Ich bin international gesucht!!

Endlich ist es soweit! Mein Blog und damit meine intimsten Gedanken (Ironie) sind endlich nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich, die www.bennisblog.de kennt sondern auch denen, die meinen Namen in Google eingeben.

Abhängig davon, wo ihr seid bin ich erster (in Deutschland) oder dritter in Paraguay Eintrag bei den Suchbegriffen „Benni“ + „Krauss“, „Benni“ „Krauß“ (nur in Deutschland), oder natürlich „bennisblog

Unten ein Screenshot

bennisblog in google

Bei Yahoo ist es nur der achte Eintrag (aber lest nicht das andere Zeug, das ist hochgradig peinlich) verdammt das hätte ich euch nicht verraten sollen!

Schach, das Spiel der Könige und Bauern

natürlich ist Schach auch das Spiel der Türme, Springer, Läufer und Damen, aber ich finde der Titel trifft eine der wichtigste Eigenschaft am besten. Schach ist nämlich ein Spiel, das keine sozialen Unterschiede kennt, man kann es mit Holz-, oder Diamantfiguren spielen.

Auch sonst übertrifft Schach jedes andere Spiel bei weitem: Es ist das gerechteste Spiel, da niemand einen Vorteil hat – besonders wenn man die Farben wechselt -, Glück spielt keine Rolle und es schult den regelmäßigen Spieler in Geduld und Weitsichtigkeit.

Das waren schwere Worte, aber Schach ist einfach der Hammer!!Joel ist weiß und setzt mich (schwarz) in einem Zug matt

Ich bin Blutspender!

Eigentlich ist Blut spenden ja erst mit 18 Jahren erlaubt, aber hier stört man sich daran relativ wenig, zumindest die Mücken. Ich habe seit ich am Mittwoch hier angekommen bin schon geschätzte 2 Liter Blut verloren, und sehe aus wie ein Pestopfer.
Aber jetzt habe ich Mückenspray entdeckt und ich habe jetzt nur noch Gewissensbisse, dass die Mosquitos jetzt verhungern werden, weil sie mein Blut nicht mehr trinken können.

Philosophie, oder die Frage nach dem Wieso

CowboyJoOhn‘s Kommentar „…hast du dir jemals die frage nach dem „wieso“ gestellt?…“, hat mich tief inspiriert, na ja nicht wirklich ich wollte vorher schon einen solchen Artikel schreiben und diese neue Rubrik eröffnen, aber zumindest hat er mich angeregt jetzt endlich diesen Artikel zu schreiben. Tatsächlich stelle ich mir die ganze Zeit diese Frage: „WIESO, schreibe ich diesen Artikel, wo ich doch eigentlich etwas sinnvolles tun wollte?“, oder „WIESO ist mein Blut anscheinend das Trendgetränk der Mosquitos in Paraguay?“ (siehe mein Artikel „Ich bin Blutspender!“), oder wie wäre es mit „WIESO fragt mich CowboyJoOhn, ob ich mir „ jemals die frage nach dem ‚wieso‘ gestellt“ habe, anstatt sie selbst zu stellen?“, all diese Fragen schwirren mir durch den Kopf und die Antworten darauf sind seltsamer als man zunächst denkt, denn das Fragepartikel „wieso“ stellt die Frage nach einem Grund, doch in einer – für uns Menschen – irrationalen Welt, wie der in der wir das Pech, bzw. Glück, je nach Situation, haben zu leben, kann man schwer dauerhaft von einem Grund in der Bedeutung eines rationalen Fundamentes (=Grund in der wörtlichen Bedeutung, wie in dem Satz „Es gibt keinen Grund außer dem der gelegt ist, welcherJesus Christus“ (1.Korinther 3,11, war Menno Simons Lieblingsspruch, glaube ich)), sondern höchstens von einer Ursache, deren Ursache es wieder zu suchen gilt, will man den „Grund“ finden.
(Das Wort „Ursache“ ist auch so ein Wort, es geht um die „Ur-sache“, also die erste Sache, also irgendwie doch ein Grund?)
Und was ist jetzt die erste „Ur-sache“, das Fundament, der Grund? Ich habe es in dem Zitat oben schon angedeutet, es ist Jesus Christus, sprich Gott. Als Schöpfer des Universums ist er Urheber und Ursache aller Wechselwirkungen welcher Natur auch immer. Die guten, wie die schlechten Dinge sind letzlich Effekte von Gottes Schöpfung und unseres freien Willens.
Das war jetzt vielleicht eine schnelle Überleitung und ich bin ein bisschen sehr ernst geworden, aber vielleicht antwortet mir ja jemand, oder ich kann noch ein bisschen nachdenken und mehr schreiben.

