Nachdem ich mich gestern schon mit dem Gedanken angefreundet hatte, heute auf der Hauptstraße Limpios zu Ehren der Unabhängigkeit Paraguays zu marschieren, die zwar ohne Blutvergießen erfolgte, aber durch eine militärische Drohung durchgesetzt wurde, setzte der starke Regen dem geplanten Marsch doch einen Riegel vor und der Tag wurde stattdessen zu einem Segen für die Erde und die Leute, die jetzt nicht mehr so unter der Hitze leiden…

In wenigen Minuten werden wir in den Chaco aufbrechen, wo wir bei der Marcación (Brandmarkung) der Rinder auf der Estancia von Roberts Eltern helfen werden… Für mich als Vegetarier auf kultureller Auszeit eine Probe, wie sehr mein Wille zu kultureller Anpassung mich tragen wird…

Ach ja, jetzt regnet es gar nicht mehr, falls ihr euch Sorgen macht, dass wir untergehen würden :P

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Im Gleichschritt

13. Mai 2009

Freitag ist paraguayischer Nationalfeiertag – Tag der Unabhängigkeit von Spanien. Weil dieses Ereignis sich eigentlich in der Nacht zwischen dem 14. und dem 15. Mai stattfand (In der Nacht wurde der Plan beschlossen, das Haus des Gouverneurs wurde mit Kanonen umstellt und am Morgen gab dieser auf, wodurch die paraguayische Unabhängigkeit eine der wenigen ohne Blutvergießen war) ist der Freitag frei und am Donnerstag haben wir statt Unterricht einen Umzug.

Dieser Umzug ist ein Marsch. Womit meine Probleme schon anfangen. Zunächst einmal das ethische Problem:

Ist das nicht schon zu militärisch? Erst Uniformen, dann Märsche, wohin führt das alles? Sollte ich vielleicht MCN bitten mich als Verweigerer aus Gewissensgründen von der Uniform zu befreien?

Ich konnte dieses Problem noch gar nicht durchdenken als wir am Freitag anfingen das Marschieren zu üben und ich auf ein höchst praktisches Problem stieß:

Die Ansage hieß: links, links, links, rechts, links. Abgesehen davon, dass es bei so was militärischem seltsam anmutet die LINKE Seite mehr zu betonen bereitete mir das Folgende Porbleme: Jetzt steht mal bitte auf und versucht vier Schritte mit dem linken Fuß zu machen, bis ihr den rechten nachzieht und dann wieder links!

Wie soll man das schaffen?! Und wie soll das ein ordentlicher Marsch sein?!

Die Anderen hatten damit seltsamerweise keine Probleme. Irgendwann merkte ich dann, dass man zwischen den Schlägen den rechten Fuß bewegen sollte. So macht das auch irgendwie Sinn…

Dienstag und Mittwoch haben wir wieder geprobt und ich bin jetzt eigentlich ziemlich gespannt auf den Marsch, weil es eine ganz neue Erfahrung sein wird, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie machen würde… und vielleicht auch ein bisschen Übung für die Clown’s Army?

Wir werden sehen…

Mädchen mit Stangen, die sie herumwirbeln (Phallussymbole?)Die Heerscharen beginnen zu marschieren (erinnert mich ein bisschen an Herr der Ringe, wenn die Orks aus Minas Morgul marschierendie Blechtrommel

Categories: Paraguay, Schule.

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Große Wasser -Teil II

13. Mai 2009

Ich war zwar mit der Gesamtsituation unzufrieden, aber aufgeben wollte ich noch nicht. Wir sollten zumindest VERSUCHEN ohne Ausweis über die Grenze zu kommen – immerhin sind wir hier in Südamerika und ich glaube ja eh nicht an Staaten und Landesgrenzen.

