Mein irisches Tagebuch

5. Mai 2010

Es ist jetzt schon zwei Wochen her, das ich heimgekehrt bin, aber jetzt komme ich endlich dazu euch einige der unzähligen Höhepunkte (es war fast ein Höhepunktgebirge) meiner Studienfahrt, die ursprünglich nur Nordirland beinhalten sollte, zu berichten.

Montag, 12.4., 6:00Uhr, Bammental: Ich muss aufstehen, und bin obwohl ich meinen Koffer schon vorher gepackt habe, bin ich zu spät. Kommen trotzdem pünktlich in Heidelberg an, ein Bus fährt uns nach Frankfurt, nicht ohne dass zuvor der erst von vielen Sprüchen wie: “Benni, ist das dein Koffer, der da noch am Straßenrand steht?” geäußert wurde. Da ich meinen Palästinenserschal vorsorglich im Koffer verstaut hatte und mein Name scheinbar noch nicht auf der “terrorverdächtig, weil mal Arabischschüler”-Liste steht, darf ich einchecken. Der Flug ist ruhig, im Dubliner Flughafen, bekomme ich auf Nachfrage einen Einreisestempel, leider ohne Wappen… Wir bekommen eine Touristeninfo über Nordirland ausgeteilt, in der viel über Belfast und das Land steht, die Troubles aber mit keinem Wort erwähnt werden – es fühlt sich seltsam an. Noch ein Bus, der uns nach Belfast fährt, der Linksverkehr irritiert mich, was noch den Rest der Studienfahrt so bleiben wird. Ankunft in Paddy’s Palace, einem zurecht billigen Hostel, sichere mir ein Hochbett, um mir nicht den Kopf anzustoßen. Der Rest des Tages ist gefüllt mit einem Stadtspaziergang und einem Pubbesuch.

Das erste Guinness ist magenbeunruhigend schwer, schließlich darf man ein Guinness erst trinken, wenn man ihn den Schaum sein Gesicht malen kann. Die Liveband im Robinson’s infiziert mich mit dem Ohrwurm der Studienfahrt: 500 miles.

Dienstag, 13.5., 8:00 Uhr (eigentlich 9:00 Uhr in Deutschland): Spätes Aufstehen – zwei Daumen hoch. Nach dem Frühstück machen wir eine Busrundfahrt und steigen an verschiedenen Plätzen aus, um die wundervollen Vorträge der anderen Studienfahrtteilnehmer anzuhören, die (teilweise)  komplett aus Wikipedia kopiert eigenständig vorbereitet waren. Während der Rundfahrt kommen wir das erste Mal durch die Belfaster Viertel, die eine weltweite traurige Berühmtheit durch die Troubles, wie die Zeit der Kämpfe zwischen loyalistischen (Leuten, die weiterhin mit Großbritannien verbunden sein wollten) und republikanischen (denjenigen, die zum Rest von Irland gehören wollten) paramilitärischen Gruppen und zeitweise der britischen Armee in den 1970ern bis 1998 genannt wird, erlangten.

Es war faszinierend und beängstigend zugleich, durch die Straßen zu fahren, wo noch vor wenig mehr als einem Jahrzehnt, Bürgerkriegsstimmung und gleichzeitig “Normalität” herrschte. Noch krasser war, dass man im Stadtkern, gar nichts von der Auseinandersetzung sah, dort gab es noch nicht mal Wahlplakate der Sinn Fein oder der Unionisten (gemäßigte Loyalisten); nur Plakate des nordirischen FDP-Äquivalent, nach Aussage eines Busfahrers: “Those people only get voted by doctors and they’re are just nonsense” – Ist es nicht überall das Gleiche?

Das zweite Guinness wird schon besser…

Mittwoch, 14.4: Heute kriegen wir eine Führung durch Falls Street, dem katholischen Arbeiterviertel Belfasts, von Seamus, der zehn Jahre für die Unabhängigkeit als IRA-Mitglied im Gefängnis saß und heute für eine von der EU-finanzierte Organisation namens Coisture arbeitet. Er erzählt mitreißend von der Unterdrückung, die die Katholiken hier in Falls und ganz Nordirland erlitten, vom Beginn der Troubles, von der “Vergewaltigung der Falls”, als die Armee das Viertel nach Waffen durchsuchte, von den Hungerstreiks, bei denen sich IRA-Aktivisten im Gefängnis zu Tode hungerten, um als politische Gefangene anerkannt zu werden, vom Towel und Dirty Strike, bei dem sie sich weigerten Sträflingsuniformen zu tragen, sich in Laken wickelten und sich nicht mehr wuschen, er rechtfertigt den gewaltsamen Widerstand gegen die britische Unterdrückung und ich verstehe ihn, auch wenn ich weiterhin glaube, dass Gewalt keine Probleme löst, wie man in Falls sehen kann.

Am Übergang zur Shankill Road, dem protestantischen Arbeiterviertel, das von Falls durch meterhohe “peace lines getrennt ist, treffen wir unseren protestantischen Führer, der zehn Jahre für die Ulster Volunter Force im Gefängnis saß. Er und Seamus geben sich kurz die Hand, dann verschwindet Seamus so schnell er kann wieder nach Falls, ihm ist es immer noch deutlich unangenehm in Shankill zu sein. Unser neuer Führer redet viel davon, dass es ihnen ja auch nicht gut gegangen ist und wenn man die alten Häuser sieht, merkt man, dass hier schlicht und einfach zwei arme Schichten aufeinander gehetzt wurden. Davon, das Nordirland und Irland ja jetzt in der EU wären und man vorwärts sehen müsse. Er schafft es nicht uns seine Sicht der Dinge so nah wie Seamus zu bringen, dass ich seinen Namen vergessen habe, sagt auch schon genug aus.

Der Tag, reich an Eindrücken, endet mit einem von meinen Zimmergenossen gekochten Colcannon und dazu Guinness oder wahlweise Cider.