Komisch, beim zweiten Mal ist das Scheißewegwischen gar nicht so schlimm, aber weinende Verlierer nerven

Heute halten Robert und Leoni ein Eheseminar ab und ich passe auf die Kinder auf. Nach meiner traumatischen Erfahrung (siehe Link) fragten sie mich natürlich mehrmals, ob das nicht eine Überforderung wäre und sie nicht lieber jemand anderes fragen sollten, aber das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und bestand jedes Mal darauf, dass ich natürlich diese Bürde auf mich nehmen würde.
Um sieben Uhr abends war es dann schließlich soweit, Kinder hüten, der zweite Versuch. Ich hatte ihnen vorher schon erklärt, wie der Abend ablaufen würde, dass wir nach dem cena (Abendessen, Joel und Martin reden teilweise Spanisch miteinander) ein Schach (mit Joel) spielen würden und dann wahlweise ein Mensch-ärgere-dich-nicht oder ein Fang-den-Hut.
Das Schachspiel verlief sehr anstrengend, weil Joel unbedingt spielen wollte, sich aber nicht konzentrierte, was jeden Lerneffekt unmöglich machte.
Das (von Martin) ausgewählte Fang-den-Hut kannte ich nicht, muss man aber auch nicht. Im Großen und Ganzen geht es darum die Spielfiguren der anderen zu fangen in dem man auf ihr Feld kommt. Ana, die am Anfang mitspielte entschied schließlich, dass sie die Hüte lieber als Krallen an ihren Fingern hätte und Martin konnte seinen zweiten Platz von den restlichen immerhin drei nicht fassen und ergab sich in exzessiven Selbstmitleid, bis ich ihm schließlich erklärte ich würde nicht mehr mit ihm spielen, wenn er immer weinen würde, wenn er verliert. Diese Vorstellung fand er schlimmer und nahm sich zusammen.
Jemand anderes nahm sich aber nicht zusammen und beförderte ihre Essensreste wieder in den dafür entworfenen Beutel um ihre Lenden – ich spreche natürlich von Ana – aber es war dies mal erstaunlicherweise weniger schlimm, vielleicht, weil es weniger alt war.
Dann mussten sie sich bettfertig machen und ich musste ein ganzes Kapitel von Michel von Löneberga vorlesen (ungefähr 25 Seiten). Aber dann waren alle müde genug und jetzt kann ich hier über Sachen schreiben, die euch mehr oder minder interessieren.

Was waren noch mal die Auswirkungen von Stromschlägen auf das Gehirn?

Sie werden in der Psychatrie eingesetzt, oder zumindest wurden sie es, und man warnt ausgiebig vor ihnen, aber in Paraguay sind sie aufgrund mangelnder Erdung ziemlich normal. So bekomme ich jetzt gerade immer einen (milden) Stromschlag wenn ich auf einen leitenden Teil meines Macbooks komme, das praktischerweise aus Aluminium besteht.

Die Tasten und die Maus zum Glück aber nicht, weswegen ich kein Problem beim Schreiben habe.

Oh jetzt habe ich auf einmal Kopfweh, ob das daran liegt? Der kleine Kobold links neben mir in der Wand sagt ja.

Ausdruck meiner Schizophrenie

Endlose Schachspiele und traumatische Erlebnisse

Ich bin heute erstaunlich früh, nämlich um 8 Uhr (in Europa 12 Uhr), aufgewacht und habe mich auch sonst schon relativ gut an die Zeitumstellung gewöhnt.
Nach dem Frühstück musste ich fünfmal gegen Joel Schach spielen, was vielleicht daran liegt, dass er viermal in Folge gewonnen hat, was teils in meiner Unachtsamkeit, aber auch zum großen Teil in seinem Können begründet liegt.
Nachdem ich ihn einmal besiegt habe, hatte er dann aber erstmal keine Lust mehr 😉 .
Das Spiel gegen Martin lief schneller aber auch dramatischer ab, nach seiner leider allzu klaren Niederlage brach er in Tränen aus und ich musste ihm versprechen nicht mehr so fies (sprich normal) zu spielen, aber wenn er mir eine Figur wegnimmt lacht er ganz dreckig, der kleine Schlawiner.