Da wir aber schon gefühlte Siebenmeilen ohne die dazugehörigen Stiefel gelaufen waren, schlug ich vor ein Taxi bis zur Jugendherberge in Foz de Iguazu zu nehmen. Was sich als der größte Fehler der ganzen Reise erwies…

Zunächst einmal schlug der Taxifahrer vor zuerst zum binationalen Wasserkraftwerk Itaipu zu fahren. Das stand zwar auf unserer Liste, aber eigentlich wollte ich nur bis zur Jugendherberge und dann mit Bussen weiter fahren. Ehe ich mich versah waren wir in Itaipu, das heute bestreikt wurde – als ob der Taxifahrer das nicht gewusst hatte! JETZT fahren wir aber zur Jugendherberge dachte (und sagte ich), aber nachdem wir die Grenze passiert hatten, wobei ich meinen Ausreisestempel erhielt und Carlos unbehelligt blieb, weil er gerade meinen Paß anschaute als der Grenzbeamte vorbeilief, spukte mir der Automat nach einiger Überzeugungsarbeit 400 Reales aus und wir fuhren in Richtung der brasilianischen Wasserfälle – mal wieder konnte ich mich nicht gegen den Sirenengesang des zweiäugigen Fahrers wehren, hätte ich doch meine Oropax benutzt!

Dort angekommen gingen wir zuerst in den Vogelpark, der direkt neben dem Wasserfallpark liegt. Die Eintrittspreise hauten mich ein bisschen aus den Socken, aber es ist ja schließlich ein beliebtes Touristengebiet… Der Taxifahrer begleitete uns, da er in Begleitung zahlender Gäste kostenlos reinkam. Weil er alles schon kannte lief er ziemlich wovon wir uns leider beeinflussen liefen und uns nicht die Zeit nahmen alles in Ruhe anzusehen. Viel zu schnell waren wir im Touriladen des Parkes angelangt, wo ich in weiser Voraussicht Postkarten kaufte. Nach meiner Schätzung waren wir nach höchstens einer Stunde schon wieder aus dem Park draußen! 20€ in einer halben Stunde ausgegeben, na super.

Als nächstes ging es zur eigentlichen Hauptattraktion: der brasilianischen Seite der Wasserfälle. Wir mussten erstaunlich kurz anstehen und ich musste für Carlos den europäischen Eintrittspreis bezahlen, weil er ja keinen Ausweis hatte, um zu beweisen, dass er Paraguayer war! Wieder begleitete uns der selbsternannte Führer.

Mit einem Bus fuhren wir bis zum Anfang des Wanderweges, wobei Carlos und Polyphem (ähmm der Taxifahrer ) wieder sehr vorauseilten… Ich versuchte mir so viel Zeit zu nehmen wie ich wollte und blieb auch länger stehen um die Wasserfälle, die Pflanzen, die Nasenbären und alles andere zu beobachten, aber irgendwie war ich doch auch schneller als ich wollte.

Schließlich standen wir vor der Teufelsrachen, zum Glück standen wir auf einer Plattform und wurden nicht wie die Leute in den Schlauchbooten von Skylla und Charibdis fast verschlungen…

Es war unbeschreiblich. Obwohl wegen der enormen Trockenheit viel weniger Wasser floß, rauschte es vor unseren Augen mit atemberaubender Geschwindigkeit zur Erde, um Platz für neues Wasser zu machen. Und es kam immer neues Wasser! Die Schöpfung hat mich glaube ich noch nie so sehr dazu gebracht dem Schöpfer zu danken.

Ich versuchte die ganzen nervigen, fotoschießenden Touristen zu vergessen und schoß so viele Fotos wie ich konnte, dann war meine Speicherkarte für die Kamera voll und ich genoß den Anblick ohne ihn weiter digital festzuhalten. Nach einer LANGEN Zeit, war ich bereit mit den anderen weiterzugehen. Erstmal zu einem Stand, wo ich wieder viel blechen musste, um die Photos auf eine CD brennen zu lassen. Dann mit einem Aufzug auf die Höhe der Wasserfälle, wo wir noch ein bisschen standen und dann weiterliefen.

Zu meinem Erstaunen war der Weg damit zu Ende und es standen schon wieder die Shuttlebusse bereit uns zum Eingang zu fahren. In einem Akt der Verzweiflung schlug ich vor den ganzen Weg zurückzulaufen, aber meine Gefährten hatten dafür kein Verständnis und irgendetwas hielt mich davon ab, einfach alleine zu gehen.

So waren wir gegen drei Uhr nachmittags schon mit allen Aktivitäten fertig und ENDLICH fuhr uns der Taxifahrer zur Jugendherberge, wo wir feststellten, dass alles voll war, weil wir nicht morgens gekommen waren – in meiner Naivität hatte ich natürlich nicht vorbestellt – was eigentlich ja auch nicht nötig gewesen wäre, wenn alles nach Plan geklappt hätte!!