Donnerstag, 15.4.: Einen ganz Tag (fast) nichts politisches, sondern einfach nur die Landschaft genießen. Wir überqueren eine Brücke in schwindelerregender Höhe, sehen den Giant’s Causeway, eine einst von Riesen erbaute Landbrücke zwischen Schottland und Irland, die leider auch von Riesen zerstört wurde. Das Zertifikat fürs Überqueren der Brücke werde ich in meinen Lebenslauf einfügen und auch, dass ich im Atlantischen Ozean geschwommen bin, wodurch mein Herz den Rest des Tages seltsam schnell geschlagen hat. Die irische Landschaft ist unglaublich schön und es tut gut einen Tag lang ein einfacher Tourist zu sein und die ganzen politischen Zusammenhänge zu ignorieren.

Mittlerweile beschäftigen uns in der Gruppe auch ganz andere Dinge. Der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen ist ausgebrochen und wie es aussieht kommen wir nicht mehr nach Hause. Während wir Schüler sich freuen über die verlängerte Studienfahrt, versuchen unsere Lehrer herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt, doch noch irgendwie nach Hause zu kommen.

Guinness schmeckt mittlerweile richtig gut.

Freitag, 16.4: Der Bus fährt uns nach Stroke City – die Schrägstrich-Stadt. Dieser Name wurde von Journalisten geprägt, die den Vorwurf der Einseitigkeit umgehen wollten. Denn eigentlich heißt sie je nach politischer Gesinnung Derry oder Londonderry. Hier verschlossen einst die Apprentice Boys den katholischen Zurückeroberern das Stadttor, sodass Nordirland protestantisch blieb, und hier fand am 30. Januar 1972 ein gewaltfreier Bürgerrechtsmarsch sein blutiges Ende als britische Paratroopers, eine Art Elitesoldaten, das Feuer auf die Demonstranten eröffnete und 13 Menschen erschossen, die meisten davon in den Rücken, als sie gerade flüchteten.

Hier, im katholischen Arbeiterviertel, Bogside, treffen wir Bob Kelly, der hier schon sein ganzes Leben lang wohnt und als Kind und Jugendlicher die Troubles und Bloody Sunday erlebt hat. Er und zwei Freunde haben diese Erlebnisse in Gemälden verarbeitet, Gemälde, die auf Häuserwände gemalt wurden. Derry ist für diese Murals mittlerweile weltberühmt, aber Bob und seine Freunde kriegen keine Unterstützung von der Stadt oder von der Regierung nur von den Leuten von Bogside kriegen sie ein wenig Geld für die Farben. Die drei nennen sich die Bogside Artists und sind während der Sommermonate eigentlich immer in ihre Gallerie zu finden, die für alle offen ist.

Bob führt uns durch die Bogside und erzählt von Bloody Sunday, von den täglichen Kämpfen, die sich zwischen Polizei und republikanischen Jugendlichen entwickelten und so zur Regel wurden, dass man zur Teatime pausierte. Er erklärt die Geschichten der Bilder, die Farbwahl, die persönlichen Randnotizen.

Er erzählt, das jedes Haus in der Bogside mindestens zweimal durchsucht wurde, wobei alles zerschlagen wurde. Erzählt wie Freunde von ihm unbeteiligt am Konflikt waren, aber irgendwie zwischen die Fronten gerieten und dafür mit dem Leben bezahlten. Immer wieder deutet er auf Gesichter in den Bildern und erklärt, woher er diese Menschen kannte. Beim Bild Petrol Bomber erzählt er uns von den Kindern, die Molotowcocktails bauten und dachten, sie könnten sich mit kaputten Gasmasken aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Tränengas schützen, die die Wirkung in Wirklichkeit nur erhöht haben.

Dann erzählt er uns von Free Derry, dem Viertel, das die Armee nicht mehr wagte zu betreten, weil sich die Katholiken organisiert hatten und von der Frau, die sie organisiert hatte: Bernadette Devlin McAliskey, die daraufhin jüngstes Parlamentsmitglied in der Geschichte wurde. Heute setzt sie sich für Immigranten ein.  Der Tod der Unschuld, wahrscheinlich mein Lieblingsbild. Es hat einige Veränderungen durch gemacht, früher war der Schmetterling nicht ausgemalt, das Kreuz dunkler und das Gewehr (nicht gut zu erkennen) noch ganz. Durch den Friedensprozess haben die Künstler diese Dinge dann in den heutigen Stand verändert.

Bob inspirierte mich sehr, da er für mich ein Zeugnis ist, wie man um Erinnerung bemüht sein kann, die die geschichtliche Wahrheit der Unterdrückung und Ungerechtigkeit benennt, und trotzdem die Hand ausstreckt zur Versöhnung. Ganz anders ist da das Museum of Free Derry, das von einem Angehörigen eines der Opfer von Bloody Sunday geleitet wird und der Ungerechtigkeit gedenkt, aber jeder Hoffnungsschimmer erstickt in dem muffigen Gebäude in dem die ganze Zeit der Livemitschnitt von der Demonstration läuft, wie am Anfang gesungen wird, und die Stimmung plötzlich umschlägt…

Wir sprechen in unserer Zimmergemeinschaft über unsere Gedanken zur Führung und dem Museum. Meine Kamera funktioniert plötzlich nicht mehr.

Am Abend feiern wir unseren “letzten” Abend mit den Lehrern – über eine halbe Stunde länger als ursprünglich erlaubt :D ..

Samstag, 17.4.: Wir fahren mit dem Bus nach Dublin und singen Karaoke. Wir haben mit Glück ein Hostel einer anderen Studienfahrt, die im Gegensatz zu uns, die wir nicht von Irland runterkommen, nicht reinkommen, erhalten. Das ist sehr viel schöner als Paddy’s Palace, aber dafür verwinkelter (Treppe hoch, laufen, Treppe runter, Treppe hoch…) und teurer.

Meine Zimmergenossen und ich sehen uns Dublin an, das viel schöner, aber dafür langweiliger ist als Belfast. Der Lonely Planet ist unser Reiseführer.. Ob wir nach Hause kommen ist unsicher

Sonntag, 18.4.: Ich besuche mit einem Mädchen aus meinem Lateinkurs die lateinische Messe in der Dubliner Pro-Cathedral, die Stimmung ist so feierlich und der Weihrauch riecht gut. Der Chor singt wunderschön und wir verstehen die lateinischen Teile besser als die englischen. Mal ist der Luftraum offen, Mal nicht…

Montag, 19.4.: Wir entwerfen in Gruppen Stadtrallys und lösen dann die einer anderen Gruppe. Teilweise fehlen ganze Hinweise, aber irgendwie kriegen wir es doch hin und haben dazwischen riesig viel Spaß. Wir werden Dienstag unsere Odyssee nach Hause beginnen und feiern noch Mal unseren letzten Tag, jetzt aber wirklich.