Als Robert dann nach einer Konfliktintervention wiederkam, machten wir uns auf zum Centro Educativo Ñandejara, ich habe natürlich vergessen meine Papiere mit zu nehmen, weswegen wir unter anderem morgen noch mal hin müssen, oder meinen Fotoapparat bei mir zu tragen, weswegen ich euch (noch) keine Bilder präsentieren kann.
Der andere Grund warum wir morgen wieder hinmüssen ist, dass bei der Anmeldung Unterlagen erforderlich sind, von denen noch nie die Rede war, Original der Geburtsurkunde zum Beispiel, die werden hier anscheinend geradezu inflationär benutzt.
In der Schule kauften wir aber noch meine Schuluniform – ich habe noch keine Bilder gemacht und jetzt ist es zu dunkel – die aus einer Art Jogginghose, und einem Poloshirt an normalen Tagen und einmal die Woche aus einer blauen Hose, weißem Hemd und einer KRAWATTE (wtf!) besteht, ich weiß noch nicht mal wie man eine Krawatte bindet!!!!
Joel, der in die erste Klasse kommt, muss auch einmal die Woche eine Galauniform, so nennen die die Uniform mit Hose, Hemd und Krawatte hier, anziehen, aber er hat eine besonders tolle Krawatte, die man nicht binden muss, weil sie ein Gummiband oben hat. Auf Nachfrage gab es dieses Modell aber nicht für meine Größe, qué pena!
Außer dem Hemd sind alle Kleidungsgegenstände mit Polyester, was bei dem Klima hier nicht gerade zur Bequemlichkeit beiträgt.

Nach der Schulbesichtigung besuchten wir die Kirche, wo Robert Pastor ist, Fotos werden nach gereicht, und fuhren schließlich heim.
Zunächst hatten wir geplant nachmittags irgendwie wegzufahren, aber wegen dem Fall aus der Gemeinde mussten Robs und Leoni noch mal weg und ich hatte die ehrenvolle Aufgabe auf Joel, Martin und Ana aufzupassen.
Das klappte alles ganz gut, außer, dass ich zum ewig mit dem Playmobil, was ich mitgebracht hatte spielen musste, warum habe ich das mitgebracht, frage ich mich 😉 !
Aber, dann machte Ana in ihre Windel! Na super! Zunächst reagierte ich wie jeder vernünftige Mensch reagieren würde: ich ignorierte das Problem und setzte mich weg von ihr, beziehungsweise sie weg von mir, da sie mich irgendwie für eine Art Kletterburg hält, zum Glück war sie sehr müde und schlief ein ohne sich zu beschweren. So konnten wir alle den Missstand eine gute Stunde ignorieren, während derer ich betete, dass die rechtmäßig zum Beheben dieses Gestanks Verpflichteten bald zurückkehren würden und ihres Amtes walten würden, doch wie so oft wurden meine Gebete nicht erhört um mich, wie manche sagen würden, zu prüfen, oder, wie ich in der Situation selbst zu denken pflege, zu quälen (Diese Situation brachte mich wirklich dazu mir die Theodizeefrage neu zu stellen und mich in eine Reihe mit Menschen, wie Hiob, zu stellen.)
Im Gegenteil, statt der rettenden Erlösung durch die Windelwechsler, wuchs der Gestank und Ana wachte schließlich aus ihrem miefenden Dornröschenschlaf auf, bemerkte selbst wie sehr sie roch, ich glaube immer noch, dass sie durch den unerträglichen Gestank aufwachte, und weinte pausenlos. Diese Kombination von Extrembelastungen für Nase und Ohr konnte ich nun wirklich nicht mehr ertragen und fasste den, wie ich finde, heldenhaften Entschluss Ana und mich von unseren Leiden zu befreien, sprich sie ungefähr neunzig Minuten nach ihrem Geschäft davon zu trennen.

Ich möchte euch die Szene nicht allzu genau beschreiben, da ich gehört habe, dass sich Erbrochenes auf Bildschirmen und Tastaturen nicht allzu gut macht, aber lasst mich euch Unerfahrenen sagen, bekommt niemals Kinder, begebt euch nie in die Nähe der Kinder eurer Verwandten und Freunde, wenn diese gewickelt werden müssen und solltet ihr die erste Warnung übergangen haben, überredet euren Partner mit ALLEN euch zur Verfügung stehenden Machtmitteln, dass ihr niemals für das Wechseln der Windeln zuständig seid!!
Und an euch, die ihr schon einmal, vielleicht sogar mehrfach Windeln gewechselt habt, ihr seid Helden und Mama, Papa ihr habt mir gegenüber wirklich große Liebe bewiesen!
Es ist das Widerlichste, was ich jemals gerochen habe, und ich habe schon einmal einen Furz aus einem Glas gerochen, in das mein Bruder (das will was heißen) zuvor gefurzt hatte!