Der Verwalter meinte noch draußen vor der Stadt wäre auch eine Jugendherberge (an der wir schon vorbeigefahren waren) und die hätten wahrscheinlich noch Plätze frei, aber ich war einfach zu gefrustet und wusste außerdem auch nicht, was wir denn am nächsten Tag noch machen sollten. Die argentinische Seite war Carlos versperrt und ich wollte nicht alleine dort hingehen, es war nicht klar, ob die Arbeiter in Itaipu morgen nicht auch noch streiken würden – und wenn wir außerhalb wären, wäre es auch fraglich, ob wir ohne den mir mittlerweile schon fast verhassten Taxifahrer irgendwohin kämen.

Also teilte ich Carlos meine Gedanken so gut es ging mit und er stimmte mir zu, weswegen wir den Taxifahrer in Reales bezahlten. Dabei benutzten wir eine falsche Umrechnungszahl UND ich gab ihm Trinkgeld, das er eigentlich ÜBERHAUPT NICHT verdient hatte, weshalb er ungefähr 10€ mehr kriegte, als wir ausmachten. Ich bat ihn, uns in ein Restaurant zu fahren damit wir ENDLICH was essen könnten. Dazu lud ich ihn dann auch noch ein! Es war ein Buffetrestaurant und schmeckte unglaublich gut -vielleicht auch größtenteils, weil ich so hungrig war…

Nach dem Essen hatten wir noch 21 Reales und ich hatte die fixe Idee nur das 1 Real Stück, das einer Euromünze sehr ähnlich ist mitzunehmen, weswegen wir von einem argentinischen Straßenhändler mit dem wir uns noch unterhielten drei Ringe und zwei Armbänder für 10 Reales kauften. Der Typ war ziemlich lustig drauf… halt so ein typischer Austeiger und Vagabunde :D hatte einen kleinen Dread, die anderen hatte er vor Kurzem abgeschnitten…

Wir fuhren über die Grenze und zuerst wunderten sich die brasilianischen Grenzbeamten, dass ich am selben Tag wieder ausreisen wollte, aber sie machten keine Probleme… auf der paraguayischen Seite jedoch sagten sie: “Ja, wissen Sie, dass geht eigentlich nicht… Sie müssen 72(!) Stunden im Ausland gewesen sein, damit sie ihren Einreisestempel (was mein neues Visum für 90 Tage ist) kriegen… Oder sie müssen eine Gebühr zahlen, schauen Sie mal auf der Liste da…” Ich erklärte ihnen, dass ich eigentlich gaplant hatte, dass ganze Wochenende in Brasilien zu sein, aber mein Hotel sei voll und ich könne mir kein anderes leisten, was immerhin die halbe Wahrheit war  – ich konnte ja nicht sagen: “Ja, mein Freund Carlos da draußen hat keinen Ausweis, weswegen wir nicht nach Argentinien kommen”. Aber die Grenzbeamten hatten kein Erbarmen mit mir und ich machte mich bereit die 220.000 Guaranis (ca.35€) zu zahlen, aber der Beamte kam zu mir und sagte mit leiser Stimme: “Hast du gesehen, wie viel es da auf der Liste kostet?” Als ich bejahte, sagte er es koste 200.000 Guaranis ( ca 32€) – was ‘ne Ersparnis, aber da ich zu blöd war zu feilschen, bezahlte ich ihm das Geld, das er höchstwahrscheinlich ganz in seine Tasche steckte, sonst hätte ich ja keinen Rabatt gekriegt…

Endlich waren wir am Busbahnhof, gaben dem unverschämten Taxifahrer noch unsere letzten 10 Reales und 20.000 Guaranis (insgesamt 6,60€) und rannten, weil wir sofort einen Bus nehmen konnten.