Dienstag, 20.4.: Viel zu früh stehen wir auf und besteigen die erste Fähre nach Holyhead, Wales. Es gibt ein riesiges Gerangel bei der Ankunft bis wir endlich unser Gepäck haben. Dann durch Wales und England nach Hull, wo wir die Nachtfähre nach Zebrugge nehmen. Auf der Fähre erleben wir überteuertes Essen, räuberische Wechselkurse, Playback-Livekünstler, und Glück und Pech im Spiel. Wir werden in den Schlaf geschaukelt.

Mittwoch, 21.4.: Mein Frühstück fällt den Schwankungen auf hoher See zum Opfer, aber zum Glück gibt es an Bord ja ein Buffet. Als wir in Belgien ankommen fahren wir sofort mit dem Bus weiter und kommen abends endlich in Bammental an. Wobei wir von mir aus auch noch ein paar Wochen auf der grünen Insel hätten bleiben können…

Categories: Allgemein, Anekdoten, Frieden, Gott & die Welt, Politik, krass.

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Weihnachtsauslese

25. Dezember 2009

Bei Weihnachten geht es ja gar nicht um die Geschenke, ich weiß. ABER TROTZDEM freue ich mich über Geschenke, die ich dieses Jahr bekommen habe:

Theodor W. Adornos gesammelte Werke

Meine Lektüre für die nächsten paar Stunden, Theodor W. Adornos gesammelte Werke. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, die Seiten zu zählen, schätze aber es sind an die zehntausend Seiten. Ich habe die Sammlung bei einem antiquarischen Buchverkauf in einem Kloster entdeckt und hatte wegen des Preises gezögert und als ich mich selbst zum Kauf überredet hatte, erklärten mir die Mönche es sei schon an jemand anderen verkauft!

Irgendwie hat es meine Mutter also geschafft, einen Meter Bücher an mir vorbei ins Auto zu schmuggeln und die Benediktinermönche zum Lügen zu überreden!

Auf jeden Fall werde ich viel Freude an diesen Büchern haben – vielleicht ein Wink des Himmels, dass ich doch Philosophie studieren sollte?

ich und mein DominionVon meinem Onkel und meiner Tante habe ein wahrlich ausgezeichnetes Geschenk bekommen, Dominion, das Spiel des Jahres 2009.

Nachdem wir die sehr seltsame Spielanleitung endlich verstanden hatten, hat mich dieses Spiel gepackt und ich nerve anscheinend schon sämtliche Familienmitglieder damit, aber die Banausen haben es ja noch gar nicht gespielt! Ich dagegen spiele es schon im Internet!

Die Weihnachtszeit, oder besser Nachweihnachtszeit ist bei uns immer ein Gelage sondergleichen und die Spielhöllen werden sich erst wenn die Schulzeit wieder ihre Schatten vorauswirft schließen.

Categories: Allgemein, Bilder, Blutsbande.

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weltweites Täuferwiki

15. Oktober 2009

TäuferwikiSeit ein paar Tagen versuche ich das “Global Anabaptist Wiki” zu übersetzen, oder zumindest die Hauptseiten.

Aber alleine schaffe ich es nicht, ich brauche deine Hilfe.

Was ist das Täuferwiki überhaupt?

Es ist eine von John D. Roth am Goshen College initiierte wiki Seite, die täuferischen Gruppen eine Plattform bieten soll, sich vorzustellen und die eigene Geschichte zu erzählen. Seit ich auf der Weltkonferenz einen Workshop dazu besucht habe, bin ich von der Idee fasziniert:

Ein ständig auf den neuesten Stand gebrachtes Lexikon, das die Lehrautorität der Masse hat. Hab ich gerade Masse gesagt? Da hab ich mich wohl verschätzt, aber damit das Projekt funktioniert, braucht es viele Leute, die ihr (Fach-)Wissen einbringen.

Man kann in jeder Sprache beitragen und braucht sich für die niedrigeren Seiten, also alle nicht Kontinentseiten, noch nicht mal anmelden.

Also, wenn du deine Gemeinde vorstellen willst, eine Geschichte erzählen willst, die deine mennonitische Identität deutlich macht, oder etwas anderes, was die (mennonitische) Welt interessieren könnte beitragen willst, veröffentlich es!

Categories: Allgemein, Gott & die Welt, Internet.

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Freispruch

8. Oktober 2009

Sogar in Italien gibt es noch Gerechtigkeit.

Gestern wurde die Lex Berlusconi gestoppt und die Kapitäne der Cap Anamur II freigesprochen.

Ich freue mich mit ihnen, aber warum wurden sie überhaupt angeklagt? Wie kam jemand auf die Idee, Menschen vor dem Ertrinken zu retten könnte ein Verbrechen sein, nur weil diese Menschen nicht die richtigen Papiere haben?

Im November wird ein ähnlicher Fall verhandelt, nur diesmal waren es afrikanische Seeleute, die keine Riesenlobby hinter sich haben, wie eine Menschenrechtsorganisation wie Cap Anamur – ob dieser Fall eine Signalwirkung hatte, wird sich dann zeigen.

Sicher ist jeden Fall eins: auch wenn die Kapitäne freigesprochen wurden, der italienische Staat und die EU haben deutlich gezeigt, dass wer Leben rettet zumindest mit jahrelangen Verfahren rechnen muss…

Ich möchte mich wirklich gerne freuen, aber da muss ich mich wohl anderen Dingen zuwenden, wie Fernsehserien, denn, wie Pro Asyl in ihrer Presseerklärung schreibt: “Europa lässt sterben.”

Categories: Allgemein.

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Komm zum Flashmob!

17. September 2009

Diesen Montag (21. September), werden weltweit Aktionen abgehalten, um Politiker im Vorfeld des Kopenhagener Gipfel*, am 7. Dezember 2009, aufzuwecken!