Eine halbe Stunde später kamen Leoni und Robert zum Glück zurück und ich konnte mich hierher zurückziehen, fern von allen Kleinkindern, die mich zum Riechen an ihren Fäkalien zwingen.

So, jetzt habe ich gegessen, Joel‘s Playmobil-Friedenspfeife wiedergefunden und ein wenig gelesen (Wer bin ich und wenn ja, wie viele?) und jetzt werde ich mal ins Bett gehen.

Gut angekommen und feucht-fröhlicher Empfang

Nach schier endloser Odyssee mit zweimaligem Umsteigen (Madrid und Sao Paolo), Zollkontrollen und einem Treffen mit zwei jungen Damen, die ein FSJ in Mexiko City machen, und mit denen ich ein Mahl teilte, weil sie zum selben Gate wie ich mussten – allerdings ein anderer Flug – kam ich nun endlich in Asuncion an, um dort vom Grenzbeamten unnötig lange aufgehalten zu werden, und schließlich in der Freiheit, Leoni und Joel in die Arme schließen zu können.

Als wir über verworrene Schleichpfade schließlich bei der „Residencia Wiens“ ankamen, wurde mir die nächste Überraschung bereitet, als Robert mir riet meine Sachen noch nicht in mein Zimmer zu legen, da dort alles nass war.

Ach so stimmt ich hab euch ja noch gar nicht erzählt, dass es die ganze Zeit schiffte. Wahre Sturzbäche flossen durch die Straßen und es regnete in mein Zimmer.

Na ja, also tranken wir im Wohnzimmer Téreré, ich besichtigte das Haus, wir aßen zu mittag und reparierten mein Fliegengitter. Mittlerweile, ist mein Zimmer, dank des warmen Klimas und Leoni’s Lappen, wieder trocken und ich konnte mein Zeug entpacken.

Joel ist übrigens ein geduldiger Schachschüler, mal sehen, wer nach den 6 Monaten besser ist, er oder ich.

Jetzt hör ich besser auf, weil es bald Abendessen gibt.

Erwachsen sein

Ab heute bin ich mündig, obwohl ich doch schon achtzehn Jahre lang einen Mund besessen habe.

Ich kann euch sagen, alles ist anders.

Ich sehe die Welt so, wie sie ist, und habe mir das Träumen abgewöhnt, treffe reife Entscheidungen, wie es ja auch alle Erwachsene tun. Alle Kindlichkeit ist von mir abgefallen und ich denke ganz anders als ich es noch vor 24 Stunden tat. Jetzt darf ich mich ungehemt verschulden, weshalb mir meine Bank schon einen Brief geschrieben hat, wie ich das am Besten schaffe. Ich darf einen Führerschein machen und Autounfälle bauen, oder heiraten, aber da gibt es ja noch ein paar andere Faktoren, die entscheidend sind, wie zum Beispiel eine Partnerin…

Jetzt kann ich mir meine eigenen Entschuldigungen schreiben, mir selbst meine Zukunft zerstören und noch nicht mal irgendjemand anderem die Schuld dafür geben!

Aber das System ist im Endeffekt trotzdem an Allem schuld.

Letzte Französischstunde

Herr Wahl, wir wussten beide, dass dieser Tag kommen würde, jetzt trennen sich unsere Wege, denn heute habe ich mein heißgeliebtes Schulfranzösisch, dass ich ja so gut gebrauchen könnte, für immer verabschiedet.

Aber es war eine schöne Beerdigung mit Blumen, Indicatif und Subjonctif. Ich werde es vermissen Aussprachefehler zu machen und zum x-ten Mal die Zeiten falsch zu verwenden. Das kann mir jetzt nur noch im Spanischen passieren.

Versteht mich bitte nicht falsch Irie Révoltés sind hammer, und die französische Sprache ist sehr schön anzuhören, nur  ist sie nicht für mich gemacht.

Also schließe ich mit einem französischen Satz, der mich sehr geprägt hat: „Si les élections pourrait changer la vie, elles serait interdites, elles serait interdites.“

PS: Herr Wahl, ich hoffe Sie erkennen den Doppelsinn hinter „élection“