Im Bus konnte ich weder schlafen, noch Tagebuch, noch Postkarten schreiben, weil es zu laut, wackelig und dunkel war…

Um zehn Uhr nachts kamen wir an – Wiensens konnten uns nicht abholen, weil sie in der Gemeinde ein Programm machten, also stellten wir uns an die Straße, wo nach Aussage eines Straßenverkäufers die 44 vorbeikommen sollte. An besagter Ecke stand auch ein Bus dieser Linie, nur ohne Fahrer. Außerdem standen dort einige Taxis mit zugehörigen Fahrern, die sich natürlich erboten uns nach Hause zu fahren – aber ich hatte eine derartige Aversion gegen diesen Berufsstand entwickelt, dass ich jetzt nicht mit ihnen fahren wollte.

So warteten wir. Eine halbe Stunde verging und es erschien weder der Fahrer des Busses, noch fuhr ein anderer Bus, der im entferntesten in unsere Richtung ging, vorbei – während der ganzen Zeit kam nur ein einziger Bus, der auch noch zum anderen Ende Asuncións fuhr, vorbei.

Ich war so verzweifelt, müde, genervt, wütend und sogar ein bisschen ängstlich, wenn ich an all die Ratschläge NIE bei Dunkelheit Bus zu fahren dachte, dass ich begann mit dem Taxifahrer zu verhandeln. Wir hatten uns gerade auf 90.000 (13€) geeinigt und ich hatte das Geld schon in der Hand, als der 44er, der immer noch da stand den Motor startete. Wie der Blitz stiegen wir ein und kamen unbescholten nach Hause; ich musste die ganze Busfahrt daran denken, dass wir jetzt doch noch ein Wunder erlebt hatten…

Abgesehen vom Wunder der Wasserfälle natürlich…

Jetzt ist das ganze fast zwei Wochen her und meine Auffassung davon hat sich bei jedem Bericht verändert, von Wut über den Taxifahrer und das alles andere auch schief gegangen ist, über Freude wenigstens die Wasserfälle gesehen zu haben, bis schließlich zur typischen Bloggeransicht, dass es eine tolle Anekdote ist und deshalb gut.

Mal sehen, vielleicht komme ich ja nochmal dahin, vielleicht alleine, oder mit jemandem, der sich ähnlich viel Zeit dafür nehmen will… bis dahin habe ich die Fotos und die Bilder in meinem Kopf.

 

Categories: Anekdoten, Gott & die Welt, Paraguay.

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Die Postkarten sind weg!

7. Mai 2009

Nachdem ich viel zu lange nur bei Wiensens gechillt hatte, machte ich mich auf nach Asunción, wie hier schon berichtet… Dabei viel mir auch auf, dass ich immer noch keine Postkarten in die Heimat geschickt hatte. So ging ich denn hin und kaufte in jugendlicher Naivität meine ersten selbstbezahlten 26 Postkarten, ohne zu bemerken, dass eine solche Menge an Karten auch viel Zeit brauchte, um beschrieben zu werden.

Also verbrachte ich fast den kompletten freien Donnerstag letzter Woche mit Postkarten schreiben, leider kam ich immer noch nicht fertig! Bei den Wasserfällen kamen dann noch mehr Karten dazu – 38 an der Zahl (Tip für Besucher der Wasserfälle: Im “Parque das Aves” neben dem brasilianischen Park, den man sowieso ansehen sollte, weil man nie so nah an so viele exotische Vögel rankommt, gibt es im Andenkenladen Postkarten – auch mit Wasserfällenmotiven – zum halben Preis als im Souvenirladen des Wasserfallparks) – und da ich ja nur einen Tag dort war – musste ich diese dann auch zu Hause schreiben. Gestern schließlich war ich endlich fertig und schickte sie ab. Zum exorbitanten Preis von 8000 Guaranis pro Karte (- mehr als ein Euro!) x 64 Karten = 526.000 Guaranis = 79€ (!!!) -nicht eingerechnet die Kartenpreise. Insgesamt waren es wahrscheinlich 100€.

Da seht ihr mal wie viel ihr mir wert seid!!

Die Postbeamte sagte mir es werde in ungefähr einer Woche ankommen – vielleicht schreibt ihr ein Kommentar / Email, wenn euch eine Karte erreicht?

Categories: Allgemein, Anekdoten, Paraguay.