Auf der ganzen Welt werden Menschen sich in Flashmobs zusammen finden, auf ihren Handys den Wecker auslösen (man kann auch andere Geräte, die eine Weckfunktion haben mitbringen; z.B. echte Wecker aller Art), Fotos machen, die dann bei Avaaz gesammelt werden und beim G20 Gipfel, der am 23. anfängt, und dann in Kopenhagen vorgelegt werden.

WIR MACHEN AUCH MIT!

AM MONTAG, DEN 21.9. UM 1 UHR, VOR DEM GYMNASIUM BAMMENTAL!

BRINGT HANDYS, WECKER, TROMMELN UND ALLES ANDERE WAS KRACH MACHT MIT, UM DIE POLITIK WACHZURÜTTELN!

VOR DER BUNDESTAGSWAHL, VOR G20, VOR KOPENHAGEN. EIN WECKRUF AUS BAMMENTAL UND DEM REST DER WELT!

SCHÜTZT DAS KLIMA! SCHAFFT SO NEUE JOBS! SORGT FÜR GERECHTIGKEIT!

Hier anmelden, oder einfach so kommen…

*Bei diesem Gipfel soll das Kyotoprotokoll durch ein neues Klimaschutzprotokoll ersetzt werden.

Der Klimawandel betrifft uns alle und wenn wir nichts unternehmen, wird in Kopenhagen wieder einmal ein schön klingendes, unverbindliches Abkommen unterschrieben und alles geht weiter wie bisher.

DAS NEUE ABKOMMEN MUSS SEIN:

EHRGEIZIG: Damit unser Planet für uns alle erhalten bleibt.

GERECHT: Für die ärmsten Länder, die den Klimawandel nicht verursacht haben, jedoch am stärksten betroffen sind.

VERBINDLICH: Mit Emissionszielen, die rechtskräftig überwacht und durchgesetzt werden können.

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hingehen oder nicht?!

14. September 2009

ANTIFA-PlakatDem Plakat kann ich nur zustimmen.

Trotzdem bin ich hin und her gerissen, ob ich zu der Demo will.

Sie wird nämlich von der ANTIFA, die nicht gerade für ihre gewaltfreie Art bekannt ist, veranstaltet und auf ihrer Webseite wird auch zur Gewalt gegen Faschisten aufgerufen. Außerdem ist der Auslöser der Demo, das Nazis den Hund eines Anarchomusikers getötet haben, der Hintergrund ist natürlich, dass es einen massiven Anwuchs an Naziaktivität im Rhein-Neckar Gebiet und dem Kraichgau gibt.

Trotzdem, der Hund?!

Ich finde es vor allem deshalb seltsam, weil eben jener Künstler auf seiner Seite von seinem Veganismus erzählt und das er “antispezisistisch” ist, was wohl bedeuten will, dass er für die Gleichstellung von Mensch und Tier ist.

Warum hat(te) er dann einen Hund? Und wie ernährt(e) der sich? Veganisch?

Falls du (Michael Schade) das hier lesen solltest: Es tut mir sehr leid um deinen Hund. Ich finde nur, dass es unlogisch ist, auf der einen Seite gegen Tierversuche und generell Unterordnung von Tieren gegenüber Menschen zu sein und dann einen Hund zu “besitzen”.

Vielleicht geh ich am Samstag nach Sinsheim und frage dich wie du Gewalt gegen Tiere ablehnst und die menschlichen Tiere verprügeln kannst…

Categories: Allgemein, Argh!!!, Philosophie, Politik.

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Anarchistischer Apfelsaft

14. September 2009

Letztens saß ich mit unserem theologischen Mitarbeiter Tereré trinkend unter dem Apfelbaum, als ein Apfel herunterfiel.

Vor fünfhundert Jahren beobachtete Isaac Newton der Sage nach denselben Vorfall und entwickelte danach seine Theorie der Schwerkraft. Da er das schon getan hatte, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen und so kam ich auf die Idee, Apfelsaft zu machen. Von einem netten Herrn bekam ich eine Saftpresse ausgeliehen und noch drei Säcke Äpfel sowie den Rat die Äpfel zunächst zu häckseln…

keine Angst - die Hände sind noch dran

freundliche Unterstützung eines Klassenkameraden

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 27 Liter Apfelsaft, habe ich bis jetzt produziert, bin Apfelsaftselbstversorger geworden und mich somit einstweilen vom kapitalistischen Apfelsaftmarkt losgesagt^^.

Ich war hin und her gerissen, ob ich meinen Apfelsaft der “Front Deutscher Äpfel” widme, aber habe mich dann doch für den  pfelsaft entschieden. :D

Zunächst hatte ich vor einiges gären zu lassen und dann als Most zu trinken, aber der Ansturm ist so groß, dass daraus wohl nichts wird.

Komm doch auf ein Glas Apfelsaft vorbei!prosit!

Categories: Allgemein, Anekdoten, Philosophie.

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Traumtänzer

10. September 2009
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so gut bin ich zwar noch lange nicht, aber mit meiner 25m Slackline macht das diletantische Üben jetzt schon Spaß!

Ich “slackline” erst seit ein paar Tagen, aber ich bin schon voll infiziert… :D

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Neue Single von Irie Revoltés!

16. August 2009
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hab es mal wieder ein bisschen spät gemerkt, aber Irié Revoltés hat eine neue Single namens “Travailler” (-arbeiten) herausgebracht, die man auf ihrer Webseite kostenlos herunterladen kann.

Das Lied setzt sich kritisch mit dem Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft auseinander und der Ausgrenzung, die die erfahren, welche sich dagegen wehren, oder einfach keine Anstellung finden.

Leider finde ich den Text noch nirgends, aber die Fetzen, die ich mit meinem gebrochenen Französisch aus dem schnell gesungenen Text verstehe, hören sich super an….

“Travailler, travailler, travailler pour en fin avoir de la valeur dans la société!”

“Arbeiten, arbeiten, arbeiten, um endlich Wert in der Gesellschaft zu haben!”

Weiter so Irie!

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Auspacken & Einpacken

31. Juli 2009

Gerade eben bin ich erst mit dem Auspacken meiner Koffer fertig geworden, da muss ich schon wieder den Wanderrucksack packen. Die „Survivalfreizeit“ steht an – eine Woche Überleben für Anfänger.
Ich freue mich eine Woche aus dem ungewohnten Reichtum zu fliehen und Zeit in der Natur zu haben, die ich so lange nicht gesehen habe.

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Letztester Schultag

31. Juli 2009

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten und letzten Schultag in Deutschland für die nächsten sechs Wochen. Ich bekam sogar ein Zeugnis und seltsamerweise einen Buchpreis „als Anerkennung meiner Leistungen im vergangenen Schuljahr“ – ich nehme das als Honorar für Blogschreiben ohne Sinn und Ende.
Es war seltsam all die Klassenkameraden zu treffen, von ihren Erlebnissen in Berlin zu hören und ihnen beim Erzählen von Paraguay Tereré anzubieten – der größtenteils abgelehnt wurde.

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Zu Hause

31. Juli 2009

Nach vierundzwanzig Stunden Flug und Aufenthalt in den Flughäfen von Sao Paolo und Madrid bin ich Dienstag um 11:35 Uhr in Frankfurt angekommen. Meine Eltern warteten schon auf mich, waren aber so mit ihren Handys beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkten, dass ich hinter sie ging. (Als ich wegging hatte mein Vater gerade erst verstanden wie das Wörterbuch beim Handy funktioniert…)

Auf der Fahrt sah ich erstaunt, dass deutsche Autobahnen nicht durch Dörfer führen und auch keine Fußgänger sie kreuzen. Meine Eltern gaben sich aber Mühe mich nicht zu sehr zu schocken, weshalb bei der Tankstelle ein junger Mann unsere Scheibe putzte – aber niemand wollte mir Früchte verkaufen!

Pünktlich zum Mittagessen war ich in Bammental. Weil mich alle begrüßen wollten wurde mein Essen kalt, was bei der Hitze aber nichts ausmachte.

Mit Tereré, lange entbehrtem frisch gemahlenen bosnischen Kaffee und Schwarztee schaffte ich es durch den Tag bis zur abendlichen Grillfeier zu der sogar die Pozilei erschien, weil wir angeblich zu viel Rauch verursachten. Alles Schall und Rauch.

Wegen meinem Tereré haben sie nichts gesagt…
Mittlerweile bin ich schon mehr als 72 Stunden zu Hause und habe noch einige Kulturschocks erlebt, aber es fängt an sich wie „zu Hause“ anzufühlen.

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Theme geändert

8. Juli 2009

Ich habe schon öfter schockierte Fragen erhalten aufgrund des Stoppschildes, das bis vor kurzem noch scheinbar den Zugang zur Seite blockiert hatte, wie zum Beispiel: “Bist du ein Kinderpornostar?” oder “Warum wirst du jetzt zensiert?”.

Mein Onkel besucht die Seite gar nicht mehr, weil er nicht auf einer Sperrliste gegen “Hämophile” landen will.

Es scheint, dass niemand sich die Zeit nahm, um den Text des Schildes zu lesen, um zu sehen, dass es eine Satire war, mit dem Ziel Leute zur Unterzeichnung einer Petition gegen ein unter fadenscheiniger Rechtfertigung (Wer könnte für Kinderpornos sein?) nun schließlich doch erlassenes Gesetz zu animieren.

Dieses Gesetz wurde zwar schon vor seiner Erlassung heftigst kritisiert und mehr als hunderttausend unterzeichneten besagte Petition, aber das scheint die Bundesregierung nicht zu interessieren.

Da es nun sowieso veraltet ist und bei meinen Lesern zumindest nicht auf Verständnis gestoßen ist, habe ich nun das Stoppschild deaktiviert und ein anderes Theme installiert. Die Fotos rechts oben möchte ich noch ändern, habe aber noch nicht herausgefunden, wie das geht.

Categories: Allgemein, Internet, Politik, Überwachungsstaat.

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Wieder zurück

8. Juli 2009

Auf unserer eineindhalbwöchigen Reise habe ich mal wieder das fundamentale Problem eines jeden Abenteurers, der seine eigene Chronik schreibt, bemerkt:

Je mehr man erlebt, desto schwieriger wird es alles aufzuschreiben.

Deshalb werde ich auf einen umfassenden Reisebericht verzichten und stattdessen allen raten, selbst nach Salta zu fahren und dort mindestens eine Woche zu verbringen; die Gegend am Fuß der Anden ist wie eine fleischgewordene steingewordene Naturkundestunde: Wir sahen Erosion und Sedimentation am Werk, fuhren durch atemberaubende Schluchten und gleißend weiße Salzebenen auf 3000 Meter Höhe.

Eigentlich wollten wir ja noch in die Sumpfregion Esteros del Iberá, aber da wir uns auf der Reise sowieso an die wenigsten unserer Pläne hielten blieben wir länger in Salta, um ihre Schönheit zu bewundern.

Am Samstag fuhren wir schließlich zu den Jesuitenreduktionen bei der “Fleischwerdung” (Encarnación), wo die Gesellschaft Jesu mit den Guaraníindianern hundert Jahre lang einen christlichen Sozialismus lebten – und sie so vor den brasilianischen Sklavenjägern schützten – bis aufgrund von Ränkeschmieden “Gottes Reich am Parana” seiner Führer beraubt wurde und, da die Jesuiten die Guaraní nicht zur Selbstständigkeit erzogen hatten, das “Heilige Experiment” unterging.

Es war ein sonderbares Gefühl durch die Ruinen dieser Kommunen zu laufen und zu versuchen in diese Epoche einzutauchen.

Montag nacht kamen wir mit dem Bus wieder zurück und trafen eine Austauschschülerin aus Encarnación, die auf dem Weg nach Deutschland war.

Da eine Freundin aus unserem Haus gerade am Flughafen ankam, fuhren wir spontan mit ihr mit und so saßen wir zu sechst (sie, ihre Gastschwester, ihr bester Freund, der Fahrer, Micky und ich) mit zu viel Gepäck im Taxi – Micky musste immer auf den Kofferraum schauen, ob noch alles drin war.