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Großes Wasser – Teil I

7. Mai 2009

Hier kommt der erste Teil meiner epischen Erzählung meines Ausflugs zum Großen Wasser (das bedeutet Iguazu)

Seit einiger Zeit hatte ich geplant, am verlängerten Wochenende des 1.Mai bis 3.Mai die Iguazuwasserfälle zu besuchen, was man unbedingt machen muss, wenn man Paraguay besucht, auch wenn sie gar nicht im Land selbst liegen.
Ich wollte nicht alleine reisen, zum Einen weil es langweilig ist, zum Anderen, weil es sicherer ist mehr als einer zu sein und außerdem wollte ich so meine Freunde besser kennenlernen. Zunächst hatte ich – ohne Erkundungen über die Kosten einzuziehen – zwei Jugendliche aus der Gemeinde, mit denen ich mich sehr gut verstehe eingeladen, weil sie es sich von selbst wohl niemals hätten leisten können.
Als ich dann anfing mich zu informieren, blieb mein Mund erstmal offen stehen und als ich mich von dem Schock erholt hatte stand ich vor dem Problem entscheiden zu müssen welchen von den beiden ich ausladen würde, weil ich immer noch gerne zumindest einen mitnehmen wollte, was mein Budget auch noch aushalten konnte.
Schließlich beschloss ich denjenigen auszuladen, der zum einen auch an Geschichte interessiert war, weil ich dann mit diesem später zu den Jesuitenreduktionen bei Encarnación fahren könnte, und dessen Eltern getrennt lebten, weil man als Minderjähriger für die Ausreise (die Fälle liegen in Brasilien und Argentinien) ein offizielles Dokument braucht, auf dem die Unterschriften beider Elternteile stehen müssen und das sowieso schon schwierig genug zu kriegen ist. Er nahm es zum Glück sehr gut auf und nannte sogar selbst das Argument, dass es für ihn schwerer sei, die Ausreisegenehmigung zu bekommen.
In der Woche vor dem Ausflug holte ich dann die letzten Informationen ein und fand sogar noch einige Möglichkeiten Geld einzusparen – wie zum Beispiel mit dem Bus nur bis nach Ciudad del Este fahren, was die Grenzstadt mit Foz de Iguazu ist, der Touristadt, wo ich auch eine Jugendherberge gefunden hattte, bei der wir billig unterkommen könnten, sodass ich am Ende fast den zweiten wieder einladen wollte, es aber zu kurzfristig war und es immer noch teuer war.
Während der Vorbereitung wurden noch andere Probleme aus dem Weg geschafft, beispielsweise teilte mir meine Mutter meinen PIN mit, damit ich in Brasilien Geld abheben konnte und nicht umständlich tauschen musste.
Die einzige Unsicherheit war, ob Carlos (so werde ich ihn hier nennen, einfach nur um seine Privatsphäre zu schützen) sein Ausreisedokument erhalten würde. Zuerst sah es so aus, als ob es zu viel Geld für die Familie kosten würde, ich bot an diese Kosten auch zu tragen, dann bekamen sie den Tip, dass man es in Asunción umsonst machen lassen könne – am Donnerstag, dem Tag unserer Abreise, rief er mich schließlich an und teilte mir mit, er habe alles.
Er kam abends zu uns nach Haus und wir vertrieben uns die Zeit bis halb zwölf als Robs uns endlich zum Busbahnhof fuhr. Wir kauften Tickets, rannten zu unserem Bus, der schon abfahren wollte, und ich schlief fast die ganze fünfstündige Busfahrt.