Gestern fühlte ich mich ziemlich schlecht und ließ mir das Essen nochmal durch den Kopf gehen und hoffe nun bis morgen, Donnerstag, gesund zu sein – ich will ja nicht die Teilnehmer des Weltjugendgipfels mit der Schweinegrippe anstecken. ;)

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Benno Ohneschuld

9. Juni 2009

Dieses Wochenende war ich zum ersten Mal in der Concordia in Asunción, der einzigen deutschsprachigen Mennogemeinde in Asunción. Der Gottesdienst war so deutsch, dass ich zwischendurch vergaß, dass ich in Paraguay war: diesselben Lieder, das Gesangbuch war in Deutschland gedruckt, der ganze Gottesdienst war auf deutsch. Ich schwanke immer noch das Erlebnis zu bewerten: Heimaturlaub oder Einblick in eine Parallelgesellschaft?

Nach dem Gottesdienst war ich bei meines der Familie der Emailfreundin meines Vaters zum Mittagessen eingeladen. Ich war schon einmal dagewesen und freute mich sehr ihre Gastfreundschaft annehmen zu können. Zu meinen Ehren gab es Borscht, ein russisches Essen, das während der Zeit im Zarenreich ins mennonitische Kochbuch einging; ich kenne all die mennonitischen Speisen nicht und so war es für mich wieder etwas ganz Neues.

Beim Essen lernte ich auch den Mann kennen, dessen lateinische Doktorarbeit ich schon bewundert hatte als ich in noch gar nicht kannte. Er sprach mich die ganze Zeit mit Benno an, nach ein paar zögerlichen Versuchen, darzulegen, dass ich sonst Benni, Benjamin, Ben, oder hier auch Benja (spanisch ausgesprochen) gerufen wurde, nahm ich meinen neuen Namen an und sogleich erfuhr ich auch den Grund warum ich für ihn so hieß:

Er: Dein Vater war ja einer von den Studenten.

Ich: Ja.

Er: Bist du dann vielleicht nach diesem Benno Ohneschuld benannt?

Ich: Den kenne ich ehrlich gesagt nicht.

Er: Na, dieser Benno Ohneschuld, dieser Student, der da erschossen wurde!

Ich: Ach so, Benno Ohnesorg. Das weiß ich gar nicht so genau… noch nie drüber nachgedacht.

Daraufhin mussten wir den erwachsenen Kindern, die in deutscher Geschichte nicht so bewandert waren, erklären wer Benno Ohnesorg war, dass er auf einer Demo gegen den Schah (Wer war denn der Schah?) von einem Polizisten namens Kurras erschossen wurde, so die Studentenrevolte radikalisiert wurde und dass vor kurzem entdeckt wurde, dass dieser bürgerliche Kurras ein Stasiagent war, weshalb die Frage im raum steht, welchem Herrn er denn nun gedient hat.

Benno Ohneschuld – Das Opferlamm der 68er?

und

Bin ich nach ihm benannt?

Categories: Allgemein.

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Es geht anscheinend auch anders

5. Juni 2009

Es war viellecht fies, zuerst den anderen Artikel zu schreiben, aber es entsprach dem zeitlichen Ablauf und war das einprägendere Erlebnis.

Später am Tag hatten wir nochmal mit demselben Lehrer Unterricht, diesmal Biologie, und er hatte zwei Mädchen aus einer anderen Klasse eingeladen uns einen Vortrag über Familienplanung zu halten, der mich völlig überraschte: Klare Ausführungen, ohne Scheu den Penis und die Vagina beim Namen zu nennen, ohne moralischen Zeigefinger und doch mit Zusatzinformationen wie: die Kirche ist gegen diese Methode, weil es nicht die Vereinigung von Sperma und Eizelle verhindert, sondern die Einnistung der befruchteten Eizelle.

Es war ein für europäische Verhältnisse einwandfreier Vortrag über die gängigsten Verhütungsmethoden.

Nur diese Lüge, dass die HI-Viren durch die Löcher im Kondom kommen würden wurde auch hier verbreitet – und ich war der Dumme, weil es ja “wissenschaftlich erwiesen ist, dass Kondome nicht vor AIDS schützen”. Dass ich mir so was anhören muss; aus dem Mund eines Mädchens, dass sich einen Dreck um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gesunder Ernährung kümmert.

Auf meine Rückfrage wer das sage, schüttelte sie den Kopf vor soviel Unwissen: Alle wissen das.

Categories: Allgemein, Paraguay, Schule.

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Die Postkarten sind weg!

7. Mai 2009

Nachdem ich viel zu lange nur bei Wiensens gechillt hatte, machte ich mich auf nach Asunción, wie hier schon berichtet… Dabei viel mir auch auf, dass ich immer noch keine Postkarten in die Heimat geschickt hatte. So ging ich denn hin und kaufte in jugendlicher Naivität meine ersten selbstbezahlten 26 Postkarten, ohne zu bemerken, dass eine solche Menge an Karten auch viel Zeit brauchte, um beschrieben zu werden.

Also verbrachte ich fast den kompletten freien Donnerstag letzter Woche mit Postkarten schreiben, leider kam ich immer noch nicht fertig! Bei den Wasserfällen kamen dann noch mehr Karten dazu – 38 an der Zahl (Tip für Besucher der Wasserfälle: Im “Parque das Aves” neben dem brasilianischen Park, den man sowieso ansehen sollte, weil man nie so nah an so viele exotische Vögel rankommt, gibt es im Andenkenladen Postkarten – auch mit Wasserfällenmotiven – zum halben Preis als im Souvenirladen des Wasserfallparks) – und da ich ja nur einen Tag dort war – musste ich diese dann auch zu Hause schreiben. Gestern schließlich war ich endlich fertig und schickte sie ab. Zum exorbitanten Preis von 8000 Guaranis pro Karte (- mehr als ein Euro!) x 64 Karten = 526.000 Guaranis = 79€ (!!!) -nicht eingerechnet die Kartenpreise. Insgesamt waren es wahrscheinlich 100€.

Da seht ihr mal wie viel ihr mir wert seid!!

Die Postbeamte sagte mir es werde in ungefähr einer Woche ankommen – vielleicht schreibt ihr ein Kommentar / Email, wenn euch eine Karte erreicht?

Categories: Allgemein, Anekdoten, Paraguay.

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Einige Betrachtungen, um die Zeit totzuschlagen (in pazifistischer Manier) I

4. März 2009

Während ich gerade im sich endlos ausdehnenden Raum des Zwischennetzes viele kleine Himmelskörper, auch Seiten genannt, und da man sich von einem jeden solchen fast ohne Zeitverlust auf andere teleportieren kann – sollte man über die Fähigkeit verfügen sogenannte Tabs erzeugen zu können, kann dies sogar geschehen, ohne den Ursprungsort zu verlassen und somit das eigene Selbst aufzuspalten – parallel auf vielen Welten existieren kann, stelle ich fest, dass unzählige Leute sich ihren eigenen Planeten erschaffen haben, mithilfe von Gruppen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den zuvor Erwähnten ihren Wunsch zu erfüllen, ganz ähnlich den Bewohner von Magrathea (Hitchhiker’s Guide To The Galaxy – ihr Unwissenden!).
Viele dieser Wesen, die sich als Homo bloggus bezeichnen (vulgo: Blogger) verfügen über außerordentliche Schreibstile, erzählen Alltägliches neu und spannend (oder auch alltäglich und langweilig), erstatten Reiseberichte ähnlich dem meinen, die sie mit Metallicatiteln benennen, oder erfinden für ihre Namen neue Bedeutungen. Leider habe ich bis jetzt noch keinen gefunden, der längere Sätze schreibt als ich ;) .

Nun frage ich mich schon seit einiger Zeit, genauer seit ich mir überlegte selbst einen solchen Planeten zu kolonisieren und ihn in all meiner Arroganz nach mir zu benennen, was anscheinend in der Gemeinschaft der elitäre Blogger Usus ist (dass damit die Rechte der indogenen Bytes fundamental verletzt werden, ist euch hoffentlich allen klar – Wahrscheinlich werde ich einen SorryDay in ferner Zukunft planen, bei der ich einen Eintrag darüber schreibe wie leid es mir tut, die Sache damit für erledigt ansehen und die Indobytes weiter in ihren Reservaten gespeichert lassen), woran eigentlich mein Interesse (und das der vielen Anderen) besteht mich in solch exhibitionistischer Art darzustellen (ihr habt euch das wahrscheinlich auch gefragt, spätestens bei dem Windelwechselnartikel).

Dazu ist zunächst zu sagen, dass ich bei weitem nicht ALLES Peinliche hier veröffentliche (zum Beispiel meine Schwierigkeiten, mich daran zu gewöhnen, dass man das Klopapier hier, aufgrund kleinerer Rohre, nicht mit den Fäkalien herunterspült, sondern in den Mülleimer schmeißt – was weniger stinkt als ich dachte – und meine daraus resultierenden MEHRFACHEN Griffe ins Klo, aus Angst eine Verstopfung zu verursachen. MIST! Jetzt habe ich es doch geschrieben) und, dass ich damit meinem Narzissmus genüge tue.
Dieses Geltungsbedürfnis erfasst anscheinend immer mehr Menschen, die ihre Gedanken aller Welt offenbaren, oder wenn sie über größere Weisheit als ich verfügen, nur einer relativ kleinen über eine Einladung verfügenden Minderheit.
Ich könnte nun weiter darüber nachdenken, WOHER dieses Geltungsbedürfnis kommt: aus mangelnden Selbstbewusstsein oder aus dem Überfluss daran? Liegt es in der Erziehung und hat nicht letzlich die Alphabetisierung des Pöbels dazu geführt, dass er Blogs schreibt? Aber blaues Blut führt nicht unbedingt zur Befähigung zum Schreiben, obwohl wir ja leider immer mehr zur Gesellschaft verkommen in der Bildung Reichtum und Reichtum Bildung bringt.
Aber eigentlich wollte ich ja jetzt aufhören zu schreiben, eine Schachpartie nachspielen und darüber nachdenken wie ich so ein exhibitionisitischer pseudo-intellektueller, Wörter-die-man-zusammen-oder-Sätze-die-man-getrennt-schreibt-mit-Bindestrichen-verbindender, Snob geworden bin :D

Categories: Allgemein, Philosophie, Schach.

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Mein Vater wird wie ich, NEIN!!!!

27. Februar 2009

Nachdem ich vor kurzem eine einigermaßen erschreckende Entwicklung immer mehr meinem Vater zu ähneln an mir festgestellt hatte und darüber in guter Bloggermanier sofort einen Artikel schreiben musste, der dann von dem weisen, gallophilen Etti kommentiert wurde, und natürlich – wie es meinem Stil entspricht – unzählige, unverständliche Schachtelsätze, wie diesen enthielt, (jetzt weiß ich selbst nicht mehr, was jetzt kommt) muss ich nun eine Veränderung meines alten Herren beobachten, die ähnlich beunruhigend ist (Puh, ich hab es geschafft, den Satz abzuschließen).

Damit ist natürlich der Blog meines Vaters gemeint, der bei der Verfassung dieses Artikels stolze vier (!) Artikel zählt, von denen einer sogar ein Gedicht ist :D .

Ich habe als pflichtbewusster Sohn (was ich, wie der schlaue Etti anfügt, immer sein werde) gleich einen Link zu “Wolfgangs Notizen” gelegt.

Categories: Allgemein, Argh!!!.

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Ich habe ein Monster erschaffen!

19. Februar 2009

Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass meine Experimente/Lehrstunden so schnell so große Wirkung zeigen würden!

Nachdem ich meinen Schachpadawan nun eine Woche beständig auf seine Fehler und Möglichkeiten hingewiesen hatte, beschloss ich eine neue Methode auszuprobieren: Mir fiel schon länger auf, dass Joel, wenn wir im Wohnzimmer spielten von Martin und  vor allem von Ana abgelenkt wurde. Also schlug ich dieses Mal vor, in meinem Zimmer zu spielen, wo wir – zumindest am Anfang – ungestört waren.