Es war noch dunkel, als wir um fünf Uhr ankamen, weswegen wir uns auf eine Bank im Busbahnhof setzten und eine Tafel Schokolade zum Frühstück aßen. Gegen sechs wurde es schon heller und wir machten uns mit unserer ausgedruckten Karte auf den Weg nach Foz de Iguazu.
Als wir ungefähr einen halben Kilometer gelaufen waren, fing Carlos plötzlich an nervös seine Taschen zu durchsuchen und als ich ihn fragte, was los sei, erwiderte er, er suche seinen Ausweis!
Wir setzten uns an den Rand der Straße und durchsuchten all seine Sachen, aber wir fanden es nicht. Ich schlug vor zu beten, was wir dann auch machten aber auch danach war der Ausweis nicht im Rucksack, oder in seinen Taschen. Was sollten wir nun tun? Zurück zum Terminal (=Busbahnhof). Dort fragten und schauten wir nach unserem Bus, aber er war schon weg und es war nichts abgegeben worden. Man sagte uns, wir sollten zur Werkstatt der Busfirma gehen. Also liefen wir dorthin, verirrten uns ein wenig, verloren unsere Guampa, sodass wir den ganzen Tag keinen Schluck Teréré trinken konnten (!), und liefen an den ärmsten Leuten, die ich bis jetzt sah, vorbei, die wirklich auf der Straße lebten und gerade Klebstoff schnüffelten, weswegen sie uns in Ruhe ließen. Irgendwie fanden wir die Werkstatt schließlich, aber der Bus war nicht mehr da. Er würde mitten in der Nacht zurückkommen, aber ein Anruf beim Fahrer ergab, dass er bei unseren Sitzen nichts gefunden hatte.
Ich war ziemlich fertig. Wir setzten uns draußen auf eine Bank und ich vergoss ein paar Wuttränen als ich an den Vers „Suchet und ihr werdet finden” dachte, der mir gerade wie blanker Hohn vorkam. Danach durchsuchte ich alle meine Sachen – wer weiß, ob irgendjemand ihn bei mir reingetan hatte – und Nico die seinigen, aber das Ergebnis blieb dasselbe – der Ausweis war nicht da.
Ich beschloss, dass wir zurück zum Busbahnhof gehen sollten und nach dem nächsten Kommisariat fragen – was wir dann auch taten und, nachdem wir drei Leute gefragt und drei unterschiedliche Wegbeschreibungen erhalten hatten, fanden wir es schließlich. Zuerst mussten wir warten, dann sagte der Polizist er könne nichts machen, weil Carlos minderjährig sei – ein volljähriger Verwandter müsse kommen und unterschreiben. Damit war der Fall für ihn erledigt und er wandte sich der wichtigen Aufgabe zu mich nach der Halskette zu fragen, die ich in Asunción gekauft hatte. Ich fand das ziemlich unangepasst und wir gingen schnell wieder, weil sie uns nicht helfen konnten/wollten (aber sie boten uns nicht an, Schmiergeld zu zahlen, wahrscheinlich dachten sie nicht, dass wir genug Geld hätten). Ich war ziemlich verzweifelt und rief bei Wiensens an, die uns rieten, wenigstens das Wasserkraftwerk Itaipu anzusehen, das in Paraguay liegt, und zu versuchen, ohne Ausweis nach Brasilien zu kommen.
Ich war müde, hungrig und enttäuscht…

Fortsetzung folgt – ich bin jetzt einfach zu müde den Rest der Geschichte zu schreiben.

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Tag des Lehrers

5. Mai 2009

Viel zu spät hier noch ein Nachtrag: Am letzten Donnerstag war in Paraguay offiziell “Tag des Lehrers” ( der Lehrerin natürlich auch), weshalb wir da frei hatten und am Tag vorher keinen Unterricht, sondern nur ein Programm der Schüler zu Ehren der Lehrer abgehalten wurde.

Meine Klasse trieb mir die Fremdschamesröte ins Gesicht, weil unser einziger Programmpunkt war, dass zwei Mädchen etwas ziemlich schwach vortanzten und die Lehrer es nachtanzten. Schon besser war eine andere Klasse, die einzelne Lehrer perfekt parodierte. Später gab es noch eine Bildschirmpräsentation von den Schülern, die Schnappschüsse von den Paukern enthielt. Der Witz daran ist, dass Kameras in der Schule eigentlich nicht erlaubt sind. Schließlich wurde jedem Lehrer ein Minifresskorb überreicht und es gab eine Torte, von der die Schüler sogar auch was abbekamen.

Es war ein sehr lustiger Tag, ich ärgerte mich sehr, dass ich meine Kamera zu Hause gelassen hatte, und will die Gelegenheit auch meinen Lehrern in Deutschland zu danken, auch wenn sie mir zwar im Moment nichts unterrichten lerne ich hier doch sie (und das deutsche Schulsystem an sich) noch viel mehr zu schätzen…

Joel machte am Tag zuvor Kuchen für seine Lehrerinnen und ich bekam auch einen, weil ich ja sein Schachlehrer bin! Hat sehr lecker geschmeckt.

Categories: Paraguay, Schule.

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