Auf meinen Rat begann Joel (weiß) die Partie mit dem Zweispringerspiel (1.e4, e5; 2. Sf3, Sc6; 3. Sc3; Sf6 (ich weiß, dass man 3.Sc3 icht so macht, aber Joel wollte es so)) und ansonsten gab ich ihm nicht viele Tips. Irgendwann kam Martin und, da dieser die Tür offengelassen hatte, auch viele Mosquitos hinein, und ich hatte schon Angst, dass Joel’s für sonstige Verhältnisse wirklich erstaunliche Konzentration jetzt verschwinden würde, aber nach einer kurzen Pause spielte er weiter ungewohnt stark und bedacht.

Schließlich gab es eine Essenspause, da wir das Spiel erst um halb acht abends begonnen hatten, aber danach spielten wir weiter, jetzt sogar im Wohnzimmer, aber Joel ließ sich nicht mehr ablenken, und wendete die Partie, die bisdahin noch eher unentschieden war, zu seinen Gunsten und nutzte, ohne viel Hilfe alle meine Fehler aus, um mich schließlich mit zwei Damen (durch Bauer bis zum Ende durchziehen) matt.

Joel's erstes eigenständiges Matt (umgedrehter Turm ist eine Dame)

Ich war und bin immer noch verwundert, erstaunt, perplex, irritiert und fassungslos darüber, dass Joel so stark spielen konnte, leider hat er in unserem heutigen Spiel nicht dasselbe Niveau bewiesen, schade und ich hatte schon gehofft, dass ich jetzt keine Rücksicht mehr nehmen muss.

Aber nochmal zum gestrigen Spiel: Ich kann mir wirklich nicht vorwerfen, besonders schlecht gespielt, oder Joel zuviele Tips gegeben zu haben, es war wirklich (fast) nur Joel’s Leistung und ich bin echt stolz auf ihn!!!

Categories: Allgemein.

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Ich bin international gesucht!!

15. Februar 2009

Endlich ist es soweit! Mein Blog und damit meine intimsten Gedanken (Ironie) sind endlich nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich, die www.bennisblog.de kennt sondern auch denen, die meinen Namen in Google eingeben.

Abhängig davon, wo ihr seid bin ich erster (in Deutschland) oder dritter in Paraguay Eintrag bei den Suchbegriffen “Benni” + “Krauss”, “Benni” “Krauß” (nur in Deutschland), oder natürlich “bennisblog

Unten ein Screenshot

bennisblog in google

Bei Yahoo ist es nur der achte Eintrag (aber lest nicht das andere Zeug, das ist hochgradig peinlich) verdammt das hätte ich euch nicht verraten sollen!

Categories: Allgemein, Internet.

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Letzte Französischstunde

9. Februar 2009

Herr Wahl, wir wussten beide, dass dieser Tag kommen würde, jetzt trennen sich unsere Wege, denn heute habe ich mein heißgeliebtes Schulfranzösisch, dass ich ja so gut gebrauchen könnte, für immer verabschiedet.

Aber es war eine schöne Beerdigung mit Blumen, Indicatif und Subjonctif. Ich werde es vermissen Aussprachefehler zu machen und zum x-ten Mal die Zeiten falsch zu verwenden. Das kann mir jetzt nur noch im Spanischen passieren.

Versteht mich bitte nicht falsch Irie Révoltés sind hammer, und die französische Sprache ist sehr schön anzuhören, nur  ist sie nicht für mich gemacht.

Also schließe ich mit einem französischen Satz, der mich sehr geprägt hat: “Si les élections pourrait changer la vie, elles serait interdites, elles serait interdites.”

PS: Herr Wahl, ich hoffe Sie erkennen den Doppelsinn hinter “élection”

Categories: Allgemein.

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Letzter ganzer Tag in ‘Schland

9. Februar 2009

Was hat Französisch (siehe der Extraartikel), Physik, Chemie und gegen Jonas im Schach verlieren miteinander gemeinsam? 

Gut, zum einen natürlich Schule, aber auch, dass ich es das letzte Mal gemacht habe, weil ich diese Fächer (gegen Jonas Schach spielen ist auch ein Fach) heute zum letzten Mal hatte. Ich werde es natürlich sehr vermissen, vor allem Chemie und Französisch am Montag nachmittag bis um halb fünf, was soll ich jetzt nur machen??, und werde mich jeden Tag in den französischleeren Schlaf weinen :( .

Außerdem verlebe ich gerade insgesamt meinen letzten ganzen Tag im schönen ‘Schland, ich werde die deutsche Tugend und Tapferkeit seehr vermissen.

Nein, mal ehrlich ich kann mir durchaus theoretisch vorstellen, dass ihr mir, in einem schwachen Moment, ein kleines bisschen fehlen werdet.

Ah was, ihr wisst ja, dass ich euch alle liebe, aber mein harter Gangstakern macht es mir einfach schwer offen über meine Gefühle zu reden.

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Warum ist mir so kalt?

8. Februar 2009

Kurze Haare zu haben, ist so unpraktisch! Na gut, ich brauche keine drei Stunden mehr bis ich nicht mehr wie ein Pudel tropfe und meine Kopfbehaarung stört mich 

 

nicht mehr beim Schlafen, aber jetzt ist mir die ganze Zeit kalt, weil ich die größte Wärmeisolierung verloren habe!

Auch sonst sieht man jetzt so viel von meinem Gesicht, ich hab Teile von meinem Antlitz schon monatelang nicht mehr gesehen und wollte sie als vermisst anmelden, als ich sie gestern wieder gefunden hab.

Ich mit meiner coolen Reggaekappe

Einen Vorteil hat das Ganze, meine Rastafarianmütze, die ich im Sommer selbst gehäkelt habe, passt mir endlich, weil mein Kopfumfang sich mysteriöser Weise verkleinert hat.

Das ist allerdings nur ein kleiner Trost.

Categories: Allgemein, Paraguay.

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Na super jetzt bin ich 17

8. Februar 2009

Ich bin seit elf Minuten offiziell siebzehn, fühle mich aber nicht anders, aber alle gratulieren mir, komisch.

Anscheinend ist es wichtig siebzehn zu sein. Jetzt sind es schon vierzehn Minuten, also ich feiere mal weiter.

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